Playing marginal hands: The non-committing check to gain information

    • ParkerKane
      ParkerKane
      Bronze
      Dabei seit: 02.02.2006 Beiträge: 118
      In meiner gestrigen limit-session musste ich mich zweimal mit top-pair, weak kicker in den Blinds (einmal SB, einmal BB) aus der Affäre ziehen.

      Nehmen wir folgende Ausgangslage:

      3 bis 4 caller, ich bin im SB mit, sagen wir, Q6 suited hearts. Ich complete, BB checks

      Der Flop ist (z.B.) Qs 9c 4s

      Ich habe Top Pair mit schwachem Kicker, es sind flush-draws und verschiedene straight-draws möglich. Meine Hand wird durchdie reversed implied odds entwertet, ausserdem könnte ich bereits hinten liegen. Falls meine Hand noch gut ist, könnten ungefähr 50% aller Turnkarten tödlich sein.

      Das board versetzt mich also nicht gerade in ekstatische Euphorie, es ist aber nicht unmöglich, dass meine Hand noch etwas wert ist. Allerdings möchte ich ohne weitere Informationen nur ungern viel Geld in meine marginale Hand investieren.

      Die korrekte Entscheidung ist hier wohl zu checken und meine späteren Aktionen an die Action anzupassen. Dies verbindet mehrere der bekannten standard Pokerkonzepte.

      Falls hinter mir geraised und gereraised wird, kann ich bedenkenlos folden.

      Falls durchgecheckt wird (zugegebenermassen unwahrscheinlich, aber denkbar in einem loose-passive small-stakes game) entscheidet die Turnkarte darüber, wie ich fortfahre. Kommt eine blank, kann ich mit einer big bet besser protecten als am flop und gutshots etc. zum folden bringen. Das würde meine pot-equity durch Gegnerreduktion erheblich verbessern. (Bei mehreren Gegnern könnte ja praktisch jede Turnkarte jemandem zu einem besseren Blatt verhelfen)
      Bei einer scarecard (z.B. As,Ks,10s etc.) schalte ich um auf check-fold.

      Falls am flop links von mir gebettet wird und darauf nur einige calls folgten, aber nicht das gefürchtete heavy betting, kommt möglicherweise ein für TAGs untypischer call in Betracht; wieder mit der Absicht, den Turn abzuwarten.
      (P.S. Das Szenario mit vielen Callern gefällt mir am wenigsten. Bei vielen callern ist der Pot gross geworden und ich könnte am Turn bei einer blank immer noch nicht besonders effektiv protecten. Vielleicht sollte man hier sogar am flop folden!?? Möglicherweise eine knappe Entscheidung. Kommentare?)

      Falls am flop rechts von mir gebettet wird, kann ich raisen und auf diese weise in üblicher Manier das restliche Feld damit konfrontieren, 2 bets zu callen. Auch hier sollte es mir gelingen, einige Gegner auszuknocken und meine Equity zu vergrössern.

      Ich glaube, in dieser Situation ist ein check am flop das beste.

      Der Hauptgrund für diesen post:

      Ich frage mich, wieviele andere Situationen es noch gibt, in denen der "non-committing check to gain information" am flop korrekt sein könnte.
      Was meint Ihr dazu?

      ßbrigens, mir scheint (ohne zu behaupten, dass ich die gesamte vorhandene Litteratur kenne, vielleicht liege ich also falsch :D ), dass das Konzept vom "non-committing check to gain information" bisher nicht explizit in den Standardwerken,etc. auftaucht.

      Ich bin sehr gespannt auf eure Meinungen/Kommentare/Kritik !

      P.S.: @ Matthias Wahls: Ich habe in den News gelesen, Ihr sucht noch Mitarbeiter, die Artikel in Sachen Strategie schreiben. Würde Dich eine ausführlichere Arbeit zum Thema "non-committing check to gain information" interessieren?
  • 4 Antworten
    • iTcouLdbeWorsE
      iTcouLdbeWorsE
      Bronze
      Dabei seit: 02.02.2006 Beiträge: 1.215
      komisch ich hab das ganze gestern erst gelesen in ssh :)
    • ParkerKane
      ParkerKane
      Bronze
      Dabei seit: 02.02.2006 Beiträge: 118
      OOps... Muss ich den Post schon gleich wieder löschen? :)

      Das Buch hab' ich eigentlich auch gelesen...

      Ich blättere es gerade durch, meinst Du das Beispiel auf S.157?

      Das ist aber schon nicht ganz das gleiche! (OK, das board und meine hole cards sehen schon ähnlich aus ;) , aber es sind

      a) keine 2 suited cards auf dem board und

      b)geht es im Buch ja nur um das Konzept raise/fold

      Wie gesagt, mich interessiert vor allem, ob es noch andere Situationen gibt, in denen der check in ep postflop in multiway pot, mit der Idee die Action und/oder den Turn abzuwarten, gut ist!


      speziell @iTcouLdbeWorsE: Aber Danke! Und hübscher avatar :)
    • Andragon
      Andragon
      Bronze
      Dabei seit: 03.03.2006 Beiträge: 902
      Das Problem ist, das du mit deinem Check nicht wirklich Informationen bekommst, außer vieleicht was die Turn card ist.

      Ein check mit dieser Hand ist = Fold mit Aussicht auf eine Turn Freecard wenn alle checken. Du hast im Grunde ja nur 3 Outs dich zu verbessern wenn du jetzt schon hinten liegst.

      Ich würde hier immer betten um so viel mehr Infos zu bekommen. Zum einen werde ich warscheinlich einige Gegner los und verbessere so meine Gewinnerwartung und zum anderen gibt mir ein Reraise natürlich eine viel bessere Einsicht in die Gegnerhände.

      Natürlich bedeutet call auch eine warscheinliche Bet am Turn da ich ja oop bin.


      Edit: Wie du schon sagtest sind viele Karten für dich nicht gut am Turn. Deshalb wäre es ja eher kontraproduktiv diese auch noch frei zu vergeben.
    • DiWa
      DiWa
      Bronze
      Dabei seit: 05.02.2006 Beiträge: 263
      Also, ich finde, dass hier das weitere Vorgehen doch sehr vom Limit, den Gegnern und von der Anzahl der Gegner abhängt.
      Ich muss Andragon zustimmen. Wenn du hier nicht bettest kriegst du unter Umständen gar keine Information, ich würde hier gegen wenige Spieler auf jeden fall betten. Auch gegen tighte Spieler wirst du wahrscheinlich in Form von fold oder reraise auf eine Bet eine Antwort bekommen.
      Fakt ist, wie du selber schon sagtest, die Wahrscheinlichkeit dein Blatt zu verbessern sind schlecht und die Gefahr, dass mit der Turnkarte sich die Hände der Gegner verbessern ist gross.
      Also muss du dein Toppair protecten und wenn dies nicht gelingt eben am Turn folden.
      Andere Meinungen?

      MfG