Welche Strategy gegen Unmengen von Donks? (Offline Poker)

    • GTZaskar95
      GTZaskar95
      Bronze
      Dabei seit: 30.03.2006 Beiträge: 6
      Hi,
      in letzter Zeit spiel ich öfter und gerne mal kleinere offline Pokerturniere. Es ist irgendwie doch spannend mit 9 anderen Leute live am Tisch zu pokern.

      Ich würde mich mittlerweile als recht akzeptablen TAG Spieler einschätzen. Bei PP spiele ich meist 11$ SNGs und liege trotz Downswing immer noch gut im Plus.

      Bei offline Pokerturnieren jedoch kriege ich selten einen Fuss auf den Boden. Raises (auch hohe) werden so gut wie nie respektiert, selbst Preflop All-Ins mit Pocket Aces wird ständig von Händen wie 46s gecallt und mit Flush gebustet (Der andere war nicht in Handlungszwang, wir beide hatten 3000 Chips, Blinds bei 100/200, 7 Spieler am Tisch). Ich habe den Eindruck, dass bei diesen Turnieren immer 7 - 8 "Glücksspieler" am Tisch sitzen, von denen natürlich 5 - 6 rausfliegen. Einer jedoch hat meist mit Abstand die meisten Chips und callt ALLES down. Leider trifft er dabei dann auch meist irgendwas.

      Ich will jetzt auch keinen Jammerthread über Bad Beats starten. Mir geht es eher darum, ob es gegen diese "Zielgruppe" eine vernünftige Strategie gibt? Ich spiele meist sehr tight und wenige Hände dann agressiv.

      Bin mal auf Eure Erfahrungen oder Tipps gespannt.

      Viele Grüsse,
      GT
  • 9 Antworten
    • Eisfuchs
      Eisfuchs
      Bronze
      Dabei seit: 14.07.2006 Beiträge: 10.150
      Original von GTZaskar95
      Ich spiele meist sehr tight und wenige Hände dann agressiv.
      Das ist die Antwort :)
    • QuapeS
      QuapeS
      Bronze
      Dabei seit: 13.03.2005 Beiträge: 367
      hab letztens versucht einen mit einem gut shot rauszukriegen --> so ca. 3/4 PS
      aber einer er hat weiter gecallt. dann hab ich 2 pair gemacht und mir gedacht, dass er eh nicht rauskriegt ich committed bin, also allin....
      problem: er hat seinen outer getroffen :( ...
      hab danach mal in seine karten beim spielen geguckt und er callt einfach jeden draw, auser einer geht allin....
      und das schlimme? es funktioniert zu oft....


      aber dennoch macht offline poker spass ^^
    • QuapeS
      QuapeS
      Bronze
      Dabei seit: 13.03.2005 Beiträge: 367
      Original von GTZaskar95
      Ich habe den Eindruck, dass bei diesen Turnieren immer 7 - 8 "Glücksspieler" am Tisch sitzen, von denen natürlich 5 - 6 rausfliegen. Einer jedoch hat meist mit Abstand die meisten Chips und callt ALLES down. Leider trifft er dabei dann auch meist irgendwas.
      genau das ist mein problem... nennt man schooling-effekt oder?
    • OrcaAoc
      OrcaAoc
      Gold
      Dabei seit: 06.08.2006 Beiträge: 4.815
      Ich spiele meist sehr tight und wenige Hände dann agressiv.


      In 'Ace on the River' wird das als typischer Fehler bennant. Nach Greenstein ist mehr Hände zu spielen und mehr zu reraisen die korrekte Art und Weise sein Spiel anzupassen.
      Er geht da an der Stelle zwar nicht näher drauf ein aber ich sag mal mehr Hände zu spielen die in Multiwaypots gut sind sollte kein Fehler sein, also z.b suited connectors, Ax suited, small pairs.
    • leelacocca
      leelacocca
      Bronze
      Dabei seit: 26.11.2006 Beiträge: 698
      - boarderline-hände aus LP limpen
      - JJ+ PF reraisen, um zur abwechslung mal HU am flop zu sein ;)
      - protecten und bluffen läuft nicht!

      ganz schlimm wird es an der bubble: neulich wieder am final table (uniturnier) mit 7BB left vom button 99 gepusht...SB (covert mich leicht) callt mit K3o und der chipleader im BB mit 77...K im flop ;)
    • Eisfuchs
      Eisfuchs
      Bronze
      Dabei seit: 14.07.2006 Beiträge: 10.150
      Original von OrcaAoc
      Ich spiele meist sehr tight und wenige Hände dann agressiv.


      In 'Ace on the River' wird das als typischer Fehler bennant. Nach Greenstein ist mehr Hände zu spielen und mehr zu reraisen die korrekte Art und Weise sein Spiel anzupassen.
      Er geht da an der Stelle zwar nicht näher drauf ein aber ich sag mal mehr Hände zu spielen die in Multiwaypots gut sind sollte kein Fehler sein, also z.b suited connectors, Ax suited, small pairs.
      Naja,eigentlich läuft das doch ins gleiche.

      Unter Hände spielen verstehe ich hier eher postflop.
      Sprich versuchen, soviele Flops wie möglich billig zu sehen, dann aber nur weiter zu spielen, wenn man eine sehr starke Hand hat, diese dann aber halt sehr aggressiv, da die Fische eh viel eher zum callen tendieren.

      Das Tight-Aggressive bezieht sich hier halt primär aufs Postflop Spiel.
      Preflop gilts einfach, die wenigen sehr starken Hände auch aggressiv zu spielen und mit den entwicklungsfähigen möglichst die Flops billig zu sehen.

      Daher denke ich das reraisen von Greensteen bezieht sich hier viel mehr aufs Postflop SPiel und auf die wirklich starken Hände, nicht aber allgemein auf mehr Hände.
    • avalone
      avalone
      Bronze
      Dabei seit: 29.05.2006 Beiträge: 141
      Am Anfang war ich auch sehr verzweifelt. Aber irgendwann hat man den Dreh raus.

      Meine Taktik: wenn donks spielen wird selten geraist. d.h. sieht man viele flops billig. AK kannst meistens auch vergessen zu raisen. das ergibt nur einen familypot. toppair topkicker kann auch gefährlich sein. weil sie dir alles zahlen. aber genau dieses alles zahlen macht es sehr lukrativ. man braucht teilweise seine draws nicht aggro spielen, weil wenn man trifft es trotzdem ausbezahlt wird. bei sets und 2 pairs ruihg hoch betten. wird in der regel bezahlt.
      bluffen kann man vergessen außer man ist high stack und setzt die leute all in.

      also implied odds sind extrem hoch. man spielt ja auch meistens nen family pot.

      wenn du zb set triffst und proetctest mit potraise (klingt viel, wird aber bezahlt, wenn er nen draw hat) und es kommt doch die bad card daher, dann gehen die meistens so hoch rein, dass es ein easy fold ist.

      donks sind offline extrem einfach zu lesen. außer du hast nen total durchgeknallten dabei.
    • jackoneill
      jackoneill
      Bronze
      Dabei seit: 13.08.2006 Beiträge: 2.480
      Hmm, ich hab' aehnliche Probleme ....

      Hab' folgendes beobachtet:

      Ob du raist oder limpst macht im Prinzip keinen Unterschied, es gibt eh' immer 'nen Family Pot und ein Raise von einem Donk hat ueberhaupt nix zu sagen. Es gibt Leute die checken im BB mit KK oder AK oder coldcallen einen Raise. Allerdings 3-betten die meisten Donks nur mit echten Premium-Haenden - die coldcallen zwar sogar 4-Bets mit Trash, 3-betten jedoch selbst nur selten.

      Daher ist eine 3-Bet von einem Donk meist ein sehr starker Move, ein Push von einem Donk nach einer 3-Bet hat jedoch rein gar nix zu bedeuten, das kann auch ein voelliger Bluff sein.

      Protection auf Draw-Heavy Boards funktioniert sehr wohl, allerdings nicht wie man es erwarten wuerde - die Protection funktioniert aufgrund ihrer EV-Komponente:

      Einfach den Flop sehr hoch betten, so ca. doppelte bis dreifache Pot-Size und Turn dann Push or Fold.

      Standard im Homegame bei uns ist z.B. bei Blinds von 1/2 ein PFR auf 12, dann ist der Pot am Flop 36 oder 48 - dann 75 bzw. 100 betten und der Donk bekommt am Turn inkorrekte Odds den Push zu callen.

      Er tut das zwar trotzdem, aber da kommt der Gewinn ja her - er trifft viel zu selten seinen Draw als dass der Move fuer ihn profitabel waere.

      Das geht natuerlich nur mit sehr starken Haenden wie z.B. TwoPair oder Set.

      Fuer weniger starke Haende gibt's allerdings auch ein Rezept:

      Die meisten Donks haben keine Ahnung von Pot-Size, dh. es ist eigentlich Standard dass die an Flop, Turn und River dieselbe Bet-Size waehlen - teilweise betten sie auf dem Turn sogar weniger als am Flop und auf dem River noch weniger.

      Wenn man also nicht weiss wo man steht kann man da auch mal Flop und Turn beides sher klein betten, so ca. 15-20 bei Blinds von 1/2 - der Move funktioniert ausgezeichnet wenn man auch ein paarmal seine Monster so spielt (und mit denen dann den River pusht).

      Natuerlich muss man auf Bluffs komplett verzichten (ausser gegen die anderen TAGs natuerlich) - theoretisch zumindest. Ich bluffe hin- und wieder auch mal gerne gegen Donks und lasse mich dann gerne auch dabei erwischen. Sobald die mal glauben man wuerde die ganze Zeit nur bluffen wird man mit seinen starken Haenden richtig gut ausbezahlt.

      Ich spiele eigentlich Pre-Flop gerne sehr viele Haende, hab' 'nen VPIP von weit ueber 80 und 'nen PFR von ueber 60, also eigentlich Maniac-Stats. Aber so spielen die Donks halt alle und ich vertraue da voll und ganz auf meine Post-Flop-Skills.

      Vor allen Dingen wenn die die Pot-Size nicht respektieren kann man einen 50-er Pot durchaus mit einer 10-er Bet oft genug mitnehmen und selbst wenn der Pot am Flop 40 gross ist und auf allen Streets gebettet wird sehe ich trotzdem normalerweise fuer insgesamt maximal 50 den Showdown. Auf dem River hab' ich dann die freie Auswahl, ob ich 20, 50, 100 oder 200 (== All-In) bette - die callen es ja eh'.

      Gruss,
      Jack
    • Ridick
      Ridick
      Bronze
      Dabei seit: 23.05.2005 Beiträge: 379
      Original von GTZaskar95
      Bei PP spiele ich meist 11$ SNGs und liege trotz Downswing immer noch gut im Plus.
      dann ist es kein Downswing. Wie der Name schon sagt geht es abwärts und man macht Minus, nicht Plus. ;)

      zum Thema: wie schon gesagt würde ich mit JJ+ und AK reraisen, ja nach Position auch mal mit suited connectors o.ä. reinlimpen und allgemein sehr aggresiv spielen. Man darf sich auch nicht abschrecken lassen wenn ein oder mehr Spieler z.B. die Potsizebet oder sogar noch höhere Bets am Flop und Turn callen. Vielen sagen Odds und Outs ja garnichts und die callen mit Bottom-/Midpair oder Draw bis zum River. Hab ich schon oft genug erlebt.