Wahrscheinlichkeit vs Odds

    • sanjaner
      sanjaner
      Bronze
      Dabei seit: 10.03.2006 Beiträge: 2.232
      Hi Leute,
      Hab mir mal Gedanken über das Post-Flop-Spiel gemacht und hab da doch ein paar Abweichungen zu den Odds festgestellt (bezüglich der Spielbarkeit). Ich möchte mal ein Beispiel machen:

      Bei 4 Outs (also z.B. Gutshot) ist die Wahrscheinlichkeit, auf dem Turn nichts zu treffen 43/47 und auf dem River von 42/46. mit ein bischen Mathematik kommt man nun also auf eine Trefferwahrscheinlichkeit von 16,466 % oder anders " 1 durch 6,073 ". d.h. wenn man den Erwartungswert betrachtet bekommt man für einen Pot größer als 6,073*Einsatz einen durchschnittlichen Gewinn, der größer als der zu zahlende Einsatz ist.

      Mache ich einen Gedankenfehler?
  • 3 Antworten
    • BestOfAlbum
      BestOfAlbum
      Bronze
      Dabei seit: 26.02.2006 Beiträge: 452
      sehe deinen Standpunkt. Nur leider darfst du nur jeweils eine Karte im Voraus berechnen, um zu sehen, ob du einen Draw profitabel spielen kannst oder nicht.
      Deine Berechnung hat zudem noch einen kleinen Fehler drin:
      Da du gerundet 1/6 aller pötte gewinnst, braucht der Pot nicht 6*bet gross zu sein, sondern nur (6*bet) - bet (genauer gesagt wärst du dann break even, würdest also statistisch weder Gewinn noch Verlust machen). Ich hoffe du kannst mir folgen.

      Auch diese Berechnung wäre jedoch nur dann richtig, müsstest du am Turn nichts investieren. Da du jedoch für die Riverkarte ebenfalls zahlen musst, ist diese Berechnung nur dann korrekt, wenn der Gegenspieler oder du selber ALL-inn ist bzw. wenn der Turn nicht gebettet werden wird (i.e. praktisch nie)
    • sanjaner
      sanjaner
      Bronze
      Dabei seit: 10.03.2006 Beiträge: 2.232
      danke für die Antwort... Also natürlich kann ich ir folgen. zu deinen 3 Thesen:
      1. nur eine Karte im Voraus rechnen: Da hab ich auch schon drüber nachgedacht. Fand dies in dem Odds und Outs Artikel auch sehr seltsam, da dort nicht deutlich erkennbar ist welches Schema benutzt wird ( Schau mal bei den 17 Outs nach, daher meine Verwirrung).
      Dazu kommt, dass ja nach dem Flop stets noch 2 Karten folgen und nicht nur eine. Ich bezweifle doch, dass man diese Tatsache vernachlässigen kann. (lasse mich aber gerne belehren)
      2. zu meinem Rechenfehler: ich will ja keine break even Situation erschaffen sondern eine Gewinn-Situation, da ich zum einen nicht bei jedem Treffer die beste Hand habe und zweitens ja auch manchmal ein split pot vorkommen kann (und somit break even= minimaler Verlust). Außerdem braucht man bei 1/6,073 immer nen Pot von 7 (nach meiner bet, wie du richtig bemerkt hast) und nicht von 6.
      3. wenn du so argumentierst darfst du am Flop gar nicht rechnen, weil man nie weiß was hinterher passiert.
    • BestOfAlbum
      BestOfAlbum
      Bronze
      Dabei seit: 26.02.2006 Beiträge: 452
      1. Aufgrund der Tatsache, dass, wie ich bereits erklärte, am Turn ebenfalls gebettet wird ist es so, dass du wirklich nur eine Karte auf einmal berechnen darfst/solltest. Die berechneten odds (Wahrscheinlichkeit, dass die nächste Karte eine deiner Outs ist) beziehen sich nur auf eine Karte, die Wahrscheinlichkeit, innerhalb von zwei Karten ein Out zu treffen ist logischerweise (etwa) doppelt so gross (um genau zu sein ist sie ein bisschen höher als doppelt so gross). D.h. am Flop musst du nur berechnen, mit welcher Wahrscheinlichkeit du am Turn ein Out triffst, am Turn dann für den River.

      Würdest du am Flop bereits mit der doppelten Wahrscheinlichkeit rechnen, würdest du ergo auch das doppelte bezahlen, dh. das Doppelte das die Odds eigentlich zuliessen, nur musst du dann am Turn erneut callen, was du am Flop vernächlässigt hast.

      Ich hoffe du hast dieses System verstanden, wenn nicht empfehle ich, nochmals den Thread Odds und Outs in der Einsteigersektion durchzulesen.

      ßbrigens: Da man, falls man die entsprechenden Odds nicht mehr hat, am Turn nur dann weiterspielt, wenn man ein Out getroffen hat und am River nur dann called, wenn sich der Draw materialisiert hat, gewinnt man dann einen oder mehrere Bets mehr, als man verliert, wenn sich der draw nicht materialisiert hat. Dies nennt man dann Implied Odds.

      2. Normalerweise zieht man von den Outs ein wenig ab, ja nachdem wie gross die Chance ist, dass man auch bei einem Treffer noch verliert. Dies ist ebenfalls im besagten Thread nachzulesen und wird discounten der Outs genannt. Die übrig bleibenden Outs sollten demnach rein den Gewinn repräsentieren, so dass eine berechnete break-even Situation dem auch ziemlich nahe kommt. Deiner Berechnung zufolge würdest du nur dann spielen, wenn dein Gewinn mindestens der zu callende Betrag wäre.

      3. Genau das versuche ich dir zu erklären: eben genau weil du nicht weisst, was am Turn passiert, darfst du nicht beide Karten auf einmal berechnen, sondern nur "call für call".

      Wie gesagt lies am besten nochmals den angesprochenen Thread und geh das Ganze Schritt für Schritt durch, ansonsten PN, ich erklärs gerne nochmal.