3Bet Isolation with Position

    • TomGrill
      TomGrill
      Bronze
      Dabei seit: 26.03.2005 Beiträge: 1.842
      Ich möchte eine Diskussion anregen zum Thema Isolation with Position von dem David Fromm SH DVD Set.

      Ich fasse kurz zusammen:
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      Er meinte, dass man sich oft OOP wenn man ge3bettet wird in einer blöden Situation befindet, in der man equitytechnisch entweder leicht vorne ist oder sehr weit hinten. Seine Beispielhand:

      UTG: :4h: :4d: (Openraise)
      BU: ?? (3bet)

      1. Fall
      Board: :5s: :3h: :2d: (Pot: 6SB)

      a) BU hat AJ, er meint wir sind leicht vorne (er sagt sogar "pretty much a coinflip") (PokerStove sagt 83%, unter leicht hätte ich mir jetzt an dieser Stelle 58% oder so vorgestellt, aber 83% find ich wir sind sehr stark vorne.

      b) BU hat 88, er meint wir sind ein sehr starker Unterdog, najo 38% Equity ist jetzt nicht so schlimm. Er geht geht sogar soweit, dass er als Underdog hier sehr ungern noch Geld in den Pot steckt.

      Irgendwie übertreibt er sehr stark bei diesem Beispiel. Aber in einem hat er recht, abgesehen von einem Set ist das einer der besten Flops, die man mit 44 erwischen kann.

      2. Fall
      Board: :Js: :Ts: :3d:

      Er sagt, klare Sache, Hand ist zu gut zum folden, aber zu schlechte im Action zu geben, d.h. er callt die Hand down. Das Problem am Calldown ist, dass man im Endeffekt nichts anderen macht als hoffen, das die Hand gut ist, aber es kommt keinerlei "Skill" zum vorschein.

      Viel größeres Problem ist hierbei, dass wenn wir die beste Hand haben, kann der Gegner behindchecken am Turn und sich eine Freecard nehmen kann (er hält f.e. AK). Kurzgesagt, wenn wir hinten sind, verlieren wir 2BB extra am Turn und River und wenn wir vorne sind, gewinnen wir maximal 1BB.

      3. Fall
      Board: :Ac: :Qd: :7s:

      Hier ist ein Calldown nicht möglich, da der BU viel zu oft das Board trifft und dazu kommt wenn BU hinten ist, verliert UTG Geld, weil sich BU Freecards nehmen kann und wie oben, 2BB Loss maximal 1BB win.

      Alles in allem, sieht er die OOP Situation als sehr ungünstig, wenn man ge3bettet wird:

      da, kein Valueplay möglich, weil man oft nicht weis wo man steht.
      da, oft calldown nötig, was kein Skill und nur hoffen bedeutet.
      da, da man eventuell die beste Hand gegen eine Konti folden muss.

      Im Gegenzug dazu die Macht aus der sicht des 3Betters:
      Er bevorzugt 3Betting mit einer schwachen Hand wie :Js: :Ts: oder sogar :7s: :8h: . Vorallem gegen passive Gegner, die folden können empfiehlt er seine 3betting Range extrem zu öffnen.

      Außerdem findet er es gut, dass man so IP große Pots spielen kann und OOP kleine Pots.

      Er sagt sogar, dass er gegen einen Buttonraiser im SB mit :Ac: :9c: nicht 3betten würde, da er OOP keinen großen Pot spielen will.

      Später erwähnt er noch, dass man seine CU, BU Looseness durch mehr Tightness UTG, SB und MP3 ausgleicht

      Dann kommt noch so ein heißer Tipp, dass man ein guter Handreader sein muss, um zu gewinnen ;)

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      Mich würde mal interessieren, was ihr so dazu sagt. Ich find die Prefloptheorie sehr laggy irgendwie. Besonders problematisch finde ich eigentlich den Teil, dass man gegen weake Folder extrem loose 3betten soll. Mal ehrlich, als PSdeler sind wir doch die mit WTS um die 36 die mit dem niedrigsten WTS am Table im Normalfall. Oder vieleicht gerade deswegen eine gute Strategie gegen TAGs?

      Aber so falsch kann es auch nicht sein, weil angeblich schlägt der Bursche 300/600 SH.

      Ich hab auch gesehen, dass Korn die Geschichte auch etwas für zu loose hält. Vieleicht magst du ja darauf noch etwas genauer eingehen :)

      Hab auch bisserl im 2+2 Forum gelesen, was dazu gesagt wird und dort scheint mir der Eindruck, dass es der Großteil für brauchbar befindet und wohl einige die Strategie in ihre einbauen oder so.
  • 2 Antworten
    • skedar
      skedar
      Bronze
      Dabei seit: 16.07.2006 Beiträge: 11.111
      Hmm.. finds teilweise seltsam..

      Bei der 44 vs AJ Hand spielt Villain doch praktisch auf drei J outs, seh ich das richtig?
      Also dass is dann wohl echt die beste Situation auf die man hoffen kann.

      Ansonsten stimmt wohl einiges. Auf dem Ace high Board kannst du nur folden, auf dem drawheavy Board nur callen, weil auch Draws zurückspielen. Einfach 44 hier runterzucallen gefällt mir aber auch nicht besonders.
      Gegen ne second oder third barrel muss man da wohl auch mal folden können, abhängig von Turn und Rivercard.



      Zu den 3bets IP. JTs 3bette ich auch manchmal, kommt halt drauf an gegen wen. Aber die Hand hat sowohl High card Strengt, also macht oft toppair, als auch gute Implieds und macht viele Straights und Flushes. Ausserdem muss Villain oft folden.

      Aber mit 76s halte ichs für etwas übertrieben. Wenn Villain n Paar hat wird ers zu oft runtercallen, ausserdem halte ich die Implieds, die man durch die deception erhält, für nicht soo groß. Also wenn du jetzt 458 im Flop triffst wird er auch irgendwann aufhören, mit seinem Overpair zu cappen...


      Und mt A9s den SB nicht zu defenden halte ich für einfach falsch. Gegen ne normale Button Range musste da doch ne dicke Equity haben, und warum sollte sich das sofort zu nem großen Pot entwickeln? Versteh ich nich ganz.


      Denke hier teilweise, dass es eher auf NL zutrifft, vor allem von wegen große Pötte. Das kann man bei LHE doch sehr leicht kontrollieren.
    • Endos
      Endos
      Black
      Dabei seit: 07.02.2006 Beiträge: 1.272
      Gegen TAGs kann man imho tatsächlich seine 3-bet Range vergrößern. Viele thinking LAGs machen sich den verhältnismäßig niedrigen WTS eines TAGs ebenfalls zu Nutze und verpassen ihm sehr oft mit schwächeren Händen die 3-bet.

      Gerade mit Händen wie JTs, T9s und auch noch 98s ergibt sich hier der große Vorteil, dass uns die Boards aus Fall 2 und Fall 3 beide stark von Nutzen sind. Fall 2 eben weil wir oft loose Calldowns bekommen, und bei Fall 3, weil der Gegner hier UI kaum weiterspielen kann. Uns helfen also viel mehr Karten, als nur die, mit denen wir improven.

      Ein ähnliches Beispiel ist KQ in der BigBlind. Hier 3-bette ich auch ohne Position gegen tighte Gegner, die ein paar Positionen vor uns Openraisen, auch etwas looser, da wir bei K, Q und halt auch beim Ace oft optimal weiterspielen können. Das Ace als Scarecard lässt den Gegner oft den Flop folden, tut er es nicht, können wir UI den Turn oft sehr billig folden.


      Gegen tighte Gegner finde ich eine loosere 3-betting Range IP durchaus vertretbar, da die Position hier meiner Meinung nach viel von der evtl. geringeren Equity egalisiert.