Von SSS auf BSS?

    • locutus24
      locutus24
      Bronze
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 2.464
      Würdet Ihr sagen das es grundsätzlich empfehlenswert ist ab einem bestimmten Punkt von SSS auf BSS zu wechseln?

      Wenn ja, wann und warum?

      Ich bin zwar grundsätzlich zufrieden mit SSS, aber ich befürchte das SSS, je besser die Gegner werden, zu leicht auszuspielen ist, da die SSS Handrange ja bekannt ist, und man so vergleichsweise einfach auf eine bestimmte Hand(-range) gesetzt werden kann.

      im moment Spiele ich auf NL25/NL50 und schon hier habe ich das Gefühl (einbildung?) das auf einen Raise eines SSS wesentlich eher gefoldet wird als auf den eines BSS

      Deshalb frage ich mich, ob es ab einem bestimmten Limit nicht rentabler wäre auf BSS zu wechseln, bin mir aber nicht sicher
  • 17 Antworten
    • crt32
      crt32
      Bronze
      Dabei seit: 17.02.2007 Beiträge: 15.895
      Original von locutus24
      im moment Spiele ich auf NL25/NL50 und schon hier habe ich das Gefühl (einbildung?) das auf einen Raise eines SSS wesentlich eher gefoldet wird als auf den eines BSS
      Das liegt wohl eher an den Implied Odds, die man bei einem Shortstack einfach nicht bekommt, bei einem Bigstack aber schon.
    • BigAndy
      BigAndy
      Bronze
      Dabei seit: 31.07.2006 Beiträge: 22.040
      Also man muss überhaupt nicht umsteigen:
      Alaton spielt selbst auf NL 1k noch SSS.

      Dort sind dann aber Steals & Resteals viel wichtiger:
      die gibts ab Gold-Status.
    • locutus24
      locutus24
      Bronze
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 2.464
      Den Gedanken hatte ich auch schon, auf der einen Seite hat man nicht genug kohle um einen BSS wirklich zu locken, sollte man dann doch mehr als einen Caller haben, fehlt das Geld um den BSS'lern schlechte Pot Odds für ihre Draws zu geben.

      Das ist einer der Gründe die zu meinen Überlegungen geführt haben.

      Wäre nett wenn sich der ein oder andere ehemalige SSS'ler zu wort melden würde:-)

      Eigentlich einfach jeder der die Pro's und Kontras von SSS und BSS kennt.

      Meine Angst ist das BSS nicht effektiver ist als SSS da man zwar nen Größeren Stack gewinnen kann, diesen kann man aber ja auch verlieren^^
      Auf Deutsch: Ich hab keine Ahnung welche Strategie Langfristig erfolgversprechender ist

      Edit: Das mit Alaton ist natürlich ein gutes Argument.
    • itbmotw
      itbmotw
      Bronze
      Dabei seit: 03.03.2007 Beiträge: 2.426
      Man kann beide erfolgreich spielen, wie etliche bei PS.de schon gezeigt haben.
      SSS ist deutlich einfacher zu lernen, wird auf den höheren Limis zwar schwieriger ist aber immer noch einfacher als BSS, da bei der BSS das postflopspiel deutlich wichtiger ist. Die Winrate ist bei der BSS in BB/100 Hands zwar höher, aber man spielt bei der SSS höhere Limits und mehr Tische so dass die Winrate in $/h ungafähr gleich ist. Ich würd dir raten spiel das was dir mehr Spaß macht.
      Ich selber spiel beides grad parallel, da ich mich nicht entscheiden kann. Also NL5 BSS und Nl25 SSS, wobei ich die BSS noch nicht wirklich kann, aber für Nl5 reicht es wohl noch, wird aber hoffenlich auch noch besser.

      Bei der BSS sind einzelne größere Potts sehr wichtig, trotzdem ist die Varianz bei der SSS größer.
    • drunkenJedi
      drunkenJedi
      Bronze
      Dabei seit: 07.04.2007 Beiträge: 853
      Original von locutus24
      Ich bin zwar grundsätzlich zufrieden mit SSS, aber ich befürchte das SSS, je besser die Gegner werden, zu leicht auszuspielen ist, da die SSS Handrange ja bekannt ist, und man so vergleichsweise einfach auf eine bestimmte Hand(-range) gesetzt werden kann.
      Es ist genau anders herum. Als Shortstack hat man nämlich einen Vorteil gegenüber Bigstacks der auch dann noch besteht wenn der Bigstack keine Fehler macht.
      Jeder Spieler muss seine Entscheidungen von den Stackgrößen abhängig machen, genauer gesagt von seiner eigenen Stackgröße und der Stackgröße jedes anderen Spielers der einen kleineren Stack hat.
      Als Bigstack muss man sich daher an viele verschiedene Stackgrößen anpassen, während der Shortstack häufig den kleinsten Stack am Tisch hat und sich so nur nach seinem eigenen Stack richten muss. Da für den Bigstack das Spiel gegen die anderen Bigstacks am wichtigsten ist, wird er bei optimalem Spiel gezwungenerweise Entscheidungen treffen die gegen den kleinen Stack des Shortstacks falsch sind.
      Aus diesem Grund nimmt der Gewinn in ptbb/100 bei BSS auf höheren Limits stärker ab als bei SSS.

      im moment Spiele ich auf NL25/NL50 und schon hier habe ich das Gefühl (einbildung?) das auf einen Raise eines SSS wesentlich eher gefoldet wird als auf den eines BSS
      Und wo ist das Problem? Blinds und Geld von Limpern einzusammeln ist doch auch toll.
    • kriegskeks
      kriegskeks
      Bronze
      Dabei seit: 13.08.2006 Beiträge: 17.571
      Ich würde behaupten, dass wenn ich weiß mein Gegner spielt SSS, dann kann ich, auch wenn andere Bigstacks involviert sind, optimal spielen, ohne Fehler zu machen. Denn es läuft ja eh immer auf Raise oder Fold hinaus und falls der Bigstack callt, ist der Shortstack eh im Sidepot.
    • pe4nut
      pe4nut
      Bronze
      Dabei seit: 11.11.2006 Beiträge: 170
      Eigentlich ist es doch egal, was du spielst. Wenn du SSS magst und gut damit zurecht kommst, dann kannst du auch auf hohen Limits damit profitable spielen.
      Ich persönlich muss aber sagen, als ich am Anfang SSS gespielt habe, wurde mir sehr schnell langweilig und bin deshalb auf BSS umgestiegen als ich die BR für NL5 hatte.
      Natürlich ist BSS schwerer, vor allem im postflop Spiel befindet man sich häufig in schwierigen Situationen, in denen es um den ganzen Stack geht.
      Aber ich denke das macht den Reiz für mich aus... schließlich soll Pokern auch Spaß machen.
      Deshalb sehe ich auch keinen großen Unterschied zwischen SSS und BSS in der Hinsicht, das eine Strategie wesentlich mehr Vorteile/Nachteile besitzt.
      Also spiel einfach das was dir Spaß macht.
      Man sollte aber beide Strategien kennen um die Spieler besser einschätzen zu können.
    • itbmotw
      itbmotw
      Bronze
      Dabei seit: 03.03.2007 Beiträge: 2.426
      Original von kriegskeks
      Ich würde behaupten, dass wenn ich weiß mein Gegner spielt SSS, dann kann ich, auch wenn andere Bigstacks involviert sind, optimal spielen, ohne Fehler zu machen. Denn es läuft ja eh immer auf Raise oder Fold hinaus und falls der Bigstack callt, ist der Shortstack eh im Sidepot.
      Du kannst zwar optimal spielen aber verlierst auf Dauer immer noch gegen den SSS, außer du stellst dein Spiel komplett auf den SSS um, aber das wäre Unsinn, da du dann schlechter gegen die anderen BSS spielen würdest. So dass der SSS immer im Vorteil gegenüber BSS ist, falls beide optimal spielen. Allerdings würden dann wohl beide Verluste machen, da der Rake zu hoch ist, aber deßhalb gibt es ja Fische.
      Fakt ist ich würd das spielen was mir mehr Spaß macht.
    • drunkenJedi
      drunkenJedi
      Bronze
      Dabei seit: 07.04.2007 Beiträge: 853
      Original von kriegskeks
      Ich würde behaupten, dass wenn ich weiß mein Gegner spielt SSS, dann kann ich, auch wenn andere Bigstacks involviert sind, optimal spielen, ohne Fehler zu machen. Denn es läuft ja eh immer auf Raise oder Fold hinaus und falls der Bigstack callt, ist der Shortstack eh im Sidepot.
      Hier nur mal ein Beispiel für eine von den vielen Situationen in denen korrektes Spiel als Bigstack bedeutet gegenüber dem Shortstack Fehler zu machen:

      Nehmen wir an du hast 100 BB und raist first in mit TT aus MP auf 3,5BB, im CO und BU sitzen 2 Bigstacks die beide callen, der SB foldet und der BB pusht mit seinem 18BB Stack.
      Gegenüber dem Shortstack wäre es hier natürlich am besten zu callen, aber dein Problem ist dass du eben nicht nur gegen den Shortstack spielst sondern dich auch an die Bigstacks hinter dir anpassen musst.
      Gegen die wäre es nämlich alles andere als gut einen so großen Pot mit TT zu spielen und 14,5BB bei einem 96,5BB Reststack auf Setvalue zu callen ist auch ungünstig.
      Also ist es hier korrekt zu folden, obwohl du dadurch gegenüber dem Shortstack einen Fehler machst und dieser dadurch an dir Profit macht.
    • tzare
      tzare
      Black
      Dabei seit: 13.03.2007 Beiträge: 5.316
      Du willst sagen es ist profitabel TT gegen den Reraise eines shorties zu spielen ?

      würd sagen schlechtes Beispiel ...
    • kriegskeks
      kriegskeks
      Bronze
      Dabei seit: 13.08.2006 Beiträge: 17.571
      Original von tzare
      Du willst sagen es ist profitabel TT gegen den Reraise eines shorties zu spielen ?

      würd sagen schlechtes Beispiel ...
      Joa, als ob ein Shorty in 3 Leute reinpusht. Da hab ich mit TT maximal einen Flip. Und ich kann ja quasi nochmal Raisen, damit ich den Shorty isoliere. Das vertreibt die Bigstacks. Sehr schlechtes Beispiel.
    • drunkenJedi
      drunkenJedi
      Bronze
      Dabei seit: 07.04.2007 Beiträge: 853
      Was heißt "in drei Leute reinpusht"?
      Durch die Coldcaller wird das pushen doch viel profitabler als gegen einen einfachen Raise ohne Coldcaller.
      Da kann man ohne Reads oder Stats als Shorty problemlos 99+, AQ+ pushen, und dagegen hat TT 44,3% Equity, also wäre das Callen des Shortys auf jeden Fall profitabel.
    • nikotho
      nikotho
      Bronze
      Dabei seit: 16.08.2006 Beiträge: 1.317
      Dieses Beispiel ist doch einfach ein Beispiel für ein Squeeze-Play. Wenn ein Bigstack im BB auf 2$ raised hast du auch das Problem, dass du nicht weißt, was die beiden hinter dir machen.
    • locutus24
      locutus24
      Bronze
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 2.464
      Danke erstmal für die vielen Antworten:-)

      Mal ne Frage a die BSS'ler:

      Angenomen es lief gut und ihr hattet ein Paar Double up. Sitzt also mit rund 300-400 BB's am Tisch(oder würdet ihr vorher "abschöpfen"?).

      Wie Regiert ihr dann wenn ihr z.b. AA haltet und euch ein anderer Bigstack all in Pushed? seis nun Preflop, als auch Postflop auf einem Board an dem Ihr der Meinung seit mit AA die beste Hand zu halten.

      Wird so etwas gecallet? Der Gewinn wäre zwar groß, aber wenn man verliert(wie auch immer, wisst ja wies manchmal läuft) wäre der Gewinn der Kompletten erfolgreichen Session fürn Arsch

      Nur mal aus Neugier:-)
    • qwertzui666
      qwertzui666
      Bronze
      Dabei seit: 07.01.2007 Beiträge: 6.583
      preflop mit AA auf jeden fall all-in mit KK würd ichs mir 300BB deep wirklich überlegen.
      sollt ich postflop ernsthaft der meinung sein mit AA vorne zu liegen gegen nen push, dann call ich natürlich, ist aber wohl nicht so oft der fall..
    • tzare
      tzare
      Black
      Dabei seit: 13.03.2007 Beiträge: 5.316
      postflop nur mit AA callt man keinen push , da liegt man ca. in 95% aller fälle gegen ein getroffenes set hinten .

      Obwohl vergesst was ich gerade gesagt habe ;)
    • kriegskeks
      kriegskeks
      Bronze
      Dabei seit: 13.08.2006 Beiträge: 17.571
      Original von drunkenJedi
      Was heißt "in drei Leute reinpusht"?
      Durch die Coldcaller wird das pushen doch viel profitabler als gegen einen einfachen Raise ohne Coldcaller.
      Da kann man ohne Reads oder Stats als Shorty problemlos 99+, AQ+ pushen, und dagegen hat TT 44,3% Equity, also wäre das Callen des Shortys auf jeden Fall profitabel.
      Wenn ich weiß, dass der Shorty sowas macht, dann kommt einfach noch ein Isolation Raise rein und gut ist. Falls mich ein anderer Bigstack callt, dann ist der eh vorne und Shorty verliert. :>