Lernmaterial - Konzept C: How to exploit a balancing mistake

  • 11 Antworten
    • Tanzhase
      Tanzhase
      Black
      Dabei seit: 14.02.2006 Beiträge: 1.360
      Original von Milamber

      Allerdings müssen wir auch unseren Exploit-Move wieder balancen. Wir sollten ihn als Bluff und als Semibluff spielen, mit rel. starken und auch schwachen Madehands. Somit sind wir nämlich unsererseits weniger exploitbar.
      Achtung: Wenn du diese Line balanced, exploitest du die Line vom Gegner nicht! Er kann dann auch folden (oder callen, er ist ja indifferent), weil du oft genug eine starke Hand hast. Generell gilt: eine balanced line exploitet nicht, und für jede exploitative line gibst einen counter-exploit.
    • Milamber
      Milamber
      Bronze
      Dabei seit: 20.01.2005 Beiträge: 2.680
      hm richtig , aber hier driften wir ins metagame ab ,

      allerdings kann man auch dadurch ne menge lernen als gold member.

      Wie könnte also ein exploit unserer exploit line aussehen ? =)

      gogogo diskussion plz everyone ^^
    • Milamber
      Milamber
      Bronze
      Dabei seit: 20.01.2005 Beiträge: 2.680
      btw das
      Achtung: Wenn du diese Line balanced, exploitest du die Line vom Gegner nicht! Er kann dann auch folden (oder callen, er ist ja indifferent), weil du oft genug eine starke Hand hast. Generell gilt: eine balanced line exploitet nicht, und für jede exploitative line gibst einen counter-exploit.
      ist ein Satz den ich bisher so noch nicht gelesen habe.... ich will mehr -_-

      MfG,

      Milamber
    • DonSalva
      DonSalva
      Bronze
      Dabei seit: 27.08.2006 Beiträge: 11.700
      Allerdings müssen wir auch unseren Exploit-Move wieder balancen. Wir sollten ihn als Bluff und als Semibluff spielen, mit rel. starken und auch schwachen Madehands.
      mit allem also ;)

      ich muss zugeben, dass ich mir zu counterlines noch nie so recht gedanken gemacht hab, da mein täglich villain i.d.R. nicht dazu in der lage ist, counter zu spielen. :)

      Wie könnte also ein exploit unserer exploit line aussehen ?
      wir gehen jetzt also mal davon aus, dass unsere line nicht balanced ist. ;)
      für mich stellt sich die erste frage mit: ab wann beginnt ein möglicher counter-exploit?
      ich würde das so verstehen, dass sich die information für villain, um einen counter zu fahren erst nach dem cap ergibt. zu diesem zeitpunkt kann er davon ausgehen, dass wir c/r/cap-pure bluff spielen könnten.

      unsere exploit line wird zu einem any street bluff ausarten, wenn er uns lässt. das wäre eine möglichkeit für ihn. er könnte das mit monstern oder soliden made hands machen und hoffen, dass wir improven, so dass wir keinen easy fold auf z.b. einen raise am river haben. bei solchen boards braucht er auch keine angst haben, dass wir zu stark improven. seine perfekte counter line wäre also bet/3-bet, call, raise mit made hands.

      skedars genannte 3-bet-range (preflop aber nach ORC) gefällt mir ganz gut:
      T9s
      JT+
      J8s
      AQ+
      A8
      99

      darin enthalten sind folgende handkategorien:
      OESD(+evtl. backdoorflush)
      TP good kicker (mit TK o.ä. spielt TAG eher raise turn)
      top 2pair(+evtl. backdoorflush)
      starke OCs
      MPTK
      PP under TP

      gehen wir die holdings mal durch:

      draws:
      mit ihnen spielt er die 3-bet for freecard oder for FE.
      mit nem (suited) OESD hat er in dieser hand sogar einen equity-vorteil und er wird, falls er nur zu einem pair improved, sehr wahrscheinlich auch nur damit zum showdown gehen. das beste ergebnis würde er also damit erzielen, wenn er den turn nach dem cap erneut raist, da wir dann häufig wegschmeißen müssten.

      made hands:
      er 3-bettet TP bereits am flop, da er wohl schon hier value von schwächeren made hands aufsammeln will, die auf call flop, raise turn folden würden. (auch können scarecards in form von Q, K, A am turn fallen).
      für top 2pair gilt gleiches. hier erhofft er sich vielleicht auch, dass hero ihn auf eine freecard-3bet setzt und er dann eine donk oder die leadbet am turn (nach flopcap) erneut raisen kann (ohne den read eben. also wenn villain sich für die 3-bet am flop entschieden hatte, wusste er die information in form des caps ja noch nicht).
      für beide holdings wäre die perfekte counter line mit dem korrekten read auf hero sicherlich bet/3-bet/call, call, raise.

      mit MPTK würde ich an villains stelle kotzen :) zu viele OCs können noch fallen und hero hat möglicherweise 6 live outs. hier will villain hero am turn am liebsten folden sehen, denke ich. also raise turn. man muss hier abschätzen, was mehr value hat: heros fold am turn oder die wahrscheinliche 1BB am river.
      gleiches gilt für PP under TP.

      hat er AQ+, so wäre dies wohl als made hand zu betrachten und da sollte sein counter darauf abzielen, uns weiterbluffen zu lassen, da wir lediglich nen 3-outer chasen. hier bringt dann allerdings der riverraise nichts, da wir nur bessere hände callen würden.


      thoughts?
    • bob666
      bob666
      Bronze
      Dabei seit: 26.08.2006 Beiträge: 1.232
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    • OstapBender
      OstapBender
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      Dabei seit: 29.01.2007 Beiträge: 5.416
      Original von bob666
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      #2
    • DonSalva
      DonSalva
      Bronze
      Dabei seit: 27.08.2006 Beiträge: 11.700
      wenn jemand die hand im neuen archiv findet, verlink ich's gerne :)
    • OstapBender
      OstapBender
      Black
      Dabei seit: 29.01.2007 Beiträge: 5.416
      Original von DonSalva
      wenn jemand die hand im neuen archiv findet, verlink ich's gerne :)
      ist irgendwie n bisschen schwierig, wenn man nicht weiss, um welche Hand es geht ^^
    • DonSalva
      DonSalva
      Bronze
      Dabei seit: 27.08.2006 Beiträge: 11.700
      hm, das stimmt natürlich

      ich hab sie gefunden :)
      vorerst mal hier als quote. wär aber fein, wenn sie jemand doch noch im archiv finden sollte

      [quote]Original von Milamber
      Dieses Mal möchte ich mich nur mit einer einzige Hand beschäftigen. Es dreht sich dabei um einen "semi"- purebluff-Checkraise(eine Wortkreation meinerseits ;) ) am Flop, danach gibt es eine Analyse der Probleme, wenn man seine Lines gegen TAGs nicht vernünftig balanced. Schließlich (daraus resultierend) besprechen wir einen Exploit, den man gegen gewisse Gegner durchaus mit einbauen sollte.

      Nun zu der Hand um die es gehen soll:


      Preflop: Hero is BB with A:spade: , 6:heart:
      3 folds, BU raises, SB folds, Hero calls.

        Ein wenig zu aggressiver PS.de TAG raised aus dem BU und wir verteidigen unseren BB per call. Wir gehen HU zum Flop.


      Flop: (4.40 SB) J:diamond: , 8:club: , 2:heart: (2 players)
      Hero checks, BU bets,

        Wir checken zunächst den Flop und haben gegen eine ~40% Range eine EQ von 36%. Ein Fold kommt hier also nicht infrage, da wir einen guten EQ basierenden Call haben. Dieser Call hat aber folgendes Problem: Um ihn trotz der geringen EQ-Zahl rechtfertigen zu können, müssen wir den Turn perfekt spielen, was natürlich recht schwierig ist.


      Hero raises,

        Da er hier eine Menge bessere Hände foldet, entscheiden wir uns für einen Checkraise. Das Board ist dry und er wird hier oft eine bessere Hand wie ein niedriges PP oder ein besseres Acehigh folden. Auch ist uns ein Fold von einer Hand wie KT viel lieber, als dass er sich die Turnkarte anschaut.


      BU 3-bets,

        Auf unseren Checkraise werden wir gedreibettet. Nun fragen wir uns: Welche Hände kann unser Gegner hier so spielen?

        Er wird fast immer eines der folgenden Holdings halten:


      [List]
      [*]Overcards / ein besseres Acehigh
      [*]Schwache Madehands wie Pockets oder Lowpairs, welche sich entweder FE oder Freecard erhoffen
      [*]Eine Mischung aus einem Draw und Overcards
      [/list]

        Gegen einige Hände die er IP 3-betten wird liegen wir vorne (Q9s etc), andere (PPs & Acehighs) könnte er gegen weitere Aggression folden.

        Wichtig für diesen Move ist, dass unser TAG-Gegner zum einen seine 3-bet Flop IP Line nicht ausreichend mit starken Madehands balanced, zum anderen, dass er auch in der Lage ist, nach weiterer Aggression seine besseren Hände zu folden.

        Ist dies gegeben, lautet unsere einzige Möglichkeit hier:



      Hero caps, BU calls.


      Turn: (6.20 BB) 5:spade: (2 players)
      Hero bets, BU folds.

        werden wir hier am Turn erneut geraist, so stehen wir ziemlich sicher gegen ein Monster und können folden.


      Nun nochmals ausführlich zu den Konzepten.

      Konzept A: Checkraise am Flop als Purebluff

      Hier checkraisen wir da sich das Board dazu anbietet. Es gibt nur eine Karte in der Playingzone, allerdings ist diese hoch genug um kaum Overcardcalls möglich zu machen. Zwar haben wir nur etwas 36% EQ, allerdings foldet unser Gegner hier erfahrungsgemäß oft bessere Hände.


      Konzept B & C: Das Problem nicht ausreichend gebalanceter Lines & ein dazugehöriger Exploit

      Das Problem ist folgendes: Jedesmal wenn wir eine Line nicht ausreichen balancen, sind wir leicht zu readen und schnell exploitbar. Nehmen wir z.B. an, wir würden mit unseren Draws den Turn immer check/call spielen um Valueraises unseres Gegners zu vermeiden und unsere Madehands immer bet/call. Sofort würden wir ständig am Turn gevaluebettet werden, Draws würden am Turn und River betten, um höhere draws zum folden zu bringen, oder sich aber eine Freecard nehmen, wenn nötig.

      Wir wären einfach zu readen und würden eine Menge Geld verlieren.

      Genauso ist es hier: Wenn wir wissen, dass unser Gegner den Flop nur mit schwachen Holdings wie Draws etc. am Flop IP 3-bettet, so können wir fast any two nach einen Checkraise cappen. Er wird phänomenal oft folden und uns so maximalen Value geben.

      Allerdings müssen wir auch unseren Exploit-Move wieder balancen. Wir sollten ihn als Bluff und als Semibluff spielen, mit rel. starken und auch schwachen Madehands. Somit sind wir nämlich unsererseits weniger exploitbar. Wichtig hierfür ist auch, dass wir nicht etwa gegen einen Maniac spielen: Er würde zu oft den Turn bluffraisen und uns damit in eine Situation bringen, in welcher wir nicht unbedingt mit Acehigh gegen ihn stehen wollen. Wir brauchen also einen gut lesbaren TAG.


      Das Balancing gehört zu einem der schwierigsten Themen in FL und erstreckt sich über weit mehr als das hier genannte Beispiel. Ihr solltet lediglich darauf aufpassen, dass, wenn ihr euch gezwungen seht neue Lines in euer Spiel aufzunehmen, diese sorgsam mit Hilfe von Strategiediskussionen zu balancen. Sowas kann sonst schwer ins Auge gehen.

      ---------------------------------------------------------------------------------------------

      Natürlich wäre hier aufzuhören zu wenig. Ihr dürft aber nicht denken: Wieso nur eine Hand? Versucht die neuen, bis jetzt in dieser Form noch nicht niedergeschrieben Gedanken hinter dieser Hand zu verstehen.

      Ich möchte gerne mit dieser Beispielhand eine größere Diskussion lostreten an der ihr euch alle beteiligen sollt. Es gibt drei Threads im Gold-Diskussionsforum, welche ich hier verlinkt habe.


      Durch eine aktive Teilnahme an einer Diskussion könnt ihr wesentlich mehr lernen als aus einer einfachen Beispielhand. Also: Ich hoffe auf eure rege Teilnahme.

      MfG,

      Milamber[/quote]
    • OstapBender
      OstapBender
      Black
      Dabei seit: 29.01.2007 Beiträge: 5.416
      aah, vielen Dank fürs Raussuchen :)

      Die Hand gibts übrigens auch in einem der benachbarten gepinnten Threads, aber das wusste ich ja nicht :)

      Das ist erstmal viel Stoff zum Nachdenken, hab mich bis jetzt kaum mit Balancing/Exploitlines beschäftigt
    • Milamber
      Milamber
      Bronze
      Dabei seit: 20.01.2005 Beiträge: 2.680
      man ist das alt ^^

      trotzdem noch immer interessante gedankengänge. Der c/r ist hier übrigends nicht verkehrt trotz das der call ok ist wenn wir bessere reads etc auf sein IP3 bet / fold turn ratio haben als über sein IP turn play =)

      MfG Milamber