Journalistenschule

    • storge
      storge
      Bronze
      Dabei seit: 09.08.2005 Beiträge: 22.519
      Hey,
      mein Berufsziel lautet Journalist (Print-/Online-Medien) und dazu ist die Aufnahme und Ausbildung an einer Journalistenschule wohl der Königsweg. Befindet sich von euch einer auf einer solchen Schule bzw. hat dort den Abschluss erlangt? Informationen, Tipps, etc. wären sehr interessant zu lesen.

      Danke, Grüße storge
  • 11 Antworten
    • alaris
      alaris
      Bronze
      Dabei seit: 07.09.2006 Beiträge: 9.558
      Mh, ich studier Medienwissenschaften/Journalismus an einer privaten Hochschule in Berlin..
      Das beinhaltet allerdings nicht nur Schreiben, sondern auch Kameraunterricht, Fotografie, Grafikdesign usw. - kostet allerdings auch 'ne Stange Geld.. wie eigentlich alle Journalistenschulen, deshalb würde ich dir vorschlagen, dass du vorher ein Praktikum irgendwo machst und erstmal guckst ob's dir wirklich liegt.. auch wenn du in der Schule gut in Deutsch warst bzw. Spass dran hattest.
      Talent haben wenige, auch wenn sie davon überzeugt sind..

      Ansonsten muss man nicht unbedingt auf einer Journalistenschule gewesen sein, um später ein toller Journalist zu sein.. So kann sich nämlich jeder nennen ;) Meistens sind's Leute die mal Sprachwissenschaften allgemein studiert haben bzw. Geschichte, usw.. halt 'ne andere Geisteswissenschaft.
    • 57thDamned
      57thDamned
      Bronze
      Dabei seit: 20.05.2007 Beiträge: 912
      Hi,
      die Journalistenschule ist keineswegs der Königsweg. Sicher gibts es einige hervorragende Schulen wie z.B. die Henri-Nannen u.a. - allerdings setzen die meist ein Studium vorraus.

      Um Journalist zu werden, tut es auf jeden Fall ersteinmal ein Studium. Was du studierst ist egal. Hauptsache es macht dir Spaß. In den Semesterferien solltest du Praktika bei Zeitung/Radio/Online/Print machen - damit kannst du dann auch schon so langsam schauen, was dir am ehesten liegt. Legst du dich ordentlich ins Zeug und überzeugst deine Arbeitgeber, ist dann oftmals schon eine freie Mitarbeit drin, damit hast du den Fuß in der Tür. Kontakte knüpfen ist natürlich auch wichtig - aber Leistung und Motivation bewirken mehr als jedes Vitamin B ;)

      Willst du dich auch schon im Studium aktiv mit Journalismus beschäftigen, kann auch einer der vielen Medienstudiengänge für dich das Richtige sein.
      An den Unis gehts ein bisschen trockener zu, empfehlenswert ist aber definitv der Journalistik Studiengang in Leipzig. Und auch die Uni Münster hat nen guten Ruf. (Aber wie gesagt, das ist alles sehr theoretisch angelegt)
      Willst du dich im Studium mehr praktisch betätigen, ist eine FH ideal. Im Medienbereich ist da die FH Mittweida (kleines Nest in Sachsen) sehr empfehlenswert (http://www.htwm.de). Dort sind ins Studium verschiedene praktische Lehrprojekte integriert (die Uni hat nen eigenen Radiosender, Fernsehstudio, ne Wochenzeitung und ein Onlinemagazin (http://www.medien-mittweida.de) und du kannst dich in deinen 6 Semestern an allem ausprobieren. Außerdem ist die Abinote nicht so entscheidend für die Aufnahme, da es einen Eignungstest gibt, der mit ein bisschen Medienwissen und täglichem Zeitungsstudium locker zu bewältigen ist.

      Soweit erstmal, wenn du weitere Fragen hast, immer herdamit :)

      vg Damned
    • storge
      storge
      Bronze
      Dabei seit: 09.08.2005 Beiträge: 22.519
      Generell plane ich momentan Anglistik/Amerkanistik + Politik/Wirtschaft/Gesellschaft (Sozialwissenschaft) in Bochum zu studieren. Das ist dann ein 2-Fach-Bachelor, mit der Möglichkeit nach dem Bachelor den Master of Education (1. Staatsexamen für Lehramt an Gymnasium und Gesamtschule) dranzuhängen, damit ich notfalls die "Absicherung" habe, als Lehrer tätig zu werden. Die Fächer interessieren mich und Lehrer ist quasi mein Berufswunsch Nummer Zwei, zudem wurde mir mehrfach gesagt, dass für die Medienbranche generell ein abgeschlossenes Studium wichtig ist (der Bereich ist erstmal nebensächlich, mit Englisch+SoWi aber sicher nicht schlecht). Alternativ besteht die Möglichkeit in Bochum Medienwissenschaft + Anglistik/Amerkanistik ODER Politik/Wirtschaft/Gesellschaft (Sozialwissenschaft), ohne Lehramtsalternative, zu studieren. Da fehlt mir dann die Absicherung, aber die Fächer sind wohl näher am Medienbereich.

      In Münster ist das ähnlich. Entweder Anglistik/Amerkanistik + Politik/Wirtschaft/Gesellschaft (Sozialwissenschaft) (mit Master of Education-Option) oder Kommunikationswissenschaft mit Nebenfach Politikwissenschaft/Soziologie/BWL (Marketing) (ohne MoE).

      Der NC ist momentan überall erreichbar für mich, zudem habe ich jetzt durch den Zividienst zwei Wartesemester (sofern ich mich innerhalb des nächsten Monats noch bewerbe).

      Andere Universitäten habe ich mir bisher nicht angeguckt, die beiden wirken in jeder Hinsicht attraktiv auf mich und da ich bisher davon ausging, dass es kein explizites Jouarnalismus-, Publizistik- oder Medienstudium sein musste, habe ich mich bisher noch nicht weiter informiert, was es sonst so für Angebote in Deutschland gibt.

      Einen Platz an einer der Journalistenschulen zu ergattern ist sehr schwer, aber auch das werde ich mal versuchen (dort gibt es übrigens selten Gebühren, eher Zuschüsse in Form von Ausbildungsgeldern).

      Interesse habe ich auf jeden Fall, nachdem ich bereits ein wenig in Online-Redaktionen reingeschaut habe. Meine große Sorge, deshalb eben die "Absicherung als Lehrer", ist, dass ich am Ende bei einem kleinen Käseblatt/Stadtanzeiger versauere - das will ich auf jeden Fall vermeiden.
    • TheMarl
      TheMarl
      Bronze
      Dabei seit: 06.02.2006 Beiträge: 902
      Original von storge
      Interesse habe ich auf jeden Fall, nachdem ich bereits ein wenig in Online-Redaktionen reingeschaut habe. Meine große Sorge, deshalb eben die "Absicherung als Lehrer", ist, dass ich am Ende bei einem kleinen Käseblatt/Stadtanzeiger versauere - das will ich auf jeden Fall vermeiden.
      Wo isn das Problem? Da sind viele. Aber gleich in die Politik-Redaktion der Süddeutschen, am besten als Berufseinsteiger.
    • storge
      storge
      Bronze
      Dabei seit: 09.08.2005 Beiträge: 22.519
      Da sind viele? So viel ich weiß kriegen die kleinen Stadtanzeiger die Artikel von der dpa, Reuters und Co. und diejenigen die dort aktiv sind, berichten über lokale Themen. Und ja, genau darauf habe ich keine Lust.
    • 57thDamned
      57thDamned
      Bronze
      Dabei seit: 20.05.2007 Beiträge: 912
      Gut dass du schon so klarer Vorstellungen hast - in dem Fall würde ich an deiner Stelle neben dem Studium schon versuchen als Freier zu arbeiten und nach dem Abschluss direkt einzusteigen (z.B. via Volontariat). Journalisten Schule sollte dann nicht mehr umbedingt nötig sein....

      Ansonsten verabschiede dich von der Vorstellung gleich ganz groß einzusteigen (Stichwort Käseblätter). Klar muss man nicht in der Provinz versauern, aber Journalisten gibts wie Sand am Meer und die großen Verlage planen derzeit keine großangelegten Einstellungswellen ;)
      Erstmal kleine Brötchen backen - sich nach Oben zu orientieren ist aber natürlich nie falsch.
    • storge
      storge
      Bronze
      Dabei seit: 09.08.2005 Beiträge: 22.519
      Jo, ich hatte damit gerechnet, dass ich mich erstmal durch die "kleineren Zeitungen" hocharbeiten muss, sozusagen. Aber mir geht's darum, dass ich dort auf keinen Fall mein Leben lang bleiben will, sprich: bis ich 35 bin sollte ich schon weiter gekommen sein.

      Darf ich fragen was du beruflich machst? Sofern Journalist, wie du die ganze Thematik angegangen bist?
    • 57thDamned
      57thDamned
      Bronze
      Dabei seit: 20.05.2007 Beiträge: 912
      Jo, bin bei ner größeren Anstalt als Redakteur tätig.

      Fast "klassischer" Werdegang bei mir. Sprich Schülerzeitung, Abizeitung, kurze Orientierungsphase: was mach ich? "irgendwas mit Medien"

      Also erstmal Medienstudiengang an ner FH -> Diplom, nebenbei nach einigen Pratika beim Radio als Freier gearbeitet und dann ins Volontariat übernommen worden.

      Leg dich am besten nicht zu früh fest, probier viel aus und dann schreiben, schreiben, schreiben :) Und nachdem ja "Online first" zur Zeit im kommen ist, kannste auf der Schiene zukünftig sicher viel machen - reich wirste dabei allerdings nicht.
    • storge
      storge
      Bronze
      Dabei seit: 09.08.2005 Beiträge: 22.519
      Reich beim Online oder reich allgemein? Ist aber auch erstmal nebensächlich!

      Hast du noch Tipps bzgl. der Praktika/Volontariate und des Verhaltens bei Bewerbungen dort? Ich werde mich bald als freier Mitarbeiter bei der lokalen Zeitung hier engagieren, das hilft auch, oder?
    • Meeko27
      Meeko27
      Bronze
      Dabei seit: 06.10.2006 Beiträge: 489
      oder man macht abi... studiert hier... studiert da... dazu noch ein bis zwei praktika

      und plötzlich sitzt man für ne große deutsche nachrichtenagentur auf der pressetribüne im berliner olympiastadion und berichtet über die wm.

      :D

      übrigens sitzen bei mir in der redaktion zu 75% studienabbrecher und bei einer andere zeitung bin ich eingestellt worden, obwohl ich außer einem halben praktikum nichts vorzuweisen hatte (soll jetzt keine schwanzvergleich "ich-bin-so-begabt"-antwort werden).

      wollte nur mal aufzeigen, dass wirklich viele wege zum "traumberuf" journalist führen.

      jedenfalls in einer größeren stadt wie berlin.
    • 57thDamned
      57thDamned
      Bronze
      Dabei seit: 20.05.2007 Beiträge: 912
      Reich allgemein, aber man kann ganz gut von leben - zumindest wenn man irgendwo fest unterkommt.

      Zur Bewerbung: Gute Arbeitsproben vorbereiten (die auch zu dem Medium passen - für ein Onlinemagazin also z.B. kurze knackige Reportagen oder Beiträge, für ne Zeitung ordentliche Berichte - fürs Radio Hörproben. Am besten sogar extra für dieses Medium was schreiben, was auch dort so erscheinen könnte) ist schonmal ein Punkt. Und dann halt das Allgemeine: Also sehr gut über den Laden informieren, offen und mit Fragen zum Gespräch kommen und nicht so tun als hätte man die Weißheit mit Löffeln gefressen.
      Jo das mit der Zeitung ist schonmal ein guter Einstieg, da kannste dann auch schonmal abstecken, was dir liegt und wo du nachholbedarf hast.