Verständnisfrage zum Freecard Raise

    • SeNo
      SeNo
      Bronze
      Dabei seit: 03.03.2005 Beiträge: 89
      Wie der Topicname schon zu verstehen gibt hab ich eine Frage bezüglich des Freecard Raises.
      Eine kürzlich gespielte Hand hat mich ein wenig aus dem Konzept geworfen.
      Ich habe mir den Beitrag einmal durchgelesen und war mir sicher das ich ihm im groben verstanden habe (natürlich reicht mir das net *g*, aber da ich immoment noch auf den micro limits spiele ist es ja sozusagen eh "vorweggegriffen")


      "Wie der Name schon sagt, ist ein Freecard-Raise ein Raise, der es ermöglichen soll, auf der nächsten Straße eine Freecard zu nehmen.
      Raise Turn und darauffolgender free Showdown ist keine Form des Freecard-Raises"
      Quote/Sleyde

      Diese beiden aussagen - zusammen mit der kürzlich gespielten hand - haben mich zu der erkenntnis gebracht das der move Raise Preflop - Take Freecard@Flop ebenfalls eine art des Raise for freecard sein muss.
      Wenn ich mich richtig errinere wird in dem Thread "[Strategie] Der Freecard-Raise" aber nur der fall erklärt wenn man am FLOP bettet um am Turn seien FC zu nehmen, nicht aber der fall in dem man Preflop raised.

      Ich bin mir nicht einmal sicher ob es solch eine strategie wirklich gibt, und falls es eine geben sollte bin ich mir sicher das dieser Faktor im shc bzw ORC mit einbezogen ist.

      Trozdem möchte ich mal einige Beispiele durchgehen.
      Man sitzt im Co und hält 6h6d, vor einem steigt nur der MP1 mit in die hand ein. Gemäß des SHC raised man um sich den Button zu kaufen.
      Hinter einem Callen SB und BB.
      Der Flop kommt Th Qd 7s, vor einem wird durch gecheckt.
      Nun ist man selbst an der reihe.
      Man hält also underpair gegen drei gegner.
      Ich würde bei so einer Kartenkonstelation mein underpair nicht als made hand, sondern als drawinghand mit 2 outs zählen, also kaum zu spielen, und gegen einen bet oder raise folden.
      Hält jemand die Q wird er Betten, hält aber ein schlechter spieler hier eine T wird er aus angst vor der Q beim Preflopraiser durchchecken.

      Vll ist es ein fehler (falls ja bitte erläutern) aber betten würde ich diese hand nicht am FLop, selbst wenn zu mir durch gecheckt werden würde, denn ich bin wahrscheinlich hinten, und selbst wenn nicht sind nur 16 Karten "ungefährlich" (4x 2-5) und zwei der karten gut (2x6) den rest möchte man auf dem weg zum River lieber nicht sehen.

      Meine frage ist nun ... sollte man hier:
      1) den Flop checken um sich eine freecard zu nehmen
      2) den Flop betten um seine hand zu protecten, und druck zu machen (könnte man das sogar als semibluff zählen?)
      3) den Flop Betten um sich am Turn eine freecard zu nehmen ?

      Mir ist klar das solch situationen nicht gerade häufig vorkommen, und es bestenfalls ei kleines extra bonbon ist, aber viel wichtiger als die paar BB die ich durch solche hände spare oder gewinne ist mir die vertiefung meiner kenntnisse.

      Danke schon einmal im vorraus für etwaige antworten =) es wäre schön wenn ihr nicht nur 1) 2) oder 3) sagt, sondern auch eine kleine begründung zu eurer entscheidung kund tun würdet :)
  • 4 Antworten
    • Sleyde
      Sleyde
      Black
      Dabei seit: 15.01.2005 Beiträge: 17.714
      Der Freecardraise funktioniert nur am Flop. Am Turn nimmst du dann ggf. die Freecard.

      Preflop für eine Freecard raisen macht keinen Sinn. Preflop raist du nur auf Grund von Equityvorteilen!

      Du kannst deine Hand auch garnicht als Draw etc einstufen. Natürlich spielt allerdings die Position, in der du dich befindest, eine Rolle. Aber auch das ist eher damit begründet, dass die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass sich hinter dir bessere Hände befinden. Deswegen raist man aus der Late Position z.B. mehr Hände. Die Möglichkeit, check behind zu spielen, nachdem man preflop geraist hat, ist eher ein netter Nebeneffekt.

      In deinem Beispiel raist du auch nicht unbedingt mit 66, um den Button zu kaufen, sondern vielmehr um das Deadmoney der Blinds zu bekommen und deinen Gegner zu isolieren.

      Beim Freecardraise geht es auch darum, auf der billigen Straße für eine Freecard auf der teueren Straße zu raisen. Preflop und am Flop zahlt man die selben Einsätze. Ist aber auch egal. Fest steht:

      Einen Preflopraise for Freecard gibt es so nicht.

      In deinem Beispiel musst du 66 wohl als drawing Hand einstufen. Mit 2 Outs. Viel zu wenig. Da lohnt es sich nicht, für eine Freecard zu betten oder was auch immer. Bei dem Flop solltest du einfach c/f all the way spielen, außer du triffst natürlich deine 6.




      PS: Ein Semibluff ist etwas anderes. Ein Semibluff ist eine Bet-Sequenz, die sich über Flop, Turn und River erstrecken kann, mit einer Hand, die wahrscheinlich z. Zt. nicht vorne liegt, aber Outs hat.)

      Unter "Outs" versteht man "viele Outs" wie z.B. bei einem Flushdraw oder OESD.


      mfg
    • SeNo
      SeNo
      Bronze
      Dabei seit: 03.03.2005 Beiträge: 89
      Danke sehr für die Erläuterung Sleyde.

      Wo besteht der unterschied zwischen einem Semi bluff und einem Raise for Value ?
      Ich denke ich ahne es, kann mich aber leider noch nicht so pontiert ausdrücken, darum versuch ich meine ahnung mal anhand des flushdraws zu erläutern.

      Hat man bei einem Flushdraw drei oder mehr caller raised man for value, weil man weniger als 35% des pot's selbst einzahlt, aber in 35% der fälle den Flush macht, und somit mit jedem raise unmittelbaren profit erziehlt, während ein Flushdraw-semibluff etwa in einer HU situation vorkommen würde, in der man dank der foldequity des gegners (deshalb "bluff") bettet, obwohl man 50% des pots selbst bezahlt ?
    • Sleyde
      Sleyde
      Black
      Dabei seit: 15.01.2005 Beiträge: 17.714
      Puh. Ein Valueraise kann auf Grund von Outs vorkommen, wie in dem Beispiel mit dem Flushdraw. Ein Valueraise oder eine Valuebet kann aber auch einfach auf Grund der Tatsache sein, dass man die beste Hand hält. Da gibt es unterschiedliche Quellen.

      Der Semibluff ist eben noch kein Valueraise oder keine Valuebetsequenz, sondern braucht noch die Foldequity, um profitabel zu werden.

      Das ist aber theoretischer Kram und ich denke du hast das, was man für's Praktische braucht, verstanden.
    • noap_
      noap_
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2005 Beiträge: 4.026
      Original von SeNo
      Danke sehr für die Erläuterung Sleyde.

      Wo besteht der unterschied zwischen einem Semi bluff und einem Raise for Value ?
      Ich denke ich ahne es, kann mich aber leider noch nicht so pontiert ausdrücken, darum versuch ich meine ahnung mal anhand des flushdraws zu erläutern.

      Hat man bei einem Flushdraw drei oder mehr caller raised man for value, weil man weniger als 35% des pot's selbst einzahlt, aber in 35% der fälle den Flush macht, und somit mit jedem raise unmittelbaren profit erziehlt, während ein Flushdraw-semibluff etwa in einer HU situation vorkommen würde, in der man dank der foldequity des gegners (deshalb "bluff") bettet, obwohl man 50% des pots selbst bezahlt ?
      Ich nehme an, du spielst erst 2c4c oder 5c10c (bzw. eines der ganz unteren Limits). Bei diesen Limits würde ich von solchen Artikeln wie Freecard-raise eher abraten. Ich denke, das verwirrt dich mehr, als dass es dir was bringt. Mach dich erstmal mit den Grundlagen vertraut.
      Btw. raised man einen Flushdraw for value ab ZWEI Gegnern... (bei 2 Gegnern zahlen ja 3 Leute was in den Flop ein; du musst dich selber schon mitzählen. Somit zahlst du 33% (ein Drittel) in den Pot, gewinnst den Pot aber in 35% der Fälle; somit ein knapper Edge (Vorsprung))