Worauf soll man einen unbekannten Gegner setzen?

    • saschenka
      saschenka
      Bronze
      Dabei seit: 22.08.2007 Beiträge: 16
      Hallo!

      Ich habe mal eine Frage zum Thema Gegner einschätzen:

      Wenn ich nichts von einem Gegner weiß, was ist dann die beste Strategie - soll ich davon ausgehen, dass er ein TAG ist?
      Und wäre das dann grundsätzlich noch +EV, selbst wenn er ein LAG oder ein Fisch ist? (Dass ich natürlich mehr von ihm gewinnen kann, wenn ich seine Spielweise kenne, ist mir schon klar - was ich aber unter anderem wissen will, ist, ob ich sicherheitshalber von einem TAG ausgehen kann, selbst wenn ich nichts von ihm weiß.)

      Dies ist sicher auch sehr abhängig vom Limit, mich interessieren insbesondere die Microlimits, .02/.04 & .05/.10.

      Danke!
  • 2 Antworten
    • Alph0r
      Alph0r
      Black
      Dabei seit: 09.05.2007 Beiträge: 5.149
      Von einem Standard TAG auszugehen ist meistens ein Fehler. Mit Standard TAG auf den Limits meine ich einen Spieler, der sehr wenig blufft, wenig callt und insgesamt sehr vorhersehbar spielt.
      Man kann aber, von einem gebalancten Gegner ausgehen, und selber gebalanced spielen. D.h. man foldet nicht seine gesamte range auf Bets oder raises, da der Gegner auch mit einer gebalancten Range bluffen kann, sondern man reraised die besten Hände, callt ein paar mittelgute Hände, und foldet die schlechtesten.

      Bei Bluffs und Valuebets spielt man auch egbalanced: Man bettet meistens for value und ab und zu als bluff. Auch in allen anderen Situationen versucht man gebalanced zu spielen. Eine perfekt gebalancte Strategie würde gegen jeden Gegner mindestens break even sein.
      Man kann in der Praxis nie 100% perfekt balancen, und ichwürde im Zweifel eine Fish Tendenz bei meinem Gegner auf diesem Limit annehmen, da es einfach mehr solcher Spieler gibt.
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.498
      Es spielen zwar viele Fische in den Microlimits, doch würde ich bei einem unbekannten Gegner zunächst von einem halbwegs vernünftigen Gegner ausgehen. Das heisst, ich gehe nicht davon aus, dass er verrückte Moves macht, sondern im wesentlich ehrlich spielt, wobei Semibluffs natürlich vorkommen konnen. Eine Tendenz lässt sich nach einigen Händen durch Beobachtung gewinnen. Dann kann man sich anpassen.

      Es ist nicht schlimm, wenn man gegen einen unbekannten Spieler mal eine Hand verliert oder aufgeben muss. Die meisten Gegner werden es durch Fehler ihrerseits ausgleichen.