Gegneranalyse mit HEM zum Aufbauen von Reads

    • MiniPoeker
      MiniPoeker
      Bronze
      Dabei seit: 17.01.2011 Beiträge: 522
      Hallo,

      momentan betreibe ich keine intensiven Sessionreviews, was ich aber demnächst ändern möchte, weil ich mir dadurch den Aufbau von Reads auf die verschiedenen Regulars meines Limits verspreche, die es dann auszunutzen gilt.

      Jetzt frage ich mich, wie man dies strukturiert anstellen kann. Ich dachte mir, man nimmt sich einen (soliden) Gegner vor, von dem man recht viele Hände hat und filtert dann zunächst nach den Premiumhänden und guckt sich die Spielweise des jeweiligen Spielers an und macht sich Notizen. Dann Suited Connectos, Pocketpairs etc.

      Hat jemand dazu vielleicht hilfreiche Tipps (andere Vorgehensweise, Filtereinstellungen im HEM etc.)?
  • 17 Antworten
    • oers
      oers
      Bronze
      Dabei seit: 21.12.2007 Beiträge: 4.785
      wenn ich lange weile habe, mache ich es so
      gehe auf hands im hm, suche unter filter das derzeitig limit aus
      und dann unter more filters player saw showdown bigger 1 + final pot bigger than xxbb und dann halt keine ahnung ab 40bb oder so und klicke mich dann mit replay all hands durch
      ist halt relativ unspezifisch aber man sammelt so doch den ein oder anderen nützlichen read auf alle möglichen spieler
      das kannst du natürlich auch für spezifische spieler machen, wäre für dich evt. sinnvoller und dann halt nur saw showdown

      oder ich gehe auf players, wieder aktuelles limit und sonstige parameter auswählen
      dann einfach durch die player klicken, die player analysis zeigt ja wo "regs" von der norm abweichen
      dann popup player detail window
      da sieht man auch einige interessante sachen, wie hände seiner 3bet calling range etc.
      unter big hands kannst du die hand dann mit doppelklick auch einfach im handreplayer öffnen
    • MiniPoeker
      MiniPoeker
      Bronze
      Dabei seit: 17.01.2011 Beiträge: 522
      Danke für Deine Meinung. Werde ich mir mal ansehen. Ich wusste z. B. das, was Du als letztes schriebst noch gar nicht. Danke dafür. :)

      Heute hat PS.de ja was passendes dazu reingestellt: http://de.pokerstrategy.com/news/content/Wie-Statistiken-und-Notizen-euer-Spiel-wirklich-verbessern-k%C3%B6nnen_50710/
    • MiniPoeker
      MiniPoeker
      Bronze
      Dabei seit: 17.01.2011 Beiträge: 522
      Keiner mehr, der irgendwelche Erfahrungen vorzuweisen hat?
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Ich denke hier im Bronzeforum bist du nicht ganz richtig, sondern solltest Regexploiting im Goldforum ausdiskutieren.

      1. Leute die wirklich Ahnung haben wie man gezielt Reads gegen Regs aufbaut auf Grundlage einer Datenbank werden ihr Wissen zumindest hier im öffentlichen Forenteil für sich behalten - das hat damit zu tun, dass hier wirklich jeder Zugriff hat. Du kannst das auch bei 2+2 ziemlich gut sehen, dass tiefgreifendere Strategie dort seit einigen Jahren nicht mehr öffentlich diskutiert wird. (in der Zeit 2005 bis 2008/2009 war 2+2 strategietechnisch wegweisend im Forum - das hat dann aber wegen der öffentlichen Zugänglichkeit wieder stark abgenommen)

      2. Auch ich bin nicht bereit zumindest hier tiefgehend auszuarbeiten wie man Regulars exploitet, da ein gar nicht so unwesentlicher Teil meiner eigenen Winrate darüber erzeuge.

      Ich kann dir als Anhaltspunkt daher nur mit auf den Weg geben, dass du dich primär um die Spieler kümmern solltest die dich konstant in Troubleshots reinbringen - d.h. gegen die du immer dastehst in vielen Situationen und dir denkst, dass du grade das erste mal in deinem Leben Poker spielst und gar keine Ahnung hast.
    • MiniPoeker
      MiniPoeker
      Bronze
      Dabei seit: 17.01.2011 Beiträge: 522
      Vielen Dank, Ghostmaster. Insgeheim habe ich gehofft, eine Antwort von Dir zu bekommen, weil ich Deinen Beiträgen recht viel abgewinnen kann.

      Eventuell werde ich das dann nochmal im Goldforum zur Diskussion stellen.
    • SleepyCat06
      SleepyCat06
      Bronze
      Dabei seit: 24.07.2006 Beiträge: 2.137
      Man kann den HEM recht effektiv nutzen, um Reads aufzubauen. Diese Reads bilden dann die Grundlage für Exploits.
      Absolute Bedingung ist eine ausreichende Samplesize!!
      Es bietet sich an, eine Kombination verschiedener Filtereinstellungen zu verwenden (besonders die Filter unter "more Filters") und diese dann für den späteren Gebrauch zu speichern.
      Allerdings sollte man auch ungefähr wissen, wonach man sucht. Am einfachsten wäre ein Gegner zu exploiten, wenn man seine Holecards sehen könnte. Zum Glück gibts es aber keine Möglichkeit, diese Karten zu sehen, somit sind unsere Informationen immer unvollständig. Aber oft geben uns die Gegner (unbewusst) sehr genaue Hinweise im Bezug auf ihre Hand und da ist ein guter Ansatzpunkt. Wenn ein Gegner nach c/c Flop, c/r Turn immer ein Monster zeigt und nie blufft, brauchen wir mit TPTK gar nicht wissen, was er genau hat. Wir können einfach folden, uns kann es egal sein, ob er Topset oder Bottomset etc hat. Andererseits wissen wir, dass wir, wenn er am Turn nur c/c spielt, vorne liegen gegen seine Range. Das erlaubt uns fast perfekt gegen ihn zu spielen. Damit sind wir schon beim Thema Ranges, polarisierte Ranges, unbalanced Ranges. Da liegt ein wichtiger Schlüssel, um unsere Gegner zu exploiten. Man nutzt HEM dazu, Spots zu filtern, in denen wir eine Information über die Range des Gegners in bestimmten Situationen bekommen. Das ist jezt noch ziemlich grob und vereinfacht, zeigt aber, in welche Richtung es geht. Tatsächlich muss man noch mehr ins Detail gehen. Die Boardstruktur, Anzahl der Gegner, Gegnertypen etc spielen auch noch eine wichtige Rolle, kann aber auch durch Filter abgedeckt werden.
      Vorgehensweise (als einfaches Beispiel):
      Du hast von Reg x 20k Hände
      a. du übernimmst den Spieler ins Report Fenster (er ist jetzt Hero)
      b. jetzt kannst du schon verschiedene Reports auf ihn anwenden, Position etc
      c. du siehst, dass er in BU sehr oft 3-bettet und möchtest wissen, mit welchen Händen er das gegen welche Spieler macht
      d. Filter -> Edit -> Position-> Häkchen bei BU -> Preflop Action facing player-> 1 Raiser -> Position of first Raiser-> Häkchen bei Early, middle und Cutoff.
      Damit hast du x in den BU gesetzt und vor ihm wird von EP, MP oder CO geraist.
      e. more Filters -> prefolp Filters -> "did 3-bet true" -> add this filter, dann "save and Close"
      Jetzt werden alle Hände mit Stats angezeigt, bei denen x im BU gegen einen openraise aus EP, MP oder CO ge 3-bettet hat. Die Hände kannst im Replayer anschauen, oder noch weiter filtern.
    • MiniPoeker
      MiniPoeker
      Bronze
      Dabei seit: 17.01.2011 Beiträge: 522
      Hallo SleepyCat06,

      danke, dass Du Dir so viel Zeit genommen hast, mir Deine Vorgehensweise zu schildern. Das werde ich nachher gleich mal probieren.


      An Ghostmaster:
      Wieso machst Du eigentlich keine Videos (ausgenommen Crushing NL50)?
    • phil1312
      phil1312
      Global
      Dabei seit: 21.06.2008 Beiträge: 3.346
      Original von Ghostmaster
      Ich denke hier im Bronzeforum bist du nicht ganz richtig, sondern solltest Regexploiting im Goldforum ausdiskutieren.

      1. Leute die wirklich Ahnung haben wie man gezielt Reads gegen Regs aufbaut auf Grundlage einer Datenbank werden ihr Wissen zumindest hier im öffentlichen Forenteil für sich behalten - das hat damit zu tun, dass hier wirklich jeder Zugriff hat. Du kannst das auch bei 2+2 ziemlich gut sehen, dass tiefgreifendere Strategie dort seit einigen Jahren nicht mehr öffentlich diskutiert wird. (in der Zeit 2005 bis 2008/2009 war 2+2 strategietechnisch wegweisend im Forum - das hat dann aber wegen der öffentlichen Zugänglichkeit wieder stark abgenommen)

      2. Auch ich bin nicht bereit zumindest hier tiefgehend auszuarbeiten wie man Regulars exploitet, da ein gar nicht so unwesentlicher Teil meiner eigenen Winrate darüber erzeuge.

      Ich kann dir als Anhaltspunkt daher nur mit auf den Weg geben, dass du dich primär um die Spieler kümmern solltest die dich konstant in Troubleshots reinbringen - d.h. gegen die du immer dastehst in vielen Situationen und dir denkst, dass du grade das erste mal in deinem Leben Poker spielst und gar keine Ahnung hast.
      LOL. Bis heute fand ich dich echt gut, aber Punkt 1 hast du doch im Auftrag von PS.de geschrieben, damit die Leute ja nur Rake für PS.de erwirtschaften oder sich gar den Status erkaufen, wenn sie einen richtigen Deal bekommen haben. Wenn jemand seinen Senf dazugeben will, dann bitte auch im Einsteigerforum, warum nicht? Wenn jemand Ahnung hat, dann macht ers auch nicht im Goldforum, weil dort eh viele NL10er rumlaufen. Ich persönlich habe es mir schon längst verkniffen hier tiefgreifende Gedanken zu posten, das mache ich nur noch mit Leuten aus meiner Skypeliste. Weiterhin gibts Bronzemember, die weit mehr Ahnung haben, als Gold+ -Member, ich meine nicht Typen wie Scooop, sondern Leute die ungetrackt spielen, Ahnung von Rakeback haben etc.

      @Topic: Auf welchen Limit spielst du OP? Also ich denke, dass es unter NL200 keinen großen Sinn macht, Regs auf diese Weise zu analysieren, ausser du spielst auf einer kleinen Seite und hast jeden Tag immer wieder die gleichen am Tisch, weil es auch zeitaufwendig ist. Stelle deine Hourly stets gegenüber solche Spielereien und überlege, wie viel Edge dir das überhaupt bringt, oder ob du im Grunde erstmal genügend über die Notes bzw. Stats an sich ableiten kannst. Ich würde es so machen, dass du alle 25k Hände mal schaust, an wen du viel verloren hast und warum, exploitet er dich, hat er Glück usw.?

      Auf den Midstakes mag so eine Analyse, wie du sie meinst, Sinn machen, weil die Leaks der Regs schwerer zu finden sind bzw. nicht so offentslich sind auf Micros und Smallsakes denke ich, dass es Zeitverschwendung ist, weil man dort relativ schnell herausfindet, wo die Schwächen der einzelnenen Regs liegen imo. Dort ist es oft Betsizing, unbalanced Lines, zu tight, zu loose, permanentes Level1 Thinking, zu viel oder zu wenig 3 betten, fit or fold usw, diese Leaks erkennt man ziemlich schnell und benötigt keine weitere Analyse.

      Edit: @Ghostmaster: natürlich find ich deine Posts immer noch Bombe, aber der Kram hat mir bisschen zu denken gegeben.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Ich profitier nicht davon, dass ich das geschrieben habe, da ich nicht provisionsbasiert bezahlt werde und auch keinerlei Vorteil erhalte, wenn sich mehr Leute den Goldstatus erspielen. edit234234: Der größte Teil von uns Strategiemoderatoren, Handbewertern etc. arbeitet auf freiberuflicher Basis aka Freelancer. Wir persönlich profitieren direkt also erstmal überhaupt nicht davon, dass irgendwer einen bestimmten Status hat ;)

      Ich wollte allerdings erklären wieso ich zu manchen Sachen dann manchmal keinen Kommentar abgebe - es ist meine Aufgabe hier Anfängern Basiswissen nahezubringen und ich gehe da stellenweise schon weit drüber hinaus, aber alles was ich den Leuten beibringe ist mehr oder weniger common knowledge.

      Wie du schon selber sagst sind tiefgehende Exploits gegen Regs keine Sache, die in den Micros, Lowstakes und bei guter Table Selection auch nicht auf den Midstakes benötigt wird - d.h. für mich gibts grade hier (ich spiel hauptsächlich NL400 und spiele 1k, wenn die Tische sehr gut sind) keinen Anreiz zu erklären wie man an die Sache rangeht - da gebe ich offen zu bekomme ich zu wenig Kompensation für, um solche Informationen detailliert offen zu decken. (das Wissen würde ich von meiner Seite auch nicht im Goldforum/Diamondforum öffentlich diskutieren - und ich bin niemand der mit relevanten Informationen häufig hinter dem Berg hält; du musst dabei bedenken, dass mich das ganze in den Jahren auch viel Zeit und vor allem Geld gekostet hat. Ich denke da ist es nur fair zu erklären warum ich keinen Input geben kann und vor allem wieso bisher in dem Thread auch kein wertvoller Input kam - das Thema ist einfach viel zu sensibel im momentan Zustand des Spiels, dass man darüber frei und wild diskutieren will und kann - denn wie du selber schon sagst hier kann jeder ins Forum schauen)

      An Ghostmaster:Wieso machst Du eigentlich keine Videos (ausgenommen Crushing NL50)?


      Der zeitliche Aufwand für hochwertige Videos ist enorm hoch (Vorbereitung, Aufnahme, mögliche Neuaufnahmen - vor allem da ich Videos bisher nicht oft produziert habe), da ich selber hauptsächlich Midstakes spiele ist mir persönlich der zeitliche Aufwand für ein hochwertiges Video auf den Micros/Lowstakes zu hoch und ein 0815 Video, dass ich mal eben schnell in ner Stunde fertig gemacht habe ist auch nicht unbedingt mein Ziel. (da hat letztendlich keiner was von)

      Edit: Dazu kommt, dass ich schlichtweg zu faul bin mich darum zu kümmern die Videosoftware, Konvertierungssoftware und weiss der Himmel was ich alles brauch zu besorgen und zu konfigurieren^^
    • phil1312
      phil1312
      Global
      Dabei seit: 21.06.2008 Beiträge: 3.346
      Es ging mir nicht um den Input, da kann ich dich voll und ganz verstehen und halte es genauso, es ging mir um die Aussage, dies lieber im Goldforum zu posten, als im Einsteigerforum, in dem allerdings ziemlich kompetente Leute unterwegs sind, die halt keinen Zugriff aufs Goldforum haben. Weiterhin ist Goldstatus zu erreichen mit ein paar k Händen NL10 bzw. NL25 zu erreichen, wärend weiterer Content für Goldstatus hier für weit höhere Stakes angeboten wird, naja wayne, ist ne andere Diskussion, will damit nur sagen, dass die Zielgruppen der beiden Foren eh die selben sind.

      Also kurz, ich wollte dich nicht kritsieren, dass du keine Auskünfte gibst, du hast ja gut begründet warum, sondern eher die Sache mit dem Forenbereich, ich denke da gibts eher zwei Meinungen, die beide ihre Berechtigung haben, allerdings zu offtopic sind.

      Schön, dass wir drüber gesprochen haben :D .
    • MiniPoeker
      MiniPoeker
      Bronze
      Dabei seit: 17.01.2011 Beiträge: 522
      Danke euch beiden. Es ist verständlich, dass nicht jeder alles preisgeben kann.

      Ich spiele NL25 auf einer kleineren Seite und ich habe oft die gleichen am Tisch, sodass es Sinn machen könnte, ein paar Schwächen dieser herauszufinden. Ansonsten hätte ich diese Frage nicht gestellt, weil mir dann klar wäre, dass es noch viel mehr Fische gibt auf größeren Seiten. ;)

      An Ghostmaster:
      Ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass Du zu faul bist, wenn man mal bedenkt, wieviel Du hier im Forum täglich schreibst.

      Ein Video, das Deine Sichtweisen auf spezielle Problematiken zeigt, wäre sicherlich lehrreich.
    • Scooop
      Scooop
      Bronze
      Dabei seit: 26.03.2009 Beiträge: 22.773
      @Mini

      wenn du Zugang zu der Coachingseite "deuces cracked" hast (gibt afaik auch die Chance ne trail Version zu nehmen, die wenn man es geschickt macht kostenlos ist und sich dann paar Videos runterzuladen) dann schau dir mal die Serie "thin red line" von Grindcore an, dort bespricht er alles was mit dem Thema leaks bei Gegnern mittels des HUDs erkennen für diese stakes relevant ist.
      Zudem gibt es dort auch eine Serie wie man den HM (Version 1 obv) sinnvoller nutzen kann, also wie man mittels der Filter zu guten Analyen kommt, Name der Serie: "search and destroy".

      Damit ist mehr als genug der Thematik abgedeckt.

      _____________________

      Was im Übrigen diese Sache mit dem geheimen Pokerwissen angeht, so ist meine bisherige Erfahrung, dass es jedesmal nur lächerlich ist. Egal welches ebook, egal welches Video oder welcher neue Supercoach - das Spiel ist immer dasselbe.
      Es wird behauptet, dass man Wissen hätte was andere nicht haben, das einem den entscheidenden Vorteil bringt und dafür werden absolute Mondpreise erhoben.
      Schaut man sich dann an was inhaltlich geboten wird (wobei ich mich hier auf ebooks beziehe, da ich natürlich kein Coaching bei einem Spieler für 2k$/h hatte - klar gibt es gute Coaches und es kann sich eventuell auch lohnen einen so teuren Coach zu nehmen, wenn man die entsprechenden stakes spielt, aber der Coach wird einem nichts fundamental Neues sagen können, sondern eher einige Dinge die man bisher nicht so klar gesehen hat aufzeigen, wenn es einem das Wert ist, ok, aber von geheimen Wissen zu reden ist fast schon Betrug imho) so ist das bestenfalls minimal neu, meist auch nichts anderes als das was man wissen kann oder sollte, eventuell gut aufbereitet und klar dargestellt (manchmal auch nicht...) aber in gar keinem Falle ist es das Wert was man dafür zahlen soll.
      Das ist zumindest meine Meinung und ich warne daher eindringlich davor in diese Falle zu tappen und Unsummen für etwas auszugeben, was es nicht wert ist.

      Was die Sache mit den leak finden bei Gegnern auf den high stakes angeht, so muss man eben wissen wie der HM funktioniert und sich die Zeit nehmen dort solche Analysen durchzuführen.
      Genau das ist es was viele nicht wollen oder können. - Ich habe schon mehrfach gesagt, dass ich ab spätestens NL400 so vorgehen würde, dass ich mir von jedem Reg meines Limits HH kaufe, diese durchanalysiere und ein Profil des Spielers mit Stärken und Schwächen ausarbeite und wurde für die Idee ausgelacht.
      Das ist ein großer Aufwand, den 99% der Regs nicht betreiben, aber imho lohnt es sich. Das hat nichts mit überragendem Wissen oder skill zu tun, sondern mit Fleiß. Das sind dann auch btw. imho die beiden Aspekte die den wirklichen Unterschied ausmachen - Fleiß und die Fähigkeit nicht zu tilten. Alles andere was angeblich geheimes Wissen ist "nur" 1-5k$ kostet und die winrate um 0,5bb/100 steigert, ist Humbug.

      my 2 cents.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Es geht um common und uncommon knowlegde. Poker ist kein Trading bei dem man mit Insiderinformationen (ausser irgendwelchen Masteraccounts) einen Informationsvorteil erwirtschaften kann - ein wesentliches Problem ist aber für die meisten Spieler:

      1. die Identifikation von Informtion

      2. die Verarbeitung dieser Information

      3. die Schlussfolgerungen aus dieser Information

      => all die teuren Ebooks baben seinerzeit (LTBR z.b. ist von 2008 - das alles was dort drin steht mittlerweile common knowledge ist sollte nicht verwunderlich sein) mehr oder weniger detailliert Wege aufgezeigt, die genau diesen Prozess neuartig beschrieben.

      Umgemünzt auf die Regproblematik passiert hier jetzt folgendes:

      1. Man versucht mit Hilfe des HEM Leaks im gegnerischen Spiel zu identifizieren, die nicht so offensichtlich sind wie bei einem schwachen Spieler

      2. Man versucht diese Information aggreggiert aufzuarbeiten

      3. Man versucht daraus eine Schlussfolgerung zu ziehen, die letztendlich darin resultiert, dass man einen gezielten Exploit gegen einen Gegner aufbaut und eine Schwäche innerhalb seines Spiels entdeckt


      Dabei ist schonmal kritisch, dass man überhaupt weiss was ein Leak ist und vor allem wie man aus einem gefundenen Leak die richtigen Schlussfolgerungen ableitet. Und genau das ist ein Thema, dass noch nirgendwo öffentlich diskutiert wurde und somit ist dieses Wissen wie man das letztendlich bei toughen Gegnern macht als uncommon knowledge zu bezeichnen. (zumindest kenne ich keine Quelle, die das wirklich extrem tiefgehend bisher analysiert hat - da fällt auch nicht the thin red line drunter)

      So wie ich dich kenne hättest du auch 2005/2006 jedermann, der dir seine damalige noch "geheime" lighte 3-Bet Strategie als wertvolle Information verkaufen wollte als "Betrüger" betitelt. (natürlich wäre er nur dahin gegangen und hätte behauptet, dass er eine sinnvolle Strategie hat mit der man im Jahr 100k$ gewinnen kann und hätte 5k$ verlangt)

      Diese Information (die heute jedem Microlimitspieler ein Begriff ist) war damals einfach Gold wert - nur der Großteil der Spieler hat schlichtweg nicht daran gedacht, dass eine lighte 3-Bet völlig falsch von allen anderen Spielern verkehrt interpretiert wird und der Foldbutton der Freund aller NL Spieler war.
    • Scooop
      Scooop
      Bronze
      Dabei seit: 26.03.2009 Beiträge: 22.773
      ich bin erst 2009 zum Poker gekommen, daher fällt es mir schwer mir einen Zustand vorzustellen bei dem die Regs nicht wussten, dass man auch bluffraisen kann pre...
      aber ich muss zugeben, dass alte Threads hier im Forum das durchaus nahelegen, bei denen offensichtlich sehr starke Spieler in bestimmten Punkten erstaulich dumm aussehen, weil sie über Dinge nicht nachdachten, die in der Tat heute jeder weiß.

      Es ist halt immer die Frage was man als common knowledge definiert und was noch nicht so viele wissen. Ich glaube nicht, dass es bei Holdem noch irgendwas gibt, was einen solchen Effekt haben kann wie die lighten 3bets vor vielen Jahren, einfach weil alles Wesentliche bekannt ist, weil die Leute seit Jahren täglich drüber nachdenken.

      Dass man sich dennoch edges auf Gegner erarbeiten kann und das ggf. darin besteht Datenbanken schneller und besser auszuwerten und die Informationen sinnvoll zu verarbeiten wie du es skizziert hast streite ich nicht ab, würde das nur wie gesagt nicht so verkaufen wollen, wie es manche tun, als sei dies der heilige Gral nach dem immer alle gesucht haben.
    • SleepyCat06
      SleepyCat06
      Bronze
      Dabei seit: 24.07.2006 Beiträge: 2.137
      Das ist ein großer Aufwand, den 99% der Regs nicht betreiben, aber imho lohnt es sich. Das hat nichts mit überragendem Wissen oder skill zu tun, sondern mit Fleiß. Das sind dann auch btw. imho die beiden Aspekte die den wirklichen Unterschied ausmachen - Fleiß und die Fähigkeit nicht zu tilten. Alles andere was angeblich geheimes Wissen ist "nur" 1-5k$ kostet und die winrate um 0,5bb/100 steigert, ist Humbug.

      Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Mit dem Faktor Fleiß liegst du sicherlich richtig, Fleiß ist beim Pokern unabdingbar. Wenn du 500k Hände eines Regs hast und alle relevanten Informationen aus seinem Spiel gefiltert, sortiert und aufgearbeitet hast, ist das aber trotzdem nur der halbe Job.
      Entscheidend ist, aus diesen Informationen die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Genau hier fängt dann der Skillfaktor an. Es reicht eben nicht, zu wissen, was ein Gegner in einer bestimmten Situation macht (oder nicht macht), sondern wichtiger ist es, zu versuchen herauszufinden, warum er es macht.
      Wenn ein Reg mit einer Situation konfrontiert wird, reagiert er ja nicht zufällig, sondern er denkt sich was dabei, dh. er interpretiert die Situation. Sein Handeln ist dann das Resultat seiner Interpretation. Das bedeutet, wir sollten uns nicht auf sein Handeln konzentrieren, sondern auf seine Interpretation.
      Finden wir bei einem Gegner eine kleine Ungenauikgeit/Unsicherheit bei der Interpretation eines Konzeptes, kann das die Essenz all unsere Informationen sein und somit ein vielfaches wertvoller als die Summe aller Informationen, die wir über ihn haben.
    • Scooop
      Scooop
      Bronze
      Dabei seit: 26.03.2009 Beiträge: 22.773
      Original von SleepyCat06
      Das ist ein großer Aufwand, den 99% der Regs nicht betreiben, aber imho lohnt es sich. Das hat nichts mit überragendem Wissen oder skill zu tun, sondern mit Fleiß. Das sind dann auch btw. imho die beiden Aspekte die den wirklichen Unterschied ausmachen - Fleiß und die Fähigkeit nicht zu tilten. Alles andere was angeblich geheimes Wissen ist "nur" 1-5k$ kostet und die winrate um 0,5bb/100 steigert, ist Humbug.

      Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Mit dem Faktor Fleiß liegst du sicherlich richtig, Fleiß ist beim Pokern unabdingbar. Wenn du 500k Hände eines Regs hast und alle relevanten Informationen aus seinem Spiel gefiltert, sortiert und aufgearbeitet hast, ist das aber trotzdem nur der halbe Job.
      Entscheidend ist, aus diesen Informationen die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Genau hier fängt dann der Skillfaktor an. Es reicht eben nicht, zu wissen, was ein Gegner in einer bestimmten Situation macht (oder nicht macht), sondern wichtiger ist es, zu versuchen herauszufinden, warum er es macht.
      Wenn ein Reg mit einer Situation konfrontiert wird, reagiert er ja nicht zufällig, sondern er denkt sich was dabei, dh. er interpretiert die Situation. Sein Handeln ist dann das Resultat seiner Interpretation. Das bedeutet, wir sollten uns nicht auf sein Handeln konzentrieren, sondern auf seine Interpretation.
      ich will das hier nicht zu sehr vertiefen, aber wenn man ne Datenbank z.B. danach filtert wie Reg X bei 6max reagiert, wenn er aus MP openraist und entweder vom BU oder vom BB ge3bettet wird und man jetzt feststellt, dass er gegen BU 3bets zu 10% 4bettet, zu 15% callt und zu 75% foldet und er gegen BB 3bets zu 40% coldcallt und zu 60% foldet - und man dann nicht weiß was man mit dieser Info anfangen soll, dann wird man nicht lange NL400+ spielen können, soviel steht fest ;)

      Aber ich verstehe schon was du meinst, dass es durchaus ne Kunst sein kann, den game plan des Gegners und seine Art über Poker nachzudenken zu verstehen bzw. aus solchen Daten herauszudestillieren, keine Frage. Aber dennoch ist dies kein Hexenwerk, sondern genauso erlernbar wie das Pokerspielen selber auch.
    • Wiseguy01
      Wiseguy01
      Bronze
      Dabei seit: 19.08.2009 Beiträge: 1.712
      Die Gegneranalyse kann ein gutes Mittel sein, aber man sollte auch nicht zu viel Zeit damit verschwenden. Anstatt den Reg optimal zu exploiten sollte man eher solides Poker spielen, ohne sich selbst zu große Blößen zu geben.

      Gerade die Spieler, die weniger Fehler machen als die anderen, machen das Geld. Ich habe mich oft dabei erwischt, wie ich Stück für Stück meine gegner trotz multitabling auseinandergenommen habe, nur um zum Ende hin durch einige Allins alles wieder zu verlieren.

      Man muss auch wissen wann man mit hoher Wahrscheinlichkeit geschlagen ist, und dafür braucht man nicht unbedingt ständige HEM Reviews zu machen.

      Aber ich kann mich auch in deine Position hineinversetzen. Eine Möglichkeit für Notizen wäre evtl auch die größten Verluste des Spielers sich mal anzugucken und zu schauen in welchen Spots er zu loose oder zu tight ist, evtl kann man auch schauen wie hoch seine Tiltresistenz ist.

      Bei vielen Regs ist es nämlich der Fall das sie nach einem Badbeat nicht mehr optimal spielen, und da kann man gucken, an welchem Punkt sie ihr Spiel verändern.