Equity Kalkulation am Tisch

    • Vladras
      Vladras
      Bronze
      Dabei seit: 06.06.2010 Beiträge: 105
      Hey Leute,

      ich verstehe es einfach nicht wie man die Equity ohne Informationen am Tisch kalkulieren soll?!

      Gegner raist vom Button 40% der Hände ich calle mit allem, das die Range auch OOP schlägt. Jetzt donke ich aus welchem Grund auch immer, wie soll ohne neue Infos unsere Equities berechnen?

      Klar, ich könnte mir den Flop anschauen und nach der Board Struktur handeln, aber ich verlasse mich doch eher auf die Equity.

      Stellen wir uns vor, ich kenne die Button Range meines Gegners und könnte somit seine Equity gegen meine errechnen.
      Rechne ich dann wirklich jede einzelne Hand seiner Range gegen meine Hand?


      Denn bis 30% der Hände komme ich ziemlich gut klar damit, aber für 40%+ reicht mir einfach die Zeit nicht...

      Gehe ich vielleicht an die Sache ganz falsch ran?


      Gruß


      Vladras
  • 25 Antworten
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Vielleicht wäre es hilfreich, wenn du mal erklärst WIE du genau ingame was berechnest.

      Ansonsten sind Vereinfachungen der Schlüssel zum Erfolg. Wenn ich 1,59 + 1,39 + 1,47 zusammenrechne, dann rechne ich auch lieber 16 + 14 + 15 - 0.5 und komm am Ende aufs selbe Ergebnis.
    • Vladras
      Vladras
      Bronze
      Dabei seit: 06.06.2010 Beiträge: 105
      Nehmn wir z.B. diese 40% Range: 22+, A2s+, K2s+, Q6s+, J7s+, T7s+, 96s+, 85s+, 75s+, 64s+, 54s, 43s, A2o+, K9o+, Q9o+, J9o+, T9o

      Ich halte K:diamond: Q:spade: , der Flop kommt A:diamond: 8:spade: 7:club: .

      Ich zähle die Combos einer bestimmten Handstärke, z.B. TopPair, davon gibt es 114 in seiner Range, multipliziere diese mit der Equity gegen meine Hand.
      Jetzt wiederhole ich diesen Schritt für den Rest seiner Range, addiere die Ergebnisse und teile es durch die Gesamtanzahl der Combos in seiner Range.

      Leider nimmt es extrem viel Zeit in Anspruch... :(
    • Vladras
      Vladras
      Bronze
      Dabei seit: 06.06.2010 Beiträge: 105
      Ich hätte vielleicht eine speziellere Frage stellen sollen )

      Wie berechnet man eine große Range möglichst genau PostFlop?
    • kslate
      kslate
      Bronze
      Dabei seit: 25.12.2006 Beiträge: 1.727
      Kommt doch immer auf die Aktionen an die er tätigt. Wenn er pf mit 40% raist, wird er einen Teil folden, einen Teil raisen und einen Teil callen.
      Ohne genaue Informationen über seinen Spielstil, kannst du es jedoch nur wage abschätzen.
      Auf jeden Fall bringt es dir nichts zuwissen wieviel Equity du gegen die 40% Ranges hast, da du von air keinen Value mehr bekommst und gegen die starken mindestens die Donkbet zahlst.

      Schnell am Tisch durchrechnen kannst du vergessen. ;)
    • openbook
      openbook
      Bronze
      Dabei seit: 07.02.2007 Beiträge: 616
      Original von Vladras
      ich verstehe es einfach nicht wie man die Equity ohne Informationen am Tisch kalkulieren soll?!

      Gegner raist vom Button 40% der Hände ich calle mit allem, das die Range auch OOP schlägt. Jetzt donke ich aus welchem Grund auch immer, wie soll ohne neue Infos unsere Equities berechnen?

      Klar, ich könnte mir den Flop anschauen und nach der Board Struktur handeln, aber ich verlasse mich doch eher auf die Equity.

      Stellen wir uns vor, ich kenne die Button Range meines Gegners und könnte somit seine Equity gegen meine errechnen.
      Rechne ich dann wirklich jede einzelne Hand seiner Range gegen meine Hand?
      Allgemeiner Hinweis: es waere fuer Deine Leser sicher oft hilfreich zu wissen was Du spielst: Cashgame, SNGs, MTTs, NL, FL (vielleicht auch die Limits um in etwa einschaetzen zu koennen, was fuer eine Antwort Dir helfen oder was Dich ueberfordern wuerde :) ).

      Ich verstehe nicht, wie Du auf die Idee kommst, keine neuen Informationen zu bekommen.
      Einen Teil der Informations-Gewinnung benennst Du ja schon selbst: Du koenntest Dir den Flop anschauen und nach der Board Struktur handeln.
      Einen weiteren Teil der Informations-Gewinnung hast Du noch vergessen: Du siehst die Aktionen Deines Gegners.
      Vielleicht kennst Du Deinen Gegner sogar schon etwas besser und kannst einschaetzen, wie aggressiv er ungefaehr ist (Beobachtungen, Notizen, wenn Du Tools benutzt: Stats), ob er gern auch mit Air Turns sieht, ob er gern Showdowns sieht.
      All diese neuen Informationen helfen Dir, die Range Deines Gegners zu reduzieren. Dass neue Haende hinzukommen ist eher unwahrscheinlich - es sei denn, Dein Gegner ist Online-Magier :) .

      Nehmen wir also an Du donkst und Dein Gegner called. Wuerdest Du an Stelle Deines Gegners in dieser Situation eine Donk mit komplettem Schrott callen? Siehste, Dein Gegner wird dies vermutlich auch nicht tun, also kannst Du schonmal den "Schrott" - alles aus der urspruenglichen Range des Gegners das mit dem Board ueberhaupt nichts anfangen kann - aus der Range Deines Gegners eliminieren - irgendwas scheint er mit dem Board anfangen zu koennen. Eine starke Hand haette Dich vermutlich geraised, also kannst Du zu einem gewissen Grad auch Haende die das Board sehr gut getroffen haben (oder nicht treffen mussten) aus seiner Range eliminieren. Je nach Board-Struktur sind Slowplays mehr oder weniger wahrscheinlich: auf einem trockenen Board kann ein Set auch schonmal nur callen, auf einem draw-lastigen Board eher nicht. Aggressive Gegner raisen vielleicht sogar ihre starken Draws.
      Wenn Dein Gegner Deine Donk also called und nicht raised haelt er vielleicht eine schwaechere made hand oder einen Draw oder ein Monster. Seine Range reduziert sich entsprechend.
      All das haengt natuerlich auch von der Variante ab die Du spielst: FL ist z.B. call flop raise turn eine Standard-Value-Line (ist Dein Gegner in der Lage, Standard-Lines zu spielen? -> Notizen).
      Deinen Gegner auf einen Bluff zu setzen (er koennte ja planen, den Turn zu floaten) wuerde ich auf den unteren Limits voellig vernachlaessigen: es ist dort schlicht nicht notwendig, sich damit auseinanderzusetzen. Lass Deine Gegner ruhig bluffen, folde wenn Du nichts hast und warte auf eine Hand mit der Du von ihren Bluffs value bekommst.

      Nehmen wir einfach mal Dein Beispiel:
      Original von Vladras
      Nehmn wir z.B. diese 40% Range: 22+, A2s+, K2s+, Q6s+, J7s+, T7s+, 96s+, 85s+, 75s+, 64s+, 54s, 43s, A2o+, K9o+, Q9o+, J9o+, T9o

      Ich halte K:diamond: Q:spade: , der Flop kommt A:diamond: 8:spade: 7:club: .
      In FL wuerden wir sagen: Eigentlich ist der Flop garnicht so schlecht fuer Deine Hand - alles was Dich vorher beat hatte hat Dich auch jetzt noch beat, nur wenig was Du vorher beat hattest ist jetzt gegen Dich vorn.
      Equity-Tools zeigen das auch: Die Equity der gesamten Range Deines Gegners hat sich nur wenig verbessert: von 46% pre-flop auf 58% post-flop. Entsprechend hat sich Deine Equity veraendert: von 54% auf 42%.

      Ob wir auf dem Board weiterspielen wollen und koennen ist natuerlich eine ganz andere Frage: Um uns einigermassen wohl zu fuehlen muessten wir schon unseren K oder unsere Q treffen. Wenn unser Gegner ein A haelt sind wir meilenweit hinten und bezahlen ihn sogar noch aus wenn wir treffen. Einen grossen Pot wollen wir mit unsere Hand auf diesem Board eigentlich nie spielen.

      Das ist natuerlich kein Board was wir donken wuerden (wieso sollten wir: Was waere der Plan? Wuerden schlechtere Haende callen? Eher nicht. Wuerden bessere Haende folden? Eher nicht.), aber ueber einen c/c koennten wir ja nachdenken: Dafuer gibt es Odds&Outs - ein bisschen discounten muessten wir wohl auch.

      Die Hand und das Board sind ein schoenes Beispiel fuer Playability: Obwohl wir hier durchaus nicht unerhebliche Equity haben muessen wir oft aufgeben weil wir nur schlecht einschaetzen koennen wo wir stehen und folden vielleicht sogar die bessere Hand.

      Die Hand und das Board sind deshalb auch weiterhin ein schoenes Beispiel warum wir gern tight-aggressive spielen: In FL waere diese Hand entweder ein fold oder eine 3bet (je nach Position des Gegners und unserer und je nach unserem Kenntnisstand). Damit haetten wir uns der schwierigen Situation am Flop entweder entzogen (weil wir ihn nicht sehen) oder wir haetten Initiative und wuerden unseren Gegner mit unserer Contibet vor die schwere Entscheidung stellen statt sie selbst zu haben.
    • Vladras
      Vladras
      Bronze
      Dabei seit: 06.06.2010 Beiträge: 105
      Original von kslate
      Ohne genaue Informationen über seinen Spielstil, kannst du es jedoch nur wage abschätzen.
      Genau deshalb auch das Beispiel ohne Informationen. Mit Gegnern die mir eine kleinere Range bis 30% bieten kann ich noch alles ziemlich genau berechnen. Ab 30%+ wird's schwer.
      Spiele bis jetzt auf den kleinen Limits, die meisten meiner Gegner spielen auch nach dem Flop mit 'ner weiten Range, folden wenig, entscheiden sich nur für eine der zwei Aktionen, wenn sie Geld reinwerfen... somit wenig Informationen.
      Klar könnte ich jetzt die alten Weisheiten befolgen und einfach nach Hand gegen Maniacs oder Stations spielen, sichere mich aber schon sehr gerne mit Zahlen ab)

      Original von kslate
      Auf jeden Fall bringt es dir nichts zuwissen wieviel Equity du gegen die 40% Ranges hast, da du von air keinen Value mehr bekommst und gegen die starken mindestens die Donkbet zahlst.
      Gut, habe Air immer mitgerechnet... wenn ich dich richtig verstehe, sollte ich also, wenn ich donke den Air-Anteil der FoldEquity zurechnen und nur den oberen Teil der Range ausrechnen?
      Und gegen seine Nuts interessiert mich die Equity doch auch oder meinst du jetzt die Stone Cold? Ich meine, klar, wenn er jetzt nur Quads & Air hat, juckt mich meine Equity nicht. Ansonsten interessiert mich aber der Anteil der Nuts in der gegnerischen Range und damit ob's die gegnerische Equity jetzt um 20% wächst oder nur um 5?!

      Möglich wäre auch, dass ich das Konzept, das du mir beschrieben hast, nicht wirklich begreife :D

      Original von kslate
      Schnell am Tisch durchrechnen kannst du vergessen. ;)
      Wäre möglich, aber ich habe die letzten 5 Wochen damit verbracht Statistiken zu erstellen, Equities durchzurechnen, Hände zu analysieren... und 0 Stunden an den Tischen verbracht. Jetzt wollte ich wieder anfangen und merke, dass ich schnell Nit- bis TAG-Ranges berechnen kann, die Spieler bereiten mir aber Problem, weil ich für eine mathematisch korrekte Entscheidung zu viel Zeit brauche...


      Danke auf jeden Fall für die Antwort! :)
    • openbook
      openbook
      Bronze
      Dabei seit: 07.02.2007 Beiträge: 616
      Original von Vladras
      Gut, habe Air immer mitgerechnet... wenn ich dich richtig verstehe, sollte ich also, wenn ich donke den Air-Anteil der FoldEquity zurechnen und nur den oberen Teil der Range ausrechnen?
      Wieso willst Du bei Air mit Fold-Equity rechnen? Air hast Du doch beat, da brauchst Du keine Fold-Equity gegen. Fold-Equity willst Du gegen besser Haende nicht gegen schlechtere.
    • Vladras
      Vladras
      Bronze
      Dabei seit: 06.06.2010 Beiträge: 105
      Danke für die sehr ausführliche Antwort =)

      Original von openbook
      Ich verstehe nicht, wie Du auf die Idee kommst, keine neuen Informationen zu bekommen.
      Informationen, die die Equity beeinflussen, meinte ich, also Infos in Form von Aktionen, die sein Range-Bild verändern.
      Wenn ich in meinem Beispiel donke, kann ich ja nicht vorher wissen, wie ich die Range verändere, ab dem Zeitpunkt einer Aktion seinerseits wird die Range kleiner und das Rechnen vereinfacht.


      Original von openbook
      Nehmen wir also an Du donkst und Dein Gegner called.
      Das wäre dann eben die Informationen mit der ich was anfangen könnte, wie sollte ich aber vorgehen, wenn ich weiß, dass mein Gegner 100% callt, interessiert mich die Equity in dem Moment gar nicht?



      Original von openbook
      Das ist natuerlich kein Board was wir donken wuerden (wieso sollten wir: Was waere der Plan? Wuerden schlechtere Haende callen? Eher nicht. Wuerden bessere Haende folden? Eher nicht.), aber ueber einen c/c koennten wir ja nachdenken: Dafuer gibt es Odds&Outs - ein bisschen discounten muessten wir wohl auch.
      Das ist eben was mir Probleme bereitet, klar sehe ich die Range vor meinen Augen und kann sagen, dass sie so beeinflusst wird, dass ich EHER die oder eine andere Aktion vorziehen sollte, ich versuche dann aber auch schnell alles nachzurechnen um mir auch ganz sicher zu sein )
    • Vladras
      Vladras
      Bronze
      Dabei seit: 06.06.2010 Beiträge: 105
      Original von openbook
      Wieso willst Du bei Air mit Fold-Equity rechnen? Air hast Du doch beat, da brauchst Du keine Fold-Equity gegen. Fold-Equity willst Du gegen besser Haende nicht gegen schlechtere.
      Ich glaube du hast mich falsch verstanden. Ich brauche keine Fold Equity für Air, sehe Ait als ein Teil meiner FoldEquity... irgendwie klingts auch für mich jetzt komisch... meine damit, dass ich ausrechne, in einem bestimmten Anteil der Fälle den Pot dadurch zu bekommen, dass mein Gegner Air in seiner Range hat.

      Fold Value vielleicht. Ich muss nochmal die Grundbegriffe durchgehen.
    • kslate
      kslate
      Bronze
      Dabei seit: 25.12.2006 Beiträge: 1.727
      Original von openbook
      Original von Vladras
      Gut, habe Air immer mitgerechnet... wenn ich dich richtig verstehe, sollte ich also, wenn ich donke den Air-Anteil der FoldEquity zurechnen und nur den oberen Teil der Range ausrechnen?
      Wieso willst Du bei Air mit Fold-Equity rechnen? Air hast Du doch beat, da brauchst Du keine Fold-Equity gegen. Fold-Equity willst Du gegen besser Haende nicht gegen schlechtere.
      Er will es dazu zählen, weil air immer folden wird auf seine Donk (so die Annahme).

      Edit:
      Foldequity ist schon richtig.
      Welche Variante spielst du eigentlich? Ging von NL CG aus.
    • Vladras
      Vladras
      Bronze
      Dabei seit: 06.06.2010 Beiträge: 105
      NL CG, werde demnächst auf den Micros anfangen, bis ich mich wieder an's Spielen gewöhnt habe)
    • kslate
      kslate
      Bronze
      Dabei seit: 25.12.2006 Beiträge: 1.727
      Das wäre dann eben die Informationen mit der ich was anfangen könnte, wie sollte ich aber vorgehen, wenn ich weiß, dass mein Gegner 100% callt, interessiert mich die Equity in dem Moment gar nicht?

      Im NL ist die Showdownequity nicht so 1A zu berechnen wie im FL.
      Wenn nach der Flopbet und seinem Call, ihr runterchecken würdet, könnte man es einfach in den Equilator einhacken und gucken, ob du vorne bist.

      Dir bleibt hier nichts anderes übrig als die beiden Optionen call und raise auf deine Donkbet am Flop anzuwenden und dann die Range neu einzuschätzen.

      Wenn er 100% seiner Range durchcallt liegst du selbst gegen 40% weit hinten (in deinem Beispiel).
    • Vladras
      Vladras
      Bronze
      Dabei seit: 06.06.2010 Beiträge: 105
      Verstanden, danke! :)
    • openbook
      openbook
      Bronze
      Dabei seit: 07.02.2007 Beiträge: 616
      Original von Vladras
      Informationen, die die Equity beeinflussen, meinte ich, also Infos in Form von Aktionen, die sein Range-Bild verändern.
      Du hast zum Zeitpunkt Deiner Donk in der Tat keine neuen Informationen bezueglich seine Range.
      Du hast allerdings sehr wohl neue Informationen bezueglich eurer Equity: Du kennst jetzt den Flop.

      Original von Vladras
      Wenn ich in meinem Beispiel donke, kann ich ja nicht vorher wissen, wie ich die Range verändere, ab dem Zeitpunkt einer Aktion seinerseits wird die Range kleiner und das Rechnen vereinfacht.
      Wenn wir Dein "KQ auf Ahigh" Beispiel nehmen, weisst Du bereits jetzt, dass Du auf diesem speziellen Board gegen seine Range nicht mehr vorn bist.
      Ergo: ein Argument gegen eine Donk: Warum willst Du freiwillig Geld in einen Pot investieren von dem Dir weniger als die Haelfte gehoert? (Wenns 3-way waer natuerlich entsprechend weniger...)

      Original von Vladras
      wie sollte ich aber vorgehen, wenn ich weiß, dass mein Gegner 100% callt, interessiert mich die Equity in dem Moment gar nicht?
      Wenn Du Dir sicher bist, dass Dein Gegner 100% called stellt sich genau die Frage von oben: Warum willst Du freiwillig zu einem Zeitpunkt Geld investieren, wenn Du hinten liegst?

      Und natuerlich interessiert Dich die Equity: sie sagt Dir ja, dass Du gerade hinten liegst.

      Ich weiss nicht mehr wos stand, aber ein gefluegelter PS.de-Satz ist: "Wir nutzen die Asymmetrie der Setzrunden". Wir investieren moeglichst viel wenn wir uns vorn sehen und moeglichst wenig wenn wir uns hinten sehen.

      Wenn Du gezwungen bist entweder etwas zu investieren oder alles zu verlieren, dann machst Du Dir natuerlich Gedanken, ob sich das neue Investment noch lohnt oder ob es nicht besser ist, alles bisherige aufzugeben.

      Original von Vladras
      Original von openbook
      Das ist natuerlich kein Board was wir donken wuerden
      Das ist eben was mir Probleme bereitet, klar sehe ich die Range vor meinen Augen und kann sagen, dass sie so beeinflusst wird, dass ich EHER die oder eine andere Aktion vorziehen sollte, ich versuche dann aber auch schnell alles nachzurechnen um mir auch ganz sicher zu sein )
      Wow, also exakt nachrechnen koennte ich das in der kurzen Zeit auch nicht, aber:
      Du hast Dir ueber seine Range pre-flop Gedanken gemacht. Vermutlich weisst Du auch noch, dass Du auf keinen Fall *weit* vorn gelegen hast.
      Du siehst den Flop. Wenn Du jetzt ohne weitere Informationen eure Equity neu bewerten willst, reicht es ja, herauszufinden:
      a) ob es Haende gibt die Du jetzt auf einmal schlaegst obwohl Du sie pre-flop nicht geschlagen hast: gibts nicht, Du hast ja nicht improved
      b) ob es Haende gibt, die Dich jetzt schlagen, die Dich vorher nicht geschlagen haben: gibts, alle 8x und 7x.
      Das sind nicht allzu viele, aber da es schon vorher ne knappe Sache war, ist sie jetzt mindestens noch knapper - wenn Du nicht sogar hinten liegst.

      Fussnote: Wenn das Board stattdessen J:diamond: 8:spade: 7:club: gekommen waer, haette sich Deine Equity deutlich mehr veraendert. Warum?

      Mit der Zeit entwickelt man ein Gefuehl fuer sowas - warum ist die eine Karte "blank" und die andere "board changing" etc. pp. Am Anfang hilft es, viel darueber nachzudenken. Die meisten machen das *nach* einer Session, indem sie ihre gespielen Haende analysieren, ab und an mal nachrechnen, dabei mit Ranges herumspielen, auch mit verschiedenen Boards a la "was waere gewesen wenn das Board so gekommen waer". Wenn Du es unbedingt direkt in der Session machen willst (ich hoff mal, Du versuchst nicht auch noch mehr als einen Tisch zu spielen) - well, why not. Wenn Dus kannst...

      Btw... kslate:
      Original von kslate
      Foldequity ist schon richtig.
      Fold-Equity ist nicht richtig. Fold-Equity ist *zusaetzliche* Equity, die Du dadurch realisierst, dass Dein Gegner bessere Haende folded. Fold-Equity ist quasi Betrug an der "echten" (quasi ehrlichen) Equity eurer Haende. Das sagen wir natuerlich nicht - wir sagen nicht, wir bescheissen unseren Gegner, sondern wir sagen wir bluffen ihn von seiner Hand runter. Und je oefter uns das gelingt, umso hoeher ist unsere Fold-Equity.
    • Vladras
      Vladras
      Bronze
      Dabei seit: 06.06.2010 Beiträge: 105
      Habe das Beispiel nur gewählt, um gegen eine Range ohne Infos anzutreten, ein Donk erschien mir da am einfachsten. :)


      Fussnote: Wenn das Board stattdessen J:diamond: 8:spade: 7:club: gekommen waer, haette sich Deine Equity deutlich mehr veraendert. Warum?


      Das verstehe ich nicht, wenn ich das jetzt im Kopf nachrechne, brauche ich zwar etwas länger als mir der Timer erlaubt, aber die Equity verändert sich nicht sehr deutlich, etwa um 3-5%.
      Klar, ich habe jetzt möglicherweise 'ne Straight gegen mich, massenhaft Draws und natürlich jeden Jack.

      Doch während der Gegner 117 Ax Combos in der Range hatte, sind nur 54 Jacks in seiner Range, die von der Equity her über 15% weniger Equity haben als die Ace-Pairs. Auch verliere ich meine Queen-Outs an einige seiner Draws, gewinne aber genug gegen die Jacks.
      Sollte sich also nicht viel ändern an der ganzen Equity.

      Du siehst den Flop. Wenn Du jetzt ohne weitere Informationen eure Equity neu bewerten willst, reicht es ja, herauszufinden:
      a) ob es Haende gibt die Du jetzt auf einmal schlaegst obwohl Du sie pre-flop nicht geschlagen hast: gibts nicht, Du hast ja nicht improved
      b) ob es Haende gibt, die Dich jetzt schlagen, die Dich vorher nicht geschlagen haben: gibts, alle 8x und 7x.
      Das sind nicht allzu viele, aber da es schon vorher ne knappe Sache war, ist sie jetzt mindestens noch knapper - wenn Du nicht sogar hinten liegst.


      Genau sowas wollte ich die ganze Zeit hören ))) Tipps um die Rechnung zu beschleunigen! Wenn man im Kopf rechnet, merkt man, dass da ein Muster ist, versteht aber nicht genau woran es liegt, hier die Antwort) Danke!
    • openbook
      openbook
      Bronze
      Dabei seit: 07.02.2007 Beiträge: 616
      Original von Vladras
      Fussnote: Wenn das Board stattdessen J:diamond: 8:spade: 7:club: gekommen waer, haette sich Deine Equity deutlich mehr veraendert. Warum?

      Das verstehe ich nicht, wenn ich das jetzt im Kopf nachrechne, brauche ich zwar etwas länger als mir der Timer erlaubt, aber die Equity verändert sich nicht sehr deutlich, etwa um 3-5%.
      Naja, fuer verschiedene Werte von 3-5%...

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      board: A:diamond: 8:spade: 7:club:

      KdQs 41,2896% Wins Hi: 40,6693%, Ties Hi: 1,2405%
      22+, A2s+, K2s+, Q6s+, J7s+, T7s+, 96s+, 85s+, 75s+, 64s+, 54s, 43s, A2+, K9+, Q9+, J9+, T9 58,7104% Wins Hi: 58,0901%, Ties Hi: 1,2405%

      board: J:diamond: 8:spade: 7:club:

      KdQs 33,7136% Wins Hi: 33,5637%, Ties Hi: 0,2998%
      22+, A2s+, K2s+, Q6s+, J7s+, T7s+, 96s+, 85s+, 75s+, 64s+, 54s, 43s, A2+, K9+, Q9+, J9+, T9 66,2864% Wins Hi: 66,1365%, Ties Hi: 0,2998%

      Die Prozente in meinem ersten Post waren - sagen wir mal - etwas ungenau, weil mein Odds Oracle normalerweise auf Omaha steht und ich vergessen hatte es umzustellen :) Aendert aber nix dramatisch.

      Original von Vladras
      Klar, ich habe jetzt möglicherweise 'ne Straight gegen mich, massenhaft Draws und natürlich jeden Jack.

      Doch während der Gegner 117 Ax Combos in der Range hatte, sind nur 54 Jacks in seiner Range, die von der Equity her über 15% weniger Equity haben als die Ace-Pairs. Auch verliere ich meine Queen-Outs an einige seiner Draws, gewinne aber genug gegen die Jacks.
      Sollte sich also nicht viel ändern an der ganzen Equity.
      Aber die Ax Combos hatten Dich auch pre-flop schon beat, daran aendert ein Ahigh Board nix. Durch das Jhigh Board haben Dich nun *auch* noch die Jx Combos zusaetzlich beat.


      Original von Vladras
      Genau sowas wollte ich die ganze Zeit hören ))) Tipps um die Rechnung zu beschleunigen! Wenn man im Kopf rechnet, merkt man, dass da ein Muster ist, versteht aber nicht genau woran es liegt, hier die Antwort) Danke!
      Na wenns so einfach war... gern geschehen :)
    • Vladras
      Vladras
      Bronze
      Dabei seit: 06.06.2010 Beiträge: 105
      Habe jetzt im Equilab nachgerechnet:

      K:diamond: Q:spade: vs. 40% auf A:diamond: 8:spade: 7:club: = 36%

      K:diamond: Q:spade: vs. 40% auf J:diamond: 8:spade: 7:club: = 32%


      Aber die Ax Combos hatten Dich auch pre-flop schon beat, daran aendert ein Ahigh Board nix. Durch das Jhigh Board haben Dich nun *auch* noch die Jx Combos zusaetzlich beat.

      Leider heißt Beat in der Equity-Berechnung noch lange nicht 0% ;)
    • openbook
      openbook
      Bronze
      Dabei seit: 07.02.2007 Beiträge: 616
      Ja, aber Deine Range war eine andere 40%-Range als "Top 40%".

      Edit:
      Und zum Thema "beat": Deine Range besteht aus Haenden die Dich schlagen, aus Haenden die gegen Dich splitten und aus Haenden die Du schlaegst. Je mehr Haende Dich schlagen umso weniger Equity hast Du.
    • Vladras
      Vladras
      Bronze
      Dabei seit: 06.06.2010 Beiträge: 105
      Und wie weit gehst du bei der Vereinfachung?

      >55% schlagen mich
      <45% schlage ich

      ?
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