Blinddefense gegen UTG-CO OR-Range

    • extralong
      extralong
      Bronze
      Dabei seit: 16.09.2007 Beiträge: 522
      Es gibt ja einige Artikel zum Thema Blindbattles. Aber irgendwie komme ich nicht so richtig an Infos welche Hände ich im SB/BB gegen Raises aus UTG-CO profitabel callen kann. So ad hoc würde ich sagen, dass die Gefahr der Domination wohl wesentlich größer ist, schwache Asse und Broadways sollten also mit Vorsicht zu genießen sein. Pocketpaare und kleine suited Connectors sind ja eigentlich gut gegen starke Ranges aber OOP spielt sich das wahrscheinlich auch nicht so leicht. Wieviel Equity brauche ich denn eigentlich? Hat jemand ein paar Tips für mich?
  • 3 Antworten
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Dir kann niemand sagen welche Hände du Preflop callen kannst, da dies

      1. von der Range der Openraiser abhängt

      2. von deinem Postflopskill

      Wieviel Equity brauche ich denn eigentlich?


      Das ist in NL fast vollkommen bedeutungslos, da die Preflopinvestition in Relation zu dem zu spielenden Geld nur ein sehr kleiner Teil ist. Du kannst als nicht rechnen, dass du 2:1 odds bekommst und dann Preflop callst, wenn du 33% Equity hast. Im Gegensatz zu FL kannst du deine 33% Equity nämlich in 80/100 Fällen schlichtweg nicht realisieren ohne eine unbestimmt große Summe zu investieren. (in FL kommst du für 2.5BB IMMER an den Showdown, in NL kostet es dich manchmal deinen ganzen Stack)
    • extralong
      extralong
      Bronze
      Dabei seit: 16.09.2007 Beiträge: 522
      Jo hab mir schon fast gedacht, dass mir hier niemand die Standard Defending BB vs ... verlinkt... ;) Problem ist nur, dass ich irgendwie keinen Content zum passiven Defend in den Blinds finden kann, ich dachte mir ich versuchs mal auf diesem Weg. Okay, ich kann ja mal in den Raum stellen was ich mir so zu dem Thema denke vielleicht stößt das ja eine Diskussion an oder man sagt mir zumindestens wo ich Stuss denke...

      Erstmal zum Big Blind

      1.) Gegen tighte Ranges aus UTG und MP sind Broadways, wohl Gift, selbst wenn Villain hier aufloosed sind das eher spekulative Hände die ich nicht dominiere. Hier sollten eigentlich nur KQ, AQ+ an Broadways in Frage kommen. AJ sollte sehr unangenehm zu spielen sein.

      2.) Spekulative Hände wie Pocketpairs und SC eignen sich schon eher da ich gegen eine ziemlich starke Range spiele und bei Hit gute Chancen habe ausbezahlt zu werden, allerdings dürfte es bei no Hit schwierig werden meine Equity zu realisieren (eine Hand wie 66 hat 46% gegen eine Standardrange aus UTG).

      3. Mit Pocketpairs und SC gibt es wohl 2 grobe Gameplanes bei no Hit. Der erste wäre zu versuchen meine Equity zum Showdown zu tragen. Das könnte gut gelingen wenn mein Gegner wenig c-bettet oder aber einen sehr niedrigen c-bet Turn Werte aufweist. Ein allgemein niedriger River AF ist bestimmt auch von Vorteil.

      4. Der andere Gameplan wäre Villain aus dem Pot zu drängen. Hier eignen sich besonders dry Boards. Ace oder King high Flops trifft er zwar gut allerdings sind diese Boards schon sehr scary wenn er sie nicht trifft was immerhin in 2/3 der Fälle passiert mit einer Standard UTG-MP Range. Hier wäre ein sehr hoher C-bet Flop Wert verbunden mit hohem fold to c/r Flop Wert ideal. Allgemein sollte sein WTSD eher niedrig sein.

      5. Wenn Villain aus dem CO aufloosed sollten jetzt auch wieder mehr Broadways in Frage kommen. Die Standardrange nach Pokerstrategy empfiehlt vom CO Q9+, K9+ A9o+, A6s+ zu raisen. Hier kann ich also vermehrt KJ, QJ, AT-AJ, coldcallen.

      6. Am BU hat Villain nach Pokerstrategy dann alle Asse drin. Mit Ks, Qs und Js geht er jetzt bis zum Kicker 8 runter. Ich persönlich defende wenn Villain so viel raised A9o+, A2s, any Broadway.

      7. 5. und 6. gelten für mich in Verbindung damit, dass Villain postflop eher auf der passiven Seite angesiedelt ist.

      Für den Small Blind ändert sich erstmal wenig in Bezug auf meine Überlegungen zum Openraiser. Das Problem ist der BB.

      1. Wenn BB ein Fisch ist sollten spekulative Hände wie Pocketpaare wesentlich an implied Odds gewinnen. Wichtig ist wohl wie aktiv der Fish ist. Wenn er sehr passiv ist, könnte das den Openraiser dazu zwingen wesentlich passiver zu spielen, was mir wiederum besser ermöglichen würde meine Equity zu realisieren.

      2. Gegen einen aktiven Fisch (Maniac) sind spekulative Hände dann schon grenzwertig. Gerade wenn er Preflop gerne mal moved. Auch mit draws dürfte es gegen einen aktiven Postflopspieler OOP schwierig werden. Denke da kommen wenn überhaupt nur Pocketpaare in Frage. Vielleicht auch mal eine Hand wie TT-QQ oder AQs+ for Squeezeinduce, ums gegen ihn dann zu shoven.

      3. Auch bei Squeezefreudigem BB sind spekulative Hände wohl eher Folds.

      4. Das Problem ist natürlich, dass BB ziemlich gute Odds bekommt wenn ich aus dem SB calle. Wenn BB nicht zu Squeezes neigt ist das mit spekulativen Händen durchaus vorteilhaft. Aber mit Broadways ist das natürlich schon eklig. Ein Toppair mit mittlerem Kicker gegen 2 Gegner OOP ist schon Scheisse.

      So ich belasse es erstmal dabei, das ist so etwa der Stand auf dem meine Überlegungen gerade sind.
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Ich kann dir zu dem Thema erstmal folgendes anbieten:

      Blinddefense (1) - Einführung
      Blinddefense (2) - Dominierte Hände - Button vs Big Blind
      Blinddefense (3) - Dominierte Hände - Button vs Small Blind
      Blinddefense (4) - Small Blind vs. Big Blind
      Blinddefense (5) - Suited Connectors (1)
      Blinddefense (6) - Suited Connectors (2)

      Ließ dir das mal durch, danach kannst du gerne noch was dazu sagen.

      Danach gehen wir nochmal auf deine Punkte ein. ;)