Padex

    • Padex
      Padex
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2010 Beiträge: 558
      Mahlzeit!

      Ich bin 28 Jahre und im sog. RL vertreibe ich mir die Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der örtlichen Kleinstadtuni, wo ich in erster Linie Kaffee trinke, Zeitung lese, weibliche Mitarbeiter von der Arbeit abhalte und so oft wie möglich Zigarettenpausen einlege. Sollte es meine Zeit zulassen schreibe ich auch mal zwei oder drei Sätze für meine Doktorarbeit.

      Ich bin im Oktober letzten Jahres zufällig auf das Themenforum von PS.com gestoßen und dann irgendwie hier hängen geblieben. Ich habe von Anfang an FL gespielt und mich inzwischen auf 0,25/0,5 SH hochgeraked. Ich habe vor etwa einem halben Jahr mal NL ausprobiert, auf 4k Hände NL2 und NL5 auch ein paar bb gewonnen, war aber irgendwie nicht meine Welt. Einmal Minbetter, immer Minbetter.

      Trotzdem möchte ich gerne Ansatzweise NL lernen, zum einen weil der Blick über den Tellerrand nicht schaden kann, zum anderen weil ich denke, dass man sich redlicherweise nicht Pokerspieler nennen sollte, wenn man von der wichtigsten Variante überhaupt keine Ahnung hat.



      zu den Aufgaben:

      1. Aus welchen Gründen spielst du Poker?
      Weil ich ein zynischer, menschenverachtender, soziopathischer Sadist bin. Im Poker kann ich andere Menschen Leiden lassen und verdiene Geld dabei. Wollen diese dann Vergeltung üben können sie es wegen ihres mangelden Skills häufig nicht und ich verdiene noch mehr Geld während sie noch mehr leiden. In allen anderen Tätigkeiten, die mir noch Spaß machen würden (Steuerfahnder, Sperrkassierer, GEZ-Mitarbeiter, Gerichtsvollzieher) waren leider keine Stellen frei, also bleibt mir nur Poker. Sicher ein suboptimales Mindset, aber hey, so ist es numal.


      2. Was sind deine Schwächen beim Poker?
      - Vier Straßen machen mir derzeit am meisten Probleme: Preflop, Flop, Turn, River.
      - Ich kann kein Overpair folden.
      - Es gab soviel Action, jeder Draw ist angekommen, die Gegner haben so elends starke Ranges, ich muss bet, raise und 3bet am River coldcallen, aber ich folde das Top Set nicht in zehntausend Jaheren.
      - Während einer guten Winningsession stellt sich bei mir oft so eine Art Gotteskomplex ein. Trololo, ich bin der König und ihr könnt doch alle eh nix. Löst sich meine Winnrate danach im Nirvana auf schreibe ich wieder seitenlange Hasstriaden in meinen Blog.
      - Ich neige mit Draws manchmal zum Ach-es-kommt-bei-mir-doch-eh-nix-an-Fold.
      - Ich neige mit eindeutig geschlagenen Händen manchmal zum Er-kann-doch-nicht-schon-wieder-die-Nuts-haben-Call.
      - Ich neige mit marginalen Händen manchmal zum Ich-krieg-ihn-noch-aus-der-Hand-Raise.
      - Ich bleibe viel zu lange an Tischen die nicht profitabel für mich sind.
      - Ich habe ein sagenhaftes Talent dafür entwickelt mich bei der Entscheidung dünne Valuebet oder checkbehind am River grundsätlich falsch zu entscheiden.
      - Erwähnte ich bereits dass ich Fixed Limit spiele?


      3. Was bedeutet tight aggressiv?
      Entgegen dem Flüstergeheimtip in der Fisch-Szene "any two can win" spielen wir nur Hände, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auch tatsächlich gewinnen werden. Dabei achten wir nicht nur auf unsere eigene Hand, sondern auch auf die Aktionen der Gegner sowie deren relative Position zu uns. Haben wir eine gute Hand, die oft gewinnen wird, dann wollen wir einfach Kohle im Pot sehen. Da auf den kleinen Limits kaum einer unserer Gegner die Liebenswürdigkeit besitzt mit einer schlechteren Hand selbst viel Geld zu setzten müssen wir das nolens volens für ihn übernehmen. Wir haben kein Problem damit mit sehr guten Händen bis zum äußersten zu gehen, d.h. all unser Geld (jaaaa, die ganzen zwei Dollar) in die Mitte zu schieben, falls das die beste Entscheidung ist. Dabei sind wir nicht blind aggressiv, sondern wissen jederzeit warum wir betten, raisen, reraisen oder pushen. Wir wissen auch wann wir besser nicht selbst die Action bringen, sondern lieber nur passiv spielen. In Spots, die wir wahrscheinlich nicht mehr gewinnen können, sind wir auch in der Lage eine Hand von hohem ästehtischen Wert, aber grottenschlechter Equity, ohne weiters aufzugeben, satt unsere Chips wie Bonbons zu verschenken.
  • 21 Antworten
    • Schnullerbacke
      Schnullerbacke
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2007 Beiträge: 524
      Du muckst also Hände mit hohem ästhetischen Wert nur des schnöden Mammons wegen? :f_o:
    • sagenwirmalso
      sagenwirmalso
      Bronze
      Dabei seit: 11.06.2011 Beiträge: 193
      yeah, jetzt auch fished nolimit mit padex! :s_biggrin:

      wenn ich einen fortschrittsverlauf lesen werde, dann sicher diesen hier. wenn das nur halb so gut wird wie dein fl blog, ist lesevergnügen garantiert :D

      also ran an speck
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Moin Padex, willkommen im Kurs.

      Ich kennen deinen FL-Blog leider nicht, aber wenn ich mir den ersten Post hier so anschau überlege ich doch grade den mal zu suchen ;)

      Ansonsten schöne Hausaufgabe, zu deinen Schwächen kann ich nur sachen: Ab ins Handbewertungsforum und Hände posten aber schnell ;) .

      Ansonsten ist das bisher die Beste Tag-Style definition, die ich hier gelesen hab, abgesehen von meiner eigenen ;) . Weiter so :s_thumbsup: .
    • Padex
      Padex
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2010 Beiträge: 558
      Die Aufgaben für Teil 2:

      Frage 1: An welchen Stellen würdest du anders spielen als vom BSS Starting Hands Chart empfohlen und warum?

      Ich weiche in erster Linie dann vom SHC ab wenn mir langweilig ist. Vorgestern z.B. saß ich an einem unglaublich nittigen Tisch, an dem einfach niemand preflop meine Openraises callen wollte. Ich überlegte daher, ob ich zu meiner kurzfristigen Unterhaltung entweder im Chat ein Tourette-Syndrom vortäusche, oder any two aus dem Button steale. Dann dachte ich mir aber any two aus late Position zu raisen ist einfach zu auffällig und hab lieber for deception any two aus MP3 geraist. Sicherlich nicht jedermanns Geschmack.

      Davon abgesehen halte ich aber ein paar Anpassungen sogar für sinnvoll:
      - Ich isoraise tighter, wenn ich Spieler hinter mir habe, die gerne 3betten.
      - Ich isoraise looser, wenn der Limper geren hit or fold am Flop spielt und das Feld hinter mir tight ist.
      - Ich 3bette looser, wenn der Openraiser viel auf 3bets foldet.
      - Ich steale tighter, wenn ich Shortstacks in den Blinds habe, da diese sich gerne am Flop comitten und der isolierte EV meiner Contibet dadurch geringer wird.
      - Ich steale looser, wenn die Blinds tight sind und einen großen Stack haben.
      - Ich 3bette tighter, wenn der Openraise aus EP kommt und ich auf eine 4bet folden müsste.
      - Generell defende ich den BB looser als im SHC (da spielt man glaube ich nur AK und Pairs). Besonders wenn ich weiß das Villain loose stealt bevorzuge ich auch mit vielen Händen die 3bet gegenüber dem Call. Damit treibt man dem Gegner zum einen das loose stealen aus und in späteren Orbit wird häufiger zu mir gefoldet, zum anderen kann ich den Pot oft mit der Flop Cbet mitnehmen.
      - Nach Limpern complete ich im SB einige Hände mehr als nach SHC. Nach zwei Limpern z.B. bereits jedes Pair und jede suited Hand.


      Frage 2: Poste eine Hand, die dir vor dem Flop Schwierigkeiten bereitet hat.

      In dieser Hand geht es nicht dirket ums Preflopspiel, aber darum wie sich mein Preflopcall auf meine eigene Range aus Sicht des Gegners auswirkt:

      NL2 JJ calldown

      Ich spiele JJ aus dem CO gegen ein MP3 openraise.


      Frage 3: Welche Equity besitzt du mit AKo gegen die Top-5%-Range, d.h. 88+, AJs+, KQs, AKo?

      Kann man zwar in 5 Sekunden im Equilab machen, aber heute rechnen wir mal von Hand. Ich sehe mir zunächst die Equity gegen Teilranges an und bestimme danach den nach Anzahl der Kombinationen gewichteten Durchschnitt.

      - gegen 88-QQ: 30 Kombos mit ca. 45% Equity
      - gegen AJs, AQs, KQs: 9 Kombos, da ich jeweils eine Kombination blockiere. Das sind Hände, die ich (schwach) dominiere, ca. 70% Euity
      - gegen AK: Da noch 3 Asse und 3 Könige im Deck sind bleiben 3*3=9 Kombos. ca. 50% Equity, gegen AKs etwas weniger, aber da ich nur grob schätze ignoiere ich das mal.
      - gegen KK: 3 Kombos die mich (schwach) dominieren, ca. 30% Equity.
      - gegen AA: 3 Kombos die mich (stark) dominieren, ca. 5% Euity

      Insgesamt 54 Kombinationen. Ich bestimme den gewichteten Durchschnitt.

      30*45% + 9*70% + 9*50% + 3*30% + 3*5% = 54*EQ(AK)
      2535% = 54*EQ(AK)
      46,9% = EQ(AK) gerundet

      Nach meiner Schätzung hat AKo gegen die genannte Range also ca. 46,9% Equity. Die Analyse mit Equilab ergibt 46,3%, bin also sehr dicht dran.
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Ich weiche in erster Linie dann vom SHC ab wenn mir langweilig ist.


      Das solltests du allerdings unbedingt vermeiden ;) . Die restlichen Änderungen finde ich soweit gut ;) .

      Auch, dass du dir die Equity ohne Equilab angeschaut hast ist gut. Und hilft dir sicher für dein Spiel an den Tischen, wenn du kein Equilab und keine Zeit hast. Und deine Equity ist auch sehr nah an der dran, die Equilab ausgibt, was für deine Einschätzungen spricht ;) .
    • Padex
      Padex
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2010 Beiträge: 558
      Aufgaben für Teil 3:

      Frage 0: Downloade und installiere das Equilab.
      Vor langer zeit erledigt.


      Frage 1: Du hältst KsQs. Welche Equity hast du vor dem Flop gegen 3d3c? Wie ändert sich deine Equity auf diesem Flop: Js5d3s?

      Preflop: Generell haben Overcards etwas mehr als 45% Equity gegen ein Pocketpair, Broadways gegen ein Pair < 77 etwa 47%. Dass unerere hand suited ist bringt nochmal etwa 2,5% gegen Pairs. Die Equity dürfte bei etwa 49,5% liegen, eher etwas mehr, da 33 weniger Straightmöglichkeiten hat als z.B. 55 und öfter durch ein double-paired Board wertlos wird als ein höheres Pocket.

      Flop: Wir halten ein FD und 0-Gap BDSD (der aber nicht vollwertig ist, da eine T den OESD, ein A aber nur den GS bringt). Durch das Set des Gegners sind unsere Overcards wertlos. Um von Hand rechnen zu können ignoiere ich den BDSD im weiteren. Das ist hier kein großer Fehler, da der BDSD ohnehin nicht viel Wert ist und sich zudem Mit Flushouts überschneidet.

      Die undiskontierte Equity eines naked FD ist etwa 36%. Das kann man wissen oder ausrechnen. Die Wahr'keit einer Spades Karte auf dem Flop ist 9/45 = 20%. Die Wahr'keit einer Spades Karte auf dem River, gegeben dass keine Spades am Turn kommt ist 36/45 * 9/44 = 16,36%. Macht 36,36% Euity

      Nun ist aber zu berücksichtigen, dass Villain noch 10 Outs zur Verbesserung seiner Hand hält. Diese Wahr'keit errechnet sich analog: Turn: 10/45 = 22,22%, River: 35/45 * 10/44 = 17,76%. Villain verbessert seine Hand also in etwa 40% der Fälle.

      Die Wahr'keit, dass beide Ereignisse einterten ist demnach: 36,36% * 40% = 14,45%. Hierbei wurden aber zwei Outs doppelt gezählt. Das ist zum einen die 5 of Spades, mit der sowohl der Flush als auch das FH ankommt. Zum anderen die Möglichkeit eines Boardpairs auf Turn und River, wobei eine von beiden Karten in Spades kommt (Beispiel: Turn: 8d, River: 8s). Ein Out ist bekanntlich 2,22% Equity Wert, ich ziehe daher von den 14,45% 4,44% ab, macht etwa 10%.

      Streng genommen hat das Spades Boardpair etwas weniger als 2,22%, aber wir wollen ja nicht jedes Haar spalten.


      Ich ziehe also von den undiskontierten 36,36% wegen des Redraws des Gegners 10% ab und erhalte 26,36% Equity am Flop.

      Überprüfung durch Equlab:
      Preflop: meine Schätzung 49,5%. Equilab: 50,78%
      Flop: meine Schätzung 26,36%. Equilab: 26,46% :f_cool: :f_pleased:


      Frage 2: Wie würdest du in der folgenden Hand agieren?

      Ohne weitere Infos gehe ich bei BU von einem Gegner mit für das Limit etwa durchschnittlichen Skill aus. Bevor ich meine Entscheidung treffe schildere ich ausführlich meine Gedanken zur Hand.

      Was kann BU hier spielen?

      Bluff: BU könnte das Board komplett verfehlt haben. Wenn er jetzt denkt, dass Hero selbst nichts hat und nur bettet um den Pot zu kaufen kann er hier bluffen um Hero von Overcards runter zu kriegen. Da BB zweimal checkt hat er wahrscheinlich ohnehin keine spielbare Hand. Ein solcher Purebluff ist zwar selten, man kann ihn aber nicht ausschließen. Zudem kommen hierfür nur wenige Hände in Frage, etwa suited connectors in spades oder hearts.

      Semibluff: BU könnte einen FD in cross oder diamond halten und mit dem selben Gedanken wie oben Semibluffen. Ein OESD mit 87 oder Monsterdraw mit 87s wäre auch möglich.

      Made Hands: Ein Overpair 77+ ist unwahrscheinlich, dies hätte BU am Flop mit einer Bet for protection spielen sollen. Ein Set am Flop hätte häufig gebettet, dass ein Set zum Turn delayt, damit andere Hände zur zweitbesten hand improven schließe ich aber nicht aus, besonders da ein Set hier weniger protecten muss als ein Overpair.
      Eine Straight mit 44 oder 54s wäre auch möglich, dass ein guter Gegner preflop A4 coldcallt schließe ich mal aus.
      Zuletzt kann Villain noch die 5 getroffen haben, etwa mit 55 oder 65. Da 65 am Flop etwa genausoviel Wert ist wie ein kleines Overpair denke ich aber 65 hätte schon den Flop angespielt.

      Die range die ich beim BU vermute ist also:
      a) Er slowplayt Sets am Flop: 66-22,87s,JdTd,JcTc,Td9d,Tc9c,9d8d,9c8c,5d4d,5c4c
      b) Er slowplayt Sets nicht: 55-44,87s,JdTd,JcTc,Td9d,Tc9c,9d8d,9c8c,5d4d,5c4c
      Ich gehe Standardmäßig davon aus, dass er Sets nicht slowplayt, ausschließen will ich es aber nicht.


      Wo stehe ich?
      Da Purebluffs hier selten sind und für semibluffs nur wenige suited connetors in Frage kommen sehe ich mich hier häufig hinten, auch wenn ich FDs in cross dominiere. Selbst wenn ich annehme, dass gefloppte Sets häufiger den Flop anspielen bin ich hier, allein schon wegen 55, 44 und 54s Underdog.

      Welche Outs halte ich?
      Mein FD ist nahezu clean. Lediglich die 6c und die 3c würden Villain mit einem Set das FH bringen. Ich kann diese Outs aber nicht komplett diskounten, da ich damit immer noch die Straight schlage.
      Keine Outs kann ich mir auf A oder J anrechnen. Mit Toppair schlage ich hier keine Hände, die ich mit A-high nicht ohnehin schlagen würde (!), zudem sind die diamond Outs tainted.
      Etwas knifflig ist mein Gutshot auf die 4. 4c ist ein Flushout, 4d ist tainted, 4h und 4s lassen zwar meine Staright ankommen, ich splitte jedoch nur gegen 44 und 54, 87 schlägt mich. Für den Gutshot kann ich mir kaum Outs anrechnen, er ist aber nicht komplett Wertlos.

      Wie sind die Potodds?
      Der Pott ist 1,13$ groß, ich müsste 22ct für den Call zahlen, das sind PottOds von etwa 4:1.

      Call oder Fold?
      Da ich gegen Semibluffs noch vorne liege und viele gute Flushouts habe kommt ein Fold für 4:1 nicht in Frage.

      Call oder 3bet?
      Auf eine 3bet werden keine besseren hände folden, da dies entweder Sets oder Straights sind. Schlechtere Hände werden nicht callen, da dies nur die FD sind, die auf eine große Bet am Turn nicht callen können. Ich habe also weder eine Bluffbet, noch eine Valuebet. Zudem müsste ich einen Push von Villain callen und ein All-in kann as Underdog nicht in meinem Interesse sein.

      Turnentscheidung:
      Da die Potodds zu gut für einen Fold sind und eine 3bet weder als Bluff noch for value spielbar ist entscheide ich mich hier für den Call.

      Wie spiele ich den River?
      - Auf jedes Flushout spiele ich check/push. Auf 6c oder 3c laufe ich zwar manchmal in ein FH, aber das ist dann halt Pech. Dass Villain ein set oder die Straight behindcheckt wenn der BDFD ankommt halte ich für unwahrscheinlich. Trifft er selbst den Flush wird er ohnehin bet/broke spielen wollen. Mit dem c/r gebe ich ihm zudem die Gelegenheit einen busted draw in diamond nochmal zu blufbetten. Außerdem balance ich damit meine c/f-Range.
      - Auf eine 4, außer 4d spiele ich c/c, wenn Villain weniger als den halben Pot am River bettet, da ich hier oft nur splitte, aber immer noch von 87 geschlagen werde.
      - Auf eine 7,8,9 oder T spiele ich c/f, da jetzt sogar noch einige Semibluffs zum Toppair improven.
      - Auf eine diamond Karte gebe ich ebenfalls auf, selbst wenn Ad fällt.
      - Auf eine Blank (A und J sind hier quasi Blanks) checke ich zunächst und entscheide je nach Betgröße und Villains genereller Aggression, ob ich noch eine kleine Bet bluffcatcher-calle.


      Frage 3: Hast du Fragen zum Spiel nach dem Flop? Poste eine Hand und lass sie von anderen Mitgliedern und unseren Coaches bewerten.

      [NL2] JTs TopTwopair 5handed 3suited Flop

      In dieser Hand floppe ich 5handed TopTwo und die Frage ist, ob ich hier pushe, nachdem der PFA checkt und vor mir ein Shortstack all-in geht.
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Frage 1:

      Hm, bin ich zu doof Equilab zu nutzen, oder ihr (moneymanni11 hat das gleiche raus wie du) ? ;) Bei mir kommt Preflop folgendes raus:


      Board:
             Equity     Win     Tie
      Hero    49.22%  48.84%   0.38% { KsQs }
      Villain    50.78%  50.40%   0.38% { 3d3c }


      Letztendlich ist das halbe % eigentlich egal, aber ich frag mich gerade was da los ist.

      Habe den Fehler gefunden, es lag an meiner Equilab Version, ich hatte noch 1.1.0.1 und da war die Equity noch anders als in der akutellen 1.2.0.0 ;) (man könnte es auch Bug nennen), du hast natürlich recht mit deiner Lösung.


      Ansonsten wenn ich mal kein Equilab zur Hand hab schick is dir ne PM mit der zu analysierenden Situation ;) . Echt super, dass du dir die ganze Arbeit machst, das wird sich früher oder später auch an den Tischen auszahlen, wenn du die Equity gegen Ranges so abschätzen kannst.

      Hm, zu Frage 2 kann ich jetzt gar nichts mehr schreiben, du hast ja alles schon analysiert ;) . Good Job Sir!

      Und mit der geposteten Hand, ist dann auch die Hausaufgabe 3 erledigt ;) .
    • Padex
      Padex
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2010 Beiträge: 558
      Aufgaben für Teil 4:


      Frage 1: Poste eine Hand in unseren Handbewertungsforen, in der du postflop die Initiative hast.

      [NL 2] KK Turnraise mit FH

      Hier halte ich KK, treffe am Turn ein FH und Villain donkt in mich rein. Die Frage ist, ob ich gleich raise oder zum River delaye.


      Frage 2: Bewerte eine Hand, die von einem anderen Mitglied gepostet wurde.

      Da muss ich passen. Ich finde gerade kein Hand zu der ich etwas sinvolles sagen könnte und möchte auch nicht das HBF mit irgendwas wie "nh, hätte ich auch so gespielt." vollspammen.


      Frage 3: Du stehst am Flop mit KQ. Auf dem Board liegt J, 9, 8 und dein Gegner hält 77. Welche Equity besitzt du in diesem Spot?


      Machen wir wieder mal ohne Equilab. Wir halten einen Gutshot to the nuts mit 4 Outs. Zusätzlich haben wir 6 Outs auf die Overcards, können dann aber von einem Set eingeholt werden. Außerdem würden wir auf einem double paired board gewinnen.

      Auf die T können wir uns die vollen Outs anrechnen, also 2,22% auf 4 Outs über zwei Straßen, macht 17,76%.

      Analog ist die Wahr'keit für ein Toppair 6*2*2,22% = 26,64%. Villains 2 Setouts sind 2*2*2,22% = 8,88% Wert. Dass wir Toppair treffen und Villain ein Set trifft passiert also in etwa 26,64% * 8,88% = 2,37% der Fälle. Hier sind aber noch die Fälle doppelt gezählt in denen sowohl Q oder K als auch eine T fallen. Das passiert zu 17,76% * 26,64% = 4,73%. Unsere Outs auf Toppair sind also 26,64%-2,37%-4,73% = 19,54% Wert.

      Ich hätte auch hier wieder mit bedingten Wahrscheinlichkeiten arbeiten müssen, da hier aber bei 6 und 2 Outs der Fehler kleiner ist als bei 9 und 10 Outs in der Hand aus Teil 3 mache ich mir mal die Mühe nicht. Es gibt hier aber einen Fehler von etwa 1%-2% durch die Verwendung von pauschal 2,22% für ein je Out.

      Zuletzt noch die Möglichkeit eines double paired boards. Die Wahr'keit eines Boardpairs auf dem Turn ist 9/45 = 20%. Die Wahr'keit eines weiteren Boardpairs, gegeben dass sich das board bereits am Turn gepairt hat ist 9/45*6/45 = 2,67%.

      Die Equity der Hand ist demnach 17,76% + 19,54% + 2,67% = 39,97 %

      Überprüfung mit Equilab ergibt: 41,41%
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Okay, Hand gepostet :s_thumbsup:

      Da muss ich passen. Ich finde gerade kein Hand zu der ich etwas sinvolles sagen könnte und möchte auch nicht das HBF mit irgendwas wie "nh, hätte ich auch so gespielt." vollspammen.


      Was ist denn das für eine faule Ausrede ;) . Du kannst doch auch jemandem erklären, warum du es gut findest, wie er gespielt hat. Also, eine Bewertung will ich schon noch sehen ;) .

      Die Equity ist mal wieder richtig.

      Jetzt noch eine Handbewertung, und ich kann die Aufgabe abhaken ;) .
    • Padex
      Padex
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2010 Beiträge: 558
      Original von SpeedyBK
      Okay, Hand gepostet :s_thumbsup:

      Also, eine Bewertung will ich schon noch sehen ;) .

      Na gut, hab doch noch eine Hand gefunden zu der ich was Sinnvolles sagen kann.

      NL2 A,Jo

      Hero trifft auf einen double paired board das Under-FH und pusht auf eine Bet von Villain. mMn keine gute Entscheidung, da er wenn Villain callt entweder splittet oder gegen das Top-FH verliert.
    • Padex
      Padex
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2010 Beiträge: 558
      Aufgaben Teil 5:
      Frage 1: Poste eine Hand zur Bewertung, bei der du deine Entscheidungen von den Stats deines Gegners abhängig gemacht hast.

      [NL2] Ak gegen Mindonk 3hd

      Ein preflop passiver, aber postflop sehr aggressiver Gegner mit auffällig niedrigem WTS donkt den Flop. Soll ich hier versuchen mit AK unimproved den Pot durch ein Raise zu gewinnen?


      Frage 2: Bewerte eine Hand, die von einem anderen Mitglied gepostet wurde.
      Ich finde gerade wieder keine Hände zu denen ich was Sinnvolles sagen könnte. Da schaue ich später nochmal nach.


      Frage 3: Sieh dir folgende Situation an:
      Preflop: Hero is BU with 6Diamond , 7Diamond
      4 folds, Hero raises to $0.40, SB calls $0.40, BB calls $0.40

      Flop: ($1.20) 3Diamond , 3Heart , TDiamond (3 players)
      SB checks, BB checks, Hero checks

      Turn: ($1.20) JDiamond (3 players)
      SB bets $1.00, BB calls $1.00, Hero...


      Es stellt sich zunächst die Frage, was SB hier betten kann. Aus meiner Sicht seine gesammte preflop Range. Da Hero mit dem cb am Flop zeigt, dass er keine starke MadeHand hat ist es aus SBs Sicht sehr wahrscheinlich dass Hero hier nicht weiterspielen kann. Denkt er nun dass der BB oft auch nichts hat, dann kann SB versuchen hier mit jeder Hand den Pot einzukassieren. SB wird allerdings selten den Flush haben, da alle suited connectors durch das board oder meine Hand blockiert sind. Da SB eher taggy aussieht gehe ich auch nicht von einem keinen suited Ace oder KQs aus.

      Wesentlich interessanter ist der Call vom BB am Turn. Ich vermute, dass er entweder einen one-card FD hält, oder gegen SBs möglichen Bluff marginale Showdownvalue hat.

      Damit ist klar, dass ich hier raisen möchte. Bluffs und marginale Hände werden darauf wohl eh aufgeben. Sollte aber ein Gegner mit einem Bluffcatcher zum SD wollen, dann solls mir recht sein. Ich würde hier auf etwas mehr als 4 $ raisen. Ein FD bekommt so Odds von etwas schlechter als 2:1 und hat nur die Wahl zwischen Pest oder Cholera. Entweder seinen starken Draw folden oder einen zu hohen Preis zahlen.

      In dem unwahrscheinlichen Fall, dass ein Gegner mich hier 3bettet gehe ich auf jeden Fall am Turn all-in. Wahrscheinlich spiele ich dann zwar gegen ein FH, aber auch JT, 3x, Jx oder Nut-FD sind hier denkmöglich und der Pot ist dann zu groß um einen Flush zu folden.


      Frage 4: Sieh dir folgende Situation an:

      Preflop: Hero is CO with JHeart , JSpade
      4 folds, Hero raises to $0.40, BU 3-bets to $1.30, 2 folds, Hero calls $1.30

      Flop: ($2.75) 6Heart , 9Spade , TClub (2 players)
      Hero...

      BU kann preflop mit einer weiten Range 3-betten. Selbst gegen 88+, AT+ bin ich hier Favorit, und BU 3bettet da sicher noch looser. Da meine Hand hier sehr stark ist kommt c/f schon mal nicht in Frage. Es bleiben also c/c, c/r oder donkbet.

      Mit c/c ist das Problem, dass falls ich vorne liege mir jede Q und K Karte am Turn die Equity zerstört und ein A wäre meine Todeskarte. Selbst wenn keine Overcard fällt müsste ich mich spätestens am River fragen gegen welche Hand ich mich denn noch vorne sehe die 3 mal barrelt. Und die Line c/c F, c/c T, c/f R spiele ich sehr ungern. Außerdem lasse ich Villain mit seinen Overcards viel zu billig drawen, da er hier z.B. AK am Turn unimproved behindchecken könnte.

      c/r gefällt mir sehr gut. Auf diesem Board wird dieser Gegner fast immer contibetten, so dass ich zumindest noch ein bisschen Geld von seinen unimprovten Händen bekomme und verhindere von Overcards überholt zu werden. Zudem hätte ich auf eine 3bet eine einfache Entscheidung. Wenn ich hier die Cochones habe nach seiner preflop 3bet am Flop erst mal ein geschmeidiges checkraise auszupacken, dann bin ich ziemlich sicher hinten falls er hier 3bettet und komme ziemlich billig von meiner schlechteren Hand runter.

      Die Donkbet hätte den Vorteil, dass ich mich auch hier auf ein Raise oft genug hinten sehen kann um zu folden. Allerdings werden schlechtere Hände häufig sofort aufgeben und ich bekomme postflop garnichts mehr wenn ich vorne bin.

      Im Vergleich schneidet die Line c/r/f am Flop also am besten ab. Im Vergleich zu c/c komme ich billiger davon falls ich hinten liege. Im Vergleich zur Donkbet bekomme ich mehr Geld wenn ich vorne liege, da schlechtere Hände nach meinem check noch contibetten können.
    • CKWebsolutions
      CKWebsolutions
      Bronze
      Dabei seit: 30.04.2007 Beiträge: 2.171
      Frage 3:

      Raise ist auf jeden Fall mal OK. Wie du schon festgestellt hast, sieht es für SB so aus, als ob der Pot niemanden interessiert. Die Betsize ist zwar etwas groß, aber wer weiß, was er sich dabei denkt.

      Ein Push auf eine 3bet seh ich schon etwas kritischer. Beide haben keinen allzu hohen WTS, sind also durchaus in der Lage, auch mal aus der Hand rauszufinden. Trips wären natürlich optimal, aber wie siehts mit FH oder eben auch in einen höheren Flush (Ax in :diamond: , KQs) aus?
      Du hast dann noch 6.60 übrig, der Pot sollte mit der 3Bet dann irgendwo um die 15-20 sein.
      Wenn du dich da noch oft genug vorne siehst OK, ansonsten nichts wie raus.

      Frage 4:
      c/r/f? Meiner Meinung nach nicht ganz so optimal.
      Wenn du schon checkraisen willst, dann überleg mal, wie das aussehen könnte.
      BU ballert hier mit 2/3 rein, was ungefähr $2 entspricht.
      D.h. dein Raise müsste schon auf $6 gehen. Damit sind von dir schon $7.30 in der Mitte und du hast noch 2.70 left.
      Da kommst du einfach nicht mehr raus, zumal du das vielleicht schon beim Raise siehst und dort direkt pushen kannst.

      Wenn du die Hand noch irgendwie günstig spielen willst, dann eher Donk/Fold.
    • Padex
      Padex
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2010 Beiträge: 558
      Original von CKWebsolutions
      Frage 4:
      c/r/f? Meiner Meinung nach nicht ganz so optimal.
      Wenn du schon checkraisen willst, dann überleg mal, wie das aussehen könnte.
      BU ballert hier mit 2/3 rein, was ungefähr $2 entspricht.
      D.h. dein Raise müsste schon auf $6 gehen. Damit sind von dir schon $7.30 in der Mitte und du hast noch 2.70 left.
      Da kommst du einfach nicht mehr raus, zumal du das vielleicht schon beim Raise siehst und dort direkt pushen kannst.
      OK, daran dass ich mich mit dem Raise committe hatte ich nicht gedacht. Mit der Line c/r komme ich da mit meinem Reststack wirklich nicht mehr raus. So Dinge wie auf das Verhältnis von Stack und Pot zu achten sind leider so die entscheidenden Unterschiede im NL, wenn man so wie ich aus dem FL-Spiel kommt. Ich muss auch zugeben dass das Spiel mit so mittelprächtigen Händen wie Toppair oder einem schwächeren Overpair mir noch ziemliche bereitet und ich mit Fehlern in solchen Händen gerne mal eine ganze Session ruiniere.




      Nun aber zu den Aufgaben aus Teil 6.

      Frage 1: Poste eine Hand zur Bewertung, bei der du dich entweder a) in einer Freeplay- b) Slowplay- oder c) Multiway-Pot-Situation befandest.

      NL2 AA 3hd Flopdonk auf Lowcardboard

      Auf einem ungefährlichen board habe ich Initiative und Position auf zwei Gegner. Der Spieler first to act donkt, der Spieler im Sandwich callt. Soll ich gleich raisen um einen Pot aufzubauen, oder delayen, damit eine Gegner am Turn noch eine zweitbeste hand aufgabelt?


      Frage 2: Bewerte eine Hand, die von einem anderen Mitglied gepostet wurde.

      [NL5] QQ - Preflop 4-bet?

      Hero fragt sich ob er gegen eine scheinbar loose Iso-3bet preflop mit QQ 4bet/broke spielen sollte. Ich bin der Meinung, dass die 3bet gegen einen tighten EP Openraiser garnicht so loose ist wie man auf Grund der Stats vermuten sollte.


      Wie würdest du agieren und warum?

      Preflop: Hero is BU with Q , J
      5 folds, MP3 raises $1.00, CO calls $1.00, Hero calls $1.00, 1 fold, BB calls $1.00

      Flop: ($4.10) 3 , J , A (4 players)
      BB checks, MP3 checks, CO checks, Hero checks

      Turn: ($4.10) Q (4 players)
      BB bets $2.05, 2 folds, Hero...?


      BB ist laut Aufgabe eine Callingstation. Da es keine Action am Flop gab spielt er am Turn mit seiner gesammten Prefloprange. Ich nehme an, dass er kein lonly Ax, oder gar schlechter, gegen 3 Gegner am Turn bettet, erst recht nicht mit halber Potsize. Auch unterstelle ich, dass er Draws passiv spielt und hier nicht mit einem GS oder FD einen Semibluff auspackt. Es bleiben daher nur Monsterhände.

      Möglich wären gefloppte Monster, die er aus Angst alle Gegner zu vertreiben nicht am Flop leaden wollte. Das wären 33, JJ, A3, AJ oder sogar slowplayed AA. Des Weiteren kann er mit der Q am Turn improved haben. Es improven bei ihm QJ, KT, AQ, vieleicht sogar QQ.

      Von J3 oder Q3 gehe ich selbst bei einer Callindstation nicht aus, selbst wenn er unglaublich loose ist hält er die nur suited, was dann je 3 Kombinationen sind.

      Ich bin also gegen garnichts vorne, seine wahrscheinlichsten Hände sind ein Aces Up Twopair oder die Nutstraight. Ich sehe mich auch so weit hinten, dass ich nicht wa/wb spielen kann, im besten Fall splitte ich ganz selten und ich erwarte eine weitere große Riverbet.

      Ich kann daher nur nach Odds und Outs spielen und mit nur 4 Outs, die auch noch durch seine Hand blockiert sein können, oder drawing dead gegen AA und QQ, muss ich wohl schweren Herzens folden (und fluche anschließend leise vor mich hin während er ganz stolz KK aufdeckt :f_mad: ).
    • CKWebsolutions
      CKWebsolutions
      Bronze
      Dabei seit: 30.04.2007 Beiträge: 2.171
      Super, Freistunde bis Montag :)

      Mir gefällt deine Erklärung zu Frage 3. Hast dir genau die richtigen Gedanken gemacht.
      Klar tut es in diesem Spot weh, dein 2Pair aufzugeben. Aber wenn man rein nur die "Reads" nimmt, die PS.com da zur Verfügung stellt und sich an die Spielertypen erinnert, wirkt es tatsächlich gefährlich.
    • Padex
      Padex
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2010 Beiträge: 558
      Aufgaben aus Teil 7:


      Frage 1: Poste eine Hand zur Bewertung, bei der du dich an einem 6-max (short-handed) Tisch befandest.

      Hab ich keine, ich spiele nur FR und verlasse den Tisch bei weniger als 7 Spielern.



      Frage 2: Bewerte eine Hand, die von einem anderen Mitglied gepostet wurde.

      Spiel OOP mit Initiative gegen Fish

      Hero isoraist einen Limper mit KJo, hat aber einen sehr loosen Spieler mit 85vpip im BU sitzen. Er trifft Toppair und fragt sich wie er den River spielt, nachdem nur noch BU in der Hand ist und der FD vom Flop busted.

      Meine Meinung ist, dass man preflop so spielen kann, wenn man denkt im Fall eines treffers von BU genug Geld zu gewinnen um die Fälle in denen man die Hand aufgeben muss auszugleichen. Am River sollte man bei einem kleinen effektiven Reststack wegen dem negative Freeroll Spot nochmal betten, selbst wenn man in ein Monster läuft. c/c riskiert nur das schlechtere Hände behindchecken und wir hängen schon zu tief drin um mit TPGK c/f zu spielen.



      Frage 3
      Preflop: Hero is BB with 5h , 4h
      2 folds, CO raises to $0.40, BU calls $0.40, SB calls $0.40, Hero calls $0.40

      Flop: ($1.60) 3s , 2h , Qh (4 players)
      SB checks, Hero bets $1.20, CO Raises All-in, BU calls All-in, SB folds, Hero...

      Wie würdest du agieren und warum?


      Kurze Version:

      I has a monsterdraw, I play flop like nuts.


      Lange Version:

      Zuerst muss ich mich fragen, was CO hier pusht. Da SH üblicherweise selbst 22 openraisen kann, kann CO jedes Set halten. Eine Hand wie AQ würde er vermutlich for protection raisen, aber ich bezweifle, dass er sie gleich pusht. Ausschließen kann man es aber nicht. Des weiteren könnte er einen FD pushen um maximale FE zu haben, falls Hero z.B. ein 2nd Pocket oder eine lonely Queen bettet. Damit würde er wahrscheilich auch Pairs bei BU und SB zum folden bringen. Ich gehe mal vom für mich schlechtesten Fall aus, dass CO nur Sets, Overpairs und den NutFD pusht.

      CO: QQ+, 33, 22, A2s+

      Die nächste frage ist, was BU callt. Hier fällt als erstes auf, dass BU keinen FD callen kann, wenn er die selben Annahmen über COs Range trifft wie ich. Er zahlt 9,6$ in einen Pot der dann 22,8$ groß ist, falls Hero und SB folden. Dafür brächte er gut 42% Equity, die hätte er selbst mit AKs nicht gegen COs Range. Knapp an der Grenze ist A3s mit 40% Equity, aber das ist nur eine Hand, die ignoiere ich mal. Noch schlechter steht er mit AQ da. Demnach kann BU hier nur Overpairs und Sets +EV callen. Da er preflop nicht ge3bettet hat schließe ich QQ+ aus, es bleiben nur 22 und 33.

      BU: 22, 33

      Wenn ich gegen diese Ranges equiliere habe ich 32,75% Equity und kann mit meinem Monsterdraw callen, obwohl meine Gegner nur Overpairs, Sets und bessere FDs auf der Range haben.

      Dazu ein paar Anmerkungen:
      - Das sind meine pessimistischten Annahmen. Gibt man den Gegnern mehr made Hands auf die Range dann steigt meine Equity.
      - BU kann ums verrecken keinen FD callen, selbst wenn man CO noch einige Queens auf die Range gibt.
      - Gibt man CO mehr FDs (die mich alle dominieren) auf die Range, dann sinkt meine Equity, da ich nur noch 8,4$ habe und um einen 32,8$ Pot spielen kann brauche ich aber nur gut 25% Equity und die habe immer.



      Frage 4

      Preflop: Hero is CO with A , K
      2 folds, Hero raises to $0.40, BU calls $0.40, SB calls $0.40, BB calls $0.40

      Flop: ($1.60) A , 4 , 4 (4 players)
      SB checks, BB bets $1.20, Hero...


      Wieder einmal frage ich mich zuerst, was der Gegner das so spielen könnte. BB kann hier vier Kategorien von Händen halten:
      - Trash. Er donkt einfach mal rein in der Hoffnung, dass kein gegner was mit den Board anfangen kann und er den Pot kaufen kann. Das halte ich aber für unwahrscheinlich.
      - Monster. Das wären nur AA oder 4x. Da AA versucht hätten preflop all-in zu kommen schließe ich die aus. An 4ern ist für BB eigentlich nur A4s, 44 , 54s spielbar. Das ist möglich, es sind aber nur sehr wenige Kombinationen
      - Kleine Pockets. Es ist zwar unwahscheinlich dass er die beste Hand hält, aber es ist nicht in seinem Sinne dass jetzt durchgecheckt wird, falls seine Hand die beste ist, da die Gegner improven könnten. Zudem können bessere Pockets folden. Auch kann er sich auf ein raise hinten sehen und die Hand aufgeben.
      - Ax. Die wahrscheinlichste Hand. BB wird sich mit Ax auf der besten Hand sehen un for value betten wollen, da Hero nur selten 4handed Cbettet, wenn er nicht selbst das Ass hält. BBs Ass wir vermutlich schlechter sein als meins (ein besseres Ass würde mich jedenfalls sehr wundern, bzw. mich veranlassen den Support zu kontaktieren), gelegnttlich hat er AK preflop nicht geraist und ich splitte.

      Ich sehe mich also im durchschnitt way ahead gegen Villains Range, laufe ich hier in A4, 44 oder 54 ist es halt Pech.

      Die Frage ist nun wie ich die Hand weiterspiele, besonders mit noch weiteren Gegnern in der Hand.

      Muss ich protecten? Klares nein. Die Gegner können je nur 0 bis 3 Outs gegen mich halten, ich werde auf dem board nur äußerst selten eingeholt.

      Können schlechtere Hände callen wenn ich raise? Unwahrscheinlich. Jede unimprovte Hand foldet ohnehin. Jedes pocketpair hinter mir wird mich definitiv auf ein Ass setzen und nich allzuviele andere Asse werden weiterspielen wollen. BB wird jeden bluff aufgeben und sich mit einem Pocket auch behind sehen. zumindest einen Teil seiner kleinen Asse wird er auch folden können.

      Damit ist hier für mich ziemlich klar, dass ich calle. Ich habe die Chance manchmal noch Overcalls von schlechteren Händen hinter mir zu bekommen, die wie gesagt wenig Outs haben und auf ein Raise folden würden. Zudem gebe ich BB die Gelegenheit am Turn nochmal mit einer schlechteren Hand zu betten.

      Der weitere Plan sieht so aus, dass ich an Turn und River jede Bet des BB calle, dabei auch bis zum all-in. Bettet BB nicht, dann bette ich selber. Bettet BB den River, aber ist nicht all-in, dann pushe ich. BB ist dann in der Regel zu committed um noch ein Toppair zu folden.
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Hi Padex.

      Es kann dich natürlich keiner dazu zwingen SH zu spielen, von daher sehe ich auch kein Problem, mal keine entsprechende Hand zu Posten. Von daher kommen wir direkt zu den beiden Handbeispielen aus der Aufgabe ;) .

      Und diese Hast du schon gut analysiert. Bei der ersten Hand sind natürlich die Potodds einfach viel zu gut um hier einen Strightflushdraw zu folden, von daher wandert hier das Geld in die Mitte.

      Bei der 2ten Hand könnte man evtl. Raise Broke spielen, aber ich finde hier auch den Call besser, wie du schon sagst, es werden nicht viele schlechtere Hände einen Raise callen, und Protecten müssen wir nicht, von daher würde ich auch eher versuchen Bluffs zu inducen und auch nur callen.
    • Padex
      Padex
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2010 Beiträge: 558
      So, da ich heute an einem FR Tisch saß der shorthanded wurde, ich aber vor dem ausblinden noch AKs auf die Hand bekam, konnte ich doch noch eine SH Hand posten.

      NL2 AKs mit Toppair, Villain donkt

      Die Situation ähnelt übrigens der Hand aus Frage 4, ich floppe TPTK, bin IP und Villain donkt. Der Unterschied ist aber, dass ich HU spiele und ein FD möglich ist. Die Frage ist, ob ich nur calle um von einer schlechteren Hand weitere bets zu bekommen, oder gleich den Flop raise, um vor dem FD zu protecten. Problem dabei ist, dass eine weitere Flushkarte entweder Villains Draw ankommen lässt, oder mir die Action killt, da Villain denken könnte dass ich selbst den FD halte.
    • Padex
      Padex
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2010 Beiträge: 558
      Aufgaben Teil 8:

      Aufgabe 1: Poste eine Hand zur Bewertung.

      NL2 88 Showdownvalue am Turn?

      Ich calle 88 preflop. Der PFA cbettet den T-high Flop nicht, setzt aber am Turn eine bet auf eine Karte die ihn niemals improved hat, ein weiterer Spieler callt. Bin ich gegen diese strange delayed CBet mit Midpair noch oft genug vorne?


      Aufgabe 2: Bewerte eine Hand, die von einem anderen Mitglied gepostet wurde.

      Da hab ich wieder mal keine gefunden zu der ich was sinvolles zu sagen hätte. Reiche ich noch nach sobald ich eine finde.


      Aufgabe 3: Sieh dir folgende Situation an:

      Preflop: Hero is BU with 8h , 9h
      4 folds, Hero raises to $4.00, 3 folds, BB calls $4.00

      Flop: ($8.50) 3h , 6h , 8d (2 Spieler)
      BB checks, Hero bets $5.50 BB calls $5.50

      Turn: ($19.50) Jh (2 Spieler)
      BB checks, Hero...

      Wie würdest du agieren und warum?


      BBs Line c/c Flop spricht für eine schwache Made Hand, einen Draw, oder einen loosen peel mit Overcards. Villain ist zwar aggressiv, das heißt aber nicht dass er unbedingt jeden Draw am Flop checkraist. Ein slowplay mit Monsterhänden ist auf den drawy bord unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen.

      Es sind hier zwei mögliche Lines denkbar, beide haben Vor- und Nachteile.

      1. Bet Turn:
      Gewinnt noch value von eier 8, einem getroffenen J, oder Overcards mit onecard FD. Nachteil ist aber, dass so ziemlich alle anderen Hände folden werden.

      2. cb Turn:
      Gibt Villain die Chance am River noch ein Pair aufzugabeln mit dem er dann zum Showdown will. Außerdem könnte Villain am River bluffen bzw. dünn valuebetten wollen. Der Nachteil ict aber, dass Onecard FDs die Freecard kriegen und mich überholen könnten.

      Gegen diesen Gegner, der sehr aggressiv zu sein scheint, aber nicht gerne zum Showdown geht scheint mir cb Turn attraktiver zu sein, da er am Turn weniger callen wird, aber sicher am River mehr betten. Ich riskiere zwar auf eine weiter herzkarte überholt zu werden, aber insgesammt überwiegen die Vorteile.


      BONUS-Aufgabe 4 (optional): Sieh dir folgende Situation an:

      Preflop: Hero is MP2 with 7h , 8h
      Hero raises to $7, 1 folds, CO raises to $23, BU calls $23, SB folds, BB folds, Hero calls $16

      Flop: ($72) 7c , 8s , 8d (3 Spieler)
      Hero checks, CO checks, BU bets $52, Hero calls, CO calls

      Turn: ($228) Kd (3 Spieler)
      Hero checks, CO checks, BU checks

      River: ($228) Qh (3 Spieler)
      Hero bets $110, CO raises to $340.55 (All-in), BU folds, Hero?


      Welche Faktoren und Konzepte, die wir bisher besprochen haben, helfen dir, diese Situation zu analysieren? Wie würdest du agieren?

      Konzepte die mir helfen sind:
      - Die Grundlagen des Preflopspiels helfen mir die Ranges der Gegner preflop und am Flop einzuschätzen
      - Die Grundlagen des PostFlopspiels helfen mir diese Range nach den Aktionen der Gegner zu reduzieren, d.H. zu bestimmen mit welchen Händen ihre Lines Sinn machen.
      - Die Einführung ins SH Spiel lässt mich daran denken dass hier etwas looser und mehr Showdownbound gespielt wir als FR.
      Im Einzelnen werden in dieser Hand sicherlich eine Rolle spielen:
      - Flop Contibet
      - Slowplay


      Da es hier nur noch um die Call or Fold Entscheidung am River geht ignoiere ich mal die Range und die Line des BU und betrachte nur die Aktionen vom CO.

      Preflop 3bettet CO gegen mein Openraise aus MP2. Geht CO davon aus, dass ich einigermaßen standardmäßig openraise, dann schätze ich mal, dass er etwa mit 77+, AKo, AQs+ 3bettet. Denkt er dass ich etwas looser bin, dann kommen vieleicht noch weitere Pairs, AQo und AJs dazu. Auch sind hier sicher deceptive 3bets mit z.B. suited Connectors üblich.

      Am Flop verzichtet CO auf die Contibet, callt aber die Bet des BU. Ein TAG würde hier wohl jedes Overpair cbetten. AA oder KK c/c zu spielen ist nicht so gut , da BU sich die Freecard nehmen könnte. c/c mit 99 - QQ wäre eine Katastrophe, da diese Hände neben den Draws gleich mehrere Overcards fürchten müssen. Lediglich 88 kann hier gut slowplayen, da Villain mit dem FD ja gerade darauf hoffen würde dass die Gegner sich verbesseren. Denkbar ist noch ein Peel mit A-high. Mit dem OESD T9s würde CO manchmal den Semibluff versuchen, kann aber sicher auch passiv spielen. Ich gebe ihm daher die Floprange: 77, T9s, AK, AQ.

      Am Turn checkt CO. Da BU behindcheckt weiß ich nicht ob CO c/c, c/f oder c/r spielen wollte. Die Frage ist, ob CO einen getroffenen King donken würde. Das kann ich so spontan nicht beurteilen, ich kann ihm hier nur weiter seine Floprange geben: 77, T9s, AK, AQ

      Nun ist die Frage welchen Teil seiner Range er hier am River raist. CO kann davon ausgehen, das nach meiner Line c/c Flop check Turn bet River meine Hand entweder stark ist, oder ein Bluff. Es macht für ihn also keinen Sinn mit einer Onepair Hand wie AQ oder AK dagegen zu raisen, da ich entweder einen Bluff folde, oder eine sehr starke Hand calle. Er wird also nur noch Monsterhände oder (re-)Bluffs raisen. Bluffs schlage ich mit dem FH obv und seine einzige Monsterhand ist 77, gegen die ich mit dem besseren FH vorne liege.

      --> Easy call.

      Ich habe hier keine Angst vor einem besseren FH, da ich KK und QQ nach dem verzicht auf die Flopcontibet nicht auf seiner Range sehe.
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Hi Padex,

      kommen wir gleich zum ersten Handbeispiel aus der Aufgabe. Einen Check finde ich hier eigentlich sehr schlecht. Die Sache ist halt, dass wir viele Karten am River nicht sehen wollen. Jedes weitere :heart: killt uns entweder die Action, oder verhilft unserem Gegner zu einem besseren Flush, ähnlich verhält es sich bei einem paired Board.
      Von daher haben wir eine klare Value-/Protectionbet hier.

      Kommen wir zur nächsten Hand.

      Lediglich 88 kann hier gut slowplayen


      Wären wir im wilden Westen, und du würdest mit in der Hand 88 zeigen, bekämst du gleich ne Kugel zwischen die Augen geballert ;) .

      Aber Spaß bei Seite. In der Hand führt ein meiner Meinung nach schlechtes Preflopspiel zu einer sehr undurchsichtigen Situation. Von daher würde ich hier am liebsten Fold Preflop sagen. Klar kann man dann mit implied Odds argumentieren, aber man sieht an dem Beispiel sehr gut, wie Schwierig es für Hero ist hier OOP einen Pot aufzubauen, und dies ist halt der Optimale Flop für unsere Hand.

      Postflop ist dann die Wesentliche Frage, womit sehen wir den PFR hier die Flopbet des BU callen. Der bettet ja immerhin gegen 2 Leute und wir haben ja auch schon gecallt. Meiner Meinung nach macht an der Stelle ein Call mit Air wie AK eigentlich keinen Sinn. Das würde dann auch schon die meisten Bluffs auf dem River ausschließen, und wir hätten keinen easy Call mehr.
      Wenn du ihn natürlich auf dem Flop viel callen siehst, dann kannst du auch den River callen.

      So, damit hast du dann auch alle Lektionen abschlossen. Viel Spaß beim lernen für die Abschlussprüfung :s_evil: .
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