Adaption gegen loose Tische (PKR-NL10 SH)

    • tanis45
      tanis45
      Bronze
      Dabei seit: 31.12.2008 Beiträge: 997
      Hiho,

      Aufgrund dieser Diskussion:
      Coaching-Videos auf PKR

      wollte ich mal ein paar Gedanken zur Adaption gegen ultra-loose Tische machen.
      Mir ist bewusst, dass es hier schon den einen oder anderen Thread dazu gibt (die ich auch teilweise gelesen habe), aber irgendwie hat es bei mir nicht wirklich gefunkt und ich muss das ganze mal in eigene Worte/Gedanken fassen

      Ein typischer NL10-SH-PKR-Tisch besteht (bei wechselnden Positionen) aus
      Hero
      TAG
      Loose Aggro (Toppair = Nuts für c/r, aber nicht c/r/c)
      Maniac (oft Halbstackler)
      Loose Passive, halber Stake
      Loose Passiv preflop, postflop gerne tricky und aggressiv

      4BB Openraises bekommen 2-3 Caller, der TAG geht wegen Odds dann auch noch oft mit. Bluff-Raten sind postflop teilweise extrem hoch, auf Bets folgen verhältnismmässig häufig 100 BB Ais mit einer polarisierten Range GS, Nut-+Nonnut-FDs, pur air, Nuts, Ahigh Flops sind immer gut für 2pair so dass man selbst mit AK sehr ungern broke geht, trotz der oben beschriebenen Air/Draw-Gefahr

      Typische geratene Adaptionen

      1) Mehr Position spielen
      2) Tighter werden (14/13?)
      3) weniger cbets am Flop
      4) Bluffen lassen, selbst wenig bluffen
      5) Auf Ballancing verzichten, da Gegner eh nicht drauf achten
      6) viele Notes machen

      Warum verzweifel ich daran:
      a) Generelles Problem: Ich kann die Ranges von 4 der 6 Gegenspieler am Flop kaum einschätzen, und eigentlich wird ein Set auf einem drawy board fast schon zum draw fürs Full House, man lässt dann aber eine Menge Value liegen

      b) Die hohe Varianz. Aufgrund der Bluff-Ais, der überspielten TPMK Ais, c/r usw. scheint mir der Gamble-Faktor extrem hoch zu sein. Ich spiele schon relativ deepstaked (50 Buy-Ins), trotzdem ist es anscheinend extrem Timing-abhängig. Hat man ein schlechtes Timing foldet man zu viel auf Bluffs, bzw. glaubt, dass doch endlich mal ein 2-Pair

      c) Weil oft ein Info-c/r läuft und aufgrund der hohen Varianz ist der Positionsvorteil gefühlt kleiner, insbesondere dann, da man ja die Ranges der Gegner kaum einschätzen kann. Ich habe aber auch dann ein Problem, wenn ich mich (zu?) oft rausbluffen lasse, da die Non-SD-Winnings so tief fallen, dass man sie durch die SD-Winnings kaum rausholen kann, insbesondere, wenn man eigentlich mal nen wa/wb spielen würde.

      1. Teil Lösungsversuch: Preflop-Play anpassen
      Tighter werden: ist das die Lösung? Wenn ja, hier mal eine (nach Position und Zusammensetzung zu adaptierende Überlegung) für SHs (wird wahrscheinlich over all nen 13/11 oder so was)
      (zur Eröffnung: ich bin mir normalerwweise über theoretische Überlegungen zu Starthänden weitestgehend bewusst, weiss was ich mit Händen machen will, was ich treffen will. Allein das Gefühl ob sich bestimmte Situationen oft genug ergeben, bin ich nicht sicher)

      UTG: 22+, AJs+, KQs, AKo (8%)
      MP: 22+, ATs+, KQs, AQo+ (9%)

      First In:
      CO: 22+, A6s+, KTs+, QJs, JTs, AJo+, KQo (13%)
      BU: 22+, A2s+, K9s+, QTs+, JTs, T9s, 98s, A9o+, KQo, QJo (19%)

      Gegen 1 bis 2 Limper

      BU/CO Open-Raise
      99+, A2s+, KQs, QJs, JTs, AJo+, KQo, QJo (12%)

      BU/CO-Coldcall:
      88-22, JTs, T9s, 98s, 87s, 76s (5%)

      3bets (größter Spielbedarf, deswegen hier nur das grobe Gerüst)
      JJ+, AQ, (4,2%)

      SB:
      Openraise gegen Cold-Caller:
      JJ+, AQs+, AQo+ (4%)
      complete gegen Cold-Caller:
      TT-22, A2s-AJs, KQs, QJs(8%)

      BB: ähnlich SB (es sei denn der SB-completet)

      Ist dieser Ansatz, der auf Set-Mining einige wenige relativ gute Draws setzt, eurer Meinung nach profitabel zu spielen (natürlich würde man sich gegen TAGS, die das exploiten wollen, backplayen, aber die TAGs sind nicht mein Problem :) - ihnen kann man aus dem Weg gehen)

      Wie ist die Überlegung mit Familiy-Pots (3-4 Spieler drin und spekulativen Händen, kann sich das lohnen) lohnt sich ein 26/12 Stil an einem solchen Tisch? Was wären Überlegungen, die ich mir hier machen sollte.

      So: jetzt spiel ich erst mal ne Runde: Vielleicht helfen die Überlegungen ja irgendjemanden weiter oder er will mit mir ein paar Dinge besprechen!

      Übers Com-Tool kann man mich kontaktieren!
  • 3 Antworten
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Wenn es ständig zu Multiwaypots kommt, dann nimmst du Hände die in Multiwaypots gut performen und selber die Nuts machen können -> Pocketpairs für Sets, Suited Connectors, Suited Axs für Straight und/oder Flushes.

      Ansonsten ist es wichtig, dass du herausfindest wer wirklich wie aggressiv ist. Es geht dabei um Details wie:

      - raist er marginale Toppairs, vielleicht sogar Midpairs
      - wie spielt er marginale Draws, wie starke Draws, wie starke Hände etc.

      => was du machen musst ist herausfinden wie diese Spieler denken und sich vor allem nicht aus der Ruhe bringen lassen. Ich habs häufig in Coachings erlebt, dass man dann nach ewiger Kartentotheit an solchen Tischen AA gedealt bekommt und dann massiv überspielt wird ohne Sinn und Verstand.


      c) Weil oft ein Info-c/r läuft und aufgrund der hohen Varianz ist der Positionsvorteil gefühlt kleiner, insbesondere dann, da man ja die Ranges der Gegner kaum einschätzen kann. Ich habe aber auch dann ein Problem, wenn ich mich (zu?) oft rausbluffen lasse, da die Non-SD-Winnings so tief fallen, dass man sie durch die SD-Winnings kaum rausholen kann, insbesondere, wenn man eigentlich mal nen wa/wb spielen würde.


      Weniger betten mit Händen, die keinen Raise callen können?

      b) Die hohe Varianz. Aufgrund der Bluff-Ais, der überspielten TPMK Ais, c/r usw. scheint mir der Gamble-Faktor extrem hoch zu sein. Ich spiele schon relativ deepstaked (50 Buy-Ins), trotzdem ist es anscheinend extrem Timing-abhängig. Hat man ein schlechtes Timing foldet man zu viel auf Bluffs, bzw. glaubt, dass doch endlich mal ein 2-Pair


      Es geht darum, dass du Entscheidungen mit positivem Erwartungswert triffst. Wenn du ein Problem hast mit der Varianz (grade gegen schlechte Spieler willst du Highvariance-Entscheidungen immer eingehen, da sonst jemand anders ihr Geld wegnehmen wird), dann spiel ein anderes Spiel oder gewöhn dich dran.

      a) Generelles Problem: Ich kann die Ranges von 4 der 6 Gegenspieler am Flop kaum einschätzen, und eigentlich wird ein Set auf einem drawy board fast schon zum draw fürs Full House, man lässt dann aber eine Menge Value liegen


      Üben und wie oben erwähnt Hände spielen mit denen du in Multiwaypots gut Geld gewinnen kannst.
    • tanis45
      tanis45
      Bronze
      Dabei seit: 31.12.2008 Beiträge: 997
      @Ghost

      Danke für die Kommentare:

      1. Wahrscheinlich muss ich das mit der Varianz wirklich noch mal hören/lesen. War hart aber wertvoll

      2. weniger betten mit händen, die kein Raise callen können

      Bezüglich der c/r bedeutet das, dass ich dann tatsächlich gegen einen solchen c/r-Spieler bspw. AQs preflop ip raisen, dann ohne hit keine cbet mache und dann auf die Donk am Turn aufgeben soll?

      Ab hier verliert der Begriff Initiative für mich vollständig die Bedeutung und dann könnte man eigentlich auch einfach ip. coldcallen.

      3. wenn Du die Handrange siehst, würdest Du sagen, es lohnen sich auch offsuited connectors?
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Bezüglich der c/r bedeutet das, dass ich dann tatsächlich gegen einen solchen c/r-Spieler bspw. AQs preflop ip raisen, dann ohne hit keine cbet mache und dann auf die Donk am Turn aufgeben soll?


      Nein das heisst, dass du VOR deinen Bets nachdenken sollst was du mit ihnen erreichen willst.

      Ich weiss nicht wie häufig du Hände ins Forum postest, aber grade so "Standard"-Hände sind häufig Hände bei denen ich zeilenlang Sachen kritisieren kann, weil einfach gar nicht drüber nachgedacht wird - gewöhn dir ab Standardbets, Standardscalls und sonstwas zu machen und denk drüber nach was du mit deinen Spielzügen erreichen willst.

      Ab hier verliert der Begriff Initiative für mich vollständig die Bedeutung und dann könnte man eigentlich auch einfach ip. coldcallen.


      Position ist das Stichwort. Initiative bringt letztendlich nur was, wenn man entweder Value erzeugen möchte oder bluffen möchte - Spieler die sich nicht bluffen lassen bzw. nur sehr schlecht blufft man halt letztendlich nicht oder nur sehr wenig.

      3. wenn Du die Handrange siehst, würdest Du sagen, es lohnen sich auch offsuited connectors?


      Gegen sehr schlechte Gegner vielleicht mals offsuited kleine Broadways, aber so Sachen wie 87o oder T8o würde ich nicht spielen.