Nach Verbot von Trikotwerbung streicht Türkiyemspor ein T

    • Tytem
      Tytem
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      Nach Verbot von Trikotwerbung streicht Türkiyemspor ein T
      Neue Trikots werben für „be fair“
      Dem bundesweit bekannten „Multi-Kult“ Klub Türkiyemspor Berlin wurde jüngst vom Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) die Trikotwerbung für die britische Wettbörse Betfair untersagt – unter Androhung einer Geldstrafe und Punktabzug. Doch der Verein weiß sich zu helfen – und streicht clever ein T von seinem Trikot. Nunmehr ziert der Slogan „be fair“ die blau-weiße Brust der Kreuzberger Kiezkicker.

      Türkiyemspor - der bekannteste Migrantenverein der Bundesrepublik - konnte zu Beginn der Oberliga-Saison 2011 mit dem britischen Wettbörsen-Betreiber Betfair ein weltweit agierendes Unternehmen als Partner gewinnen. Ein Paukenschlag für Türkiyemspor und ein Vorstoß in eine neue Dimension, denn Betfair sponsert neben dem Kiezclub niemand geringeren als den englischen Rekordmeister Manchester United.

      Doch in den letzten Wochen wurde die Euphorie jäh gestoppt, als der NOFV Türkiyemspor unter Androhung von Geldstrafen und Punktabzug untersagte, mit dem Schriftzug „betfair“ auf den Trikots aufzulaufen. Die clevere Reaktion der Kiezkicker: Kurzerhand strich man das „t“ und lief beim Punktspiel gegen Altlüdersdorf am Freitagabend mit dem Schriftzug „be fair“ auf. Dazu protestierten die Spieler Türkiyemspors mit einem Transparent: „Be fair“ – Wir brauchen Sponsoren, keine unfairen Werbeverbote. Eine Mahnung an Politik und Verbände, die absurde Ungleichbehandlung auf diesem Gebiet zu beenden.

      Hintergrund der Trikot-Posse: Der aktuelle Entwurf der deutschen Bundesländer für einen Glücksspielstaatsvertrag ist mit europäischem Recht nicht vereinbar und wurde von der EU-Kommission abgelehnt. Die Akteure in Politik und Verbänden agieren durch dieses rechtliche Vakuum ohne verlässliche, einheitliche Leitlinien. Während Wettanbieter vor Millionenpublikum Fußballspiele im Fernsehen präsentieren, wird Trikotwerbung von Wettanbietern in der Oberliga verboten.

      Wenn der Verein nun gezwungen wird, den Sponsorenvertrag mit Betfair aufzuheben, käme auf Türkiyemspor eine arge wirtschaftliche Belastungsprobe zu. Warum gerade ein Club unter dem aktuellen politischen Wirrwarr leiden muss, der für sein soziales Engagement mit dem Integrationspreis des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ausgezeichnet wurde, stößt nicht nur in Kreuzberg auf Unverständnis.

      Yalcin Sancar, Präsident von Türkiyemspor, äußert sich dementsprechend: „Der Europäische Gerichtshof hat klar und deutlich formuliert, dass die gängige Praxis gegen EU-Recht verstößt und auch nicht mehr angewandt werden dürfe. Vertreter des Deutschen Fußball Bundes begrüßten diese Entscheidung, so ist auch heute in Stadien der Bundesliga und im TV Werbung von Wettanbietern zu sehen. Wie sich der NOFV hier über eine Gerichtsentscheidung hinwegsetzt ist nicht fair.“

      Schon 2008 identifizierte sich der Verein mit der offiziellen Berlin-Kampagne „be berlin“. Damals warb man mit „Be Türkiyemspor - be against Racism“ für eine weltoffene Gesellschaft. Nun bezieht Türkiyemspor auch auf dem Trikot eindeutig Stellung. Der Aufruf „be fair“ ist eine eindringliche Mahnung, die Willkür im Umgang mit Wettanbietern zu beenden und gemäß den europäischen Vorgaben Rechtssicherheit zu schaffen. Erst in der vergangenen Woche hat der Landtag in Schleswig-Holstein ein eigenes Glücksspielgesetz auf den Weg gebracht und damit vorgemacht, wie eine für alle Beteiligten vernünftige, rechtskonforme und zeitgemäße Regelung aussehen kann.

      lol wenn die damit durchkommen, kommt vielleicht auch B in zurück?
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