Rechtsfrage zu einer Miet/Provisionssache

    • Tobbeeey
      Tobbeeey
      Bronze
      Dabei seit: 26.11.2007 Beiträge: 1.093
      Fall:

      Man mietet eine Wohnung von einem Makler muss x Provision bezahlen.

      Dann besteht noch ein Vertrag mit dem Vermieter wo ein Elternteil als Bürge auftritt die Provision aber nicht erwähnt wird im Vertrag.

      Was anderes hat das Elternteil nicht unterzeichnet und auch nie ein Wort mit dem Makler gewechselt.

      Aufgrund von Urlaub konnte ich die Provision erst heute überweisen.

      Nun musste ich aber gerade erfahren, dass der Makler während dieser Zeit meinen Bürgen des Mietvertrages mitgeteilt hat, ein zivilrechtliches Verfahren einzuleiten, wenn die Provision bis Datum X nicht da ist.

      Das ganze mit folgender Begründung:

      Ich kann es nur noch einmal bestätigen, wir behalten uns ausdrücklich vor, bei Nichtzahlung laut unseren AGBs offene Forderung zivilrechtlich gegen den Elternteil, dem das Angebot zum Abschluss eines Mietvertrages bekannt war durchzusetzen. Das kann eine akzessorische Haftung sein und- / oder aus unserer Maklernachweistätigkeit laut unseren AGBs. In einem zivilrechtlichen Verfahren hätte der Antragsgegner selbstverständlich die Möglichkeit gegenteiliges zu beweisen.

      Aus meinem Laiensachverstand heraus hat er überhaupt keinen Anpruch gegen ein Elternteil da diese ihm gegenüber nichts unterzeichnet haben, sondern nur im Mietvertrag, wo ganz klar festgehalten ist, dass es gegenüber dem Vermieter eine Ausfallbürgschaft gibt und das somit dubiose Methoden sind mit denen er da versucht an Geld zu kommen.


      Liege ich da komplett falsch in meiner Annahme und der Makler macht sich lächerlich, oder hat er tatsächlich eine handhabe?
  • 3 Antworten
    • Dilas
      Dilas
      Bronze
      Dabei seit: 20.04.2008 Beiträge: 1.124
      Kurz und knapp:

      Du liegst goldrichtig !

      Bürgschaft setzt eine Erklärung des Bürgen voraus und lässt sich nicht durch AGBs (dann ja zulasten Dritter) begründen.
    • Paxmain
      Paxmain
      Bronze
      Dabei seit: 19.10.2007 Beiträge: 1.059
      Da du es heute überwiesen hast, ist es ja erledigt.

      - akzessorische Haftung: hier könnten wahrscheinlich nur Juristen die Frage korrekt beantworten. Von meinem Gefühl her dürfte sowas nicht gehn.

      - Maklernachweistätigkeit: würde nur Funktionieren wenn du die Möglichkeit zum Mietvertrag für diese Wohnung an dritte (u. A. deine Eltern) weitergegeben hast, um den Makler zu umgehen. Aber da du der Mieter bist, musst auch du die Vertragsverpflichtungen erfüllen (Provisionszahlung).
    • Twirex
      Twirex
      Bronze
      Dabei seit: 29.08.2006 Beiträge: 3.524
      Akzessorität bedeutet Abhängigkeit.
      Beispielsweise ist eine Hypothek an einem Grundstück akzessorisch zu einer Forderung -> Erlischt die Forderung, erlischt die Hypothek. Tritt man die Forderung ab, geht auch die Hypothek über etc.
      Oder um bei der Bürgschaft zu bleiben, diese ist akzessorisch zu einem Darlehen beispielsweise. Bürge ich für ein Darlehen i.H.v. 100 000 Euro, so "sinkt" meine Bürgschaft auf 80 000 Euro, wenn das Darlehen i.H.v. 20 000 Euro zurückgezahlt wurde.

      Mit der Bürgschaft hier hat das ganze aber nichts zu tun. Wenn die Herren schon mit Fachbegriffen rumwerfen, sollten sie lieber die Relativität der Schuldverhältnisse in den Mund nehmen :

      - Du schließt mit dem Makler einen Vertrag. Mit diesem Vertrag haben deine Eltern rein gar nichts zu tun.

      - Du schließt mit dem Vermieter einen Vertrag. Für die Erfüllung DIESES Vertrages bürgen deine Eltern. Für mehr NICHT.

      Was dein Makler wohl meint, dass die Bürgschaft mit dem Vermieter zugleich eine Bürgschaft für den Maklerlohn enthält.
      Dies sind aber wie dargelegt zwei getrennte Verträge, eine Akzessorität besteht nicht. Zudem unterliegt die Bürgschaft der Schriftform, man kann da nicht so einfach was ergänzend auslegen.