Mietrecht: Mietsicherheit durch Nachmieter ausgeglichen bekommen

    • Kauz
      Kauz
      Bronze
      Dabei seit: 01.09.2008 Beiträge: 1.123
      Hallo,
      Ich werde eine WG als Hauptmieter aufmachen. Da ich Angst habe auf Kosten sitzenzubleiben, sollte der Untermieter ausziehen und kein Nachmieter da sein, habe ich mir folgendes faire und einfache Prinzip überlegt. Ich würde nun gerne wissen, ob das auch wirklich wasserfest ist oder mir dann vor Gericht gesagt wird, dass es aus Grund x so nicht machbar wäre.

      § 3 Mietsicherheit

      1. Der Untermieter zahlt eine Mietsicherheit an den Hauptmieter in Höhe von EUR ................, zur Sicherung aller Ansprüche aus dem Untermietverhältnis.

      2. Der Untermieter hat nach Beendigung des Mietverhältnisses keinen Anspruch auf Zurückzahlung seiner Mietsicherheit durch den Hauptmieter. Vielmehr bekommt er von seinem Nachmieter die Mietsicherheit überwiesen, sodass für ihn ein Ausgleich der Mietsicherheit entsteht. Die vom Nachmieter an den Untermieter überwiesene Mietsicherheit, wird als eine gültige Zahlung der Mietsicherheit des Nachmieters nach §3 Punkt 1. betrachtet. Sollte das Zimmer jedoch länger als eine Woche ohne Nachmieter sein, hat der Untermieter keinen Anspruch mehr auf einen Ausgleich der Mietsicherheit.



      Heißt im Endeffekt, dass der Untermieter seine Mietsicherheit durch den Nachmieter überwiesen bekommt, sodass die Mietsicherheit immer "weitergegeben" wird. Sollte das Zimmer länger als eine Woche leerstehen, verliert der ehemalige Untermieter allen Anspruch auf Zurückzahlung der Mietsicherheit. Kann man das so machen?
      Lg
  • 14 Antworten
    • EbiWiTt
      EbiWiTt
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2009 Beiträge: 4.678
      Auch wenn dein Text sich gut anhört, würde ich auf jeden Fall einen Rechtsanwalt dazu befragen. Gerade im privaten Mitrecht ist nicht so einfach alles möglich.

      Was passiert mit der Mietsicherheit nach einer Woche? Wie hoch soll die Mietsicherheit denn sein?

      Grundsätzlich finde ich die Idee aber spannend.
    • heward
      heward
      Bronze
      Dabei seit: 19.04.2006 Beiträge: 369
      Frage zum Verständnis:

      Dein Mietvertrag muss doch eine Mietdauer sowie Kündigungsfristen enthalten. Wenn Dein Untermieter nun fristgerecht kündigt und auszieht soll er dennoch nicht seine Sicherheitsleistung zurückbekommen, weil Du keinen Nachmieter gefunden hast?
    • lemslin
      lemslin
      Bronze
      Dabei seit: 21.09.2009 Beiträge: 1.553
      Original von heward
      Frage zum Verständnis:

      Dein Mietvertrag muss doch eine Mietdauer sowie Kündigungsfristen enthalten. Wenn Dein Untermieter nun fristgerecht kündigt und auszieht soll er dennoch nicht seine Sicherheitsleistung zurückbekommen, weil Du keinen Nachmieter gefunden hast?
      Scheint so gemeint zu sein. Damit völlig gegen den gesunden Menschenverstand und an der Realität vorbei. Wobei der Untermieter generell nicht der Schutz durchdas Mietrecht wie ein Hauptmieter geniesst.
    • heward
      heward
      Bronze
      Dabei seit: 19.04.2006 Beiträge: 369
      Ich hab den Haken: Wer zahlt die Zinsen?
    • Kauz
      Kauz
      Bronze
      Dabei seit: 01.09.2008 Beiträge: 1.123
      Das ist eben das Problem. Da ich nicht alleine dafür verantwortlich sein will, dass ein Nachmieter gefunden wird, habe ich eben diese "Regelung" vertraglich festgehalten, damit es auch für den Untermieter von Interesse ist, dass nach ihm ein Nachmieter einzieht.

      Wenn ich z.b. einen Monat nicht da sein sollte, Klausurenphase habe oder ein Praktkum mache, kann ich schlecht die ganze Zeit aufwenden, um Castings o.ä. zu machen, bis endlich ein Nachmieter gefunden wird.

      Sinn und Zweck ist lediglich, es für den Untermieter interessant zu machen, dass ein Nachmieter gefunden wird.


      Mit den Kündigungsfristen habt ihr Recht. Wenn der Untermieter sich an die Kündigungsfristen hält, dann hat er ja zwei Monate Zeit einen Nachmieter zu finden. Sollte also kein Problem für ihn sein. Wenn er nicht fristgerecht kündigt, hat er eben weniger Zeit.
      Somit ist auch nichts "gegen den gesunden Menschenverstand und an der Realität vorbei", da der Untermieter von Beginn an weiß, dass er einen Nachmieter zu suchen hat.

      Die Mietsicherheit beträgt 2 Monatsmieten. Ich denke ich werde den Anspruch nach einer Woche um 50% kürzen und um weitere 50% nach weiteren 4 Wochen. D.h. steht das Zimmer eine Woche oder länger leer, gibt es nur noch 50% der Mietsicherheit zurück, steht es 5 Wochen oder länger leer, gibt es gar nichts mehr zurück.
    • FjodorM
      FjodorM
      Bronze
      Dabei seit: 14.02.2006 Beiträge: 11.238
      Ich versteh das Problem nicht. Nimm einfach eine normale Kündigungsfrist (3 Monate) in den Vertrag auf sowie eine Kaution von 2 Monatsmieten. Dann habt ihr 3 Monate Zeit einen Nachmieter zu finden und falls er das mit der Frist nicht einsieht behältst du halt seine Kaution wenn er nicht mehr zahlt.

      Warum hier irgendein höchst zweifelhaftes Konstrukt erfinden wenn es alle notwendigen Instrumente schon gibt? Ich würde bei dir jedenfalls kaum einziehen wenn ich Geld bezahlen müsste das nach 1 Woche Eierschaukeln deinerseits dir zufällt. Du hättest dann ja ein großes Interesse daran potentiellen Nachmietern in der ersten Woche nach Vertragsende die Wohnung madig zu machen.
    • Kauz
      Kauz
      Bronze
      Dabei seit: 01.09.2008 Beiträge: 1.123
      Ok da hast du Recht FjodorM. Aber genügt es denn eine drei monatige Kündigungsfrist in den Vertrag aufzunehmen? Was passiert, wenn sich der Untermieter nicht an die Frist hält?
      Und unter welchen Umständen kann der Untermieter seinen Mietvertrag außerhalb der Kündigungsfrist kündigen?
    • FjodorM
      FjodorM
      Bronze
      Dabei seit: 14.02.2006 Beiträge: 11.238
      gar nicht solange die Mietsache in Ordnung ist. Er hat natürlich das Recht früher zu gehen wenn er einen Nachmieter auftreibt der das Zimmer sofort übernimmt.
    • Pokersaft
      Pokersaft
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 02.03.2006 Beiträge: 25.194
      imo ist das Sittenwidrig aber ich bin kein Richter.

      Es ist einfach DEINE Aufgabe einen Nachmieter zu finden und DEIN Risiko, dafür hast du Vorteile der Hauptmieters.

      Wie wäre es z.B. wenn du dann einfach alle Nachmieter ablehnst die er anschleppt? Das Geld einsteckst und ne Woche später nen neuen holst.
    • Grinsefisch
      Grinsefisch
      Bronze
      Dabei seit: 17.12.2008 Beiträge: 1.036
      Original von Kauz
      Die Mietsicherheit beträgt 2 Monatsmieten. Ich denke ich werde den Anspruch nach einer Woche um 50% kürzen und um weitere 50% nach weiteren 4 Wochen. D.h. steht das Zimmer eine Woche oder länger leer, gibt es nur noch 50% der Mietsicherheit zurück, steht es 5 Wochen oder länger leer, gibt es gar nichts mehr zurück.
      Für 1 Woche leer muss er 1 Monatsmiete zahlen und für 5 Wochen leer 2 Monatsmieten? Das ist hart lächerlich. Würd ich auf keinen Fall einziehen.
    • Paxmain
      Paxmain
      Bronze
      Dabei seit: 19.10.2007 Beiträge: 1.059
      Solch eine Regelung ist nicht durchzusetzen müsste eher als Sittenwidrig angesehen werden. Die Mietkaution kann ausschließlich nur Ausgleich von Schäden etc. verwendet werden und kann nicht für Mietausfälle genommen werden. Der Untermieter kann entsprechend dem Übergabeprotokoll die herausgabe der Mietkaution verlangen. Bei nichterfüllung der Kündigungsfrist kannst du natürlich offiziell deinen Mietanspruch geltend machen.

      Also bei Mietausfall - Mahnung - gerichtlicher Mahnbescheid = Done

      Wenn die Person ganz normal unter Einhaltung der Kündigungsfrist auszieht, kannst hier finanziell nichts machen.

      Allerdings bin ich kein Jurist und kenne mich hauptsächlich mehr mit dem Vermieter - Mieter Verhältiniss aus.
    • heward
      heward
      Bronze
      Dabei seit: 19.04.2006 Beiträge: 369
      Original von heward
      Ich hab den Haken: Wer zahlt die Zinsen?
      Ich bring's mal in Zahlen:
      Erster Mieter zahlt 400 Euro ein. Bleibt 1 Jahr bekommt 1% Zinsen. D.h. er würde 404 Euro zurückbekommen.
      Zweiter Mieter muss nun 404 Euro zahlen bleibt wiederum 1 Jahr bei 1% Zinsen macht 408,04 Euro usw.

      Irgendwie absurd oder?
    • svnlmk
      svnlmk
      Bronze
      Dabei seit: 05.08.2011 Beiträge: 50
      Falls der Mieter im Rückstand ist, kann der Kaution durchaus ein Betrag in Höhe der Miete entnommen werden. Der Mieter ist dann dazu verpflichtet, diese Kaution eben wieder aufzufüllen.
      Die Zinsen zahlt logischer Weise die Bank. Der Vermieter hat die Kaution bei einem Geldinstitut auf einem, vom eigenen Vermögen getrenntem, Konto zu hinterlegen.

      Dein Plan, die Kautionsrückgabe an einen Nachmieter zu koppeln ist nicht durchsetzbar. Es ist klar geregelt, wie man mit der Kaution verfahren darf und im Mietrecht gilt meistens: "Änderungen zu Lasten des Vermieters sind unwirksam."
      Gleiches gilt für die Kündigungsfrist. 3 Monate sind gesetzlich vorgeschrieben. Du kannst dir selbst eine längere Frist aufbürgen - macht aber wenig Sinn - oder dem Mieter eine kürzere Frist zugestehen - ist in deinem Fall also auch quatsch.

      Wenn der Mieter eine ordentliche Kündigung ausspricht, also gemäß der Kündigungsfrist kündigt, habt ihr 3 Monate Zeit jemanden zu finden. Geht der Mieter dann dennoch früher aus der Wohnung, muss er in jedem Fall bis zum Ende der Frist die Miete weiter zahlen, sofern er keinen Nachmieter gefunden hat.
      Geht er fristgerecht aus der Wohnung und es gibt noch keinen neuen Mieter, ist es salopp gesagt dein Problem.
      Sollte der Mieter eine außerordentliche Kündigung aussprechen, also fristlos kündigen, braucht er dafür schon besondere Gründe, die er auch nachweisen muss. Stichwort: Zumutbarkeit.
    • Paxmain
      Paxmain
      Bronze
      Dabei seit: 19.10.2007 Beiträge: 1.059
      Original von svnlmk
      Falls der Mieter im Rückstand ist, kann der Kaution durchaus ein Betrag in Höhe der Miete entnommen werden. Der Mieter ist dann dazu verpflichtet, diese Kaution eben wieder aufzufüllen.
      Hier liegt die Betonung auf kann, funktioniert nur mit Einverständniss des Mieters, ansonsten ist sowas unzulässig.