BB verteidigen - immer Probleme

    • Popoface
      Popoface
      Bronze
      Dabei seit: 15.05.2011 Beiträge: 991
      Hallo Leute,

      liest man in den charts, dann ist die Blind-Verteigigung recht einfach.

      In der Praxis sieht das dagegen vollkommen anders aus - jedenfalls bei mir.

      Hier mal ein willkührlich ausgewähltes, aber typisches Beispiel meiner Blind-Verteidigung.

      Ähnlich läuft es fast immer ab, wenn ich meinen Blind verteidige.


      Known players:
      Position:
      Stack
      SB:
      $2,76
      Hero:
      $3,66
      CO:
      $5,87
      BU:
      $9,3
      0,1/0,2 Fixed-Limit Hold'em (5 handed)Hand recorder used for this poker hand: PokerStrategy.com Elephant 0.104 by www.pokerstrategy.com.Preflop: Hero is BB with J:spade: , 6:heart: MP3 folds, CO calls, BU raises, SB calls, Hero calls, CO calls.Flop: (8,00 SB) J:club: , 6:club: , 5:heart: (4 players)SB bets, Hero raises, 2 folds, SB calls.Turn: (6,00 BB) K:club: (2 players)SB checks, Hero bets, SB calls.River: (8,00 BB) 8:heart: (2 players)SB checks, Hero bets, SB raises, Hero calls.Final Pot: 12,00 BB

      Und hier ein typischer gefoldeter Blind:

      Known players:
      Position:
      Stack
      BB:
      $4,89
      MP2:
      $0,38
      CO:
      $2,5
      0,05/0,1 Fixed-Limit Hold'em (6 handed) Hand recorder used for this poker hand: PokerStrategy.com Elephant 0.104 by www.pokerstrategy.com. Preflop: Hero is SB with K:heart: , 7:heart: MP2 raises, MP3 folds, CO calls, 2 folds, BB calls. Flop: (6,40 SB) K:club: , 7:spade: , 7:club: (3 players) BB checks, MP2 bets, CO calls, BB calls. Turn: (4,70 BB) 5:club: (3 players) BB checks, MP2 bets, CO raises, BB folds, MP2 calls. River: (8,70 BB) T:club: (2 players) MP2 raises (All-In), CO calls. Final Pot: 9,30 BB
      Um es kurz zu machen, ich verliere in den Blinds fast immer, unabhängig davon, ob ich mitgehe oder folde.

      Überhaupt kommt letzteres sehr häufig vor.

      Heute z.B. hat jemand aus MP1 jeden meiner Blinds angegriffen, sowohl BB als auch SB. Da ich meistens nur Schrott hatte (noch schlechter als in den Beispielen), mußte ich natürlich jedesmal folden.

      Mit Händen mittlerer Kategorie und aufwärts bin ich die Einsätze in den Blinds dann mitgegangen - und habe jedesmal verloren, selbst dann, wenn ich etwas getroffen habe (habe die Beispielhände jetzt nicht gefunden, da ich mit der Logik der Elephant-Sortierung nicht klarkomme (nach Uhrzeit statt nach Reihenfolge der Markierung).

      Mit Premiumhänden habe ich natürlcih geraist - und entsprechend mehr verloren.
      Der Gegner hat beinahe mit Any-two angegriffen und immer getroffen. Jedenfalls wenn ich sein gegner war.
      Insgesamt spielte er jedoch nur 28% seiner Hände.
      An dem Tisch war ich mit 23% meiner Hände im Spiel (6-max), inclusive der Blinds.

      Noch schlimmer ist es, wenn ich gegen Gegner spiele, die 80-90% ihrer Hände spielen. Gegen solche Gegner verliere ich in über 80% der Fälle, obwohl ich mittlerweile eher eher zu tight als zu loose gegen solche Gegner bin. Die Theorie sagt ja, man kann gegen solche Gegner deutlich mehr Hände spielen, aber meine Erfahrung ist die, daß ich dann noch mehr verliere.

      Heute wieder: Mitt DD gegen einen solchen in Position geraist (der hatte 46s). Der Flop war suited. Ich machte eine Bet, ein Gegner stieg aus, der andere machte einen Reraise (zu dem Zeitpunkt hatte ere lediglich ein Paar Sechsen).
      Bis zum River immer das gleiche Spiel: Ich Bet, er Reraise, ich call. Da auch der River ebenso wie der Turn keine gefährlichen Karten mehr brachte, Ich ein Overpair hatte und bei dem Gegner nicht davon ausging, daß er einen Flusch getroffen hatte reraiste ich so hoch es ging - und rannte in 2-Pairs (66 + 44).

      Auch das passiert mir ständig.

      Mittlerweile spiele ich ca. 15% an Full-Ring und ca. 23% an 6-max. Natürlich inclusive der Blinds.

      Zu loose ist das sicher nicht.
  • 5 Antworten
    • Sportbernd
      Sportbernd
      Bronze
      Dabei seit: 18.01.2005 Beiträge: 22.447
      -wird verschoben-
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.498
      Zwei Dinge glaube ich nicht so ganz: dass die erste Hand willkürlich ausgewählt ist und dass die zweite Hand typisch ist ;) In beiden Händen passieren Dinge, die nicht so häufig vorkommen. Ich weiss aber, worauf du hinaus willst.

      Grundsätzlich wirst du in den Blinds Geld verlieren. Kein Spieler macht auf Dauer in den Blinds Gewinn. Das sind nicht nur die schlechtesten Positionen am Tisch, dafür sorgt auch der Zwangseinsatz. Der Sinn der Blindverteidigung ist, damit weniger Geld zu verlieren als wenn man sie nicht verteidigt. Das wiederum sollte die Regel sein.

      Die Dinge, die du schilderst, kommen vor. Sie können auch durchaus mal die eine oder andere Session domimieren. Auf Dauer aber wird es nicht immer so laufen. Wichtig ist, den kühlen Kopf auch dann zu bewahren, wenn es nicht so gut läuft. Man muss sich immer fragen, was ist dem Zufall geschuldet und was der Qualität des Spiels?

      Du musst dir gegenwärtigen, dass es die Natur des Menschen ist, sich ungewöhnliche Dinge eher merken zu können als gewöhnliche Dinge. Verlierst du eine Hand, in der du eigentlich Favorit warst, dann ist das ungewöhnlich. Gewinnst du sie, dann ist es das, was du erwartest, also nichts besonderes. Du musst aufpassen, dass du nicht in die Falle der selektiven Wahnehmung läufst, wo du den Eindruck bekommst, dass die ungewöhnlichen Dinge die Regel werden, obwohl es objektiv nicht so ist. Daraus würdest du die falschen Schlüsse ziehen und die falschen Sachen lernen. Das bedeutet zum Beispiel auch, dass man sich über Verluste länger ärgert als man sich über Gewinne freut, weil man sich zur besseren Hälfte zählt und daher die Gewinne als selbstverständlich annimmt. Das trifft jeden Pokerspieler, der Geld gewinnen will, denn es würde keinen Sinn ergeben, ein Spiel für Gewinn zu spielen, bei dem man erwartet zu verlieren. Über diesen Mechanismus muss man sich im Klaren sein, sonst bekommt man ihn nicht in Griff.

      Jetzt kann es gut sein, dass die von dir genannten Zahlen (80% verloren gegen 80 VPIP Leute) der von einer Software objektiv gemessene Wert sind, und nicht nur selektive Wahrnehmung. Die Ursache dafür ist eine von 3 Möglichkeiten:

      • du hast bisher noch wenige Hände in dieser Situation gespielt, so dass diese Zahl nicht repräsentativ für einen langen Zeitraum ist. Über einen kurzen Zeitraum spielt der Zufall eine grosse Rolle.
      • der Gegner spielt nach dem Flop viel besser als vor dem Flop. Preflopstatistiken sind nicht alles. Gutes Postflopspiel kann vieles ausgleichen.
      • du machst noch viele Fehler in deinem Spiel.

      Oder eben eine Kombination aus diesen Möglichkeiten.

      Das mal allgemein und jetzt konkret:

      1) J6o solltest du in dieser Situation nicht spielen. Du bekommst 7:1 Pot Odds für eine Schrotthand, die du nicht unter 10:1 spielen solltest oder sogar noch seltener. Es gibt wirklich nichts, was diese Hand irgendwie gut macht. Der Rest ist normal. 2-Pair ist eine gute Hand, aber unschlagbar ist sie nicht. Kommt vor.

      2) Gut gespielt! Es spielt überhaupt keine Rolle, was für Wunderkarten später noch fallen. Es zählt allein die Chance, mit der die Wunderkarten fallen können und die ist zum Zeitpunkt deiner Entscheidung winzig. Du hast nicht die Möglichkeit, dich nachträglich umzuentscheiden. Du spielst jede Hand nach ihrer Gewinnwahrscheinlichkeit und da sieht es eben so aus, dass so ein Flop nur alle 1000 Hände mal vorkommt. Dafür kannst du nicht 1000 mal 1,5 SB investieren, damit du dann einmal 10 BB abkassierst. Verpassten Wundern wird nicht nachgetrauert, Punkt.

      Der Gegner, der dich mit any 2 angreift: entweder hatte er einen guten Tag oder er hat eine Schwäche in deinem Spiel erkannt. Wenn er nur 28% spielt, dann ist er wohl kein Maniac. Für genauere Aussagen muss man sich die einzelnen Hände im Zusammenhang mit dem Spielfluss und möglichen Reads ansehen.

      QQ gegen 64s: diese Hand könnte man sich auch mal ansehen. Aus deiner Beschreibung vermute ich, dass du nicht konsequent genug für Value gespielt hast (keine 3-bets), obwohl es natürlich nichts daran geändert hätte dass er dich ausgesuckt hat.
    • Popoface
      Popoface
      Bronze
      Dabei seit: 15.05.2011 Beiträge: 991
      Zunächst einmal vielen Dank für den ausführlichen Beitrag.

      Original von cjheigl
      Zwei Dinge glaube ich nicht so ganz: dass die erste Hand willkürlich ausgewählt ist und dass die zweite Hand typisch ist ;) In beiden Händen passieren Dinge, die nicht so häufig vorkommen. Ich weiss aber, worauf du hinaus willst.
      Genau genommen habe ich in der Liste der unbearbeiteten Hände den ersten BB von hinten genommen, bei dem ich den Flop getroffen hatte und trotzdem verloren habe.
      Und den ersten von hinten, den ich gefoldet habe und gewonnen hätte, wenn ich ihn gespielt hätte.
      Da mir die Logik der Handsortierung im Elephant noch nicht klar ist, kann man das durchaus als willkührlich bezeichnen.

      Jedenfalls weiß ich nicht mehr, warum ich die eine Hand gefoldet habe und die andere eben nicht, da ich b
      eide Hände keiner Session mehr zuordnen kann.


      Grundsätzlich wirst du in den Blinds Geld verlieren. ... Der Sinn der Blindverteidigung ist, damit weniger Geld zu verlieren als wenn man sie nicht verteidigt. Das wiederum sollte die Regel sein.
      Und genau darum geht es mir ja. Egal wie ich mich in den Blinds entscheide, es war im Nachhinein immer die falsche Entscheidung. Früher habe ich in den Blinds ähnlich oft gefoldet wie außerhalb.
      Da ich nun an gefangen habe die PS-Artikel mal systematisch und nicht nur themenbezogen durchzulesen, bin ich natürlich auch auf das Thema Blindverteidigung gestoßen und habe meine Strategie entsprechend geändert. Ich hab e keine Ahnung, ob die obigen beispiele vorher oder nachher passiert sind.


      Die Dinge, die du schilderst, kommen vor. Sie können auch durchaus mal die eine oder andere Session domimieren. Auf Dauer aber wird es nicht immer so laufen.
      [/qoute]

      Tja, das rede ich mir schon seit über 30.000 dokumentierten Händen ein (davor habe ich noch mindestens 10.000 nicht ausgewertete, da HH in deutsch).

      Und die Kurve geht gemittelt eigentlich als gerade stetig nach unten. Ok, unterm Strich ist die Rake deutlich größer als der Verlust (zwischen 1/2 und 1/3 höher), aber es geht nach unten.

      Wenn ich meine Spielweise geändert hatte, dann ging es immer kurzzeitig nach oben und dann wieder entsprechend runter.

      Es gibt zwar Tage, an denen ich mit sattem Gewinn abschneide, aber im Durchschnitt verliere ich halt deutlich mehr als ich gewinne (Allerdings incl. Rake).


      was ist dem Zufall geschuldet und was der Qualität des Spiels?[/quote]Abgesehen davon, daß ich zu oft die falschen Entscheidungen treffe (z.B. Calldown, weil ich dem häufig beim Bluffen erwischten Gegner keine starke Hand zutraue und dann in ein slowgeplaytes Monster renne usw.) scheint mir doch ein erheblicher Teil dem Zufall zu verdanken zu sein. Wobei erheblich jetzt nicht bedeutet meistens, sondern signifikant öfters als es die Theorie vorhersagt.

      Bsp. liegen meines Wissens die Chancen für einen Backdoor bei ca. 4%. Ich verliere aber mindestens jede 5. Hand gegen ein Backdoor. Gemeint sind nur die im Showdown verlorenen Hände. Fastz immer gegen Backdoor!
      Jedes 2. Set verliere ich gegen Street und höher, da kommen einen doch Zweifel, ob das wirklich ein Monster ist.
      Auch Top Two-Pair verliere ich sehr oft gegen Set und höher.
      Und jedes 2. Full-House verliere ich gegen ein höheres oder gegen einen Vierer.

      Schade, daß der Elephant nicht anzeigt, mit welchen Händen man im showdown wieviel gewonnen oder verloren hat.


      Du musst dir gegenwärtigen, dass es die Natur des Menschen ist, sich ungewöhnliche Dinge eher merken zu können als gewöhnliche Dinge. Verlierst du eine Hand, in der du eigentlich Favorit warst, dann ist das ungewöhnlich. Gewinnst du sie, dann ist es das, was du erwartest, also nichts besonderes. Du musst aufpassen, dass du nicht in die Falle der selektiven Wahnehmung läufst, wo du den Eindruck bekommst, dass die ungewöhnlichen Dinge die Regel werden, obwohl es objektiv nicht so ist.
      Das ist mir schon klar.
      Gibt ja auch viele ausführliche Artikel zu dem Thema hier.
      Trotzdem ist es schwer zu ertragen, wenn man das Schlag auf Schlag erlebt.

      Heute wieder das selbe Spiel erlebt. Jede Premium-Hand gegen any-two verloren (gegen Gegner die 60-90% ihrer Hände gespielt haben, ich so um die 25-30 bei 6-max und unter 30% bis zum Showdown).


      Jetzt kann es gut sein, dass die von dir genannten Zahlen (80% verloren gegen 80 VPIP Leute) der von einer Software objektiv gemessene Wert sind, und nicht nur selektive Wahrnehmung. Die Ursache dafür ist eine von 3 Möglichkeiten:
      Das würde ich gerne mal genau überprüfen, weiß nur nicht, wie das im Elephant geht.

      [quote]
      [list]
      [*]du hast bisher noch wenige Hände in dieser Situation gespielt, so dass diese Zahl nicht repräsentativ für einen langen Zeitraum ist. Über einen kurzen Zeitraum spielt der Zufall eine grosse Rolle.
      [/quote]s. o. an der Zahl der Hände alleine kann es nicht mehr liegen.


      [*]der Gegner spielt nach dem Flop viel besser als vor dem Flop. Preflopstatistiken sind nicht alles. Gutes Postflopspiel kann vieles ausgleichen.
      [*]du machst noch viele Fehler in deinem Spiel.
      [/list]
      Oder eben eine Kombination aus diesen Möglichkeiten.
      Diese beiden Möglichkeiten treffen sicher beide zu. Mittlerweile habe ich mich auch schon etwas an die Anzeige des Elephant-HUD gewöhnt und unterlasse es, jemanden bis zum Showdown durchzubluffen, der 50% und mehr seiner Hände bis zum Showdown durchhält.
      Aber mein hauptproblem ist halt, daß ich die extrem loosen Spieler nicht auf eine Hand setzen kann, und dann regelmäßig in stärkere Hände renne, obwohl ich preflop stark selektiere.
      Mittlerweile spiele ich nicht mal mehr kleine suited connectors, außer der tisch ist ziemlich passiv. Selbst AXs (X < T) folde ich i.d.R., wenn es vorher einen Raise gab (früher bin ich da mitgegangen).

      Das Einzige, was ich noch entgegen der Charts mache, ist, daß ich mit jedem Handpair preflop spiele, als hätte ich 2 Asse. Oft gelingt es mir dann auch, die Gegner spätestens am Turn zu eliminieren. Halt nicht immer. Und wenn Raises und Reraises stattfanden, folde ich auch nach dem Flop, wenn ich kein Set getroffen habe. Früher habe ich die nur passiv gespielt.


      1) J6o solltest du in dieser Situation nicht spielen. Du bekommst 7:1 Pot Odds für eine Schrotthand, die du nicht unter 10:1 spielen solltest oder sogar noch seltener. Es gibt wirklich nichts, was diese Hand irgendwie gut macht. Der Rest ist normal. 2-Pair ist eine gute Hand, aber unschlagbar ist sie nicht. Kommt vor.
      Wie gesagt, ich weiß nicht mehr, warum ich die gespielt habe. Vermutlich, weil der Gegner mir vorher jeden Blind geklaut hat, aber unterschreiben würde ich das jetzt nicht.


      2) Gut gespielt!
      Danke ;)

      Hier habe ich oft Zwiefel, ob ich connected oder suited im BB spielen soll. Da ist es in letzer Zeit mal so mal so. Zunehmend allerdings mit Rücksicht auf den Gegner.

      Pauschal: Tight -> fold, loose -> call.


      Der Gegner, der dich mit any 2 angreift: entweder hatte er einen guten Tag oder er hat eine Schwäche in deinem Spiel erkannt. Wenn er nur 28% spielt, dann ist er wohl kein Maniac. Für genauere Aussagen muss man sich die einzelnen Hände im Zusammenhang mit dem Spielfluss und möglichen Reads ansehen.
      Das mit den Reads, das scheint och ein großes Problem bei mir zu sein. Anscheinend kann ich den Gegner nicht lesen.

      Ich falls z.B. sehr oft (eigentlich fast immer) auf slow gespielte Monster rein. :(


      QQ gegen 64s: diese Hand könnte man sich auch mal ansehen. Aus deiner Beschreibung vermute ich, dass du nicht konsequent genug für Value gespielt hast (keine 3-bets), obwohl es natürlich nichts daran geändert hätte dass er dich ausgesuckt hat.
      Eigentlich spiele ich die agressiv durch, es sei denn, es kommen A und K auf Flop bis River, oder 4-suited oder 4-connected. Dann werde ich vorsichtig.

      Ich würde das gerne ma statistisch überprüfen, aber ich habe das Gefühl, mit JJ - AA meist gegen 3-suited oder 3-connected vorne zu liegen, eben weil gute Spieler 85o oder 2Qs normalerweise nicht spielen. Aber bei loosen Spielern renne ich dann oft in solche Hände.

      Und das kann ich nicht abschätzen.
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.498
      Wenn es um die Spieltechnik geht, werden dir die Handbewertungsforen sicher weiterhelfen. Da kannst du Hände posten, bei denen du dir nicht klar bist, ob du sie richtig gespielt hast. Das hast du bisher glaube ich noch nicht so oft gemacht.

      Eine wesentliche Sache in den Handbewertungsforen ist es, die Ergebnisse nicht mitzuposten. Damit soll vermieden werden, dass man sich die Entscheidungen unter dem Gesichtspunkt der nachträglichen Weisheit ansieht. Als du deine Entscheidung getroffen hast, konntest du aber noch nicht wissen, wie die folgenden Karten fallen. Daher spielt das auch bei der Analyse keine Rolle. Ich habe etwas das Gefühl, dass du zu sehr vom Ergebnis her denkst als von der Erwartung her. Das darf man nicht machen, denn daraus kann man nicht viel lernen. Beim nächsten Mal weisst du ja wieder nicht, welche Karten fallen werden.

      Natürlich sind Ergebnisse trotzdem wichtig. Wenn sie nicht so ausfallen, wie sie sollen, dann ist das ein Hinweis darauf, dass etwas nicht stimmt. Das nimmt man dann zum Anlass einer Analyse, was nicht stimmt. Und das machst du ja. Nur musst du den richtigen Blickwinkel wählen. Der richtige Blickwinkel ist die Betrachtung von zukünftigen Ereignissen bei jeder deiner Entscheidungen. Die bestimmen den Erwartungswert und darum geht es im Poker. Was hinterher dann passiert ist, interessiert nicht.

      Zu den backdoor Draws habe ich oben schon etwas geschrieben. In dem du die Hände so auswählst, dass du nur Hände betrachtest, die du verlierst, betrachtest du automatisch nur die backdoor Draws, die ankommen. Die backdoor Draws, die nicht ankommen fallen dann unter den Tisch. Das das kein realistisches Bild ergeben kann ist klar. Es ist auch ziemlich unwichtig, womit dich deine Gegner ausgesuckt haben. Backdoor Draws werden dabei automatisch einen gewissen Anteil haben. Ich habe mich noch nie darum gekümmert, wie hoch der ist und kann daher keine Zahlen nennen. Da man aber häufiger einen backdoor Draw am Flop trifft als einen guten Draw, werden die trotz weit schlechterer Trefferwahrscheinlichkeit am Ende gar nicht so selten gezeigt. Das, was du wahrnimmst, ist eine mehr oder weniger zwangsläufige Folge deiner Vorauswahl. Da ist so etwas ähnliches zu erwarten.

      Die Sets sollten in der Tat aber häufiger gewinnen als nur jedes zweite Mal. Ca. 70-75% ist realistisch. Full Houses gewinnen noch öfter (über 80%). Dir fehlen aber zuverlässige Statistiken. Ich weiss nicht, welche Daten der Elephant liefern kann, da ich selbst Pokertracker verwende.

      30.000 Hände können trügerisch sein. Es sieht nach viel aus, aber du hast davon sicher nur einen kleinen Teil gegen superloose Gegner im big Blind gespielt. Wahrscheinlich deutlich weniger als 1000, davon vielleicht nur 1/10 wirklich starke Hände und dann kommt man schnell in den Bereich der Unzuverlässigkeit von Statistiken. Wir reden dann geschätzt von nur noch 100 Händen und bei so wenigen Händen können die Abweichungen vom erwarteten Mittel noch sehr hoch sein.

      Das heisst, jetzt beginnt die Arbeit. Sieh dir die Hände an und nicht nur die, die du verloren hast. Da du dir Hände thematisch ansehen kannst (Filter nach BB und dann den Gegner überprüfen) werden es am Ende gar nicht so sehr viele Hände sein. Dort suchst du nach Inkonsistenzen und postest vielleicht auch mal eine Hand ins Handbewertungsforum. Dann kannst du dir spezielle Situationen mit den Handbewertern geanuer ansehen.

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      Spielanalyse (2) - Bronze

      Eine weitere Möglichkeit für dich ist vielleicht auch, ein Video aufzunehmen und das im Videoforum zu posten. Das sehen sich dann andere Spieler an und du bekommst Feedback.
    • Popoface
      Popoface
      Bronze
      Dabei seit: 15.05.2011 Beiträge: 991
      Original von cjheigl
      Wenn es um die Spieltechnik geht, werden dir die Handbewertungsforen sicher weiterhelfen. Da kannst du Hände posten, bei denen du dir nicht klar bist, ob du sie richtig gespielt hast. Das hast du bisher glaube ich noch nicht so oft gemacht.
      Stimmt, und das hat 2 Gründe:

      1. Ich hatte vorher den Pokertracker verwendet, dort die markierten Hände aber nicht gefunden. Die Statistik-Funkt im PT finde ich aber besser, weil man dort sehen kann, mit wselchen Händen man wieviel Gewinn/Verlust gemacht hat und das Gleiche gegen welche gegner man wie abgeschnitten hat. Auch kann man sehen, wie oft man mit Flush, Street, etc. gewonnen/verloren hat.

      Wie das beim Elephant geht, habe ich noch nicht gefunden.

      2. Ich gehe ungerne unter XP ins Internet, muß deshalb die betreffenden Hände immer umkopieren und dann unter Linux hier posten.


      Die Sets sollten in der Tat aber häufiger gewinnen als nur jedes zweite Mal. Ca. 70-75% ist realistisch. Full Houses gewinnen noch öfter (über 80%). Dir fehlen aber zuverlässige Statistiken. Ich weiss nicht, welche Daten der Elephant liefern kann, da ich selbst Pokertracker verwende.
      Und das würde ich schon gerne überprüfen.

      Mein gefühl hat mich schonmal getrübt.

      Als ich mit AA-Starthand gut ein halbes Dutzend mal hintereinander verloren habe, und es mit KK, AKn etc. auch nicht anders aussah, und das über einen längeren Zeitraum, war ich z.B. der Meinung, in 2/3 der Fälle mit den Monsterhänden zu verlieren.

      Der PT (Testversion) hat mich dann eines Besseren belehrt. Daher sind mir solche Statistiken wichtig, damit ich hinterher nachprüfen kann, ob ich wirklich so oft verliere, oder nur so empfinde.

      Heute hatte ich bei PS z.B. bei über 500 Händen gerade mal 2 Flush. Den ersten (K high) habe ich gegen einen Street-Flush verloren, den 2. (A-high) gegen ein Full-House.
      Leider funzt der Elephant nicht unter Linux, und der PT funzt auch nicht auf dem Rechner (was aber wahrscheinlich daran liegt, daß das Teil nur 192 MB RAM hat, und wegen Postsql braucht der PT halt mehr).

      An einem der 3 Tische wurde ich komplett abgewatscht und hab in kurzer Zeit mein gesamtes Buy-In verloren.

      Davor hatte ich 2mal Verbindungsprobleme, und jedesmal mit einer geraisten AK-Hand, weshalb die Kohle dann fort war. :(

      An einem weiteren Tisch bin ich regelmäßig von einem Gegner in die Deffensive getrieben worden, der mehrmals hintereinander einen Flush (mit any-suited) getroffen hatte. Allerdings trat dann der xextrem seltene Fall ein, daß ich ihn dann mit 3 hintereinander folgenen Händen komplett ausgezogen hatte. (1 x Full gegen Set und 2 x Two Pair) :)

      Insgesamt konnte ich den Verlust von dem einen Tisch komplett ausgleichen und sogar mit leichtem Gewinn den Abend abschließen, was meiner gequälten Seele richtig gut tat.


      Das heisst, jetzt beginnt die Arbeit. Sieh dir die Hände an und nicht nur die, die du verloren hast. Da du dir Hände thematisch ansehen kannst (Filter nach BB und dann den Gegner überprüfen) werden es am Ende gar nicht so sehr viele Hände sein. Dort suchst du nach Inkonsistenzen und postest vielleicht auch mal eine Hand ins Handbewertungsforum. Dann kannst du dir spezielle Situationen mit den Handbewertern geanuer ansehen.
      Ja und genau das habe ich noch nicht raus, wie ich das beim Elephant mache. Da gefällt mir der HUD besser, weil er mehr Daten anzeigt (im Moment achte ich aber nur noch auf den Agresionsfaktor, die Häufigkeit, mit der er den Flop sieht und wie oft er zum Showdown geht.

      Die von Dir geposteten Links habe ich schon vorher gefunden, aber noch nicht im Detail gelesen.

      Ist halt extrem viel zum Lesen hier bei PS. Und Lesen alleine reicht ja auch nicht. ;)