Openraising Range - Mathematischer Beweis

    • Outbreaker5832
      Outbreaker5832
      Bronze
      Dabei seit: 03.10.2008 Beiträge: 8.339
      Hey,

      nach einer langen Pokerpause und einem heftigen Down (obv. nicht mehr den Skill und vorallem nicht mehr das Mindset) habe ich mich entschlossen eine Woche Poker zu quitten und endlich mal wieder Theorie zu machen. Mindset Artikel und Buch lese ich nebenher.

      Mir ist bei der Analyse aufgefallen, dass ich meine oR-Ranges teilweise viel zu loose gespielt habe. SH UTG und auch MP.

      Naja lange rede kurzer Sinn:

      Es ist ja Standard, dass man z.B. AJ UTG opend, aber warum ist das so?
      Wer das SHC entworfen hat, muss ja angenommen haben, dass die Gegner nur sehr selten AJ+, JJ+ hat?

      Aber welcher Prozentsatz ist das und vorallem wie kommt man darauf?

      Ich hoffe ihr versteht was ich meine. Kann das gerade relativ schwer erklären. =/
  • 10 Antworten
    • manic0712
      manic0712
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      Dabei seit: 12.04.2007 Beiträge: 5.730
      SH oder FR?
    • Diddy81
      Diddy81
      Bronze
      Dabei seit: 14.09.2005 Beiträge: 885
      Es kommt auf die Defendingranges und Tendenzen deiner Gegner hinter dir an. Danach kannst du dann deine OR-Range strukturieren.
    • Outbreaker5832
      Outbreaker5832
      Bronze
      Dabei seit: 03.10.2008 Beiträge: 8.339
      @Manic: SH
      @Diddy: Das weiß ich auch, aber mich würde einfach der mathematiche Hintergrund interessieren. Denn auch wenn der Tisch noch so loose ist opend man ja trotzdem AJ UTG

      Ich war gestern abend einfach auch schon ziemlich müde. Ich glaube ich hab jetzt den Ansatz.


      Es gibt ja 1326 Kombos -> Wenn wir AJ haben sind noch 1225 Kombos übrig.

      Wie hoch ist nur die Wahrschienlichkeit, dass ein Villian eine Hand hat gegen die wir weniger als 45% Equity haben? Hände mit mehr als 55% Equity: AJ+, JJ+. (mit CardRemoval sind das
      noch 51 Kombos)

      MP hat also in 51/1225 der Fällle eine stärkere Hand. Wenn noch 5 hinter uns sind:

      6 * 51/1225 => ~25%.

      Kann das stimmen?
    • Egozocker
      Egozocker
      Bronze
      Dabei seit: 26.08.2006 Beiträge: 7.019
      Original von Outbreaker5832
      @Manic: SH
      @Diddy: Das weiß ich auch, aber mich würde einfach der mathematiche Hintergrund interessieren. Denn auch wenn der Tisch noch so loose ist opend man ja trotzdem AJ UTG

      Ich war gestern abend einfach auch schon ziemlich müde. Ich glaube ich hab jetzt den Ansatz.


      Es gibt ja 1326 Kombos -> Wenn wir AJ haben sind noch 1225 Kombos übrig.

      Wie hoch ist nur die Wahrschienlichkeit, dass ein Villian eine Hand hat gegen die wir weniger als 45% Equity haben? Hände mit mehr als 55% Equity: AJ+, JJ+. (mit CardRemoval sind das
      noch 51 Kombos)

      MP hat also in 51/1225 der Fällle eine stärkere Hand. Wenn noch 5 hinter uns sind:

      6 * 51/1225 => ~25%.

      Kann das stimmen?
      nein, du darfst nicht die Wahrscheinlichkeiten addieren, sondern du mußt die gegenwahrscheinlichkeiten multiplizieren
    • Outbreaker5832
      Outbreaker5832
      Bronze
      Dabei seit: 03.10.2008 Beiträge: 8.339
      also (1174/1225)^6 ?
    • m3ta
      m3ta
      Bronze
      Dabei seit: 01.04.2009 Beiträge: 1.240
      Jaein, (1174/1225)^5 = 0.81 Also noch sehr häufig die beste Hand ;)
    • Outbreaker5832
      Outbreaker5832
      Bronze
      Dabei seit: 03.10.2008 Beiträge: 8.339
      Original von m3ta
      Jaein, (1174/1225)^5 = 0.81 Also noch sehr häufig die beste Hand ;)
      ah ja ist logisch ;) Sind ja nurnoch 5 hinter uns ;) Danke ;)
    • otto0815
      otto0815
      Bronze
      Dabei seit: 13.07.2007 Beiträge: 487
      JJ+, AJs+, AJo+ ~ 5,43% aller Handkombos.

      Bei noch 5 nach dir kommenden Spieler einfach * 5 nehmen also: 27,15%.
    • m3ta
      m3ta
      Bronze
      Dabei seit: 01.04.2009 Beiträge: 1.240
      Original von otto0815
      JJ+, AJs+, AJo+ ~ 5,43% aller Handkombos.

      Bei noch 5 nach dir kommenden Spieler einfach * 5 nehmen also: 27,15%.
      das ist falsch- wenn 20 spieler nach dir sind,wäre die Wahrscheinlichkeit für eine bessere Hand also >100% ?
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von Outbreaker5832
      Es ist ja Standard, dass man z.B. AJ UTG opend, aber warum ist das so?
      Wer das SHC entworfen hat, muss ja angenommen haben, dass die Gegner nur sehr selten AJ+, JJ+ hat?
      Warum sollte dass der Grund sein?

      Wenn du AJ openraist und hinter dir eine Range callt, gegen die du mehr wie 50% Equity hast, ist es ein Valueraise.

      Darum geht es doch. Bei AJ ist es natürlich ein Grenzfall, da du gegen eine Calling-Range meistens bei 50% liegst, dafür aber die Initiative Postflop besitzt.

      Warum raist du denn KK? Doch nicht weil die Wahrscheinlichkeit gering ist dass jemand Aces hat, sondern einfach deshalb, weil du Action von vielen schlechteren Händen bekommst.

      Das mit dem "mathematischen Beweis" ist daher haarig, was genau willst du denn bewiesen bekommen?

      Warum raist man (teilweise) 22 oder 45s aus early Position? Das ist kaum noch for Value, das hat ebenfalls andere Gründe (Balancing, gute Playability, Vorteil der Initiative etc.).

      Mathematisch beweisen kann man schlecht dass ein Raise mit 45s gut ist, es hängt ja davon ab wer am Tisch sitzt und was der Openraiser Postflop draus macht.


      Wenn du für AJ einen Beweis haben möchtest.

      Eine "tighte Calling" Range (inkl. QQ+/AK, die zwar raisen können/werden, aber sie müssen wir bei der Definition für eine Valuebet auch berücksichtigen) könnte so aussehen:

      22+, A7s+, KTs+, QJs, JTs, ATo+, KJo+, QJo


      Equity Gewonnen UnentschiedenVerloren Hand
      Spieler 1: 49,646% 46,079% 7,134% 46,787% AJo
      Spieler 2: 50,354% 46,787% 7,134% 46,079% 22+, A7s+, KTs+, QJs, JTs, ATo+, KJo+, QJo

      Wie du siehst, kein wirkliches Valueraise.

      Vorteil daran ist halt, dass die kleinen PPs am Flop meistens aufgeben werden und du durch die Initiative am Flop häufig genug gewinnen wirst.