Regs exploiten

    • macbas
      macbas
      Bronze
      Dabei seit: 19.07.2010 Beiträge: 445
      Alle 250 Hände gehe ich im HM mal die Hände der regulars durch die mir immer wieder begegnen (also alle 250 die ich von ihnen habe). Nach welchen Besonderheiten sollte man da am besten fahnden?

      Ich schau mir halt an womit er im Blindbattle 3bt/call - 3bt/Broke spielt. Welche Range er am Flop/Turn CR. Mit was er Cbts raised. Was er 2x/3x Barrelt.

      Nach was filtert Ihr gegen bekannte Spieler im HM?
  • 6 Antworten
    • Maskoe
      Maskoe
      Bronze
      Dabei seit: 08.11.2009 Beiträge: 2.007
      Sowas lohnt mMn nur wenn du 10k oder besser noch mehr hands hast...
      1k is auf den micros schon ne gute sample, aber für solch spezielle situationen eher nicht.

      von den 1k hands hat er 10-20% spielbare Hände, je nach FR oder SH. also 200 großzügig, dann hittet er davon wieder nur 30%... schon haste nur noch 70 hands sample, von denen der großteil dann am flop vorbei ist. Du hast also vllt 40 turns, und daraus willst du sein ch/r verhalten schliessen? wenn er vllt 10x OOP ist und 2x ne gute hand hatte?


      Wenn du die Leute mehr exploiten willst, überleg dir wie du dich exploiten würdest. Was dich ingame verwirrt, wo du unsicher bist. Das wird den meisten Regs auf deinem Limit ähnlich gehen.
      Problem hierbei ist natürlich immer das Levelgame, aber dagegen gibts kein Mittel :f_biggrin:

      Abgesehn davon, solltest du natürlich hauptsächlich wegen den Fischen am Tisch sein, und nicht weil ein Reg seine Turn ch/r Range nicht balanced hat.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Es ist schwierig zu erklären wie man an die Sache rangeht. Im Prinzip sind folgende Kriterien entscheidend:

      1. Die Frequenzen mit denen der Gegner bestimmte Spielzüge macht abhängig von seiner Range -> du musst erkennen wann er von "theoretisch korrekten" Spielzügen abweicht und kannst diesen "Unterschied" exploiten.

      2. Showdowns -> schau dir die Showdowns an und schlussfolgere daraus. Wieso taucht er unter den Umständen (d.h. die gespielte Line) am Showdown auf und ist diese Line gegen die wahrscheinliche gegnerische Range die "beste"?

      Es gibt von Thomas Bakker ein Buch namens Analytical No Limit Hold'em - ich gebe zu das ich damals eine sehr negative Kritik dazu abgegeben habe, aber ich habs mir irgendwann im Flugzeug nochmal in Ruhe durchgelesen und ich muss sagen es ist eines der besseren Bücher, da dort mehr oder weniger klar dargestellt wird WIE man Spieler exploitet und WAS "richtige" Spielzüge sind.
    • macbas
      macbas
      Bronze
      Dabei seit: 19.07.2010 Beiträge: 445
      Cool, danke. Genau sowas hab ich gesucht. Ist aber vielleicht noch etwas advanced für NL 25, aber werds mir schon mal vormerken :) .
    • chrsbckr75
      chrsbckr75
      Bronze
      Dabei seit: 15.02.2007 Beiträge: 3.693
      Original von macbas
      Cool, danke. Genau sowas hab ich gesucht. Ist aber vielleicht noch etwas advanced für NL 25, aber werds mir schon mal vormerken :) .

      Vielleicht bin ich der größte Fisch unter der Sonne, aber ich möchte ein staement loswerden:


      NL50 SH und wahrscheinloich auch NL25SH ist nicht mehr so easy schlagbar wie früher.

      Aus meinen letzten Sessionreviews habe ich klar festgestellt:


      1) Die meisten Gegner sind Regs und die spielen sehr "reasonable"

      2) raises sind zu 99% keine Bluffs ---> b/f immer zuverlässig spielbar


      3) Villains callen große bets (am River) auf dry boards nur mit guten 2Pairs+


      ---> schon auf NL50SH sollten ein EXPLOITEN der Regs stattfinden, sonst bleibt man ewig auf diesen LIMITS.




      Weiterhin habe ich festgestellt: Wenn ich agiere spiele ich zu sehr gegen mich selbst. Übertrage meinen Denkprozess auf Villain. Das ist bei Regs sinnvoll, um deren Wahrnehmung meiner Range zu steuern, jedoch bei Nits und Rocks wohl fehl am Platz.


      Bsp paired Flops als Defender: gg Regs calle ich das IP, um ggf später zu bluffen. Bei Rocks raise ich direkt, da die den Spieltheoretischen Hintergrund gar nicht hinterfragen...
    • habeichja
      habeichja
      Platin
      Dabei seit: 29.12.2007 Beiträge: 7.177
      OP also ich habe das immer nur bei Spielern gemacht von denen ich mehrere tausend Hände hatte. Dabei hatte ich z.B. mal einen Kandidaten der wirklich immer im SB vs BB 3BB mit schlechten Händen gestealt hat und mit Premium Händen 4 BB was leicht exploitable war ghihihi.

      Aber sowas spezielles wie Betsizing anzuschauen geht halt wirklich erst mit einer entsprechenden Anzahl an Händen.
    • phil1312
      phil1312
      Global
      Dabei seit: 21.06.2008 Beiträge: 3.346
      Regs exploiten, einfach (Micros und Smallstakes):

      Ich gebe nur Anhaltspunkte worauf man achten kann, selbst nachdenken setzte ich voraus, ansonsten sollte man eh kein Poker spielen, mit gewinnbringenden Absichten.

      Erstmal den Reg einordnen:

      Nit: Viel stealen, viel cbetten, AA ist btw am Flop nur noch das Deadmoney wert, wenns Action gibt,

      Regfische: ja die gibts natürlich, irgendwelche Spielsüchtigen usw., spielen oft, haben keine Ahnung, aber spielen etwas anders als die typische Callingstation oder Maniacs, haben aber Tendenzen in diese Richtungen, man sollte nach deren Tendenzen gehen, aber sollte jedem klar sein, wie man da $$$ machen kann.

      TAG: Allgemein eher Valurange, gutes Positionspiel, Preflop solide, aber auf den niedrigen Stakes oft ein Spieler nach Chart, der viele Postflop Leaks hat, kommt später noch. Exploiten, eher durch stealen und ballern, aber darauf achten, ob er auch readen kann. Manchmal ist ein vermeidlicher TAG auch einfach eine Callingstation mit Stats von 24/20. Ein guter TAG ist idR schwer zu exploiten, weil er größtenteils eine Valuerange spielt, bluffen kann und in der Lage ist seine Gegner entsprechend einzuordnen und zu exploiten, äußerst selten auf den Limits bis NL50 ;) .

      LAG:

      Gute LAGs gibt es imo inzwischen schon auf den Lowstakes NL25/50 (aber auch eher die Seltenheit), sie gehen mehr +EV Spots ein, haben eine weitere Range als der TAG und sind overall eine Ecke aggressiver. Es ist hier wichtig in Posi gegen sie zu spielen und viel Potcontrol zu betreiben, natürlich haben sie auch ihre Leaks, aber dazu hilft mein Abschlusssatz. Exploiten kann man sie in zweierlei Hinsicht, entweder man antwortet mit Gegenaggession, oder man wählt eine passive Line mit seinen Valuehänden. Imo ist es einfacher gegen einen LAG auf den Lowstakes aggressiv vorzugehen, weil man Hände schneller beendet und einfachere Entscheidungen hat, ausser man kann gut Ranges einschätzen und Hände lesen, dann kann man auch etwas passiver vorgehen. Aggro sein bringt halt mehr folds, wobei es bei LAGs oft so ist, dass man sie mit ihrer eigenene Aggression gut exploiten kann. Sprich callen for Value^^.


      allgemeine Regs (TAGs, LAGs, ggf. Nits und alles dazwischen, oder halt die mit soliden Stats, auf dem ersten Blick):

      1. Herkunft

      Der deutsche Reg ist meistens PS.deler, Vids schauen, Artikel lesen und drüber nachdenken, wie man am besten gegen vorgehen kann, meistens ist pure Agression in Position die Lösung, der Deutsche hat meist Angst um sein Stack. Russen sind ne Ecke aggressiver, im callen liegt Value, sind aber auch viele starke bei, ähnlich wie Amiregs, muss man herausfinden, gilt btw für den ganzen Ostblock. Franzosen und Holländer haben iwelche Eigenarten, meist passiver Natur, entweder zu viel callen, oder zu viel folden, von Fall zu Fall unterschiedlich. Italiener und Spanier haben tendenziell ein Mentalitätsproblem, wenn man mal einen Reg mit soliden Stats entdeckt, gilt es herauszufinden ob er eher der Herocaller oder eher der Bluffer ist. Amis sind meist stark, iwelche Besitzer von Accounts von Coachingseiten, die richtigen Content liefern. Bei Briten weiß ich nie genau, was die da überhaupt tun (die kann man imo schwer verallgemeinern), wurde aber schon oft geownt, also halt Reads sammeln, siehe nächste Punkte.

      2. Obv Leaks

      Viele Regs haben obv Leaks, die man schnell erkennt und exploiten kann. Hoher Fold-to-3bet-Wert, extrem niedriger Wert, zu viele Cbets, zu viele/zu wenig 3bets. Floatopfer, 3bet call---> fit or fold, 3-bet--->cbet--->Aufgeben, alles Sachen halt, die man, wenn man aufpasst herausfindet und schnell exploiten kann. Wie mans genau macht, bitte selbst nachdenken.

      3. Leaks die nicht so obv sind:

      Bestimmte Lines, die sie nie balancen, bestimmtes Betsizing, nur for Value spielen (hat mich so manche Stacks bei manchen Villains gekostet, bis ich herausfand, das ich es mit jemanden zu tun habe, der nur Nuts raist) usw..

      Oder, du siehst ihn Mittags, machst Pause, siehst ihn Nachmittags/Abends immer noch, er kann halt kein A-Game mehr spielen ;) .

      Sie spielen "thinking", aber passen sich trotzdem schlecht an (zB. habe ich jemanden, den ich kenne, mit dem ich öfter an den Tischen bin, er callt mich sehr light, wenn ich im SB seinen BB angreife, bekommt aber nicht mit, dass ich schon seit vielen Händen meine Range arg tighter gestalte), gilt für viele Regs, die grad LAG ausprobieren, sie merken oftmals nicht, dass man, trotz LAG-Stats, bzw. gute TAG-Stats, gegen ihn an sich eine viel tightere Range spielt, bzw. selbst gegen ihn adapted, weil er halt denkt du hast eine loose Range oder was auch immer, hört sich advanced an und ist auch eher selten auf Limits bis NL100, das sich ein Reg abseits seines Charts diese Gedanken macht, kommt aber durchaus vor.

      Einige Regs peelen auch zu light postflop, oder spielen zu viel fit or fold, peelen nur den Flop, geben aber oft any Turn auf. Geben obv auf, wenn sie passiv werden usw.

      Geheimtipp: NOTES schreiben und sich überlegen, wie man Kapital daraus schlagen kann. Vielleicht auch einfach mal das HUD auschalten und sich nur auf bestimmte Lines und Betsizes konzentrieren.



      Hab den Post btw nach ner Sauftour verfasst, Verbesserungsvorschläge und Kritik sind deshalb angebracht und erwünscht^^.