3betting nach preflop equity vs. ranges ???

    • mischko
      mischko
      Bronze
      Dabei seit: 14.10.2006 Beiträge: 850
      ich habe im buch von harrington on online cash-games in bissel was gelesen zum thema 3betting nach preflop equity und wollte mal fragen ob das so "richtig" ist oder welche probleme ihr ggf. seht

      er schreibt in seinem buch das er eine 3bet frequenz individuell auf seinen gegner und dessen stats abstimmt.

      anhand seines PFR und seiner foldto3bet quote errechnet sich das ganze wie folgt:

      ab 55% equity gegen seine villain pfr range 3bettet er for value
      ab 45% equity callt er IP
      ab 48% equity callt OOP

      seine bluff 3bet`s macht er am Ft3bet aus:
      >80% = 100-200% seiner value 3 bet quote
      >70% = 100%
      >60% = 50%
      >50% = 33%


      Machen wir auch mal nen Beispiel:

      Villain Stealt 25% und hat einen Ft3Bet von 70%. vom CO wäre seine Range:
      22+, A2s+, KTs+, QTs+, J9s+, T8s+, 97s+, 87s, 76s, A7o+, KTo+, QTo+, JTo


      Wir sitzen im BB und defenden:
      3bet for value = 55% = 88+,ATs+,AJo+ = 7,09%
      Callen OOP = 48% = 77-55,A9s-A8s,KJs+,ATo-A9o,KQo = 5,28%
      Bluff 3Bets 100% von Value3bet = 44-22, A5s-A2s, Q9s+, J9s+, T8s+, 97s+, 86s+, 75s+, 65s, 54s

      Das ganze Konzept ist auf Sh zugeschnitten, dürfte aber für die blinddefense zumindest auch für FR passen.
      Es setzt weiterhin vorraus das wir postflop solide spielen und nicht jedes mal wenn wir nicht hitten aufgeben, sondern auch mal hier und da nen bluff einfliessen lassen!

      Was haltet ihr von dem ganzen? Finde es eigentlich sehr interessant und zum balancen nicht schlecht?!
  • 4 Antworten
    • oers
      oers
      Bronze
      Dabei seit: 21.12.2007 Beiträge: 4.785
      Finde ich schlecht nur nach Villains Openraisingrange und dem FT3B-Wert zu gehen.
      3betten kommt auf Villains Continuingrange an. Da sollte man den FT3B-Wert zwar schon ab ausreichender Sample auch berücksichtigen. Aber die Equity gegen seine Openraisingrange ist mmn relativ uninteressant.
      Es bringt mir ja nichts gegen seine Openraisingrange 55% zu haben, wenn er dann alles bis auf die Toprange gegen eine 3bet foldet, ist die 3bet mit TT trotzdem keine so gut Idee.

      Du kommst hier auf eine 14% 3bet range. Das halte ich ehrlich gesagt, für viel zu viel.
      Überlege dir mal, wir groß dein 3bet Range gegen eine loose BU Openraisingrange wird.

      Ab 48% OOP callen, halte ich jetzt auch nicht für so gut, würde da auf Grund des Positionsnachteil eher bei irgendwo >50% anfangen, wenn man es schon an der Equity festmachen will.
      Dazu finde ich es seltsam, dass der Bluffanteil der 3bets OOP und IP nicht variiert.
    • mischko
      mischko
      Bronze
      Dabei seit: 14.10.2006 Beiträge: 850
      ja ich finde manche sachen daran auch ein wenig "eigenartig", wobei man ihm ja vom grund her in gewissen sachen recht geben muss... wenn jemand viel openraist hat er eben auch viel trash darin und denke je sicher man postflop wird, desto mehr kann man die marginalen sachen mit reinnehmen.

      was ich jetzt aber nicht schlecht fand, wie er seinen anteil an "bluff3bets" anhand des Ft3B anpasst und die bestimmung der valuerange vor allem gegen gegner die gerne 3bets callen. das man definiert welche hand denn überhaupt for value gespielt wird. ob man diese hand dann callt oder 3bettet um einen höheren ev zu bekommen ist ne andere sache.

      bin aber über weitere meinungen gespannt :-)
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Beim 3-Betting ist die Equity gegen die PLAYBACKRANGE (d.h. die Range mit der dein Gegner called bzw. 4-bettet ) interessant und nicht die Openraisingrange.

      Davon abgesehen berücksichtigt sein 3-Bet Ansatz nicht die Konterstrategie des Gegners - es gibt imo 2 grundsätzliche 3-Bet Strategien:

      i) die polarisierte Strategie

      Man 3-bettet eine toplastige (z.b. JJ+, AK) Range - mit der man broke gehen könnte - und eine bottomlastige (z.b. so Sachen wie T7s oder J7s oder 35s) - mit der man auf eine 4-Bet folden könnte, aber gegen seine 3-Bet Callingrange noch ganz "okay dasteht".

      Die 3-Bet Strategie ist sinnvoll, wenn der Gegner eher mal zu 4-bet oder folds tendiert und relativ wenig called.

      ii) die depolarisierte Strategie

      Man 3-bettet eine toplastigere Range (z.b. 99+, QJs, KQ, AJ oder je nach Gegner natürlich weiter runter) - diese Strategie ist sinnvoll gegen Spieler, die sehr tighte Ranges 4-betten und auch öfter mal eine 3-Bet mit marginalen Händen callen können.


      Damit du jetzt nicht einfach planlos 3-bettest nimm am Anfang eine Range (wenn du nicht weisst wie dein Gegner reagiert) bestehend aus Händen, die "etwas zu schwach" für Coldcalls sind, aber spielbar sind. (z.b. eine Hand wie QTo im SB gegen einen Button Steal).

      Zusätzlich solltest du darauf achten, dass du nicht "zuviel" bluffst - das realisierst du relativ einfach darüber, dass du mal Kombinationen zählst - du nimmst deine Toprange und packst einfach genausoviele Kombinationen an Bluffs erstmal dazu. Wenn dein Gegner dann "zuwenig" called, dann erweiterst du deine Bluffingrange weiter - wenn dein Gegner dann "zuviel" called oder 4-bettet, dann reduzierst du deine Bluffingrange und/oder erhöhst deine Value 3-Bet Range.
    • mischko
      mischko
      Bronze
      Dabei seit: 14.10.2006 Beiträge: 850
      danke dir ghost, wie immer gut verständlich! :-)