Showdown-EQ vs. Draw-EQ

    • wuerstchenwilli
      wuerstchenwilli
      Black
      Dabei seit: 07.04.2008 Beiträge: 18.679
      Folgende Situation:

      Wir sind 4handed am Flop und haben 40% EQ ohne Ini

      a) mit einem Draw (z.B. Baby-FD mit Idioten-OESD)

      b) MH (z.B. 2pair)

      Jetzt meine Frage: Müssen wir diese Hände unterschiedlich spielen? Ist eine Freecard bei gleicher EQ für die MH schlimmer als für den Draw?

      Problem: 4handed können wir nicht von einer Contibet ausgehen.

      Mein erster Gedanke war: Nein, 40% sind 40%! Doch dann habe ich ein bisschen weiter gedacht:

      Was ist, wenn einer oder mehrere folden? Die Drawing-EQ wird sich nicht verändern, die der MH schon, da die EQ der gefoldeten Hände zum Großteil auf den Favoriten übergehen. Daraus folgt was alle schon wissen: Mit dem Draw wollen wir die Leute an den Pott binden, da wir 4handed eigentlich nie den Pott ohne SD gewinnen können.

      Daraus folgt für mich: Mit der MH bette bzw. raise ich. Doch was mache ich mit dem Draw? hier ist sicherlich die Position zum Agressor entscheidend. Sitze ich direkt vor dem Agressor, könnte er mit einem Raise alle rausdrängen und ich bin Underdog gegen eine strake range. Wie sieht es mit

      x) Hero - a - b - PFA
      y) Hero - a - PFA - b


      Habt ihr da feste Pattern?
  • 1 Antwort
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.498
      Es gibt zwei wichtige Punkte: wie wirkt sich eine free Card aus und wie wirkt es sich aus, wenn Gegner folden? Mit der made Hand kann dich eine free Card den Pot kosten, mit dem Draw kann das niemals passieren. Folden Spieler, wenn du eine made Hand hast, vergrössert sich deine Equity viel mehr als wenn du einen Draw hast. Daher ist es für eine made Hand wichtig, dass es keine free Cards gibt und wenn Gegner folden, dann ist es auch gut. Für einen Draw ist beides nicht tragisch, da hat man nur den Nachteil, dass kein Value in den Pot kommt.

      Im 4-way Pot ist Balancing nicht mehr besonders wichtig, da man den Pot ohne Showdown selten gewinnt. Das bedeutet, man kann es sich durchaus leisten, Draws und starke made Hände unterschiedlich zu spielen und zwar so, wie es jeweils den EV maximiert. Mit einem Draw muss man sich überlegen, ob es sich lohnt, Gegner rauszuhauen, weil dann der Vorteil kleiner wird (die Differenz zwischen EQ und Durchschnitts-EQ). Es gibt durchaus Fälle, wo sich das lohnt, z. B. wenn dadurch zusätzliche Outs freiwerden oder wenn die Chance auf eine free Card am Turn entsteht. Das entscheidet man von Fall zu Fall.

      Ich habe daher kein festes Muster, sondern schaue mir zuerst die relevanten Parameter an und entscheide dann.

      Wobei für x) wohl sehr oft die Donkbet in Frage kommt, weil man damit Gegner zwischen sich und dem PFA trappen kann. Eine made Hand würde man selten anders spielen, insofern passt das gut.