Hero PFA + 1 Coldcaller IP, Flop dry + Hero TP (oder Overpair)

    • nopi
      nopi
      Gold
      Dabei seit: 18.08.2006 Beiträge: 1.708
      Heyho,

      hier wieder mal der NL-Anfänger =)

      Folgende Situation, die mir in letzter Zeit desöfteren in die Finger gekommen ist.

      - Hero openraised
      - Villain IP coldcalled
      - Villain offensichtlich einigermaßen reasonable Spieler
      - Headsup am Flop
      - Flop (einigermaßen) dry
      - Hero trifft TopPair oder hat Overpair

      Zur Veranschaulichung zwei Beispiele, die ähnlich gelagert sind. Bitte nicht die Nuancen auseinanderklabüsern, es geht mir hier um den allgemeinen Gameplan.

      Dealt to Hero A:diamond: K:spade:

      Hero raises, fold, fold, BTN calls, fold, fold

      FLOP: 3:club: 8:club: K:heart:
      Dealt to Hero A:club: A:spade:

      Hero raises, fold, fold, BTN calls, fold, fold

      FLOP: 2:diamond: 5:club: K:spade:
      Wie ist hier nun Heros Gameplan?

      Ich denke, dass wir uns hier über Villains coldcalling-Range ungefähr einig sind. Diese besteht wohl aus allen Pockets bis JJ (oder TT), einiges an SCs und vielleicht einigen hohen Assen.

      In diesen ähnlich gearteten Spots scheinen die Gedanken weit auseinander zu gehen. Selbst in Coachings und von Handbewertern habe ich die unterschiedlichsten Lines gehört. Ich zähle mal kurz die Lines mit deren (kurzer) Begründung (oder Meinung) hier auf:
      1. bet Flop + bet Turn:
      "Value" + "Es gibt keinen Anlass zu denken dass Villian einer ist der dich in diesem Spot leicht floaten wird"
      oder
      "Es können sehr wohl schlechtere TopPairs runtercallen"

      2. check/call Flop:
      "Die schlechteren Hände, die callen, callen nicht mehr den Turn, d. h. das dort investierte Geld ist rausgeschmissen" und "mittlere Pockets die den Flop (bluff-)betten werden fast nie den Turn nochmals betten"

      3. bet Flop + check/call Turn + check/fold River:
      "Wenn Pockets floaten, dann laß ich diese ruhig den Turn bluffen" + "mittlere Pockets die den Turn (bluff-)betten werden fast nie den River nochmals betten"

      4. Mischformen ala "check/call Flop + donk/Turn" oder "check/call Flop + check/call Turn", selbst "check/call Flop + check/fold Turn" hab' ich gehört. Irgendwie kann man sich hier alles irgendwie zurecht argumentieren. Ich hätte dies aber gerne einigermaßen anhand von Kombinationen analysiert (mach ich mal nach dem Posting)

      Zunächst hätte ich doch gerne die eure Meinung gehört. =)


      Gruß, nopi
  • 1 Antwort
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Dann Willkommen beim NoLimit. =)

      Also der "Gameplan" kann halt nie verallgemeinert werden, das ist einer der Grundsätze. Daher bringt es nicht viel zu sagen "wir nehmen jetzt Variante 1 und ziehen das gnadenlos mit jeder Hand TP/Overpair durch", weil das irgendwer gesagt hat.

      In erster Linie kommt es natürlich auf Villain an, du sagst jetzt er ist "einigermaßen reasonable" Spieler, das beinhaltet natürlich sehr viel (tight oder loose, passiv oder aggressiv, tricky oder straight forward, Stacksizes (beim NL immer wichtig, hier geht man wohl von 100BB aus), History etc.).

      Dein Plan sollte auf jeden Fall daraus bestehen lieber einmal zu viel betten wie zu wenig. In diesem Spot sind beide Boards klare Cbets, ich kann mir auch nicht vorstellen dass ein Handbewerter hier sagt "wir c/c jetzt erst mal", das hast du dann wohl in coachings gehört (Joke, No offense... :D ).

      Warum wir hier betten sollte klar sein, natürlich for Value und teilweise Protection.

      Auf dem ersten Board kannst du keine Freecard gewähren, das sollte klar sein.

      Bei Board 2 hast du das Problem, dass du niemals c/f wirst, wenn du nichts hältst, würdest du bluffen.

      http://de.pokerstrategy.com/strategy//1908/1/
      http://de.pokerstrategy.com/strategy//1909/1/

      Zusammenfassung: Checkst du Board 2, wird thinking Villain selten bluffen. Du trappst zu häufig oder spielst wa/wb.

      Dafür kann er natürlich verstärkt for Value betten, dich zudem an Turn und River unter Druck setzen. Das ist kein Spot, den du willst.


      Somit scheidet dein Punkt 2 erstmal aus (natürlich gibts immer Ausnahmen).

      Die Punkte 3. und 4. hängen natürlich auch mit den Turncards zusammen. Wobei da schon Hammersachen dabei sind, "check/call Flop + check/fold Turn" kann ja nicht eine wirkliche Option mit solchen Händen sein. Was bettest du dann selber? Nur Bluffs und Sets? Das kann nicht funktionieren.


      Auch "check/call Flop + donk/Turn" macht keinen Sinn, wieso sollten wir das tun?

      Die Line gibt es natürlich, aber in erster Linie wenn du OOP defendest (sprich SB/BB). Dann kann man erstmal die Cbet abgreifen, sprich c/callen und am Turn dann for Value betten wenn man zu wenige 2nd Barrels sieht, zu häufig die Freecard genommen wird, das Board immer drawlastiger wird etc.

      Aber die Line macht wenig Sinn wenn du der PFA bist, ohnehin "das Recht" hast zu betten und dann Board 2 bspw. c/c spielst, um dann den Turn zu donken. Was willst du damit verkaufen / erreichen?


      "check/call Flop + check/call Turn" ist halt das wa/wb Prinzip, kann man natürlich spielen, aber warum hier? Blufft Villain denn dermaßen häufig und blind dass die wa/wb Line einen größeren EV erzielt wie selber zu betten?

      Spielt Protection in Hand 1 gar keine Rolle?

      Und was passiert bei einer Riverbet (die Hand ist am Turn halt nicht zu Ende...)


      Bleibt "bet Flop + check/call Turn + check/fold River".

      Ja, unter gewissen Umständen möglich.

      => Valuebet Flop
      => Turn keine klare Valuebet, Villain kann aber floaten
      => Auch wenn Villain floatfreudig ist, blufft er am River nicht mehr

      Wenn du das wüßtest, dann kannst du das so spielen. Aber du siehst hieran, verallgemeinern kannst und darfst du es nicht.

      Optionen gibt es im NL viele, da wundert es mich dass du die c/raises vergessen hast.

      check/raise Flop
      check/call Flop ; check/raise Turn

      Auch möglich, vor allem Option Nummer zwei. Check/raise Flop macht im 3-bettet Pot mehr Sinn und erzielt mehr Wirkung.

      Aber gegen sehr aggressiven Spieler der viel floatet, am Turn jeden Draw bettet und mich auch mal light c/raisen sieht wäre auf Board 1 c/c Flop und c/r Turn eine nette Alternative.