NL 10 generelle Analyse

    • macbas
      macbas
      Bronze
      Dabei seit: 19.07.2010 Beiträge: 445
      Ich hab mich mal hingesetzt und etwas intensiver mit dem HEM meine letzten 3 Monate analysiert. Dabei kamen ein paar Überraschungen zu Tage die ich hier mal zur Diskussion stellen möchte. Generell bezieht sich die alles auf NL 10 und die Samplesize ist in manchen Fällen auch etwas wacklig, aber gewisse Trends sind doch vorhanden, die mich verblüfft haben.

      Zunächst habe ich festgestellt, dass ich mit starken Assen (AK,AQ,AJ) aus early und auch MP Verlust mache. Und zwar recht deutlich. Erklären tue ich mir das damit, dass auf NL10 doch recht viele loose Caller pre, wie postflop vorhanden sind. Und da ich mit diesen Händen nur jedes 3. Mal treffe, passiert es doch oft, dass man von 2ndPairs oder ähnlichem Crap am Flop oder Turn gecallt wird. Desweiteren werden diese Hände erst wirklich stark wenn sie Scarecards treffen. Sprich genau die Karten, die man sonst ja nicht zu unrecht als Bluffs nutzt. Sprich mit AK auf nem A83 Board Value zu bekommen ist dann selbst gegen Fische fraglich.

      Die zweite Überraschung war, dass ich mit KKs, wenn 4bt Broke gespielt, ich mehr oder weniger break-even bin. Wenn ich allerdings 3bts gecoldcalled habe, was ich gelegentlich tue, dick im Plus bin. Das Erkläre ich mir dadurch, dass die gängigen Broke Ranges auf NL10 einfach noch sehr tight sind. Es gibt genug Rocks mit KK+, oder tighte Regs mit QQ+ und mehr oder weniger AK Händen (die gegen KKs ja auch ne gewisse Equity haben). Während ich bei nem Coldcall gegen ne weitere Range spiele und auch Bluffcatchtechnisch Value erzielen kann.

      Für AA gilt das übrigens, weniger überraschend, nicht. Raise/3bt/Broke ist da eindeutig meine lukrativste Line (wobei ich so gut wie nie mit AA 3bts calle).

      Auch interessant fand ich, (ich hab auch meine loosen Phasen :) ), dass ich selbst in early Position mit kleinen (98-54) SCs Gewinn mache.

      Und es hat sich herausgestellt, dass auch wenn eigentlich die Odds nicht gegeben sind, ich dennoch Gewinn mache, wenn ich mal 3bts mit kleineren Pockets coldcalle. Vielleicht sind die Implieds einfach doch so enorm, dass bei einem gehittetem Set oft genug die Stacks rein gehen, bzw andernfalls der Fold einfach super easy ist.

      Dies alles natürlich ohne Gewähr und vielleicht hier und da auch der Varianz geschuldet. Lasse mich auch gerne Wiederlegen und bin auf Meinungen gespannt.
  • 8 Antworten
    • brunooooo19
      brunooooo19
      Bronze
      Dabei seit: 24.02.2009 Beiträge: 859
      Von welcher Samplesize reden wir denn?
    • macbas
      macbas
      Bronze
      Dabei seit: 19.07.2010 Beiträge: 445
      Original von brunooooo19
      Von welcher Samplesize reden wir denn?
      79947 Hände. Nicht gerade gigantisch, ich weiß.
    • brunooooo19
      brunooooo19
      Bronze
      Dabei seit: 24.02.2009 Beiträge: 859
      DU musst dir halt anschauen wie oft du KK hattest etc. Ich würd sonst keine voreiligen Änderungen an meinem Spiel vornehmen. Wobei man KK gut auch mal auf ne 3b callen kann, da haste Recht, dass es gegen nen weiten 3b, tighten caller besser ist.

      Ebenso mit den SCs, gegen Nits die eh mit TPTK dann broke gehen (müssen weil sie sonst wieder von den Blindszerfressen werden) kann man die gerade ip gut mal spielen.
    • YoBaByYo
      YoBaByYo
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2007 Beiträge: 1.040
      ICh weiß nicht, ob es das ist was du dir durch den Thread erhofft hast, aber ich hab mal meine aktuelle DB gefiltert, 40k Hände NL10-NL30

      Original von macbas

      Zunächst habe ich festgestellt, dass ich mit starken Assen (AK,AQ,AJ) aus early und auch MP Verlust mache. Und zwar recht deutlich.

      Ich hab hier auf die geringe SS winnings, allerdings nur rund 30 mal jede Kombi in EP und 50-60 mal in MP. Sowohl in MP als auch in EP hab ich etwa 200bb/100hands. Dass die SS aber gering ist, zeigt zB dass ich mit AJ höhere winningrates habe, als mit AK (maybe hab ich da auch einfach leaks).


      Erklären tue ich mir das damit, dass auf NL10 doch recht viele loose Caller pre, wie postflop vorhanden sind. Und da ich mit diesen Händen nur jedes 3. Mal treffe, passiert es doch oft, dass man von 2ndPairs oder ähnlichem Crap am Flop oder Turn gecallt wird. Desweiteren werden diese Hände erst wirklich stark wenn sie Scarecards treffen. Sprich genau die Karten, die man sonst ja nicht zu unrecht als Bluffs nutzt. Sprich mit AK auf nem A83 Board Value zu bekommen ist dann selbst gegen Fische fraglich.

      Falscher Ansatz mMn. Du bekommst auf solchen boards sehr gut value, nämlich von dominierten TPs, die Fische eben dann 3x callen.

      Die zweite Überraschung war, dass ich mit KKs, wenn 4bt Broke gespielt, ich mehr oder weniger break-even bin.

      Ich bin 11 mal AI gekommen preflop und hab gute Verluste damit, allerdings bin ich EV mäßig im plus ~800bb/100hands. Nicht zu vergessen sind die Spots, in denen man durch folds deadmoney eingesammelt hat, welche da ja nicht dabei sind.



      Wenn ich allerdings 3bts gecoldcalled habe, was ich gelegentlich tue, dick im Plus bin.


      Hab ich nur 3mal gemacht, damit bin ich auch im plus, allerdings weniger als mit preflop AI.


      Das Erkläre ich mir dadurch, dass die gängigen Broke Ranges auf NL10 einfach noch sehr tight sind. Es gibt genug Rocks mit KK+, oder tighte Regs mit QQ+ und mehr oder weniger AK Händen (die gegen KKs ja auch ne gewisse Equity haben). Während ich bei nem Coldcall gegen ne weitere Range spiele und auch Bluffcatchtechnisch Value erzielen kann.


      Prinzipielle sicher ein Ansatz, wenn man sich keine balancing Sorgen macht.


      Für AA gilt das übrigens, weniger überraschend, nicht. Raise/3bt/Broke ist da eindeutig meine lukrativste Line (wobei ich so gut wie nie mit AA 3bts calle).

      Auch interessant fand ich, (ich hab auch meine loosen Phasen :) ), dass ich selbst in early Position mit kleinen (98-54) SCs Gewinn mache.

      Ziemlich BE bei mir in EP, in MP deutliche winnings mit 120bb/100hands.

      Und es hat sich herausgestellt, dass auch wenn eigentlich die Odds nicht gegeben sind, ich dennoch Gewinn mache, wenn ich mal 3bts mit kleineren Pockets coldcalle. Vielleicht sind die Implieds einfach doch so enorm, dass bei einem gehittetem Set oft genug die Stacks rein gehen, bzw andernfalls der Fold einfach super easy ist.

      Bei mir eine echt Katastrophe. -800bb/100 hands, 33% WTSD und 43% W$SD in 49 Fällen total. 5mal hab ich mein Set gehittet.

      Dies alles natürlich ohne Gewähr und vielleicht hier und da auch der Varianz geschuldet. Lasse mich auch gerne Wiederlegen und bin auf Meinungen gespannt.
    • Maskoe
      Maskoe
      Silber
      Dabei seit: 08.11.2009 Beiträge: 2.010
      ich nehme an FR?
    • macbas
      macbas
      Bronze
      Dabei seit: 19.07.2010 Beiträge: 445
      Original von Maskoe
      ich nehme an FR?
      Ach so, vergessen zu erwähnen. Shorthanded.
    • macbas
      macbas
      Bronze
      Dabei seit: 19.07.2010 Beiträge: 445
      Original von YoBaByYo
      Ich hab hier auf die geringe SS winnings, allerdings nur rund 30 mal jede Kombi in EP und 50-60 mal in MP. Sowohl in MP als auch in EP hab ich etwa 200bb/100hands. Dass die SS aber gering ist, zeigt zB dass ich mit AJ höhere winningrates habe, als mit AK (maybe hab ich da auch einfach leaks).
      Na ja ich hab mir auch schon überlegt, ob ich da nicht gewisse Leaks mit AJ+ in early hab. Zu tightes folden auf 3bts, zu looses callen von Raises postflop, oder zu wenig valuebetten. Werd die Hände mal bei Gelegenheit durchgehen.

      Original von YoBaByYo
      Prinzipielle sicher ein Ansatz, wenn man sich keine balancing Sorgen macht.
      Muss man glaub ich nicht auf NL10. Vorhin den Podcast mit Paxis gehört, der sogar die Ansicht vertritt, dass Balancing bis NL 200 überhaupt kein Thema ist. Seiner Ansicht nach sei das sogar ein Leak, dass viele Ihre Betsizes gegen Fische balancen wollen, anstatt mit starken Händen Potsize durchzubetten und mit Bluffs klein zu betten. Sehe ich ähnlich und werd das auch stärker in mein Spiel einbauen.


      Original von YoBaByYoBei mir eine echt Katastrophe. -800bb/100 hands, 33% WTSD und 43% W$SD in 49 Fällen total. 5mal hab ich mein Set gehittet.
      Bluffst Du mit Deinen Pockets in 3bt Pots oder callst Du eventuell Flopbets, etc. ? Für mich gilt, wenn ich mal 3bts calle, no set no bet.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Im Prinzip kann man in Poker Preflop relativ viel machen, wenn man weiss wie man das ganze Postflop umsetzt (auch 3-Bets mit marginalen Händen callen).

      Der Punkt ist, dass die größten Mengen Geld am Turn und River meistens ausgespielt werden und dementsprechend das Potential für Fehler dort am größten ist (seien es zu tighte Folds, zu loose Calls oder was auch immer).

      Für mich ist es nicht möglich festzustellen, ob du Postflop in der Lage bist Geld zu gewinnen und dies auch Varianzbedingt verzerrt ist, solange ich nicht deine Argumentation zu den Spielzügen kenne.

      => es gibt in Poker nicht den heiligen Gral. Es ist weder "richtig" AA immer Preflop schnell zu spielen, noch "richtig" 56s auf eine 3-Bet immer zu folden.
      Grade in den Anfängersektionen wirst du aber mit Systemen/Mantren/Faustregeln zugeworfen, weil diese im "Durchschnitt" Erfolg gezeigt haben und somit wahrscheinlich gewinnbringen sind. Auf gar keinen Fall werden solche Regeln gewinnmaximierend sein - gewinnmaximierend werden Spielzüge sein, die individuell auf die Schwächen des Gegners zugeschnitten sind. Es ist möglich, dass deine Beobachtungen gewinnmaximierend sind (dazu kann ich nix sagen NL10 ist ewig bei mir her) gegen den durchschnittlichen NL10 Gegner.

      Ich kann Handbewertungen, Strategietipps etc. nur aus einer Sicht geben, die gegen "alle Gegner" irgendwie funktioniert - Anpassungen an die Ranges deiner Gegner müsst ihr letztendlich selber vornehmen.