Verständnisfrage zu Protection-Bets

    • Zamm
      Zamm
      Bronze
      Dabei seit: 21.05.2007 Beiträge: 211
      Lt. Artikel heißt es, dass man aus Protection bettet um seine starke Hand vor Draws zu schützen, bzw. dem Gegnern mit Draws die nächste Karte möglichst teuer machen zu wollen und ihm somit die Odds zum Callen zu nehmen.

      Bisher dachte ich, dies bedeutet, dass man durch eine Protectionbet den Gegner zum Folden bringen will. Da aber in den Microlimits vielleicht nur jeder Dritte auf Pot-Odds achtet, bringt das nicht besonders viel und man bläht damit nur den Pot auf.
      Beim neuerlichen Durchlesen fiel mir ein anderer Sinn auf. Da es ja ein Nullsummenspiel (abzüglich Rake) ist, bringt mir ein Call des Gegners ohne die nötigen Odds langfristig Geld. Also ist die Protection-Bet langfristig +EV, auch wenn er nicht foldet. Sehe ich das so richtig?
  • 2 Antworten
    • phil1312
      phil1312
      Global
      Dabei seit: 21.06.2008 Beiträge: 3.346
      Ja, eine "Protectionbet" ist im Grunde eine Valuebet. Find es in den Artikeln schlecht beschrieben. Man bettet nie "for Protection" sondern for Value, wenn man sich vorn sieht, die Protection ist nur eine Folge des Valuebetten. Protection bedeutet nur, dass man bettet, weil der Gegner im Falle eines Calls viele Draws in seiner Range hat und man ihn halt schlechte Odds geben will, mit Sets, oder Twopair, wird sowieso meist geraist auf drawheavy boards.

      Es ist generell schlecht auf drawlastigen Board mit mit einem Overpair nicht zu betten, man sollte nur vorsichtig sein (idR und als Anfänger), wenn mögliche Draws schon angekommen sind, mit seinen TPTKs/Overpairs.

      Edit: Und ja du siehst das richtig, wenn der Gegner dort callt ist es logischerweise +EV, vor allem ist es +EV, wenn du ihm schlechte odds und vor allem schlechte impliedodds lieferst, also auch folden kannst, wenn draws ankommen und der Gegner auf einmal nicht mehr passiv spielt.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Die Protectionbet ist ein theoretisches Konzept aus dem Fixed Limitspiel eigentlich in denen man mit Ax z.b. auf 578hh trotzdem cbettet, obwohl die Bet an sich keinen wesentlichen Profit erwirtschaftet (daher sind wie erwähnt auch Valuebets und Bluffsbets die Hauptgründe für Bets).

      Ax auf 578 wird wahrscheinlich keine wirkliche Valuebet sein (weil kaum wirklich schlechtere Hände callen) und keine wirkliche Bluffbet (weil kaum bessere Hände folden werden).
      Im FL hat man aber mit AceHigh fast immer einen guten Bluffcatcher und kommt für einen schon am Flop zu bewertenden Maximalpreis an den Showdown. In NL verliert die "Protectionbet" viel Wert, weil es vorkommen kann, dass man eine Bet macht und plötzlich der Gegner den Preis für den Showdown diktiert (bis hin zum All In).
      Daher sind Protectionbets sinnlos - eine Hand wie AT auf JT3hh zu cbetten, um vor Draws zu protecten ist insofern sinnlos als das diese Draws genauso gut raisen könnten und man plötzlich nicht mehr weiss wo man in der Hand steht und einen riesigen Pot mit einem Bluffcatcher spielen muss, aber eigentlich gar keinen großen Pot spielen wollte.

      Das ganze könnte man jetzt auch noch etwas weiter führen, aber ich denke das Grundprinzip sollte mit Phils und meinem Post verständlich geworden sein.