Mal wieder: Slowplayer

    • Shadowhunter23
      Shadowhunter23
      Bronze
      Dabei seit: 24.05.2009 Beiträge: 73
      Folgende Situation ist vielen von uns bekannt:

      Wir sind max. 3handed am Flop und ein Gegner hat Toppaar, aber callt unsere Contibet nur. Ebenso callt er den Turn! Er spielt also nicht die Standard-Line sondern will einfach wieder mal 'tricky' slowplayen.

      Nun heißt es, dass man sich über solche Moves nicht ärgern soll, da er sich damit ins eigene Fleisch schneidet und wir ja Geld sparen. Ist klar, kein Thema.

      Nur Frage ich mich, ob es bei dieser riesigen Anzahl an Spielern, die so spielen, besser ist, sein Spiel (für die Mikrolevels, auf denen das sehr oft vor kommt) anzupassen. Wenn ja, wie könnte man das anstellen?

      Gerade für das Denken in Ranges ist sowas ja total hinderlich, da bei der Handanalyse oft gesagt wird bei solchen Händen: "Toppaar hätte er am Flop gebettet"
  • 6 Antworten
    • mazew
      mazew
      Silber
      Dabei seit: 06.10.2007 Beiträge: 116
      mehr Infos wären nice um die Frage beantworten zu können...

      full ring z.B. muss das ja gar nicht unbedingt ein slowplay sein!
    • QuiK
      QuiK
      Bronze
      Dabei seit: 24.02.2006 Beiträge: 1.061
      lol minbet
    • Shadowhunter23
      Shadowhunter23
      Bronze
      Dabei seit: 24.05.2009 Beiträge: 73
      Ich spreche hier von Fullring im Limit 0.1/0.2.
    • Badewannenpirat
      Badewannenpirat
      Bronze
      Dabei seit: 01.09.2010 Beiträge: 383
      kommt halt auch auf die preflopaction an usw. vielleicht hättest dir dann die bet am turn auch sparen können :>!

      ich denke wenn du dein spiel anpasst bzw schon scared wirst dass jemand slowplayed is es nicht förderlich.

      würde weiter dein a-game zocken und bei leuten die alles bis zum river durchcallen etwas vorsichtiger mit dem betten sein wenn du nichts getroffen hast und bestimmte karten auf dem board in seiner range liegen.

      an deiner stelle wär ich wirklich froh dass du da geld sparen kannst, nächste mal kriegst du das doppelte von ihm :P !
    • Padex
      Padex
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2010 Beiträge: 558
      Nehmen wir mal den Klassiker. Wir spielen OOP gegen ein Fisch und floppen Toppair. Leider hat der Gegner aber ein Set gefloppt und spielt die allseits beliebte Fisch-Monsterline call Flop, call Turn, Raise River. Hätte er aber die Standardline call Fop, raise Turn gespielt, dann würden wir dagegen ja runtercallen. Wir verlieren also in beiden Fällen 3 BB auf Turn und River. -> Macht keinen Unterschied

      Anderes Szenario: Wir floppen ein Twopair, Villain wieder das Set. Würde er nun cF rT spielen, dann würden wir den Turn 3betten und er könnte cappen und am River nochmal betten. Spielt er statdessen cF cT rR, dann werden wir nicht immer den River 3betten, z.B. weil wir sein Riverraise für extrem stark halten, oder uns mit der Riverkarte zu viele Hände überholen. Er gewinnt also weniger und wir sparen manchmal Geld. -> Besser für uns

      Drittes Szenario: Wir halten Toppair, aber am River fällt eine Scarecard für uns. Wir sehen uns hinten und spielen b/f oder sogar c/f und er gewinnt mit seiner Hand wenig bis garnichts mehr. -> Besser für uns.

      Viertes Szenario: Wir haben leider nur einen Draw gefloppt. Am River busted unser Draw und wir spielen c/f, da der Fisch nicht genügend Hände foldet damit wir hier bluffen können. Hätte der Gegner den Turn geraist, dann hätten wir mit unserem Draw wohl callen müssen. So ist ihm am Turn eine BB entgangen und wir sparen mit unserem Draw wieder Geld. -> Besser für uns


      Du siehst also Der Gegner verliert mit seinem Slowplay regelmäßig Geld. Gute Slowplayspots sind selten, ich lehne mich sogar mal soweit aus dem Fenster zu sagen wenn man garnicht slowplayt macht man wahrscheilnich die wenigsten Fehler. Klar ist es ärgerlich wenn man ab und zu mal mehr Geld verliert weil der Gegner sich gerade ohne es zu wissen zufällig den richtigen Spot zum slowplayen rausgepickt hat. Aber langfristig macht er damit so viele Fehler, dass man das eine mal verschmerzen kann.
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.498
      Was kann man gegen slow Play praktisch tun? Erstens: Nerven behalten. Wenn man sich klargemacht hat, dass man im Schnitt gegen ein slow Play nicht mehr verliert als gegen das Standardspiel, dann regt einen das viel weniger auf. Die grösste Gefahr, die von slow Play ausgeht, ist, dass sie dich auf Tilt bringt. Der kostet dich dann im Anschluss Geld. Tilt vermeiden ist daher das wichtigste.

      Wie kann man sich anpassen? Auf jeden Fall kann man sich Notizen über das Spiel des Gegners machen. Wann raist er? Was zeigt er, wenn er raist? Raist er wirklich nur Monster oder auch andere Hände? Sicher, es braucht seine Zeit, bis man aussagekräftige Reads gesammelt hat. Ein einzelnes Vorkommnis begründet noch keinen Read. Aber häufig sieht man sich wieder und dann werden Reads wertvoll. Dann kannst du dein Spiel an diesen einzelnen Gegner anpassen. Man muss aber vermeiden, sein Spiel im Voraus gegen unbekannte Gegner "anzupassen", weil du dann Fehler in dein Standardspiel einbaust. Anpassungen können immer nur gegen individuelle Gegner stattfinden und erst, nachdem du gesehen hast, wie sie spielen. Nicht gegen die Masse und nicht im Voraus.