[SNG] Wie spielen bei wenig Zeit?

    • MJRunning
      MJRunning
      Bronze
      Dabei seit: 10.12.2010 Beiträge: 196
      Hallo zusammen,

      ich würde gern mal eure Meinung und Ratschläge zu meinem geplanten Vorgehen hören.

      Ich spiele seit gut zwei Monaten SNGs und denke, dass ich den Bronze-Content drauf habe. Spiele noch im Großen und Ganzen nach den Charts, in der frühen Phase preflop aufgeloost um Axs, suited connectors, broadways.

      Spiele derzeit auf Stars die 1,50$ STTs. Komme leider idR nur dazu mich maximal 2h am Abend mit Poker zu beschäftigen und das auch nicht täglich.

      Mein Plan derzeit ist abwechseln 1 Tag zu spielen und 1 Tag Content durchzugehen, Hände zu reviewen, etc.

      Was und wie würdet ihr mir raten zu spielen?
      Ich sehe das Problem, dass ich bei meinem Pensum ja ewig brauche, um eine aussagekräftige Samplesize aufzubauen um zu bewerten, ob ich das Limit schlage, bzw. die BR aufzubauen um mal im Limit aufzusteigen und dann auch weniger Rake zahlen zu müssen. Um bspw. 75 $ zu gewinnen braucht es bei 10% ROI auf den 1,50ern 500 SNGs, was für mich 250 Spielabende bedeuten würde, und somit beinahe 2 Jahre, wenn ich davon ausgehe, nicht einmal jeden zweiten Abend zu spielen. Geht man von einem konservativeren BRM aus, reichen die zusätzlichen 75 $ gar nicht aus.

      1. Turbos oder Standard? Bei den Turbos ist der Rake geringer und sie sind deutlich schneller gespielt. Hat man bei den Standard-SNGs wirklich einen Vorteil, der den höheren Rake ausgleicht? Generell finde ich wird ziemlich tight gespielt, sodass man auch an Standard-Tischen gern mit 7+ Spielern in die PoF-Phase geht.

      2. 1-Tabling oder Mutli-Tabling? Bei 1 Tabling spiele ich ja ca. 2 SNG pro Abend. Kommt man damit überhaupt voran oder lieber 2-4 Tische parallel?

      3. Oder direkt aufgrund des geringeren Rakes auf 3,50 $ aufsteigen? Reicht es da überhaupt noch aus, nach Charts und Bronze-Content zu spielen?

      Bin gespannt!
  • 19 Antworten
    • margsenjo
      margsenjo
      Bronze
      Dabei seit: 28.10.2009 Beiträge: 1.240
      spielst du turbos oder regulars?
    • MJRunning
      MJRunning
      Bronze
      Dabei seit: 10.12.2010 Beiträge: 196
      Bislang überwiegend turbos, spiele aber mit dem Gedanken, auf regulars zu wechseln. Meine erste Frage bezieht sich ja auf beide Varianten und deren Vor- und Nachteile.
    • margsenjo
      margsenjo
      Bronze
      Dabei seit: 28.10.2009 Beiträge: 1.240
      aber wenn du 2std pro tag (wenn du denn spielst) spielen kannst, schaffst du doch selbst bei 1-tabling mehr als 2sngs. ich hab gerad mal geguckt und habe bei Turbo STTs auf 1k games ne avg dauer von ca 25min. also solltest du mindestens 4 in den 2 std schaffen, bei 2 tabling dementsprechend 8 usw usf.

      wenn du dich sicher fühlst, kannst du ja mal mit 2 tabling anfangen und schauen wie es dir gefällt
    • UrielSeptim
      UrielSeptim
      Bronze
      Dabei seit: 18.07.2007 Beiträge: 3.487
      Bei deinem Pensum und deinen Limits würde ich mich nicht zu sehr unter Druck setzen, du wirst ohnehin eine Ewigkeit brauchen, bis du eine ordentliche Samplesize hast und um viel Geld geht es ja auch nicht.
      Die Tischanzahl kannst du nach 2 Monaten wohl schon auf bis zu 4 Tische hochschrauben.
      Ob du Turbos oder Standard spielst, ist eher Geschmacks-/Stilsache. Bei Turbos ist halt das Push-or-Fold-Spiel wichtiger, bei normalen SNGs bist du en average deeper und musst deshalb mehr Postflop spielen und die Steal-/Restealphase ist ebenfalls viel länger als bei den Turbos.
    • Manajah
      Manajah
      Bronze
      Dabei seit: 19.02.2007 Beiträge: 13
      Ich spiele im Moment ausschließlich die 1,50$ 6max HyperTurbo SNGs auf Stars. Da schafft man in 2h bei 4tabling schon etwa 25 SNGs!

      Vielleicht wäre das ja auch was für dich? Mir machen die eigentlich Spaß.
    • ribbar
      ribbar
      Bronze
      Dabei seit: 08.02.2009 Beiträge: 917
      Habe dasselbe "Problem", auch wenn ich es als solches nicht wirklich bezeichnen würde.
      In dem Sinne spiele ich mittlerweile auch nur noch dann Poker, wenn ich wirklich Lust drauf habe und nicht weil ich mir Ziele setze und mich dadurch faktisch dazu zwingen muss, zu spielen.
      Das ist zZ vllt. 1-2 mal im Monat der Fall, kann aber auch wieder mehr werden...
      Zu deinen Fragen unten:

      1) Turbos gehen zwar schneller, dafür hast du auf den normalen aber ne größere edge, da du eben länger "deep" spielst.

      2) Definitv multi-tabling, völlig unabhängig davon, ob man nun viel oder wenig Zeit hat.
      Gerade auf den micros kommt man mit ABC-Poker eigentlich relativ gut durch, d.h. umso mehr Tische, desto besser.
      Später dann würde ich mich auf 6-9 einpendeln, aber natürlich alles individuell.

      3) Der rake auf den 1'ern ist schon extrem, allerdings würde ich ohne ausreichende BR nicht auf die 3'er hoch...

      Achja: Ich sehe gerade, dass du 2h pro Tag für Poker Zeit hast...
      Das ist eigentlich extrem viel, wenn du zusätzlich noch Zeit für andere Hobbies hast.
      2h = 2 Sessions normale SnGs mit 24+ tabling = 48+ SnGs pro Tag!
    • spliff77
      spliff77
      Bronze
      Dabei seit: 01.01.2007 Beiträge: 1.719
      hyperTurbos..
    • MJRunning
      MJRunning
      Bronze
      Dabei seit: 10.12.2010 Beiträge: 196
      Original von spliff77
      hyperTurbos..
      Im Ernst? Mit welcher Begründung? Einfach um die Anzahl der gespielten SNGs zu erhöhen, oder weil man mit Poker nach SHCs hier die besten Ergebnisse einfährt?

      Meine Überlegung ging eher genau in die entgegengesetzte Richtung. Weg von turbos hin zu regular. Mehr Zeit, um auf gute Spots zu warten.

      In den Hyperturbos kommt man ja noch schneller in die PoF-Phase und wahrscheinlich dann auch oft noch mit 8 Gegnern.
    • omnipotenter
      omnipotenter
      Bronze
      Dabei seit: 05.07.2011 Beiträge: 194
      vergiss hyperturbos wenn du dich nicht sehr gut und viel mit icm auseinandergesetzt hast. wenn du nach shc spielst kannst du das gleich vergessen ...
      aber du hast schon recht mit deinem aktuellen spielstil kommst du wohl eher nicht auf nen grünen zweig.
      einfach langsam anfangen mehr tische dazu zu nehmen ..
      ob du dann turbos oder regulars spielst is wohl echt geschmackssache, aber bei begrenzter zeit solltest du dich vllt dennoch an die turbos halten.
    • dak113
      dak113
      Bronze
      Dabei seit: 25.04.2009 Beiträge: 4.859
      1. Ich würde Turbos spielen, kommst irgendwann eh nicht mehr drum rum, die Hourly sollte höher sein, Edge ist nicht viel geringer (wird beinahe durch den geringeren Rake egalisiert).

      2. 1 table kann auf Dauer nicht alles sein, gerade bei sng`s kann man imo recht schnell 6+ tablen, würde auf jeden Fall also mal 2 oder 3 Tische parallel probieren.

      3. Ich finde, die 1$ sngs sind wirklich nur da, um sich mit dem Spiel vertraut zu machen, die 3$ sngs haben weniger Rake und genauso viele Fische.
      Wenn du dich einigermaßend solide einschtzt auf den 1$ und deine BR ausreichend ist (+/- 150$), solltest du aufsteigen imo.
    • UrielSeptim
      UrielSeptim
      Bronze
      Dabei seit: 18.07.2007 Beiträge: 3.487
      Original von MJRunning
      Meine Überlegung ging eher genau in die entgegengesetzte Richtung. Weg von turbos hin zu regular. Mehr Zeit, um auf gute Spots zu warten.

      In den Hyperturbos kommt man ja noch schneller in die PoF-Phase und wahrscheinlich dann auch oft noch mit 8 Gegnern.
      Deine Überlegung funktioniert nicht ganz. PoF-Spiel ist einfacher zu lernen, bei Regular SNGs bist du wesentlich deeper, was auch mehr Skill deinerseits erfordert. Ein bei Regular SNGs mega tight zu spielen und auf Spots zu warten, ist definitiv keine optimale Strategie.
    • MJRunning
      MJRunning
      Bronze
      Dabei seit: 10.12.2010 Beiträge: 196
      Danke an alle für das umfangreiche feedback.

      Da werde ich mich wohl weiterhin den Turbos widmen, nach und nach die Tischanzahl erhöhen und darauf vertrauen durch kontinuierliche Content-Bearbeitung den Skill soweit zu erhöhen um winning player zu werden/sein/bleiben und auf die 3,50er zu kommen.
    • sEnF2k11
      sEnF2k11
      Bronze
      Dabei seit: 08.06.2011 Beiträge: 363
      SnGs sind dazu stärkeren Swings ausgesetzt als NLH-CG. 10x OOM in Folge ist keine Seltenheit. Um das aufzuholen, brauchst du bei 20 SnG pro woche 5 Wochen (bei ROI von 10%). Da kommste niemals von der Stelle ... vorallem nicht bei nem Rake >10%. Solche Rechenbeispiele zeigen:

      Es kommt alles durch Volumen, Volumen und nochmals Volumen. Wenn du die Basics verinnerlicht hast, musst du nur Grinden bis die Maus glüht. Unter 10-20 Tischen gleichzeitig macht es auf den Limits keinen Sinn.
    • menace2society
      menace2society
      Bronze
      Dabei seit: 05.03.2006 Beiträge: 665
      ich würde dazu raten die turbos zu multitablen. wirds dir nicht langweilig wenn du nur ein oder zwei tische spielst?:) ich mein die meisten hände schmeißt du ja eh weg und fische erkennt man auf diesen limits ja meistens auch schon relativ schnell, also auch bei mehreren tischen.
    • PokahJokah
      PokahJokah
      Bronze
      Dabei seit: 27.09.2011 Beiträge: 49
      Original von menace2society
      ich würde dazu raten die turbos zu multitablen. wirds dir nicht langweilig wenn du nur ein oder zwei tische spielst?:) ich mein die meisten hände schmeißt du ja eh weg und fische erkennt man auf diesen limits ja meistens auch schon relativ schnell, also auch bei mehreren tischen.
      Genau so. Zumindest 4-tabling sollte immer drin sein, ohne überfordert zu sein. Auf den Mikros ist das so fischig, dass man nicht zu jeder Zeit sein A+-Game braucht.
    • klopa
      klopa
      Bronze
      Dabei seit: 03.11.2006 Beiträge: 1.926
      Original von sEnF2k11
      SnGs sind dazu stärkeren Swings ausgesetzt als NLH-CG. 10x OOM in Folge ist keine Seltenheit. Um das aufzuholen, brauchst du bei 20 SnG pro woche 5 Wochen (bei ROI von 10%). Da kommste niemals von der Stelle ... vorallem nicht bei nem Rake >10%. Solche Rechenbeispiele zeigen:

      Es kommt alles durch Volumen, Volumen und nochmals Volumen. Wenn du die Basics verinnerlicht hast, musst du nur Grinden bis die Maus glüht. Unter 10-20 Tischen gleichzeitig macht es auf den Limits keinen Sinn.
      ich denke du solltest dich mal mit dem begriff der swings vertraug machen. Neben 10mal oom kanns auch 5 mal hintereinander 1. werden... der roi berücksichtigt sowohl die downs als auch die ups. wenn du jederzeit mit konstanten 10% roi spielst hast du bei deinen 10mal oom theoretisch trotzdem schon einen gewinn von einem buyin gemacht statt einem verlust von 10..

      an die eigentliche frage: fang nicht an auf teufel komm raus zu multitablen! erhöhe die tischzahl langsam und immer erst dann wenn du dich bei der aktuellen anzahl sehr wohl fühlst.
      Viele die dir den Rat geben sofort zu multitablen weils ja so easy ist haben wohl vergessen, wie überfordert sie zu beginn ihrer karriere waren mit 2+ tischen.

      nimm jetzt nen zweiten dazu und bleib erstmal beim zweitabling, sobald du dich wohl fühlst nimmst nen dritten dazu etc.
      Auserdem versuche so schnell wie nur möglich vom chart wegzukommen. (viel training mit icm trainer//sngwizard)
    • sEnF2k11
      sEnF2k11
      Bronze
      Dabei seit: 08.06.2011 Beiträge: 363
      Gut Überforderung ist eben für jeden was anderes. Ich rate ja auch das gleiche: Viel lernen, langsam steigern. ABER: Es muss klar sein, dass es auf Dauer keinen Sinn hat in Micro-Limits mit weniger als 10-20 Tischen zu spielen. Wo soll denn der Gewinn herkommen?

      Zum Thema Swings: Du wirst ja nicht bestreiten, dass Dinge wie 10+ oom, 20BI+ Downswings auf 200-300 Games und BE-Phasen über 500-1k Games selbst bei proofen Winning-Playern vorkommen, oder? Und mit diesem Wissen, kann man eben schlussfolgern, dass es passieren kann, dass man bei 5-tabling über 1k Games (also ca. 60h --> 30 Tage poker bei 2h pro Tag spielen) BE läuft. Das passt dann eben nicht zur Themen-Frage "Spielen mit wenig Zeit". Und wenn man einfach nur aus Spaß an der Freude spielt ist das ja auch vollkommen in Ordnung. Aber der Thread-Starter wollte ja Anregungen, wie es vorwärts geht bzw. wo es hingehen sollte.

      Möchte garnicht pessimistisch oder demotivierend sein. Aber man muss sich sowas im Kopf eben vorher mal klarmachen, und dann entscheiden, was man möchte. Ansonsten wünsche ich allen immer Upswings und viel Spaß an dem was ihr tut.

      So das war das Wort zum Sonntag ;)
    • MJRunning
      MJRunning
      Bronze
      Dabei seit: 10.12.2010 Beiträge: 196
      Vielen Dank für die weiteren Ratschläge.

      In der Tat fühle ich mich mit 4 Tischen noch überfordert. Insbesondere, da ja auf den Turbos die Reaktionszeit auch nicht so hoch ist. Und wenn dann an allen Tischen der Alarm kommt, naja, wohlfühlen ist anders.

      Daher werde ich wohl erst einmal mit 2 Tischen weitermachen...

      Noch eine Frage zum Training mit dem ICM Trainer. Wie macht ihr das? Einfach Hände laufen lassen und immer push or fold entscheiden?
    • klopa
      klopa
      Bronze
      Dabei seit: 03.11.2006 Beiträge: 1.926
      Sorry ich hab mich falsch ausgedrückt, meinte eigentlich dass du in deinem post die falsche beziehung von roi in relation zu swings dargestellt hast. Der Roi bezeichnet deine winrate auf lange sicht (10k+ sngs vielleicht) und da ist es einfach falsch zu sagen nach einem "downswing" von 10 buyin brauch ich jetzt 100 turniere um wieder break even zu laufen.


      Zum Thema Swings: Du wirst ja nicht bestreiten, dass Dinge wie 10+ oom, 50BI+ Downswings auf 200-300 Games und BE-Phasen über 500-1k Games selbst bei proofen Winning-Playern vorkommen, oder?

      fyp

      Tu ich nicht, aber der Ansatz einem Anfänger der grade 1Tisch spielt und noch mit charts arbeitet zu empfehlen möglichst schnell 10-20 tische zu spielen ist fatal. Das dass sein Ziel sein sollte in den nächsten Monaten um besser vorwärts zu kommen und aus seinem jetzigen Dilemma zu entfliehen ist klar.

      Swings und Dauer von BE phasen steigen mit geringerer Winrate.

      Wenn ein guter Spieler jetzt statt einem Tisch 10 spielt sinkt sein Roi zwar allerdings wahrscheinlich nicht so arg dass er ins negative fällt. Er schafft statt 10 vielleicht 5, mit einer deutlich höheren hourly.
      Wenn allerdings jemand noch auf charts gucken muss und gleichzeitig auf teufel komm raus versucht 10 tische zu spielen bei denen er erstmal dauernd ausblindet und aufgrund von fehlender zeit und automatismen dauernd die falsche entscheidung trifft wird sein roi von 5% auf 0 und weniger sinken. Da bringt ihm dann die deutlich größere samplesize auch nichts mehr :) .

      Um schon eine verbesserung seiner Situation zu erreichen reicht es schon aus wenn er erstmal 2 Tische und sich dann weiter steigert. Bei 2 tischen schafft er immerhin schon die doppelte anzahl an turnieren die er jetzt schafft. sobald er sich wohl fühlt soll er noch nen dritten dazunehmen, wieder eine steigerung um 50%, dann nen vierten -> Steigerung um weitere 33% usw.. Allerdings hören sich hier die meisten posts so an, dass er sofort von 1 tabling auf 4+ springen soll weils sonst nie was wird. Ist meiner Meinung nach der größte fehler den man machen kann