Preflop, jemand 3betted

    • Badewannenpirat
      Badewannenpirat
      Bronze
      Dabei seit: 01.09.2010 Beiträge: 383
      Hi Leute.

      Ich hab etz angefangen mir NL anzugucken auf NL2...

      Hab mir die Strategie im Bronzeteil schon komlett durchgesehen, Silber folgt noch jedoch tauchen da ein paar Fragen bei mir auf was das Preflopspiel betrifft.

      Was mache ich wenn jemand auf meinen Raise 3betted?

      Gehen wir da mal von folgenden Händen aus:

      22-66

      AQo+
      ATs+

      QJs+

      ATo

      JJ-AA


      Könnt ihr mir helfen dabei? Bei ersteren würde ich wohl folden oder wenn noch genug Leute dazwischen coldcallen auch callen.
      Bei letzteren würde ich 4betten? oder schiebt man da gleich AI ab QQ? Callt man?

      Hoffe ihr könnt mir helfen :)

      P.S.: Gehen wir dabei mal von einem Regular aus der keine Sinnlosen Raises macht.
  • 5 Antworten
    • nleeson111
      nleeson111
      Bronze
      Dabei seit: 14.09.2007 Beiträge: 25.296
      Kann man pauschal nicht beantworten, da es zu viele Parameter gibt, die individuell zu beachten sind.
      Beispiel sind: Position, Gegner, Image, Stack, Gameflow, 3betsize, ...
      Als einzige pauschale Antwort kann ich sagen, dass du mit AA auf NL2 IMMER 4betten solltest!
    • jonnykr
      jonnykr
      Black
      Dabei seit: 24.12.2006 Beiträge: 1.355
      ich würde auf nl2 AA nie normal 4 betten sondern als 4b immer einfach shoven. bekommt man genug lighte calls
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Ich denke auch, dass ich mittlerweile empfehlen würde keine 4-Bet/Bluff (und somit keine 4-Bet/Fold Range) auf den Micros zu haben, da die meisten Gegner

      a) eh nicht light 3-betten

      b) ihre Entscheidung nahezu unabhängig davon getroffen wird, ob du auf 26BB 4-bettest oder 100BB reinshovst (wenn sie mit AK über eine 26BB 4-Bet shoven, dann werden sie meistens auch 100BB callen direkt)

      Interessant werden 4-Bets erst, wenn

      a) die Stacks deeper werden, weil du nicht z.b. 150BB über eine 12BB 3-Bet shoven möchtest

      b) deine Gegner 3-bet bluffen können (und du somit anfangen könntest 4-bet bluffs zu machen - was wiederum deinen Gegner animinieren könnte 5-Bet bluffs zu machen)

      Zu deinen konkreten Händen: Ich gehe mal davon aus, dass du 100BB deep mit deinem Gegner bist und ihr "normale" Raisingsizes nutzt (d.h, 3 - 4BB openraise und 10 - 14BB 3-bet)

      Grundsätzlich ist es fast immer schlecht OOP Calls zu machen (es gibt Ausnahmesituationen, aber ich würde behaupten, wenn du OOP niemals eine 3-Bet callst, dann machst du nichts großartig verkehrt). D.h. OOP willst du entweder folden oder 4-betten.


      22-66
      - diese Hände brillieren, wenn sie einen Drilling machen. Jetzt ist der Punkt aber, dass eure Stacks relativ "gering" sind. Ich würde denke ich 22 - 66 auf 3-Bets nur callen, wenn die Range des Gegners sehr stark toplastig ist und ich mir sehr hohe Implied Odds ausmalen kann und ich Position habe und optimalerweise sogar etwas deeper bin.
      Klar ist es einfacher so eine spekulative Hand zu callen, wenn du auf 3BB openraist und dein Gegner bloß auf 9bb 3-bettet.

      AQo+
      - AQo ist wohl callbar (grade in Late Position vs. Blind Situationen), wenn die Range des Gegners relativ weit ist und du annimmst, dass er auch mal KQ oder irgendwelche Randombluffs 3-bettet.
      AK würde ich nie folden - wenn die 3-Bet Range deines Gegners stark ist, dann ist es nahezu sinnlos mit AK Preflop All In zu gehen, da du dann von einer Range gecalled wirst gegen die du etwas hinten bist. Mit Foldequity zusammen gerechnet mag das ganze zwar marginal +EV sein, aber ich denke grade IP ist der EV eines Calls auf die 3-Bet wesentlich höher.
      OOP tendiere ich mit AK entweder zum Fold (z.b. UTG gegen BU 3-bet) oder zum Reraise (z.b. BU vs. SB oder CO vs BTN)

      ATs+, QJs+
      - Ich persönlich würde wohl viele davon callen, wenn ich Position auf den 3-Better habe (fast immer OOP folden). Du musst dir allerdings darüber bewusst sein, dass du Postflop knappe Spots spielen wirst und aufgrund der effektiven Potgröße viel mehr All Ins spielen wirst und diese die Varianz nach oben treiben. Grade am Anfang würde ich daher mich auf single raised Pots konzentrieren (ich würde eher empfehlen, dass man Hände wie 78s oder TJs oder A2s im SB gegen einen BTN Openraise called, als große Pötte (in denen Fehler extrem teuer werden) mit marginalen Händen zu spielen).


      ATo


      Solange mein Gegner nicht der Maniac vom Dienst ist -> Fold ATo ist Postflop in großen Pötten eine unglaubliche Troublehand.

      Du triffst das Ass -> schön aber du hast keinen Kicker der meistens gut genug ist
      Du triffst die Ten -> schön es sind 24 Kombos Overpair möglich


      JJ-AA


      Das ist der trickreiche Teil. Ich würde dazu tendieren total exploitbar zu spielen. D.h. du callst JJ immer auf eine 3-Bet, QQ ist so ein Zwischending (4-bettest du, callst du manchmal -> abhängig offensichtlich von der Range des Gegners. Im Prinzip ist es mit JJ das gleiche, aber mein Gefühl sagt mir das es nicht +EV sein wird mit JJ auf den Micros gegen tighte 3-betranges das Geld reinzubringen), KK und AA kannst du im Prinzip immer 4-betten/All In bringen Preflop.


      Wenn man sich das ganze jetzt anschaut, dann wird relativ schnell ersichtlich, dass deine 3-Bet Callingrange bestimmte Hände nicht enthält -> so hast du z.b. keine Hände wie 89s und auch kein AA darin. In der Theorie lässt sich sowas sehr einfach exploiten, in der Praxis wird es bis NL100 in 99% niemand machen.
    • Badewannenpirat
      Badewannenpirat
      Bronze
      Dabei seit: 01.09.2010 Beiträge: 383
      Danke Ghostmaster....dein Post bringt mich schon echt weiter :)
    • o3Rd
      o3Rd
      Bronze
      Dabei seit: 28.02.2009 Beiträge: 155
      nicht nur dich :f_biggrin: