Allergiker Notfallspritze

    • dezi
      dezi
      Bronze
      Dabei seit: 13.11.2006 Beiträge: 2.022
      Hi,
      ich komme drauf, weil ich sowas neulich mal in einem Film gesehen habe...und es mich einfach interessiert :) .

      Angenommen man trifft unvermittelt auf einen schweren Allergiker, der grad einen heftigen Anfall hat. Er hat ein Notfallset dabei. Im Film bestand dies ausschließlich aus einer Spritze. Ich hab jetzt ein bischen gegoogled und meist basieren "Notfallsets" eher auf Tabletten u evtl. zusätzlich einer (Adrenalin-)Spritze vs "anaphylaktischen Schock".

      Meine Frage: Angenommen der Allergiker kann sich die Spritze nicht mehr selbst verabreichen, wo müsste die Spritze angesetzt werden (war im Film nicht zu erkennen :D )? Also möglichst direkt ins Blut oder egal? Darf man das als Aussenstehender rein rechtlich?
  • 23 Antworten
    • kauai
      kauai
      Bronze
      Dabei seit: 15.06.2006 Beiträge: 2.059
      hau's einfach i.m. rein
    • Duo41
      Duo41
      Bronze
      Dabei seit: 01.11.2010 Beiträge: 2.863
      Meistens ist das son Stift (ein sogenannter Epi-Pen). Wenn man oben an der Spitze dreht, schießt eine Nadel raus und die Substanz wird injiziert.

      Soweit ich das weiß, werden diese Stifte am Oberschenkel verwendet (geht auch durch die Hose).

      So ein Anfall beginnt aber eigentlich eher schleichend und der Betroffene wird das wohl meistens merken, wenn es losgeht und sich dann vorsorglich den Pen in den Oberschenkel jagen.

      Gruß
    • puqi
      puqi
      Bronze
      Dabei seit: 13.01.2009 Beiträge: 376
      schulter, bauch, oberschenkel subkutan oder nicht? heißt das überhaupt so? :D
    • Maxxv74
      Maxxv74
      Bronze
      Dabei seit: 16.11.2009 Beiträge: 309
      Also möglichst direkt ins Blut oder egal?


      Nein, das würdest Du als Laie auch gar nicht schaffen. Der Wirkstoff wird ins Muskelgewebe (intramuskulär) gespritzt, am einfachsten ist das am Oberschenkel.
      Du darfst die Spritze anwenden, wenn der Betroffene selbst über das Medikament verfügt und dich bittet es anzuwenden. In der Regel, wird er das jedoch selbst tun, Du musst es lediglich herbei holen.

      (Schutzkappen an der Nadel und am Auslöser entfernen, auf den Oberschenkel aufdrücken und auslösen, NICHT IN DEN EIGENEN DAUMEN SCHIESSEN (!) fertig).

      Grundsätzlich NIEMALS(!) Medikamente anwenden, die dem Patienten nicht persönlich vom Arzt für den jeweiligen Notfall verordnet wurden. Liegst Du mit Deiner Laiendiagnose nämlich falsch und setzt ein für den Patienten schädliches Medikament ein, hast Du ein Problem.


      Daher:

      PATIENT ANSPRECHBAR
      • Patienten fragen, was passiert ist und wie man helfen kann
      • RETTUNGSDIENST RUFEN und Situation schildern
      • Patienten weiter betreuen, ggf. bei der Anwendung/Einnahme von Notfallmedikamenten unterstützen. (Der Patient weiß, was anzuwenden ist)


      PATIENT NICHT ANSPRECHBAR
      • RETTUNGSDIENST RUFEN
      • ATMUNG PRÜFEN
      • Patient atmet = STABILE SEITENLAGE
      • Keine Atmung feststellbar = HERZ-LUNGEN-WIEDERBELEBUNG (erste Hilfe Kurs)
    • Maxxv74
      Maxxv74
      Bronze
      Dabei seit: 16.11.2009 Beiträge: 309
      Original von puqi
      schulter, bauch, oberschenkel subkutan oder nicht? heißt das überhaupt so?
      Subkutan (s.c.) = unter (sub) die Haut (cutis) = unter die Haut ins Fettgewebe
      intramuskulär (i.m.) = intra (innerhalb) musculus (Muskel) = in den Muskel

      Oberschenkel + Oberarm meist i.m. injektionen
      Bauch meist s.c. injektionen
    • kappe69
      kappe69
      Bronze
      Dabei seit: 01.08.2006 Beiträge: 7.456
      Original von dezi
      Hi,
      ich komme drauf, weil ich sowas neulich mal in einem Film gesehen habe...und es mich einfach interessiert :)
      lol GZSZ
    • kingf2sher
      kingf2sher
      Bronze
      Dabei seit: 25.02.2007 Beiträge: 3.893
      kill the boss ^^
    • Lifeisabug
      Lifeisabug
      Bronze
      Dabei seit: 30.12.2007 Beiträge: 1.629
      Original von kappe69
      Original von dezi
      Hi,
      ich komme drauf, weil ich sowas neulich mal in einem Film gesehen habe...und es mich einfach interessiert :)
      lol GZSZ
      Ich tippe mal eher auf Horrible Bosses
    • DoKwonTae
      DoKwonTae
      Bronze
      Dabei seit: 31.08.2009 Beiträge: 407
      Also eigentlich läufts das so ab...

      Beispiel: Wespenstich,

      es sind ne Reihe Medikamente, eins zum austrinken, ein paar Tropfen etc, da sollte ine Zettel dabei sein wo alles draufsteht.
      Ein Inhaliergerät wenn er keine Luft merh kriegt.

      Die Spritze ist dann schon für den Notfall wenn gar nichts mehr geht. das haut man sich nicht einfach rein wenn einem eine Wespe gestochen hat.

      Also wenn die Medikamente zu spät kommen und er schon nichts merh checkt, rein damit, nicht lange fragen, Arzt danach rufen. Er hat das nicht umsonst dabei. Solange er ansprechbar ist versorgt er sich auch noch selber, wenn nicht, dann Leute NICHT zögern.

      Und nicht ins Herz, wir sind hier nicht im Fernsehen, Oberschenkel, Hintern, vollkommen wurscht, rein damit. Wenn man die Spritze braucht dann is man schon am abnippeln.
    • boedt
      boedt
      Bronze
      Dabei seit: 12.01.2008 Beiträge: 2.033
      intramuskulär am besten oberschenkel is am einfachsten zu treffen
    • Dustwalker
      Dustwalker
      Bronze
      Dabei seit: 29.07.2006 Beiträge: 5.541
      Original von Maxxv74
      Also möglichst direkt ins Blut oder egal?


      Nein, das würdest Du als Laie auch gar nicht schaffen. Der Wirkstoff wird ins Muskelgewebe (intramuskulär) gespritzt, am einfachsten ist das am Oberschenkel.
      Du darfst die Spritze anwenden, wenn der Betroffene selbst über das Medikament verfügt und dich bittet es anzuwenden. In der Regel, wird er das jedoch selbst tun, Du musst es lediglich herbei holen.

      (Schutzkappen an der Nadel und am Auslöser entfernen, auf den Oberschenkel aufdrücken und auslösen, NICHT IN DEN EIGENEN DAUMEN SCHIESSEN (!) fertig).

      Grundsätzlich NIEMALS(!) Medikamente anwenden, die dem Patienten nicht persönlich vom Arzt für den jeweiligen Notfall verordnet wurden. Liegst Du mit Deiner Laiendiagnose nämlich falsch und setzt ein für den Patienten schädliches Medikament ein, hast Du ein Problem.


      Daher:

      PATIENT ANSPRECHBAR
      • Patienten fragen, was passiert ist und wie man helfen kann
      • RETTUNGSDIENST RUFEN und Situation schildern
      • Patienten weiter betreuen, ggf. bei der Anwendung/Einnahme von Notfallmedikamenten unterstützen. (Der Patient weiß, was anzuwenden ist)


      PATIENT NICHT ANSPRECHBAR
      • RETTUNGSDIENST RUFEN
      • ATMUNG PRÜFEN
      • Patient atmet = STABILE SEITENLAGE
      • Keine Atmung feststellbar = HERZ-LUNGEN-WIEDERBELEBUNG (erste Hilfe Kurs)
      Grundsätzlich #2

      Der markierte Teil allerdings nicht. Als Laie hast du da kein Problem, nur als Person mit ggf ensprechender Ausbildung oder Vorkenntnissen.
    • philwen
      philwen
      Bronze
      Dabei seit: 13.05.2007 Beiträge: 5.601
      als ersthelfer darf man immer die sau rauslassen!

      also zur sicherheit gleich noch ein luftröhrenschnitt mit ner schere :coolface:
    • DocBru
      DocBru
      Bronze
      Dabei seit: 11.08.2007 Beiträge: 904
      Hi,

      ich hatte selbst so ein Set, bzw. habe es noch, aber alles abgelaufen, weil das immer so kurz hält. Wobei es bei mir auch nciht so klar ist, woher der allergische Schock kam und wahrscheinlich langsamer als bei Insektengift.

      Das besteht aus 3 Komponenten:
      - Antihistaminikum flüssig (=Antiallergikum)
      - Cortison flüssig
      - Die besagte Spritze (da ist wohl so ne Art "Adrenalin" drin, hab gerade den genauen Namen vergessen)

      So wie ich das verstanden habe, sollte man im Fälle der Fälle die beiden Flüssigkeiten zu sich nehmen (und zwar richtig viel, die halbe Flasche wenn ich mich recht erinnere). Die Spritze braucht man nur, wenn der Kreislauf zu Versagen droht... Der Doktor hat mir das mal gezeigt mit so einer Testversion, da muss man nur am Oberschenkel ansetzen und hinten draufdrücken. Quasi idiotensicher...

      Wobei ich das in beiden Fällen noch selbst hingekriegt hätte vom Bewusstsein her. Wenn man nicht gerade im Urwald unterwegs ist, dann ist der Notarzt aber wahrscheinlich die bessere Wahl.
    • Yagrim
      Yagrim
      Bronze
      Dabei seit: 11.03.2007 Beiträge: 531
      Original von DocBru
      Hi,

      ich hatte selbst so ein Set, bzw. habe es noch, aber alles abgelaufen, weil das immer so kurz hält. Wobei es bei mir auch nciht so klar ist, woher der allergische Schock kam und wahrscheinlich langsamer als bei Insektengift.

      Das besteht aus 3 Komponenten:
      - Antihistaminikum flüssig (=Antiallergikum)
      - Cortison flüssig
      - Die besagte Spritze (da ist wohl so ne Art "Adrenalin" drin, hab gerade den genauen Namen vergessen)

      So wie ich das verstanden habe, sollte man im Fälle der Fälle die beiden Flüssigkeiten zu sich nehmen (und zwar richtig viel, die halbe Flasche wenn ich mich recht erinnere). Die Spritze braucht man nur, wenn der Kreislauf zu Versagen droht... Der Doktor hat mir das mal gezeigt mit so einer Testversion, da muss man nur am Oberschenkel ansetzen und hinten draufdrücken. Quasi idiotensicher...

      Wobei ich das in beiden Fällen noch selbst hingekriegt hätte vom Bewusstsein her. Wenn man nicht gerade im Urwald unterwegs ist, dann ist der Notarzt aber wahrscheinlich die bessere Wahl.
      Sowohl das Cortison als auch das Antihistaminikum sind Medikamente die in der Akutsituation nicht viel helfen. Cortison braucht relativ lange bis es wirkt und die Antihistaminika verhindern nur eine weitere Ausschüttung von Histamin, können aber das ausgeschüttete nicht rückgängig machen.

      Die Spritze bestand höchstwahrscheinlich aus Epinephrin oder Suprarenin, was beides andere Bezeichnungen für Adrenalin sind. Das hilft auch sofort, sofern es richtig appliziert wird.


      Der Notruf ist bei solchen Sachen übrigends IMMER die bessere Wahl ;) Wer einmal live miterlebt hat, wie rasend schnell ein anaphylaktischer Schock ablaufen kann, der vergisst sowas nicht so schnell wieder.


      Original von Dustwalker
      Der markierte Teil allerdings nicht. Als Laie hast du da kein Problem, nur als Person mit ggf ensprechender Ausbildung oder Vorkenntnissen.
      Das stimmt übrigends so nicht. Laienhelfer die keine Ahnung haben, sind dazu angehalten sich auf BASISmaßnahmen zu beschränken. Und dazu gehört definitive keine Medikamententherapie. Also wer keine Ahnung von Medikamenten hat: FINGER WEG!!!
    • Dustwalker
      Dustwalker
      Bronze
      Dabei seit: 29.07.2006 Beiträge: 5.541
      Solange der Laie glaubhaft versichern kann in bester Absicht gehandelt zu haben, geht da garnix
    • Yagrim
      Yagrim
      Bronze
      Dabei seit: 11.03.2007 Beiträge: 531
      Irrtum. Stichwort: Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz, Verstoß gegen das Heilpraktikergesetz.

      Wenn da was schief geht und der Richter fragt: "Sie sind kein Arzt, sie sind kein Apotheker. Mit welcher Berechtigung haben sie das Medikament gegeben?" Was willst du da dann sagen?

      Was ist deine rechtliche Basis? Zeig mir bitte den Paragraphen, der hier den Laien schützt... Da kann er es noch so gut meinen - Medikamente sind nichts, was ein Laie in Notfallsituationen anzufassen hat. Selbst nichtärztliches Personal das Ahnung von Medikamenten hat, ist da in einer schwierigen Situation.

      Der Laie hat erste Hilfe zu leisten. Medikamente gehören da nunmal nicht dazu oder hast du im Erste-Hilfe-Kurs alles relevante über Adrenalin gelernt?
      Du machst ja auch keine Koniotomie mit nem Taschenmesser, nur weil jemand ein Stück Fleisch verschluckt hat, oder?
    • Outbreaker5832
      Outbreaker5832
      Bronze
      Dabei seit: 03.10.2008 Beiträge: 8.339
      NUr damit ich das richtig verstehe:

      Wenn ich ihm nicht helfe, stirbt er. Wenn ich ihm helfe, kann er a überleben oder b sterben.

      Wenn ich ihm helfe und er stirbt, kann ich dafür auch noch bestraft werden? Ich meine wtf?
    • venusflytrap
      venusflytrap
      Bronze
      Dabei seit: 21.12.2007 Beiträge: 3.289
      Original von Yagrim
      Irrtum. Stichwort: Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz, Verstoß gegen das Heilpraktikergesetz.

      Wenn da was schief geht und der Richter fragt: "Sie sind kein Arzt, sie sind kein Apotheker. Mit welcher Berechtigung haben sie das Medikament gegeben?" Was willst du da dann sagen?
      obv hat der kürzlich Verstorbene mich dazu aufgefordert.
    • Yagrim
      Yagrim
      Bronze
      Dabei seit: 11.03.2007 Beiträge: 531
      Original von Outbreaker5832
      NUr damit ich das richtig verstehe:

      Wenn ich ihm nicht helfe, stirbt er. Wenn ich ihm helfe, kann er a überleben oder b sterben.

      Wenn ich ihm helfe und er stirbt, kann ich dafür auch noch bestraft werden? Ich meine wtf?
      Nicht ganz. Wenn du ihm nicht hilfst und er stirbt, bist du wegen unterlassener Hilfeleistung dran.

      Wenn du bei ihm erste Hilfe leistest, so wie man's in den Kursen lernt, dann kann dir keiner einen Vorwurf machen, egal ob er stirbt oder überlebt.

      Wenn du aber anfängst mit irgendwas rumzuexperimentieren von dem du keine Ahnung hast, aber es könnte ja helfen - dann kann's sein, dass du bald staatsanwaltliche Post bekommst ;)


      @venusflytrap: Ist wohl die einzige Möglichkeit sich irgendwie herauszureden. Dann musst du aber wiederum alles auch richtig machen.
      Wenn's aber nicht so war und du das z.b. versuchst i.v. zu geben, wird jeder Richter wissen, dass du lügst, weil ein Patient ganz genau weiß wie das zu verwenden ist und es dir dann wohl auch so mitteilen würde....
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