[NL] Gurkha

    • Gurkha
      Gurkha
      Gold
      Dabei seit: 15.04.2005 Beiträge: 1.287
      Hallo zusammen!

      Ich spiele zwar schon etwas länger Poker, nichtsdestotrotz nehme ich gerne das neue Angebot von pokerstrategy.com an, noch einmal meinen Weg durch das NL-Spiel beginnend ab den ersten Pokerschritten zu gehen.
      Einerseits finde ich die Idee sehr gut, die dahinter steckt. Und andererseits bin ich pokerskill-technisch noch lange nicht da, wo ich gerne sein würde.

      Ich habe 2005 mit 5$ auf Pokerstars im FL angefangen und mich bis 1/2 hochgespielt. Neben FL (FR + SH) habe ich im Laufe der Zeit auch weitere Varianten wie SnG's (bis 10$ BI), MTTs (bis 10$ BI), NL (bis NL100 FR + SH) und einen kurzen Abstecher zu PLO (Micros) ausprobiert.
      Nach einem größeren Cash-out spiele ich derzeit NL4 SH auf Partypoker.


      So, dann lasst uns mal ans Eingemachte gehen!
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    • Gurkha
      Gurkha
      Gold
      Dabei seit: 15.04.2005 Beiträge: 1.287
      Lektion 1


      Frage 1: Aus welchen Gründen spielst du Poker?

      Ursprünglich war natürlich die Idee vorhanden, mit Pokern eine Menge Geld zu verdienen. Mittlerweile sag ich zwar immernoch nicht "nein" zu den Gewinnen, aber im Laufe der Zeit ist mein Interesse an der mathematischen und psychologischen Komponente des Spiels gewachsen. Besonders Themen wie Rangedenken und gegnerbasiertes Spielen finde ich hochinteressant, wenngleich auch recht schwierig zu erlernen.
      Allerdings hat Pokern - auf den Micro-Limits, auf denen die Geldbeträge keinen so hohen Stellenwert für mich besitzen wie z.B. auf NL100 oder höher - zu einem gewissen Grad auch eine entspannende Komponente.


      Frage 2: Was sind deine Schwächen beim Poker?

      1. Ich setze mich noch nicht intensiv genug mit der Theorie auseinander.
      2. Immer mal wieder auftretende Disziplinlosigkeiten á la "der Kopf sagt mir ich sollte eine bestimmte Aktion machen, trotzdem handele ich entgegengesetzt aus dem Bauch heraus" (und fliege dabei meistens auf die Schn***e)
      3. korrektes Ableiten von konkreten Ergebnissen bei Handbewertungen für meine Overall-Spielweise
      4. zu selten PotOdds und benötigte Implied Odds am Tisch berechnen (Autopilot-Modus)
      5. Rangeanalyse und Handreading allgemein
      6. zu lange Sessions


      Frage 3: Was heißt es, tight-aggressiv zu spielen?
      "Tight" bedeutet nur wenige, ausgesuchte Starthände zu spielen, die in einer gegebenen Situation einen Vorteil gegenüber den Starthänden der Gegner haben. Entweder in Form von direktem Value oder indirekt durch das Schaffen von für mich günstigen Situationen im weiteren Hand- und Spielverlauf.
      "Aggressiv" bedeutet in diesem Zusammenhang, das die eigene Aktion den Gegner unter Druck setzen soll, ihn zu einer Reaktion zwingen soll.
    • Gurkha
      Gurkha
      Gold
      Dabei seit: 15.04.2005 Beiträge: 1.287
      Lektion 2:

      Frage 1: An welchen Stellen würdest du anders spielen als vom BSS Starting Hands Chart empfohlen und warum?

      Handkategorie "Niedrige Paare" - in später Position würde ich abhängig von
      1. der Anzahl der vor mir limpenden Gegner,
      2. meiner Einschätzung ihrer Spielstärke und
      3. den Spielern hinter mir
      nicht immer overlimpen, sondern auch raisen (gegen wenige Gegner; gegen Gegner die postflop folden können [wichtig bei unimproved small Pocketpairs]) um einerseits möglichst die Gegneranzahl in der Hand zu verringern, andererseits um Initiative und Position zu erlangen und je nach Höhe des Pocketpairs (77-99) schlechtere Hände zum Callen zu bewegen oder (22-66) bessere Hände oder Overcards zum Folden zu bringen.

      Handkategorie "Hohe Asse" - v.a. Fullring würde ich AK nicht standardmäßig 3betten. Wenn z.B. ein tighter Spieler raist und ich nicht davon ausgehe, dass er auf eine 3bet eine schlechtere Hand callt oder pusht, wäre eine 3bet mit AK nicht for value. Da der Gegner aber auch selten eine bessere Hand folden wird, ist der Reraise damit auch kein Bluff und ergibt somit keinen Sinn.

      Handkategorien "Niedrige gleichfarbige Asse" und "Gleichfarbige Bildkarten" - Sobald ich Informationen zu den limpenden Gegnern hinsichtlich ihrer Postfloptendenzen (callt er viel runter?; passiv oder aggressiv postflop?) habe, isoliere ich einen, und manchmal auch 2 Spieler mit diesen Assen in Position um entweder das dead money einzusammeln oder postflop meine Hand gegen ihre tendenziell weiten und schwachen Ranges zu spielen.

      Handkategorie "Der Rest" - deutet sich nach mehreren Runden an, das die Blinds hinter mir sehr tight spielen und viel auf Stealraises folden, raise ich auch Hände aus dem "Der Rest" - Bereich. Diese Raises sind nicht for value, sondern sollen lediglich das dead money der Blinds einsammeln.


      Frage 2: Poste eine Hand, die dir vor dem Flop Schwierigkeiten bereitet hat.

      88 Steal-defend 3way Situation


      Frage 3: Welche Equity besitzt du mit AKo gegen die Top-5%-Range, d.h. 88+, AJs+, KQs, AKo?

      (AK hat gegen Pocketpairs [ohne AA, KK] jeweils ca. 45% Equity.)
      Es gibt in dieser Range also 5 Pocketpairs mit je 6 Kombinationen = 30 Kombinationen, gegen die AK 45% Equity besitzt.

      Gegen KK hat AK gerade noch 30% Equity. Da AK aber schon einige KK-Kombinationen blockiert, bleiben hier nur noch 3 KK-Kombinationen in der Gegnerrange übrig. = 3 Kombinationen, gegen die AK 30% Equity besitzt.

      Gegen AA hat AK nur knapp 7% Equity, weil es entweder Trips oder eine Straße machen muss, oder splitten kann. Auch hier gibt es nur noch 3 AA-Kombinationen in der Gegnerrange. = 3 Kombinationen, gegen die AK 7% Equity besitzt.

      Gegen KQs hat AKo 70% Equity. Da wiederum ein K durch unsere Hand geblockt wird, sind somit nur noch 3 von 4 KQs-Kombinationen möglich. = 3 Kombinationen gegen die AK 70% Equity besitzt.

      Analog verhält es sich bei AJs und AQs. = 6 Kombinationen gegen die AK 70% Equity besitzt.

      In der Gegnerrange bleiben dann noch AK mit 9 Kombinationen (es gibt 4 Aces * 4 King = 16 AK Kombos insgesamt. Da wir jeweils ein Ace und einen King halten, kann der Gegner nur noch 3 Aces * 3 Kings = 9 AK Kombos halten) gegen die wir flippen.

      Zusammengefasst:
      Wir laufen gegen eine Range aus 54 Handkombinationen = 100%.
      Nun summieren wir die Equities von AKo gegen die einzelnen Handkombinationen ihrem Anteil an der Gesamtrange (54 Kombos = 100%) auf.
      gegen 30 Kombos (30/54 = 55% der Range) haben wir 45% Equity = 0,55 * 0,45 = ca. 25% Equityanteil
      gegen 3 Kombos (3/54 = 6% der Range) haben wir 30% Equity = 0,06 * 0,3 = ca. 2% Equityanteil
      gegen weitere 3 Kombos haben wir 7% Equity = 0,06 * 0,07 = 0,0042 (quasi 0% Equityanteil)
      gegen 9 Kombos (9/54 = 17% der Range) haben wir 70% Equity = 0,17 * 0,7 = ca. 12% Equityanteil.

      Die Equityanteil aufsummiert ergeben eine Equity von 39%.
      Da es aber auch noch 9 Kombos AK (= 17%)in der Gegnerrange gibt gegen die wir splitten, rechnen wir einfach die Hälfte (ca. 8%) zu unserer Equity dazu und kommen auf 47% Equity gegen die oben genannte Range.
      Laut Equilab sind es 46,3%. Die Differenz sind Rundungsungenauigkeiten in meiner Rechnung geschuldet.
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Hi, nett auch mal jemanden begrüßen zu können, der schon länger bei Pokerstrategy.com ist, als ich.

      Da du ja nun auch schon etwas länger dabei bist solltest du ja eigentlich die meisten Dinge schon kennen, wie zum Beispiel unser Handbewertungsforum, oder die Strategieforen.

      Daher denke ich brauche ich zur ersten Aufgabe nicht mehr so viel sagen ;) .

      Und auch mit der Lektion 2 bin ich recht zufrieden. Der wichtigste Punkt beim SHC ist halt, dass es viele Dinge zusammenfasst, und dadurch Informationen verloren gehen, für Anfänger ist das sicherlich gut, da diese sonst überfordert würden, aber wenn man schon länger dabei ist, geht da sicherlich einiges Potential verloren.

      Und im Detail bin ich auch mit deinen Änderungen einverstanden, auch wenn ich als SH Spieler AK eigentlich ganz gern 3-Bette ;) . Im FR kann das allerdings schon haben, dass nicht als Standard anzusehen. Wobei es einen solchen ja im Poker eh nicht gibt ;) .

      Zu den anderen beiden Fragen gibt es nicht viel zu Sagen ausser :s_thumbsup: und weiter zur nächsten Lektion ;) .