Betsizing vs ...

    • HeroHelmut
      HeroHelmut
      Global
      Dabei seit: 30.04.2009 Beiträge: 180
      Hallo,

      ich hatte heute beim NL10SH Ringgame eine Idee oder einen Strategy Gedanken und möchte mal gerne wissen was ihr darüber denkt.

      Wir sind PFA im CO und z. B. oop vs BU.

      Wir wissen, dass der BU Pockets eher 3bettet und selten auf Set callt.
      Dafür hat er ein paar Hände wie AJ oder KQo und einige SCs in seiner Callingrange.
      AK AQ usw 3bettet er vermehrt.

      (Zwischenfrage: 3bettet ihr AQs eigentlich lieber als AQo oder andersherum? und warum?)

      Nun kommen wir zum Flop:

      T73ss

      Hier wissen wir das seine Broadways nicht getroffen haben und wenn doch dann nur wenig gute Tx Hände, die keine 2 oder 3 bets aushalten.
      Die SCs hitten ganz gut, aber können auch mehreren Bets nicht standhalten.
      Wir vermuten sehr viele Draws (98o, 76s, 86s) beim Gegner.
      Also, die Idee ist, 3 Streets 40% zu betten. Damit er so maximal von seiner Range folden muss. Grössere Bets haben doch keinen Sinn dann oder?

      Bsp:
      Pot am Flop:
      0,15+0,35*2 = 0,85
      40% Bet = 0,34

      Turn Pot = 1,53
      40% Bet =0,61

      River = 2,75
      40% Bet = 1,10

      So hat man minimal investiert.
      Problem in diesem Fall: Viele Tx Kombos kommen nicht raus, weil sie Stations sind.
      Aber: Was haltet ihr grundsätzlich von der Idee?
      Da wir ohne SD-value nicht gross bluffen wollen wäre dass doch eine Alternative?!
      Die Draws werden immer gechased ist meine Erfahrung, d.h. nur 1 oder 2 Street grösser zu bluffen macht keinen Sinn.
      Ich mache meine, dass 3 Barrels immer mehr eindruck machen....

      Danke
  • 9 Antworten
    • mappin
      mappin
      Bronze
      Dabei seit: 13.05.2009 Beiträge: 527
      Interessanter Ansatz, aber ein Problem fällt mir noch direkt auf.

      Draws werden eben nicht immer gechased, aber bei 40% kann man sich sicher sein auf jedenfall mind 1 Street gecallt zu werden. Wir lassen in dem Fall zu billig drawen und da die drawlastigen SC hier eben einen großen Teil seiner Range ausmachen, lassen wir ihn gleich noch zu häufig billig drawen.


      Soviel nach erstem durchlesen auf der Arbeit, möchte mir dass aber auf jedenfall nochmal anschauen in aller Ruhe...
    • phil1312
      phil1312
      Global
      Dabei seit: 21.06.2008 Beiträge: 3.346
      Solche popligen bets provozieren ja bluffraises/marginale downcalls usw., denk dran er ist in Position, und was willst du machen, wenn du Value willst etc. ?

      Find den Ansatz jetzt nicht verwerflich, aber ich würde es überdenken, an deiner Stelle, der letze der so einen Kram mit kleinen bluffbets gemacht hat, der taucht hier schon ewig nicht mehr auf :D
    • LLficfac
      LLficfac
      Bronze
      Dabei seit: 21.01.2011 Beiträge: 1.298
      Original von phil1312
      Solche popligen bets provozieren ja bluffraises/marginale downcalls usw., denk dran er ist in Position, und was willst du machen, wenn du Value willst etc. ?

      Find den Ansatz jetzt nicht verwerflich, aber ich würde es überdenken, an deiner Stelle, der letze der so einen Kram mit kleinen bluffbets gemacht hat, der taucht hier schon ewig nicht mehr auf :D
      yo, da will man phil zustimmen......

      40%bets wirken auf fische wie mich semibluffig oder weak und wollen sofort attackiert werden. da wird sicher nix billig.........eher teurer.
    • SleepyCat06
      SleepyCat06
      Bronze
      Dabei seit: 24.07.2006 Beiträge: 2.137
      Was machst du, wenn du zB AA auf A73ss, KK auf 398ss/r etc. hälst, willst du auch hier 40% betten?
      Letztendlich wird das dazu führen, dass du deine Betsizes nach deiner Handstärke auswählst, oder du du nimmst auch starke Hände in deine 40% betting Range rein. Dadurch wirst aber langfristig Value liegenlassen.
      Wenn du dich in Bereichen bis NL100 bewegst, solltest du dir primär um solides Valuebetting Gedanken machen.
      Das bedeutet natürlch nicht, dass deine Gedankengänge zu den 40% Betsizes komplett schlecht sind. Nur eben sind sie nicht pauschal als Standard anwendbar. Die Situation und der Gegner müssen passen.
      Ist Villain ne typische setminer Nit und hat in seiner preflop Calling Range fast ausschließlich PP, und spielt am Flop fit or fold, kannst du mit KT auf Q25r deine 40% betten. Hat er nicht getroffen, foldet er. Trifft er sein set, raist oder callt er. Meist nimmst du den Pot mit, wenn nicht, hast du nur wenig investiert. Gegen so einen Gegner spielt es für die Fold Equity keine Rolle, ob du 40% oder 80% bettest.
      Es sieht auch nicht anders aus, wenn du gegen ihn KK auf KT4 hast. Trifft er sein Set nicht, wird er folden. Hittet er aber, geht mit seinem Set die Kohle eh rein gegen dein Topset. Von daher lässt du gegen ihn mit einer 40% bet kein Value liegen.
    • HeroHelmut
      HeroHelmut
      Global
      Dabei seit: 30.04.2009 Beiträge: 180
      Balancing außen vor.
      Es wird gechased: NL10! Pokerstars. 95% meiner Kunden CHASEN.
      und auch wenn nicht: ich habe es als Annahme gesagt ;)
    • SleepyCat06
      SleepyCat06
      Bronze
      Dabei seit: 24.07.2006 Beiträge: 2.137
      Hier wissen wir das seine Broadways nicht getroffen haben und wenn doch dann nur wenig gute Tx Hände, die keine 2 oder 3 bets aushalten. Die SCs hitten ganz gut, aber können auch mehreren Bets nicht standhalten. Wir vermuten sehr viele Draws (98o, 76s, 86s) beim Gegner. Also, die Idee ist, 3 Streets 40% zu betten. Damit er so maximal von seiner Range folden muss. Grössere Bets haben doch keinen Sinn dann oder?

      Wie gesagt, 40% bluffbets als Standard sind nicht optimal, gegen bestimmte (passive) Gegner aber machbar. Gegen absolute Vollfische, die nur ihre Hand und das Board spielen, kannst auch 40% bluffen und deine Valuebets so 3/4 bis Potsize machen, die werden es nicht merken, bzw nicht drarauf reagieren.
    • HeroHelmut
      HeroHelmut
      Global
      Dabei seit: 30.04.2009 Beiträge: 180
      Danke für die vielen Kommentare.

      offtopic:
      Ich habe auch Value Hands, die ich 40% bette oder donke, aber dann gegen aggro Leute. Wenn ich beides habe, kann ich mir gut vorstellen, dass die Gegner gut abdrehen.
      Ich hab bei mir gemerkt, dass mich minbet minbet/call usw extrem nervt, genauso sollen die kleinen bets dann ja auch die aggros sticheln, aber natürlich nicht oder mit sehr kleiner Teilrange als Bluff, damit die Mehrzahl an Monster auch ausgezahlt wird.

      ps
      mache halt einen generellen gameplan gerade...
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Also die Idee an sich ist nicht ganz blöd (man kennt das ganze auch unter Raptorbetting schon ziemlich lang) - es geht darum, dass man den Gegner durch bestimmte Betsizes in eine Situation zwingt in der er meistens seine Handstärke aufdecken (muss).

      (z.b. peeled jemand auf dem J76hh Board einmal und am Turn kommt mit der Q der zweite Flushdraw aufs Board - wenn du jetzt eine kleine Bet benutzt, dann zwingst du den Gegner fast seine Handstärke aufzudecken und kannst nahezu "perfekt" am River gegen ihn spielen)

      Ich bin nicht unbedingt Freund davon mit solchen variablen Betsizes zu spielen, da ich eher auf der Seite des Balancings meines Spiels bin und es unendlich schwierig wird mit solchen Betsizings vernünftig Value zu extrahieren, wenn man dann nicht blufft.

      Zusätzlich passiert folgendes: Durch die kleinen Betsizings werden die Odds für den Gegner besser und unsere Blufffrequenz sollte dementsprechend niedriger werden - und jetzt funktioniert das ganze wieder nur gegen extrem schlechte Gegner die zuviel Showdownvalue folden ODER nicht in der Lage sind zu bluffen.
    • Plajer1
      Plajer1
      Bronze
      Dabei seit: 06.01.2011 Beiträge: 1.411
      Original von HeroHelmut
      Hallo,

      ich hatte heute beim NL10SH Ringgame eine Idee oder einen Strategy Gedanken und möchte mal gerne wissen was ihr darüber denkt.

      Wir sind PFA im CO und z. B. oop vs BU.

      Wir wissen, dass der BU Pockets eher 3bettet und selten auf Set callt.
      Dafür hat er ein paar Hände wie AJ oder KQo und einige SCs in seiner Callingrange.
      AK AQ usw 3bettet er vermehrt.

      (Zwischenfrage: 3bettet ihr AQs eigentlich lieber als AQo oder andersherum? und warum?)

      Nun kommen wir zum Flop:

      T73ss

      Hier wissen wir das seine Broadways nicht getroffen haben und wenn doch dann nur wenig gute Tx Hände, die keine 2 oder 3 bets aushalten.
      Die SCs hitten ganz gut, aber können auch mehreren Bets nicht standhalten.
      Wir vermuten sehr viele Draws (98o, 76s, 86s) beim Gegner.
      Also, die Idee ist, 3 Streets 40% zu betten. Damit er so maximal von seiner Range folden muss. Grössere Bets haben doch keinen Sinn dann oder?

      Bsp:
      Pot am Flop:
      0,15+0,35*2 = 0,85
      40% Bet = 0,34

      Turn Pot = 1,53
      40% Bet =0,61

      River = 2,75
      40% Bet = 1,10

      So hat man minimal investiert.
      Problem in diesem Fall: Viele Tx Kombos kommen nicht raus, weil sie Stations sind.
      Aber: Was haltet ihr grundsätzlich von der Idee?
      Da wir ohne SD-value nicht gross bluffen wollen wäre dass doch eine Alternative?!
      Die Draws werden immer gechased ist meine Erfahrung, d.h. nur 1 oder 2 Street grösser zu bluffen macht keinen Sinn.
      Ich mache meine, dass 3 Barrels immer mehr eindruck machen....

      Danke
      Ohne den Thread großartig gelesen zu haben ( deinen post verständlicherweiße schon ) sehe ich her ein major Problem. Man wird ziemlich hart exploited ( jeh nach Limit )den man will seine Value HÄnde ja auch mehr als 40% vom Pot setzten.

      Prinzipiell hast du mit deiner "Strategie" recht, diese ist aber im Endeffekt auch nur einfaches Handreading.