Bierlothar

    • Bierlothar
      Bierlothar
      Bronze
      Dabei seit: 22.12.2010 Beiträge: 63
      Hallo,

      ich bin Torsten, und bin seit Dezember letzten Jahres bei Pokerstrategy getrackt und habe meine Online-Pokerkarriere bei PartyPoker mit 40€ und 100% Bonus begonnen. Ich habe zunächst ein paar 100 Hände NL BSS und FL gespielt, habe aber dann recht schnell festgestellt, dass mir SNGs deutlich mehr Spaß machen.

      meine SNG-Karriere soweit:

      PartyPoker:
      Hier ging es gleich recht erfolgreich los:
      Nach 300 0.8$+0.2$ SuperTurbo-SNGs hatte ich die nötigen 50 BIs für die 2.40$+0.60$ Turbo-SNGs. Dort habe ich dann über die nächsten 200 SNGs Dank freigespielte Boni 70$ plus gemacht, jedoch auf die nächsten 100 SNGs einen Großteil davon wieder verspielt.
      Als Trotzreaktion habe ich daraufhin einen anderen Pokerraum gesucht, bei dem der Rake auf Micro-SNGs deutlich geringer ausfällt. Daher habe ich bei PartyPoker ausgecasht und bin gewechselt zu...

      FullTiltPoker:
      Hier habe ich dann meine 50$ Startgebühr von PS erhalten und meinen Reingewinn von PartyPoker zur Aktivierung des Rakeback-Programms eingezahlt (trotz der schon damaligen Krise um den Black-Friday). Hier habe ich dann die SuperTurbo-SNGs (1$+0,1$) gespielt und hatte nach 200 SNGs die Bankroll für die (2$+0,15$) SuperTurbo-SNGs. Nach knapp 200 SNGs auf diesem Level kam dann der plötzliche Downswing: FTP pleite, BR weg. PokerStrategy hat mir sofort einen Rettungsanker angeboten: 50$ Startkapital für...

      Everest-Poker:
      Den Wechsel der Platform habe ich genutzt, um von normalen SNGs auf DoNs zu wechseln:
      1$+0,1$ FR DoNs: nach ca. 150 DoNs hatte ich die nötige BR für 3$+0,3§ 6max DoNs. (Habe dabei ein etwas aggressiveres BRM mit 30 anstelle von 50 BuyIns für DoNs gewählt, nachdem ich mich vergewissert habe, dass das Risiko pleite zu gehen hier mit 30 BuyIns vergleichbar ist mit dem entsprechenden Risiko mit 50BuyIns in normalen SNGs. Außerdem wollte ich eine größere Chance haben, die nötigen 1000 Summit-Points in 4 Monaten freizuspielen)

      2$+0,2$ 6max DoNs: hatte zunächst auf 100 DoNs einen mächtigen Upswing, war danach aber die nächsten 300 Turniere nur knapp über 50% ITM, also zu klein um den Rake auszugleichen. Da dachte ich mir, bevor ich die Upswing-Gewinne hier verzocke, wechsel ich lieber wieder zurück auf FR DoNs.

      Zuletzt hatte ich dann wieder ca. 50 1$ DoNs gespielt.

      --> auf >1500 Turniere +150$ (mit FullTilt-Bankroll wär es sogar etwas mehr als doppelt soviel). Ich weiß, 1500 Turniere haben noch keine Aussagekraft, aber ich spiele ja auch erst seit einem Jahr...

      zu meiner Hausaufgabe:
      1.
      Ich spiele Poker, weil ich von der Spieltheorie und den Taktiken fasziniert bin. (Ich verbringe beinahe mehr Zeit mit dem Kontent auf dieser Seite und mit anderer Pokerliteratur, als Studium-relevante Lektüre zu lesen.) Wenn ich ein Konzept verstanden habe, macht es mir Spaß es anzuwenden.

      2.
      Dadurch, dass ich in den Turnieren vor allem bislang auf mein Push/Fold-Spiel vertraut habe und in den frühen Phasen eher ein sehr tightes Preflop-Spiel verwendete, sehe ich meine größten Probleme im Postflop-Spiel (vor allem auf Turn und River, wenn meine Flop-CBet gecallt wurde). Hierdurch habe ich schon zu oft in der frühen Phase einen großen Teil meines Stacks verspielt. Aus diesem Grunde habe ich mich entschlossen, diesen Anfängerkurs mitzumachen.

      3.
      Tight-aggressiv ist der Spielstil, den ich bislang versucht habe umzusetzen. Er zeichnet sich dadurch aus, dass man nur wenige ausgewählt Hände preflop bezahlt (wichtig: selten callen, zumeist mit Raise in Hand einsteigen), um damit postflop in profitablen Situationen Action zu machen (CBets, Semi-Bluffs, Value-Bets) aber gegebenenfalls auch in unprofitablen postflop-Situationen auf Action verzichten und wegwerfen zu können. Aber wie ich die Situationen besser einschätzen kann, werde ich hoffentlich in diesem Kurs lernen.

      Viele Grüße
      Bierlothar
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    • CKWebsolutions
      CKWebsolutions
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      Dabei seit: 30.04.2007 Beiträge: 2.171
      Hi und willkommen im Kurs!

      Gleich vorweg: Für SnG macht dieser Kurs nur bedingt Sinn. Die Lektionen und Aufgaben beziehen sich hauptsächlich auf NL BSS FR.
      Wenn du dich trotzdem dafür interessierst steht es dir natürlich frei, den Kurs weiterzuverfolgen und die Lektionen abzuarbeiten.

      Lektion 1 ist somit abgeschlossen, viel Spaß bei Lektion 2!
    • Bierlothar
      Bierlothar
      Bronze
      Dabei seit: 22.12.2010 Beiträge: 63
      So. Hab mich endlich mal mit der 2. Lektion befasst. Hier sind meine Hausaufgaben :o)


      Aufgabe 1: An welchen Stellen würdest du anders spielen als vom BSS Starting Hands Chart empfohlen und warum?

      Blind Stealing: Von den späten Positionen kann etwas looser first in gestealt werden, wenn die folgenden Spieler keine Calling Stations oder Maniacs sind.
      Hier ist das SHC deutlich zu tight.

      Odds Calls: Wenn in einer Hand viele Spieler gelimpt haben, hat man im SB oft die nötigen Pot Odds, um mit spekulativen Händen mitzugehen.

      Aufgabe 2: Preflop Entscheidung:
      NL 2, PartyPoker: SB nach 2 Limpern

      Aufgabe 3: Equity AKo vs. 88+, AJs+, KQs, AKo:
      46,32% (37,92% Sieg, 8,41% Unentschieden)
    • CKWebsolutions
      CKWebsolutions
      Bronze
      Dabei seit: 30.04.2007 Beiträge: 2.171
      Die Antwort auf Frage 1 ist zwar etwas knapp, aber in Ordnung. Generell unterschlägt das SHC eben sämtliche Reads, die wir auf Gegner haben könnten. Ist auch klar, ein Chart kann nicht auf jede nur denkbare Situation eingehen und trotzdem übersichtlich sein.
      Wenn wir also etwas über unsere Gegner wissen, sollten wir diese Informationen auch nutzen.

      Die beiden anderen Fragen sind OK, somit: Weiter zu Lektion 3!
    • Bierlothar
      Bierlothar
      Bronze
      Dabei seit: 22.12.2010 Beiträge: 63
      Aufgabe 0: Equilab wurde installiert :)



      Aufgabe 1: Preflop ist KsQs gegen 3d3c ein typischer CoinFlip. Wir haben laut Equilab 50,78% Equity (50,4% Win, 0,38% Tie)

      Am Flop 5dJs3s haben wir einen second nuts flush draw, haben aber keine sauberen 9 Outs, da 5s Villain das Full House beschert. Wir haben im Prinzip auch keine sauberen 8 Outs, da zwar eine der 8 helfenden Spades-Karten kommen kann, die zweite Karte dann aber eine der 7 Karten sein könnte, die unserem Gegner das Full House gibt.
      Laut Equilab haben wir auf dem Flop daher nur 26,46% Equity.




      Aufgabe 2: Nach dem Minraise am Turn von Villain bekommen wir PotOdds von etwa 4,1:1. Interessant ist hier die Line von Villain: Cold-Call Preflop, Checkbehind am Flop in Position, MinReraise am Turn. Was kann er hier halten?

      Möglichkeit 1: Villain spielt Preflop Call20 und hat ab Turn eine starke Hand. 44 hat eine Straight, 55 ein Set. (6 Möglichkeiten für 44, 3 Möglichkeiten für 55, passen immer hier in Villains Range). Manchmal kann er hier auch am Flop 22, 33, 66 als Bluffinduce behind-checken. Das wird er aber nicht immer so spielen, so dass ich hier nicht jeweils 3 Möglichkeiten, sondern nur jeweils eine Möglichkeit anrechnen möchte.

      Möglichkeit 2: Villain kann manchmal (!!) hier auch A4 so spielen. Nehmen wir mal an, er würde das in 1/4 der Fälle so spielen, dann müsste man ihm dies als 4 Möglichkeiten anrechnen.

      Möglichkeit 3: Er ist ein notorischer Slowplayer und hat ein hohes Pocketpaar am Flop (KK,QQ,TT) und denkt die ganze Zeit, er hätte mit seinem Überpair die absolute Nuts. Hat aber am Turn die Angst, dass der Pot zu klein wird und versuchts mal mit ner Suck bet. Nehmen wir mal an, er würde das nur in 1/6 der Fälle so spielen, müsste man ihm das hier mit jeweils einer Möglichkeit anrechnen. Dabei hilft uns in allen 3 Fällen ein A und in einem Fall auch die Zehn als out am River.

      Möglichkeit 4: Hirnloser pure Bluff von Villain, bei dem unser A high reicht. Selten, aber möglich. Ich zähle das hier auch mal als eine Möglichkeit.

      Wir haben als folgende Equity
      6mal vs 44: 21,02%
      3mal vs 55: 19,32%
      3mal vs 22,33,66: 19,32%
      4mal vs A4: 22,44%
      3mal vs KK,QQ,TT: 31,82%
      1mal vs Bluff: bin mal vorsichtig und gebe mir dagegen auch nur 55%

      Damit käme ich auf 482,26%/(20 Möglichkeiten)=24,11% bräuchte also PotOdds von 3,15:1. Unsere PotOdds sind hier aber mit 4,1:1 deutlich besser also callen wir und geben am River unimproved auf.

      Trauen wir unserem Gegner hier nur ein konventionelles Spiel zu (22-66), dann hätten wir etwa 4:1 Odds against, aber immer noch einen knappen call. Der call ist allerdings nicht mehr wirklich knapp, wenn man die Implied Odds berücksichtigt. Villain wird hier mit seinem Drilling bzw. Set meistens noch eine DonkBet bzw ein Check/Raise von uns bezahlen. Da hier aber eh keine Implied Odds nötig sind um den Call zu rechtfertigen, würde ich am River dann aber eher ein Check/Raise bevorzugen.

      Aufgabe 3: Hand gepostet:
      NL2 Everest AA gegen Check/Raise am Flop
    • CKWebsolutions
      CKWebsolutions
      Bronze
      Dabei seit: 30.04.2007 Beiträge: 2.171
      Die Fragen 1 und 3 erspar ich mir mal, da war ja nicht allzuviel dabei.

      Bei Frage 2 gefällt mir dein Denkansatz - aber schaffst du das auch am Tisch in 20 Sekunden im Kopf? Wenn ja, dann gratulier ich dir zu dieser LEistung. Andernfalls solltest du dir vielleicht nochmal ein paar Gedanken machen, wie du das Ganze mit den Konzepten aus den Lektionen 2 und 3 lösen könntest - ohne Equilab und in kurzer Zeit.
    • Bierlothar
      Bierlothar
      Bronze
      Dabei seit: 22.12.2010 Beiträge: 63
      Original von CKWebsolutions
      Bei Frage 2 gefällt mir dein Denkansatz - aber schaffst du das auch am Tisch in 20 Sekunden im Kopf? Wenn ja, dann gratulier ich dir zu dieser LEistung. Andernfalls solltest du dir vielleicht nochmal ein paar Gedanken machen, wie du das Ganze mit den Konzepten aus den Lektionen 2 und 3 lösen könntest - ohne Equilab und in kurzer Zeit.
      Natürlich schafft man das nicht in 20 Sekunden. So wie dargestellt würde es eher einer nachträglichen Handanalyse gleichkommen. Im Spiel würde ich eher meine Outs überschlagen (9 Outs) geben. Daraus meine Odds abschätzen (4:1), und das mit den PotOdds vergleichen, wo ich auch auf ca. 4:1 käme. Mit Hinblick auf Implied Odds hätte ich einen klaren Call.
    • CKWebsolutions
      CKWebsolutions
      Bronze
      Dabei seit: 30.04.2007 Beiträge: 2.171
      Fast genau das wollte ich hören :)
      Wir haben hier zwar keine 9 sauberen Outs, aber der Weg ist mal richtig.