[NL] Kenixpok

    • Kenixpok
      Kenixpok
      Bronze
      Dabei seit: 17.11.2011 Beiträge: 54
      Ein herzliches Willkommen in meinem Arbeitsbereich!

      Vielen Dank schon einmal im Voraus für diese Möglichkeit, mein Spiel durch eine Art geführtes Lernen verbessern zu dürfen. So eine hohe Bereitschaft an Hilfe ist bemerkenswert! Wer mehr zu meiner Person erfahren möchte, soll einfach einen Blick in meinen Vorstellungsthread werfen, dort sollte alles interessante zu finden sein. Bei weiteren Fragen, falls vorhanden, einfach fragen!

      EDIT: Da ich nicht erwarten kann, dass sich die Coaches auch noch zusätzlich meinen Vorstellungsthread durchlesen, möchte ich zumindest kurz eine kleine Vorstellung machen:

      Ich heiße Philipp, bin 19 Jahre alt und aus Baden-Württemberg. Ich mache derzeit das Abitur und habe kürzlich Poker für mich entdeckt. Näheres dazu wie das geschehen ist, kann man in Frage 1/im Vorstellungsthread durchlesen. Nun bin ich also motiviert dabei und möchte dieses Spiel verstehen lernen!

      Dann gleich mal zu meinen ersten Hausaufgaben:

      Frage 1: Aus welchen Gründen spielst du Poker?
      Hier kann ich mehrere Grüne nennen. Das Spiel hat mich begeistert, seit ich es das erste mal mit Freunden gespielt habe. Nach einem weiteren Pokerabend + dem Medienhype um Pius Heinz entschloss ich mich mir, entgegen meiner Vorbehalte von früher, Poker einmal näher anzuschauen. Was ich dabei entdeckt habe, ist ein höchstinteressantes Spiel.


      Die Komplexität und Vielfalt von Poker finde ich wahnsinnig interessant. Es gibt viele verschiedene Strategien und Spielweisen, jede individuell auf ihre Weise, sobald man in die höheren Skill-level gelangt. Damit hätte ich niemals gerechnet.

      Die analytische Komponente von Poker gefällt mir ebenfalls. Die Möglichkeit durch Informationen und Analyse Schlüsse zu treffen, welche gewinnbringend sein können, ist eine Fähigkeit, die man nicht nur für das Spiel benötigen kann.

      Die Möglichkeit Geld zu verdienen, sei es als Neben- oder Hauptverdienst, und das allein durch taktisch kluges Spiel.

      Die Atmosphäre um Poker bei einem Live-Event an welchem man teilnimmt muss sich toll anfühlen. So stelle ich mir das zumindest vor. Vielleicht habe ich mal das Glück und kann es miterleben.


      Frage 2: Was sind deine Schwächen beim Poker?
      Auch eine interessante Frage. Was sind meine Schwächen? Leider trifft direkt ein Beispiel aus der Erklärung der Frage auf mich zu: Ich denke ein Problempunkt könnte sein, dass ich auch manchmal dazu neige zu spielen, wenn ich müde bin. Natürlich nicht, wenn ich wirklich so müde bin, dass ich einschlafen würde, aber ich denke es beeinträchtigt trotzdem meine Konzentration.

      Eine weitere "Schwäche" von mir könnte sein, dass ich zu vorsichtig bin. Das bedeutet vor allem, dass ich nach wie vor ein bisschen Angst davor habe, um Echtgeld zu spielen, auch wenn es sich hier nur um Beträge im Cent-Bereich handelt. Aber ich könnte mir vorstellen, dass diese Bedenken nach einer gewissen Zeit auch verschwinden. Diese Vorsicht hat aber auch noch eine andere Bedeutung, die ich direkt auf mein Spiel beziehe: Vor allem in Freerolls habe ich oft erlebt, dass ich so tight spiele, dass ich nach 40 - 50 Händen nach wie vor meinen Stack kaum erweitert habe, aber dann unter starken Druck bekomme, weil ich nur die wirklich guten Hände spiele. Ich kann noch schlecht einschätzen, ab wann ich ein klein wenig mehr loose spielen sollte, oder soll ich das überhaupt?

      Eine weitere Sache, der ich mir auch bewusst bin: Ich weiss oft noch nicht so genau, inwiefern ich welche meiner Hände ins Handbewertungsforum stellen sollte. Einfach nur diejenigen Hände, welche ich selbst für fraglich halte und bei denen ich mir nicht sicher bin, ob ich sie korrekt gespielt habe?

      Insgesamt würde ich sagen, dass die ganze Vielfalt, die Poker einem bietet, mich noch etwas überfordert. Aber genau das ist ja auch der Grund, weshalb ich darauf hoffe, dass dieser Kurs mir zu mehr Klarheit verhelfen wird.

      Frage 3: Was heißt es, tight-aggressiv zu spielen?
      Zu Beginn kam mir dieser Begriff seltsam vor. "tight-aggressive", ist das nicht ein Widerspruch?
      Nein. "Tight" zu spielen bedeutet, nur eine Auswahl von Händen zu spielen und den Rest wegzulegen. "Aggressive" widerum bedeutet zum Einen durch vergleichsweise hohe Beträge beim Setzen und Raisen einen großen Pott aufzubauen, welchen man dann auch gewinnt, zum Anderen ergreift man durch die "aggressive" Spielweise die Initiative und verschafft sich somit einen Vorteil über die anderen Spieler. Verbindet man diese beiden Begriffe nun bekommt man folgendes: Man wählt zwar nur bestimmte Hände aus mit denen man spielt, aber diese spielt man nun aggressiv, heißt, man ergreift mit diesen Händen die Initiative. So sieht das vom Grundprinzip aus und die Anzahl der Hände, mit denen man spielt ist natürlich erweiterbar und von der Situation abhängig.

      Warum funktioniert diese Spielweise überhaupt?
      Durch die bestimmte Auswahl an Händen die man trifft, begibt man sich nur in Situationen, bei denen man reelle Chancen auf einen ordentlichen Gewinn hat. Sie spart also nicht nur Geld, nein, diese Spielweise bietet sogar die Möglichkeit viel Geld zu gewinnen.
  • 15 Antworten
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Hi Philipp, freut mich dich im Pokerstrategy.com NL Einsteiger Kurz begrüßen zu können.

      Deine Erste Aufgabe gefällt mir auch sehr gut.

      Die Sache mit den Freerolls gehört zwar nicht unbedingt in einen Cashgame einsteiger Kurs. Aber dort am Anfang zu tight zu spielen finde ich etwas unlogisch. Die Sache ist doch, dass man nichts zu verlieren hat. Man hat ja keinen Buy in investiert, und das Zeitinvestment ist am Anfang auch noch eher gering. Von daher würde ich da Anfangs eher versuchen Chancen zu nutzen um mir ein Stack aufzubauen, mit dem ich dann später im Turnier eine gute Position habe.

      Aber ansonsten bin ich wie gesagt mit der Aufgabe zufrieden. Empfehlen möchte ich dir noch unser Handbewertungsforum, in dem du zusammen mit anderen Pokerstrategen Hände diskutieren und analysieren kannst. Gerade am Anfang lernt man daraus enorm viel ;) .

      Also, damit haken wir Lektion 1 ab, :s_thumbsup: und du kannst dann gern zu Lektion 2 weitergehen.
    • Kenixpok
      Kenixpok
      Bronze
      Dabei seit: 17.11.2011 Beiträge: 54
      Schönen guten Abend,

      Nachdem ich leider zeitlich ein wenig eingeschränkt war und auch zuerst ein paar Hände spielen wollte um mein Wissen zu festigen, bin ich nun endlich dazu gekommen Lektion 2 zu bearbeiten. Hier meine Hausaufgaben:

      Frage 1: An welchen Stellen würdest du anders spielen als vom BSS Starting Hands Chart empfohlen und warum?

      Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, finde ich. Dies liegt für mich an den Schwächen die das SHC eben auch hat, auch wenn es eine geniale Einstiegshilfe für Anfänger bietet. Im SHC sind bestimmte Informationen, die auch relevant sein können aus Platzgründen nicht aufgeführt (so z.B. die Position aus der Villain raised, seine Stack, sein Spieltyp, etc.). Es gibt Situationen, in denen man aufgrund dieser Informationen vom normalen Spiel abweichen kann. Als konkretes Beispiel könnte man hier einen typischen Blindsteal aus late position (BU oder CO, aber besser BU) nennen. Angenommen, beide Blinds sind mir durch ihr vorheriges Spiel sehr tight aufgefallen, so kann ich auch mit suited Assen oder offsuited connectors einen Blindsteal versuchen, da hier oft gefoldet wird. Im Falle eines calls habe ich zumindest noch Chancen ein Top- oder Overpair zu treffen (möglicherweise auch ein Monster).

      Frage 2: Poste eine Hand, die dir vor dem Flop Schwierigkeiten bereitet hat.

      Ich war relativ aktiv in den letzten Tagen und habe mehrere Hände geposted. Hier eine kleine Auswahl, welche sich mit preflop Entscheidungen befassen:

      NL2 FR ATs

      NL 2 FR pocket 9 bei Call20

      NL 2 FR QQ overplayed?

      Frage 3: Welche Equity besitzt du mit AKo gegen die Top-5%-Range, d.h. 88+, AJs+, KQs, AKo?

      Meine Equity liegt bei 46,32 %.


      Equity Win Tie
      BU 46.32% 37.92% 8.41% { AKo }
      SB 53.68% 45.27% 8.41% { 88+, AJs+, KQs, AKo }


      Vielen Dank erneut, dass mir diese Möglichkeiten geboten werden. Ich wünsche noch viel Erfolg!
      Liebe Grüße,

      Philipp
    • CKWebsolutions
      CKWebsolutions
      Bronze
      Dabei seit: 30.04.2007 Beiträge: 2.171
      Super analysiert, da bleibt ja kaum noch irgendwas anzumerken.
      Abweichungen sind gut, gerade im Steal-Bereich kann man ziemlich leicht die ersten Gehversuche machen, da da nicht besonders viel schiefgehen kann. Wichtig ist eben immer, die Gegner zu beobachten und entsprechend zu agieren und zu reagieren.
      Die Handbewertungen liegen gut dort wo sie sind, die Handbewerter geben ihr Bestes, da misch ich mich nicht mehr ein.
      Und die Equity-Berechnung ist ebenfalls richtig, Lektion 3 steht also nichts mehr im Wege :)

      Weiterhin viel Erfolg beim Kurs!
    • Kenixpok
      Kenixpok
      Bronze
      Dabei seit: 17.11.2011 Beiträge: 54
      Ich wünsche einen schönen guten Abend und willkommen zu meiner 3. Hausaufgabe!

      Ich habe mir heute Mühe gegeben, die Hausaufgaben, vor allem die zweite Frage, ausführlich zu beantworten und bin gespannt auf die Bewertung.


      Frage 1: Du hältst K :spade: Q :spade: . Welche Equity hast du vor dem Flop gegen 3 :diamond: 3 :club: ? Wie ändert sich deine Equity auf diesem Flop: J :spade: 5 :diamond: 3 :spade: ?

      Preflop:

             Equity     Win     Tie
      CO     49.22%  48.84%   0.38% { 3d3c }
      BU     50.78%  50.40%   0.38% { KsQs }


      Postflop:

      Board: J:spade: 5:diamond: 3:spade:
             Equity     Win     Tie
      CO     73.54%  73.54%   0.00% { 3d3c }
      BU     26.46%  26.46%   0.00% { KsQs }


      Es ist logisch, dass sich unsere Equity mit dem gegebenen Board deutlich verschlechert, da hier Villain ein Set erwischt. Uns bleiben allerdings noch 9 Outs auf den Flushdraw.

      Frage 2: Wie würdest du in der folgenden Hand agieren?

      Wir haben AJs und openraisen dementsprechend aus dem CO, sowohl BU als auch BB callen uns. Da die Blinds unseren Raise callen kann man sich folgende Überlegungen zu ihrer möglichen Handrange machen:

      Da der BB einen raise called und zudem noch OOP spielt, kann man die kleineren suited Aces mMn ausschließen. Ebenso würde ich hier alles ab QQ+ ausschließen, da diese Hände eine 3bet als logische Konsequenz hätten. Es ist auch eher unwarscheinlich, dass er hier AKs/AKo hat, da er hier wohl eher eine 3bet machen würde, ich würde es allerdings durchaus in Betracht ziehen. Möglich sind also noch größere pockets und hohe Aces, sowie vllt Kings mit hohem Kicker.

      Also komme ich zu folgender Range für den BB: JJ-88, ATs+, KQs, ATo+, KQo

      Beim BU müssen wir von einer größeren Range ausgehen, man kann hier zwar wieder QQ+ ausschließen aus obengenannten Gründen, aber es ist durchaus möglich, dass er hier mit niedrigeren suited Aces called.

      Range BU: JJ-66, A9s+, KTs+, QJs, JTs, ATo+, KTo+, QJo, JTo

      Am Flop treffen wir nun ein sehr drawlastiges Board. Dadurch, dass der BB checkt können wir seine Range nicht signifikant verkürzen. Es ist häufig der Fall, dass jemand, der einen Raise Preflop nur mitgegangen ist, Postflop checkt. Wir checken hier, da wir den Preis für die Turn-Karte möglichst klein halten wollen. Der BU checkt ebenfalls, was kein Zeichen für Stärke ist, aber auch hier erlaubt es uns keine weitere Kürzung seiner Range.

      Der Turn macht hier einen Gutshot möglich. Sowohl für uns, als auch den Gegner. Wir haben hier zudem noch den Flushdraw erwischt. Das bringt uns insgesamt 13 Outs, wovon wir die 4 für den Gutshot allerdings streichen können, da sie uns keine Verbesserung bietet. Als PFA entscheiden wir uns trotzdem zu raisen, nachdem der BB ein weiteres mal gecheckt hat. Man kann es zwar nach wie vor nicht mit Bestimmtheit sagen, aber vermutlich hält der BB hier zwei Überkarten, so wie wir selbst, die jedoch keinen Flusdraw ermöglichen, also vermutlich sowas wie AKo, AQo, AJo oder KQo.

      Der BU jedoch 2betted uns hier und wir können daher davon ausgehen, dass V. hier entweder ein Set oder zumindest ein Overpair hat. Also alles im Bereich von 66-JJ. Um hier profitabel callen zu können und zu sehen, ob wir am River unser Flushdraw ankommt, bräuchten wir Pot odds von mind. 4:1. Leider kriegen wir hier nur Pot Odds von ~ 2.1:1. Damit würde ich hier folden.

      Ich habe mich jetzt intensiv mit dieser Hand beschäftigt und wäre sehr dankbar, wenn vor allem meine Handrange annahmen kritisch betrachtet werden könnten, da ich mir in letzter Zeit sehr viel Mühe zu machen, gegnerische Ranges besser einschätzen zu können, da aber definitiv noch Probleme mit habe.

      Frage 3: Hast du Fragen zum Spiel nach dem Flop? Poste eine Hand und lass sie von anderen Mitgliedern und unseren Coaches bewerten.

      Ich stelle nach wie vor Hände ins Handbewertungsforum. Hier sind ein paar:

      [NL2 FR] Flushdraw + Pair vs Bet

      [NL2 FR] 2-pair geflopped

      [NL2 FR] All-In mit 2 pair am River



      Das wars von meiner Seite, ich freue mich auf die Bewertung :)
      Liebe Grüße,
      Kenix
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Also, die erste Frage passt schonmal ;) .

      Bei der 2ten Frage hätte ich aber gern mal vorgerechnet, wie du zu folgendem kommst:

      "Leider kriegen wir hier nur Pot Odds von ~ 2.1:1. Damit würde ich hier folden."

      Wenn du mir das erklärt hast, können wir uns auch mal die Ranges anschauen.

      Zu den geposteten Händen hast du ja schon Rückmeldungen von unseren Handbewertern.
    • Kenixpok
      Kenixpok
      Bronze
      Dabei seit: 17.11.2011 Beiträge: 54
      Habs gerade nochmal durchgerechnet und mir ist mein Fehler aufgefallen :) Ich habe übersehen, dass der Gegner hier ja nur um 0.22 $ erhöht und nicht um 0.44$. Denkfehler :)

      Dann wäre natürlich folgende Rechnung korrekt:

      Pot vor Bet unseres Gegners: 0.47$

      Möglicher Gewinn nach Bet von V: = 0.47$ + 0.22$ = 0.69$

      Wir müssen callen: 0.22$

      0.69:0.22 = ~3.1

      Die Pot Odds liegen also bei ungefähr 3.1:1, was immernoch zu wenig ist.
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Okay, das ist schon etwas näher dran, aber immer noch nicht richtig. Du unterschlägst hier 22 cent, die der Gegner in den Pot bringt. Er raist ja nicht nur 22 Cent, sonder muss ja auch die 22 Cent für unsere Bet bringen.

      Pot am Flop: ---------- 25cent
      Unsere Bet: ---------- 22cent
      Gegnerischer Raise:- 44cent
      ------------------------------------
      Gesamt: --------------- 91cent

      Und wie müssen 22 Cent callen um den River zu sehen.

      Potodds sind also 91:22 ~ 4:1


      Was bedeutet das jetzt für unsere Entscheidung am Turn?


      Und dann können wir uns die Ranges des Gegners anschauen. Hierbei wird es vor allem um die Frage gehen, ob alle unsere Outs clean sind, wie schätzt du das ein?
    • Kenixpok
      Kenixpok
      Bronze
      Dabei seit: 17.11.2011 Beiträge: 54
      Ah, jetzt hab ichs verstanden :) Vielen Dank!

      So wie ich das dargestellt habe, hätten wir jetzt die selben Odds sowie Pot Odds. Aber ich habe zu Beginn einen Fehler bei der Berechnung der Odds gemacht. Was wir hier haben ist ein Nutflushdraw + Gutshot. Das wären 12 Outs, die können wir aber auf keinen Fall so behalten sondern müssen davon zuallererst alle Gutshot 4er wegstreichen. Damit hätten wir nur noch 8 Outs und damit Odds von 5:1. Also bleibt es beim Fold am Turn. Soweit meine Einschätzung.
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Naja, die 4 :club: brauchst du nicht abzuziehen, da der Flush > Straight ist.

      Es gibt allerdings noch eine andere Sache, die man evtl. berücksichtigen muss. Was ist denn, wenn dein Gegner ein Set hat, helfen dir dann immernoch alle 9 Flushouts zu besseren Hand?

      Und wie würde das deine Entscheidung beeinflussen?
    • Kenixpok
      Kenixpok
      Bronze
      Dabei seit: 17.11.2011 Beiträge: 54
      Ja stimmt. Also haben wir 9 Outs = Pot Odds 4:1. Zu deiner Frage muss ich kurz rückfragen: Wenn du von Set sprichst, meinst du vermutlich, dass der Gegner bereits ein Set hat? Mit einer weiteren Karte hätte er dann ja einen Vierling. Müssen wir hierzu wirklich die 6 :club: und 3 :club: rausstreichen, trotz der sehr geringen Chance, dass eine dieser Karten aufgedeckt wird?

      Falls ja, würde das meine Entscheidung dahingehend beeinflussen, dass wir hier noch mehr Outs rausnehmen müssten und somit ein call erneut unprofitabel wäre.
    • CKWebsolutions
      CKWebsolutions
      Bronze
      Dabei seit: 30.04.2007 Beiträge: 2.171
      Genau das wollte Speedy damit sagen. Wenn wir den Gegner hier auf ein Set setzen, muß es nicht gezwungenermaßen ein Vierling sein. Es ist auch ein FullHouse möglich, sobald ein Paar am Board auftaucht.
      Du brauchst hier aber nicht beide Outs discounten, im Allgemeinen reicht es hier, eins zu streichen. Dir bleiben dann für die weitere Berechnung also etwa 8 saubere Outs.

      Und ja, der Call wäre damit unprofitabel, es sei denn, du wendest die Inhalte der Lektion an und überlegst dir, ob du vielleicht noch Implieds hast.
    • Kenixpok
      Kenixpok
      Bronze
      Dabei seit: 17.11.2011 Beiträge: 54
      Wenn mir 8 saubere Outs bleiben habe ich Pot Odds von 5:1. Ich benötige allerdings Pot odds von 6:1, es fehlen also noch 0.44 $. Es ist durchaus warscheinlich, dass ich diese 0.44 $ gewinne, wenn ich am River den Flush komplettiere. Demzufolge könnte ich callen.
    • CKWebsolutions
      CKWebsolutions
      Bronze
      Dabei seit: 30.04.2007 Beiträge: 2.171
      Ich glaub du verwelchselst da gerade ein paar Begriffe. Die Pot ODds bleiben immer bei ca. 4:1, die haben ja mit der Anzahl der Outs nichts zu tun. Es ist immer genau gleich viel Geld im Pot, ganz egal, ob wir jetzt 1 oder 6 oder 10 Outs haben.
      Das was du meinst sind die benötigten Odds, die sich anhand der Outs errechnen.
      Wir haben hier jetzt 8 Outs, es sind noch 46 Karten im Deck. Somit haben wir Odds von 46/8 = Odds von 5,75:1

      Das heißt, wir brauchen 5,75:1, bekommen aber nur 4:1.
      Und hier spielen jetzt die Implieds mit. Werden wir die noch fehlenden 1,75*0.22 am River bekommen? Wenn ja, dann ist es ein brauchbarer Call, wenn nein, dann sollten wir hier folden.
      Gegen diesen Gegner deutet nichts darauf hin, dass er nicht zahlen wird, also Call.
    • Kenixpok
      Kenixpok
      Bronze
      Dabei seit: 17.11.2011 Beiträge: 54
      Ja, du hast Recht. Ich habe hier die Begriffe durcheinander geworfen, aber eigentlich meinte ich tatsächlich die Odds im Vergleich zu den Pot Odds. Vielen Dank für die ausführlichen Erklärungen :)

      Habe ich sonst noch weitere Fehler in der Bearbeitung meiner Hausaufgabe?
    • CKWebsolutions
      CKWebsolutions
      Bronze
      Dabei seit: 30.04.2007 Beiträge: 2.171
      Nein, wenn du den Grund für den Call in Frage 2 und die Rechenwege verstanden hast, kannst du zur nächsten Lektion wandern.