Titz1984

    • Titz1984
      Titz1984
      Bronze
      Dabei seit: 04.09.2011 Beiträge: 5
      Hallo erstmal,

      mein Name ist Steffen und ich bin ganz neu hier und finde PS wirklich spitze. Beim Durchstöbern bin ich jetzt auf den Anfängerkurs gestoßen, den ich hiermit gleich mal angehen will. ;)


      Frage 1: Aus welchen Gründen spielst du Poker?

      Poker war in der Stammkneipe für ein paar Monate sehr angesagt und ohne große Kenntnisse darüber hat es mir von anfang an Spaß gemacht. Schließlich so sehr, dass ich dann auch das Onlinepokern für mich entdeckte.
      Mittlerweile spiele ich natürlich auch mit dem Gedanken ein kleines Taschengeld mit Poker zu verdienen, da ich mir gut vorstellen kann, dass man mit genügend Durchhaltevermögen, dem richtigen Bankrollmanagement und Disziplin schon was reißen kann! ;)

      Frage 2: Was sind deine Schwächen beim Poker?

      Wenn ich preflop raise/calle und dann der Flop nicht sonderlich vielversprechend aussieht, würde ich am liebsten checken, um den Turn zu sehen. Bettet dann aber jemand, werde ich irgendwie unruhig und bin mir nicht immer sicher, was ich tun soll - einerseits denke ich mir, dass derjenige auch nicht viel haben kann, aber andererseits stellt sich dann die Frage, warum er bettet. Da muss ich noch ruhiger und beherrschender werden und nicht unnötig callen bzw. folden, sondern die Initiative ergreifen und meine Gegner vor die Qual der Wahl stellen.

      Frage 3: Was heißt es, tight-aggressiv zu spielen?

      Das heißt, dass ich nur ausgewählte Hände spiele, aber diese dann aggressiv. Ich darf kein Problem damit haben mich von Karten zu trennen. Ich lasse mich nicht in Situationen bringen, in denen ich unter Druck gesetzt werde, sondern versuche durch erhöhen meine Gegner vor Entscheidungen zu stellen. Sicherlich ist auch meine Position am Tisch zu beachten und entscheidend.



      Soo, das war's dann erstmal mit Lektion 1. Ich hoffe, dass meine Antworten zufriedenstellend waren. Die nächsten Lektionen werde ich in den kommenden Tagen angehen.

      In diesem Sinne einen schönen Dienstag!
      Steffen
  • 5 Antworten
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Hi, na dann mal Herzlich Willkommen in unserem NL Einsteiger Kurs.

      Die erste Aufgabe sich doch direkt schonmal ganz gut aus. Bei dem was du als deine Schwächen aufzählst, würde ich dir doch sehr das Posten von Händen im Handbewertungsforum nahe legen, die du dann mit anderen Pokerstrategen diskutieren kannst, oder auch dich auch bei der Diskussion zu deren Händen beteiligst. Meiner Meinung nach ist das einer der effektivsten Wege sein Spiel zu verbessern. Da man über die Probleme in den Hände direkt nachdenken und sie selbst lösen muss. Was doch ein deutlicher Unterschied zu dem anderen Content wie Videos und Artikel ist und somit eine super Ergänzung darstellt.

      Wie schon gesagt, finde das alles ganz gut, von daher kannst du auch direkt weiter zur 2ten Lektion gehen. :s_thumbsup:
    • Titz1984
      Titz1984
      Bronze
      Dabei seit: 04.09.2011 Beiträge: 5
      Danke! :)

      Frage 1: An welchen Stellen würdest du anders spielen als vom BSS Starting Hands Chart empfohlen und warum?

      Die Frage ist ein bisschen schwierig zu beantworten, finde ich. Ich weiche aber ganz gerne etwas vom SHC ab, wenn ich meine Gegner schon besser "kenne" und einschätzen kann, ob sie sehr aggressiv oder sehr tight spielen. Wenn ich beispielsweise 88 oder kleiner auf der Hand vor dem Flop habe und der sehr tight spielende Gegner raist, steige ich meistens aus. Ich halte mich da nicht immer an Mitgehen20.
      Bei den verschiedenfarbigen Bildkarten ist es mir am Anfang sehr schwer gefallen mich ans SHC zu halten und ich habe trotzdem gecallt, obwohl man aussteigen sollte. Die Erfahrung hat aber gezeigt, dass man in Freeroll-Turnieren aber trotzdem etwas weiter kommt, wenn man sich ans SHC hält. Bei extrem aggressiven Spielern geh ich aber dennoch ab und zu mit, wenn ich KQo auf der Hand habe. ;)


      Frage 2: Poste eine Hand, die dir vor dem Flop Schwierigkeiten bereitet hat.

      Bei mir lief das mit dem 50$ Bonus von Pokerstrategy schief. Ich hab ausversehen PartyPoker angegeben und nicht beachtet, dass ich da schon mal angemeldet war. Partypoker hat das natürlich anhand der gleichen Email-Adresse erkannt und mich gesperrt, daher sind die 50$ futsch. :( Ich spiele deshalb momentan nur Freeroll-Turniere und kämpfe mich so langsam aber sicher wieder nach oben. Wollte ich nur kurz erklären, damit klar wird, warum ich hier keine Hand zeige, die ich an einem normalen Echtgeldtisch gespielt habe.

      Hier meine Hand.


      Frage 3: Welche Equity besitzt du mit AKo gegen die Top-5%-Range, d.h. 88+, AJs+, KQs, AKo?


             Equity     Win     Tie
      SB     46.32%  37.92%   8.41% { AKo }
      BB     53.68%  45.27%   8.41% { 88+, AJs+, KQs, AKo }


      Also 46,32%
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Hi.

      Kommen wir doch direkt zur Frage 1. Prinzipell ist es schonmal richtig, dass du weitere Informationen in dein Preflopspiel mit einbeziehst, denn der Informationsverlust und Verallgemeinerungen sind wohl die größte Schwäche des Starting Hands Chart. Beispielsweise werden auch die Positionen, aus denen ein Gegner erhöht zusammengefasst, die Range von einem Spieler in MP1 können sich doch deutlich von denen eines Spielers in MP3 unterscheiden. Beide werden aber vom SHC zusammengefasst.
      Daher ist es auf jeden Fall gut weitere Informationen in dein Spiel mit einzubeziehen. Allerdings muss man auch wissen, was man aus den Informationen für Schlüsse ziehen muss. Und gerade da können wir ja mal dein Beispiel mit den Pocket 88ern zur Hand nehmen. Ich hätte dazu 2 Fragen.

      Was ist allgemein dein Plan für eine Hand, wenn du dich entscheidest mit kleinen bis mittleren Pocketpairs einen Raise zu callen?

      Wie würdest du die Call-20 Regel erklären?


      Bezüglich der 50$ und Partypoker, hast du dich deswegen schon an unseren Support gewendet? Vielleicht kann man da ja noch etwas drehen. Wenn nicht, kannst du ja einfach mal ein Ticket schreiben, und nachfragen. http://de.pokerstrategy.com/home/support/


      Bleibt noch die 3te Frage, und die ist soweit richtig ;) .
    • Titz1984
      Titz1984
      Bronze
      Dabei seit: 04.09.2011 Beiträge: 5
      Guten Morgen! :)

      Zu Deiner ersten Frage: Ich weiß nicht, ob es als Plan gilt, aber bisher hatte ich immer die Hoffnung beim Flop einen Drilling zu treffen. Der Gedanke "Ach, so hoch war der Raise nun auch wieder nicht" hat mich bisher oft dazu verleitet. Ich habe mir gestern stundenlang meine Hände im Elephant angeschaut und bemerkt, dass ich bisher NIE mit einem kleinen Pocketpairs gewonnen habe. Naja doch, die 99 hat es einmal geschafft. ;)
      Daher ist meine Antwort: Der Plan für kleine Pocketpairs lautet jetzt wohl eher FOLD, wenn jemand raist. Den bb würde ich weiterhin callen, wenn dann am Flop nix getroffen wird, ist ja dann eh klar, was Sache ist.

      Zu Deiner zweiten Frage: Also die Call-20 Regel wende ich ja eigentlich genau bei solchen Fällen an, wenn ich Pocketpairs habe und jemand raist. Ich schaue, dass mein Gegner, der geraist hat, auch mindestens noch das 20-fache seines Einsatzes in seinem Stack hat. Für mich gilt dasselbe, da ich ansonsten wohl zuviel riskiere. Sollte ich was treffen, möchte ich natürlich gut ausbezahlt werden von meinem Gegner, daher der Multiplikator von 20.

      Zu Deiner dritten Frage: Ich habe mich hier schon beim Support gemeldet. Leider lässt sich da nichts mehr machen, das ist dumm gelaufen. Aber ich habe mich bisher auch schon auf 8.04€ hochgearbeitet, es dauert nur länger - aber es geht.


      Schönen Tag wünsch ich! :)
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Ich weiß nicht, ob es als Plan gilt, aber bisher hatte ich immer die Hoffnung beim Flop einen Drilling zu treffen.


      Genau das ist ersteinmal der Plan. Den Drilling triffst du am Flop in 1 von 9,5 Fällen. Bedeutet also, du verlierst 8,5 mal deinen Einsatz, und gewinnst 1 mal den Pot.
      Würden wir also nur um den Einsatz spielen, der bereits im Pot ist, wäre die Sache krass -EV für uns. Aber das ist ja nicht der Fall. Nehmen wir einfach ein mal ein Beispiel auf NL 10:


      Du hast $10 am Tisch, dein Gegner $3.40. Er raist auf 40cent, und du hälst ein kleines Pocketpair.

      Du weißt nun, dass du 8,5 mal die 40 Cent verlieren wirst, wenn du callst. Das sind also $3.40 die du in den Fällen verlierst, in denen du dein Set nicht triffst. Also musst du in dem einen Fall, in dem du dein Set triffst $3.40 von deinem Gegner gewinnen, damit der Call Break Even ist.

      Damit hätten wir eine Call-8,5 Regel definiert. Nach dieser Regel könntest du also einen 40 Cent-Raise auf Setvalue callen, sobald dein Gegner mindestens $3.40 am Tisch hat.

      Jetzt ist es in der Praxis leider so, dass wir diese 3,40 nicht jedes mal gewinnen werden, wenn wir das Set treffen. Wenn unser Gegner beispielsweise nichts hat, und einfach foldet.
      Von daher vergessen wir die Call-8,5 Regel mal schnell wieder und planen lieber etwas mehr Sicherheit ein.

      Und da hört sich Call-20 doch sehr gut an. Wir müssen zwar immernoch durschnittlich $3.40 von unserem Gegner gewinnen, aber dass ist einfach viel leichter. Wenn er jetzt zum Beispiel $8 (20 x 40cent) am Tisch hat und beim ersten mal einfach foldet und wir beim 2ten Sethit dafür $6.80 oder mehr gewinnen sind wir wieder Break Even oder sogar +EV.

      Und mit einem Set wird man fast gegen jeden Gegner mal erwischen. Von daher kannst du eigentlich sobald die Call-20 Regel erfüllt ist mit einem Call auf Setvalue kaum noch etwas falsch machen.

      So, alle Klarheiten zur Call-20 Regel beseitigt? ;)


      Wie kamen wir dazu? Ahja, du sagtest:

      Wenn ich beispielsweise 88 oder kleiner auf der Hand vor dem Flop habe und der sehr tight spielende Gegner raist, steige ich meistens aus.


      Also, dass Call-20 generell gilt hatten wir ja schon festgestellt. Aber speziell diese Sache ist einfach ein Fehler. Hierzu müssen wir einmal schauen, in welchen Situationen wir im Poker das meiste Geld gewinnen.

      Um es kurz zu machen, wenn der Gegner eine 2nd Best Hand hat. Und das ist bei einem tighten Spieler viel öfter der Fall, als bei einem Fisch der eh bei 90% aller Flops nur mit einer Trashhand rumgammelt.

      Von daher sind Setvaluecalls gerade gegen tighte Spieler eine gute Sache.

      So, ich hoffe ich konnte dich überzeugen wieder Pockets nach der Call-20 Regel auf Setvalue zu callen ;) .


      Es gibt natürlich noch Situationen, in denen man ein Pocketpair auch ohne Set weiterspielen kann, aber dazu kommt später nochmal etwas, von daher lassen wir das hier ersteinmal weg ;) .