Kleine Pärchen

    • Bibalicious
      Bibalicious
      Bronze
      Dabei seit: 25.06.2007 Beiträge: 35
      Servus,

      der Starting Hands Chart empfiehlt ja JJ-22 bei einer Erhöhung mitzugehen, wenn sein Stack min. das 20x des Blinds besitzt.

      A) Trifft man das Set doch recht vielen und blättert dafür immer 3-4 BB, ist es sinnvoll trotzdem gegen speziell einen Gegner zu callen?

      B) Wie spielt ihr Pairs, wenn auf dem Board z.B. ein höheres Pärchen möglich ist, z.B. halte 77 und es kommt 3 5 J. Lohnt es sich seine Contibet zu reraisen?

      vg
  • 3 Antworten
    • Thunder1214
      Thunder1214
      Bronze
      Dabei seit: 29.07.2010 Beiträge: 921
      A) hast du einen Denkfehler: nicht 20x den Bigblind, sondern 20x dessen, was erhöht wurde!!!

      Wenn dein Gegner auf zum Beispiel 4 BB erhöht, solltest Du und sollte er noch min. 80 BB übrig haben.

      Der Hintergrund ist auch recht einfach: Du triffst das Set etwa alle 7,5 Mal.
      Du müsstest also das 7,5 fache dessen, was du vor dem Flop gecallt hast (im Beispiel 4 BB) bekommen um dauerhaft einen profitablen Call zu haben.
      In dem Fall 4x 7,5 = 30 BB, die du verdienen müsstest.
      Wenn dein Gegner weniger als 30 BB hat, kannst du also unmöglich profitabel callen.

      Stellt sich die Frage: warum dann das 20 fache??

      Nun, du kannst nicht davon ausgehen, dass du den Gegner jedes Mal seinen kompletten Stack abnimmst, wenn du ein Set getroffen hast.
      Also brauchst du einen Puffer! Früher hieß die Regel mal "das 15-fache", weil man dann nur den halben Stack einsacken muss um die 7,5 zu bekommen.
      Heute hat man diesen Puffer eben noch nach oben erweitert, sodaß man jetzt vom 20 fachen ausgeht.

      B) Wenn du SetMining betreibst, sollte dein Play klar sein: triffst du das Set nicht, ist die Hand vorbei.
      Mit zunehmender Erfahrung kannst du dann auch mal davon abweichen, wenn du einschätzen kannst, dass du gegen die Range von Villain vorne liegst (Boardabhängig, Gegnerabhängig)

      Wenn dein Gegner das Board nur selten getroffen haben kann, kannst du durchaus mal versuchen den Pot zu holen.
      Wenn das Board aber voll in seiner Range liegt, macht das nicht viel Sinn.

      MFG

      T.
    • Bibalicious
      Bibalicious
      Bronze
      Dabei seit: 25.06.2007 Beiträge: 35
      Danke für die sehr nützliche und ausführliche Antwort!
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      A) Hat Thunder1214 ja schon beantwortet.

      B) Nehmen wir mal an, dass du jetzt Preflop gecalled hast und am Flop das J35 Board kommt: (die Erklärung wird etwas komplexer)

      i) je trockener das Board, desto besser ist es zu callen -> der Grund dafür ist relativ einfach: Dein Gegner wird dir keine Draws geben und wir selber keine Draws haben können

      K72r, Q72r, J72r ist so langsam dann die Grenze. Eine ganz gute Faustregel für den Anfang ist folgendes:

      Wenn am Turn 30% der Karten direkte Scarecards sind, dann spiel am Flop nicht mit einem Call weiter, AUSSER dein Gegner blufft am Turn nicht.

      T72r wäre da so ein Board -> J, Q, K A = 16/47 = 34%
      J72r ist grenzwertig -> Q, K, A = 12/47 = 25%

      ii) je weniger gute Doublebarrelkarten für den Gegner am Turn kommen können, desto besser wird es weiterzuspielen mit Calls -> z.b. ist ein 723r Board für 66 relativ gefährlich gegen einen aggressiven Gegner zu callen, da du oft die 2nd oder 3rd Barrel bekommst

      iii) d.h. es ist wahrscheinlich besser gegen aggressive Gegner den Flop (diese 723 Boards z.b.) einfach oft aufzugeben und hin und wieder einen Move zu machen, wenn du glaubst das der Gegner ein bisschen Handreading beherrscht. Du nimmst dann auf eben diesen 723 Board eine Hand wie 55 und verwandelst sie in einen Bluff -> optimalerweise liegt dann da auch noch ein Flushdraw, um dann auf diversen Turns auch weiterbluffen zu können. (das aber bitte nur machen, wenn du das wirklich verstanden hast und dir sicher bist, dass dein Gegner folds machen kann)


      Übrigens: Wenn du OOP mal so Sachen wie JTs callst und auf dem Q27ss oder K72ss Board dann den Flushdraw hast, dann kannst du auch mal C/C spielen. Die Argumentation ist ähnlich wie bei den Pocketpairs -> die Boards sind abgesehen von den Flushdraws sehr trocken und deine Range aus Made Hands ist relativ solide - durch einen C/R würdest du deine Range in Flushdraws, Sets und Toppairs sofort polarisieren (und die meisten Spieler haben zuwenige Toppairs auf diesem Board in der Range, um sinnvoll mit Flushdraws raisen zu können).