Frage zum Mietrecht

    • tobbeyy
      tobbeyy
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      Dabei seit: 07.04.2009 Beiträge: 11.220
      Hallo Leute, ich habe folgendes Problem:


      ich ziehe mit zwei Freunden in eine 3er WG und im Vertrag steht folgender Passus:

      § Personenmehrheit als Mieter:
      (1) Sind mehrere Personen Mieter (z.b. Ehegatten), so haften diese für alle Verpflichtungen aus dem Mietverhältnis als Gesamtschuldner.


      So weit so gut, nun sind wir alle drei Studenten und haben jeweils einen Bürgen. Heißt das nun im Klartext, falls einer von uns Scheisse baut, muss der andere (und damit sein Bürge, was das Problem an der Sache ist) dafür geradestehen?


      €: Maklerin und Vermieter sind beide bis Montag im Urlaub (nein, nicht zusammen), die kann ich leider nicht anrufen :/
  • 33 Antworten
    • S1n0n
      S1n0n
      Bronze
      Dabei seit: 23.05.2010 Beiträge: 549
      soweit ich weiß ja. jeder muss z. B. für miete etc gerade stehen auch wenn der andere nicht zahlt. das müsst ihr dann privat unter euch klären.
    • tobbeyy
      tobbeyy
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      Dabei seit: 07.04.2009 Beiträge: 11.220
      Aber dafür haben wir ja unsere Bürgen. Das würde ja heißen, dass bspw. mein Vater die Mietschulden von meinem Mietbewohner begleichen muss, worauf er verständlicherweise keinen Bock hat.
    • 2plus2is4
      2plus2is4
      Black
      Dabei seit: 20.05.2008 Beiträge: 4.335
      dann soll er halt nicht bürgen...
    • tobbeyy
      tobbeyy
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      Dabei seit: 07.04.2009 Beiträge: 11.220
      Ohne Bürge aber kein Einzug ;)
    • trekula
      trekula
      Bronze
      Dabei seit: 10.08.2007 Beiträge: 1.931
      Ist aber leider so. Auch wenn ich nicht verstehe, wozu der Vermieter bei einer WG auch noch Bürgen verlangt. Die Bürgen würden ja auch erst dann zum "Zuge kommen", wenn ihr das nicht selber regeln könnt.
      Ist allerdings doch sehr überschaubar. Hier geht es ja "nur" um die Verpflichtungen aus dem Mietverhältnis. Sprich z.B. Mietzahlungen, Nebenkosten, etc. Wenn ihr das von Anfang an ordentlich regelt, ist die Gefahr doch überschaubar.
      Gefährlicher ist da die Versicherungsfrage. Hatte es schon bei einer Miet-WG, dass keiner eine Haftpflicht hatte und ein Schaden (Tür) dann aus eigener Tasche gezahlt werden musste. Bei dem Verursacher war natürlich nichts zu holen, sehr zum Leidwesen der anderen. Deswegen an jede WG der Tipp: Versicherung checken ;)
    • tobbeyy
      tobbeyy
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 07.04.2009 Beiträge: 11.220
      Ja, Versicherungen haben wir schon gecheckt, da ist alles i.O.


      Dann haben wir jetzt ein Problem, unsere Bürgen weigern sich verständlicherweise, für irgendwelche Leute geradezustehen, die sie wenig oder kaum kennen und ohne Bürgen gibts keine Wohnung, muss ich wohl mal mim Vermieter reden.
    • oOZodiakOo
      oOZodiakOo
      Bronze
      Dabei seit: 06.07.2010 Beiträge: 164
      Die Bürgschaft ist akzessorisch zur Hauptschuld; das bedeutet u.a., ihr Inhalt entspricht demjenigen der Hauptschuld (Verbindlichkeiten aus dem Mietverhältnis).

      Beispiel: Angenommen Deine beiden Mitbewohner zahlen die Miete nicht, kann der Vermieter die volle Miete von Dir verlangen, da ihr Gesamtschuldner seid.

      Der Vermieter könnte in diesem Fall aber auch aus der Bürgschaft vorgehen und die volle Miete von einem der Bürgen verlangen (hier ist jedoch die Einrede der Vorausklage, § 771 BGB zu beachten - könnte aber vertraglich ausgeschlossen sein, musst Du mal im Mietvertrag nachsehen).
    • tobbeyy
      tobbeyy
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 07.04.2009 Beiträge: 11.220
      Original von oOZodiakOo
      Die Bürgschaft ist akzessorisch zur Hauptschuld; das bedeutet u.a., ihr Inhalt entspricht demjenigen der Hauptschuld (Verbindlichkeiten aus dem Mietverhältnis).

      Beispiel: Angenommen Deine beiden Mitbewohner zahlen die Miete nicht, kann der Vermieter die volle Miete von Dir verlangen, da ihr Gesamtschuldner seid.

      Der Vermieter könnte in diesem Fall aber auch aus der Bürgschaft vorgehen und die volle Miete von einem der Bürgen verlangen (hier ist jedoch die Einrede der Vorausklage, § 771 BGB zu beachten - könnte aber vertraglich ausgeschlossen sein, musst Du mal im Mietvertrag nachsehen).

      Aber eigentlich kann doch der Vermieter einfach von jedem Bürgen das Geld von seinem Bebürgten (oder wie nennt man sowas :D ) verlangen, genauso stehts auch in den Verpflichtungserklärungen.
    • oOZodiakOo
      oOZodiakOo
      Bronze
      Dabei seit: 06.07.2010 Beiträge: 164
      Könnte er ja. Aber ist dazu grundsätzlich nicht gezwungen (ich sage extra grundsätzlich, weil ich die genauen vertraglichen Regelungen in Deinem Fall nicht kenne, die evtl. eine abweichende Regelung enthalten könnten).

      Der Vermieter ist nicht gezwungen gegen die Bürgen Deiner Mitbewohner vorzugehen. Er kann Dich auf die volle Miete in Anspruch nehmen (oder auch Deinen Bürgen auf die volle Miete - wie bereits gesagt, hier wäre dann zu prüfen ob dein Bürge die Einrede der Vorausklage erheben kann)
    • Outbreaker5832
      Outbreaker5832
      Bronze
      Dabei seit: 03.10.2008 Beiträge: 8.339
      Original von tobbeyy
      Original von oOZodiakOo
      Die Bürgschaft ist akzessorisch zur Hauptschuld; das bedeutet u.a., ihr Inhalt entspricht demjenigen der Hauptschuld (Verbindlichkeiten aus dem Mietverhältnis).

      Beispiel: Angenommen Deine beiden Mitbewohner zahlen die Miete nicht, kann der Vermieter die volle Miete von Dir verlangen, da ihr Gesamtschuldner seid.

      Der Vermieter könnte in diesem Fall aber auch aus der Bürgschaft vorgehen und die volle Miete von einem der Bürgen verlangen (hier ist jedoch die Einrede der Vorausklage, § 771 BGB zu beachten - könnte aber vertraglich ausgeschlossen sein, musst Du mal im Mietvertrag nachsehen).

      Aber eigentlich kann doch der Vermieter einfach von jedem Bürgen das Geld von seinem Bebürgten (oder wie nennt man sowas :D ) verlangen, genauso stehts auch in den Verpflichtungserklärungen.
      Er kann das Geld nur von dir bzw. deinem Bürgen verlangen, aber du kannst dir das Geld dann von dem anderen zurück holen.
    • oOZodiakOo
      oOZodiakOo
      Bronze
      Dabei seit: 06.07.2010 Beiträge: 164
      Original von Outbreaker5832
      Original von tobbeyy
      Original von oOZodiakOo
      Die Bürgschaft ist akzessorisch zur Hauptschuld; das bedeutet u.a., ihr Inhalt entspricht demjenigen der Hauptschuld (Verbindlichkeiten aus dem Mietverhältnis).

      Beispiel: Angenommen Deine beiden Mitbewohner zahlen die Miete nicht, kann der Vermieter die volle Miete von Dir verlangen, da ihr Gesamtschuldner seid.

      Der Vermieter könnte in diesem Fall aber auch aus der Bürgschaft vorgehen und die volle Miete von einem der Bürgen verlangen (hier ist jedoch die Einrede der Vorausklage, § 771 BGB zu beachten - könnte aber vertraglich ausgeschlossen sein, musst Du mal im Mietvertrag nachsehen).

      Aber eigentlich kann doch der Vermieter einfach von jedem Bürgen das Geld von seinem Bebürgten (oder wie nennt man sowas :D ) verlangen, genauso stehts auch in den Verpflichtungserklärungen.
      Er kann das Geld nur von dir bzw. deinem Bürgen verlangen, aber du kannst dir das Geld dann von dem anderen zurück holen.
      Ist dann nur die Frage, ob da was zu holen ist. Und natürlich der Stress den man dann hat.
    • tobbeyy
      tobbeyy
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 07.04.2009 Beiträge: 11.220
      Original von oOZodiakOo
      Könnte er ja. Aber ist dazu grundsätzlich nicht gezwungen (ich sage extra grundsätzlich, weil ich die genauen vertraglichen Regelungen in Deinem Fall nicht kenne, die evtl. eine abweichende Regelung enthalten könnten).

      Der Vermieter ist nicht gezwungen gegen die Bürgen Deiner Mitbewohner vorzugehen. Er kann Dich auf die volle Miete in Anspruch nehmen (oder auch Deinen Bürgen auf die volle Miete - wie bereits gesagt, hier wäre dann zu prüfen ob dein Bürge die Einrede der Vorausklage erheben kann)

      Also von Einrede und Vorausklage steht nix im Vertrag.


      @Outbreaker: Aber jeder Bürge hat doch extra unterschrieben, dass er alle Verpflichtungen aus dem Mieterverhältnis seines Bebürgten ggüber dem Vermieter übernimmt, falls dieser dafür nicht aufkommt.
    • oOZodiakOo
      oOZodiakOo
      Bronze
      Dabei seit: 06.07.2010 Beiträge: 164
      Original von tobbeyyAlso von Einrede und Vorausklage steht nix im Vertrag.
      Steht da was von selbstschuldnerisch?

      Wenn nein, dann haben die Bürgen auf die Einrede schonmal nicht verzichtet (weitere Ausschlüsse der Einrede findest Du noch in § 733 Abs. 1 BGB). Da bedeutet aber nur, dass Dein Bürge den Vermieter zunächst auf ein Vorgehen gegen den "Hauptschuldner" verweisen kann (ob hier im Falle einer Gesamtschuld nur der Hauptschuldner gemeint ist, für den gebürgt wurde oder alle Hauptschuldner, kann ich Dir auf Anhieb, ohne weitere detaillierte Prüfung nicht beantworten).
    • Outbreaker5832
      Outbreaker5832
      Bronze
      Dabei seit: 03.10.2008 Beiträge: 8.339
      Ja das ist auch richtig. Und der Bürge haftet auch, aber trotzdem kann der Vermieter, dass Geld von jedem Mieter einverlangen, da ihr gesamtschuldnerisch haftet.

      Also sagen wir mal dein Mitbewohner1 zahlt nicht. Der Vermieter hat dann 3 Möglichkeiten: Das Geld von Bürgen einzuverlangen, von dir oder Mitbewohner2.

      Wenn er es von dir verlangt, dann kannst du dir wiederrum das Geld von Mitbewohner1 oder seinem Bürgen holen.

      Hoffe du hast es verstanden und ich hoffe, ich hab in der Vorlesung aufgepasst.
    • tobbeyy
      tobbeyy
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      Dabei seit: 07.04.2009 Beiträge: 11.220
      Mhhm, dann wäre das ja gar nicht so wild, wenn ich das Geld von dem Bürger wiederholen kann, bist du da sicher?


      @Zodiak: Ne, steht auch nix von selbstschuldnerisch.
    • oOZodiakOo
      oOZodiakOo
      Bronze
      Dabei seit: 06.07.2010 Beiträge: 164
      Original von tobbeyy
      Mhhm, dann wäre das ja gar nicht so wild, wenn ich das Geld von dem Bürger wiederholen kann, bist du da sicher?.
      Das ist definitiv so. Wenn Du als Gesamtschuldner vom Vermieter in Anspruch genommen wirst, hast Du im Innenverhältnis zu Deinen Mitbewohnern einen Regressanspruch; vgl. § 426 Abs. 2 BGB. Gegen die Bürgen Deiner Mitbewohner könntest Du dann ebenfalls vorgehen.
    • Outbreaker5832
      Outbreaker5832
      Bronze
      Dabei seit: 03.10.2008 Beiträge: 8.339
      Original von oOZodiakOo
      Original von tobbeyy
      Mhhm, dann wäre das ja gar nicht so wild, wenn ich das Geld von dem Bürger wiederholen kann, bist du da sicher?.
      Das ist definitiv so. Wenn Du als Gesamtschuldner vom Vermieter in Anspruch genommen wirst, hast Du im Innenverhältnis zu Deinen Mitbewohnern einen Regressanspruch; vgl. § 426 Abs. 2 BGB. Gegen die Bürgen Deiner Mitbewohner könntest Du dann ebenfalls vorgehen.
      Danke fürs ausformulieren ;) Auch wenn Recht nicht meine stärke ist, scheint die Vorlesung doch etwas gebracht zu haben :f_love: :f_love: :f_love:
    • Outbreaker5832
      Outbreaker5832
      Bronze
      Dabei seit: 03.10.2008 Beiträge: 8.339
      Aber nochwas mal weg von der rechtlichen Seite.

      Wenn die Eltern die Bürgschaft unterschrieben haben und tatsächlich einer von euch nicht zahlen kann. Würden die Eltern für das Kind wohl in 99% der Fälle einspringen, sobald man es ihnen erzählt. Die Eltern wollen ja nicht, dass das Kind Probleme bekommt ;)
    • tobbeyy
      tobbeyy
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      Dabei seit: 07.04.2009 Beiträge: 11.220
      Ja dann ist das alles nicht so wild.


      Also nochmal zusammengefasst.


      Wenn Mitbewohner 1 die Miete nicht zahlt, also nur 2/3 der Miete beim Vermieter eingehen, holt sich der Vermieter entweder von
      Mitbewohner 2
      Mitbewohner 3
      oder dem Bürgen von Mitbewohner 1

      die Miete.

      Sollte er sich von Mitbewohner 2 (oder 3)die Miete holen wollen, können die sich das Geld ohne Umstände vom Bürgen von Mitbewohner 1 holen?


      @Outbreaker: Ja, das ist ja selbstverständlich, aber halt auch nur fürs eigenen Kind und nicht für den Mitbewohner von ihm.
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