Geographie: "Das Zuhause als geographischer Raum"

    • RaiserBlade
      RaiserBlade
      Bronze
      Dabei seit: 17.10.2007 Beiträge: 5.759
      So lautet mein potenzielles Thema für eine Seminararbeit.
      Zu diesem Thema gibt es keine, bzw. so gut wie keine Literatur, dennoch
      stand es zur Wahl und es klingt interessant.

      Ich wollte hier einfach mal nachfragen, ob irgendjemand irgendeine Idee hat, die mir weiterhelfen könnte.

      - Am Anfang würde ich "geschichtliches" zum Zuhause erwähnen. Woher der Begriff "Zuhause" eig kommt und was er bedeutet.

      - Ich würde Interviwes mit Leuten in ihrem Zuhause durchführen.
      Hier weiß ich allerdings noch nicht genau was ich Fragen werde.
      Natürlich sowas wie: "Was bedeutet Zuhause für dich"? "Fühlst du dich wohl in deinem Zuhause"?...

      - Das Zuhause = Raum in dem man wohnt und den man gestaltet.
      "Das Aufhalten im Zuhause ist nicht eine beliebige Tätigkeit neben manch anderen, sondern eine Wesensbestimmung des Menschen, die über sein Verhältnis zur Welt im Ganzen entscheidet"(Bollnow).

      Das Ganze bekommt daduch mmn einen ziemlich philosophischen touch. Ich weiß nicht, ob das gut oder schlecht ist, aber es ist ja ein "kulturgeographisches" Seminar.

      Der Mensch würde, so wie ich mir das vorstelle, in dem Mittelpunkt rücken, da das Zuhause den Menschen, der es bewohnt, wiederspiegelt.
      Der Mensch drückt sich durch sein Zuhause und wie er es gestaltet aus.
      Das Zuhause ist quasie "Der Mensch".
      Somit wäre vllt sogar der Mensch "geographischer Raum".
      Das Zuhause ist der Mensch als Raum.
      Somit wäre das Zuhause möglicherweise eine Art Schnittstelle zw. Mensch und Raum...



      Das sind nur bisher nur Gedanken die ich mir dazu gemacht habe.
      Für mich immer noch interessant, aber ich weiß noch nicht so recht , wo ich eig hin möchte.
      Vllt. inspiriert mich ja irgend eine Antwort, Idee oder Meinung hier.
  • 6 Antworten
    • sma01
      sma01
      Bronze
      Dabei seit: 28.01.2006 Beiträge: 336
      Da musst du echt aufpassen, dass du nicht ins Herumschwafeln abrutscht. Finde schon deinen vorletzten Absatz etwas sonderbar (der Mensch ist geographischer Raum?) Außerdem beeinflusst das Zuhause auch den Menschen (Kriegsgebiet, Bauernhof, Heim), vielleicht sogar stärker als umgekehrt. Und was ist mit dem Unterschied Ort, an dem man wohnt, und Zuhause im Sinne von Heimat?

      Bei den Interviews verstehe ich den Sinn noch nicht: was soll dabei am Ende herauskommen? Dass für 95% das Zuhause Rückzugsort ist und sich 73,3% zuhause wohl fühlen, aber 18,9 ganz und gar nicht -- und dann? Ziehst du daraus eine Schlussfolgerung für die Gesellschaft? Also meiner Meinung nach solltest du entweder eine empirische Arbeit mit Befragungen usw. oder eine philosophische schreiben, aber beides vermischt könnte schwierig werden.

      Wie wäre es, wenn du dir zuerst eine These überlegst?
    • thomasSP
      thomasSP
      Bronze
      Dabei seit: 16.09.2006 Beiträge: 982
      muss grade an: " die eigenen vier wände standen im mittelpunt des Lebens" denken.
      war glaube ich in der biedermeierzeit.

      auch interessant; sozialleben und kultur zu hause... wann/in welchem umfang hats das gegeben...
    • cheetah83
      cheetah83
      Bronze
      Dabei seit: 27.02.2007 Beiträge: 2.791
      evtl. hilft dir "bill bryson - eine kurze geschichte der alltäglichen dinge" weiter. ist natürlich nur eine sehr oberflächliche betrachtung, gibt aber einen ersten eindruck über die entwicklung der bedeutung verschiedener räume. ich denke da könntest du gut drauf aufbauen
    • alterego
      alterego
      Bronze
      Dabei seit: 03.07.2006 Beiträge: 4.149
      Mir fällt dazu Martina Löws Raumsoziologie ein.
      Kurze Zusammenfassung im Kommentar: http://funktionkunst.blogsport.de/2009/11/04/raumsoziologie/

      Zuerst solltest du das Thema aber eingrenzen.
      Das Konzept des "Zuhause" zB.
      -im interkulturellen Vergleich
      -in der westlichen Geschichte
      -in der Moderne
      -aus Sicht der XY-Theorie
      etc.

      Das verlangt jeweils ganz andere Literatur.

      Außerdem würde ich nicht versuchen, da noch irgendwelche Interviews reinzuquetschen. Entweder empirisch oder auf Literatur basiert, sonst sprengst du ganz schnell den Rahmen.
      Kann vielleicht später nochwas dazu schreiben, muss jetzt weg.
    • RaiserBlade
      RaiserBlade
      Bronze
      Dabei seit: 17.10.2007 Beiträge: 5.759
      Mit "Zuhause" sind wirklich die eigenen Vier Wände gemeint.
      Egal ob im Kriegsgebiet, in der Wüste oder iwo anders.
      Natürlich hat das Gebiet Einfluß auf das "Zuhause", aber in erster Linie beeinflusst das Gebiet den Menschen und dieser gestaltet seine eingenen Vier Wände. Es zeigt immer Wesenszüge seines Bewohners.


      Mit den Interviews bin ich mir auch noch nicht sicher, aber Interviews und Empirie schließen sich doch nicht aus. Ich würde nicht auf die Straße gehen
      und Leute Interviewn, sondern in deren Zuhause, Foto- und vllt Filmaufnahmen machen und vllt gibts iwelche Gemeinsamkeiten bei introvertierten, extravertierten, glücklichen, nicht so glücklichen.
      Allerdings weiß ich , wie schon gesagt, noch nicht so genau wohin ich möchte.
      Auf jeden Fall würde ich aber gerne zu verschiedenen Leuten nach Hause gehen
      und dieses Zuhause als "geographischen Raum" untersuchen.


      Mögliche These:

      - Der Raum (das Zuhause) ist eine Reflexion seiner Bewohner.
      Im Zuhause drückt sich jeder, bewusst oder unbewusst aus.
      Beispielsweise ein großes Haus, schöner, gepflegter garten, Musikinstrumente, Gemälde, Farben... lassen vllt auf einen erfolgreichen, fleißigen, geselligen und kreativen Menschen schließen.
      Das selbe Haus nur ohne Farben und Instrumente lässt vllt auf einen ebenso erfolgreichen, aber etwas kühleren Menschen schließen.
      Jemand der einfach nur in seinen paar Quadratmetern haust, ohne irgendwelche persönlichen Gegenstände, ohne Konzept, ... ist möglicherweise auch im Leben etwas planlos- und konzeptlos.
      Ginge dann in die Richtung "Zeig mir wie du wohnst, ich sag dir wer du bist".

      Das wäre eine Interessante Sache, allerdings habe ich Bedenken bei der Umsetzung. Hier ginge es ja schon in psychologische Zweige, in die ich mich eig garnicht einarbeiten kann. Müsste ein Interview erstellen und auswerten mit dem ich die Persönlichkeit und das Zuhause vergleichen kann.


      Ich habe das Gefühl, dass so wie ich mir es vorstelle, es wirklich den Rahmen sprengt. Vllt hab ich noch nen Geistesblitz bis zur nächsten Woche.
      Interessant wärs auf jeden Fall.
    • Trebuchet
      Trebuchet
      Bronze
      Dabei seit: 10.01.2007 Beiträge: 1.116
      Naja, mit dem interview müsstest du dich in dieser fachrichtung in die qualitativen methoden begeben. eine qualitative erhebung ist meiner erfahrung nach sehr aufwendig und kompliziert, ich würde mir das daher vorher schon sehr gut überlegen.

      die gemachten ideen bisher sind sicherlich schon sehr gut. ich denke bei zuhause spontan an die wechselwirkung von mensch und raum (was ja auch der kernaspekt der humangeographie darstellt). das zuhause ist ein sehr persönlicher raum, den sich jeder mensch anders aneignet. in diesem bringt er sich selbst dann zur geltung (mittels gestaltung), während der raum den menschen dann wieder repräsentiert.

      dass man dabei etwas ins schwafeln gerät, ist imo in der humangeographie nicht zu vermeiden. ;)

      was du natürlich auch versuchen kannst, ist einen bestimmten aspekt besonders einzubringen. beispielsweise: wie repräsentiert sich religion im zuhause? oder kultur?