Statscheck - NL10 FR BSS

    • Brutha2k
      Brutha2k
      Bronze
      Dabei seit: 12.05.2011 Beiträge: 378
      Tach zusammen,

      auch wenn meine Winnings dafür sprechen, dass ich nicht alles falsch mache: Ich denke, es gibt noch sehr viel an meinem Spiel, was nicht optimal ist... Ich tippe auf:
      - Zu viele Cbets? Bin ich schon dabei, etwas runterzufahren
      - Zu viele 3bet calls? Da bin ich mir selber unsicher. Wurde bei anderen Spielerstats kritisiert, man darf aber nicht vergessen, dass a) ich recht tight spiele, also oftmals tatsächlich keinen völligen Schrott habe und b) viele Spieler komische 3bets machen. Wenn ich 88 aus MP mit 4BB openraise und SB reraised auf 6BB oder son Blödsinn, werde ich das selbstverständlich callen. Und das passiert gar nicht ma so selten...
      Ob ich calle, mach ich jedenfalls nicht einfach nur von meiner Hand abhängig, sondern durchaus von Gegnertype, Stacksize, Position...
      Trotzdem zu viel?

      Preflop:





      Postflop:





      Übrigens: Ich wollte nicht alle Hände nehmen, da sich bei mir als Anfänger die Spielweise doch noch relativ stark von Monat zu Monat ändert und daher die Septemberhände wohl eher das Ganze verfälschen. Dadurch ist die Samplesize natürlich nicht riesig, aber sollte reichen, um halbwegs aussagekräftig zu sein...
      Aber es führt natürlich schon dazu, dass zB mein 3bet-Call-Wert für UTG1 0% ist (0 von 3 mal) und von UTG2 45% (5 von 11 mal), was aber einfach Zufall ist und nicht daran liegt, dass da tatsächlich ein nennenswerter Unterschied besteht...

      Danke schonmal für Anregungen :)

      edit: so, Grafiken jetzt lesbar^^
  • 5 Antworten
    • Brutha2k
      Brutha2k
      Bronze
      Dabei seit: 12.05.2011 Beiträge: 378
      Sticky gelesen und gut ist, damit hätte ich mir 10 min Arbeit sparen können :f_biggrin:
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      :D

      Was auffällt ist, dass dein Positionsspiel suboptimal ist und du nicht den CO und BU richtig manipulierst. (erkennt man daran das du im BU = profitabelste Position am Tisch fast genauso spielst wie im SB = unprofitabelste Position am Tisch)

      Prinzipiell ist das nicht verkehrt im SB viele Hände zu spielen, wenn sich deine Gegner nicht wehren (in Wirklichkeit spielst du nicht viele Hände, aber es geht um das relative Verhältnis von BU:SB RAnge), ABER dann könnte man gleichzeitig anfangen fast anytwo cards im Button zu raisen (auch das wäre übertrieben, aber ich denke so 40% deiner Hände kannst du dort schon openraisen - das Geld in Holdem fliesst immer ZUM Button)

      Das bestätigt sich dann auch im Openraise BU vs SB Wert. Du openraist im SB mehr Hände als im BU.

      Das ganz setzt sich dann auch in deinen 3-Bet Stats fort - anstatt viel IP zu 3betten, bevorzugst du es relativ betrachtet zu deiner 3-Bet Range auf Stealraises zu 3-betten. Auch hier solltest du anfangen dich mehr mit dem BU und CO zu beschäften.

      Dein 3-Bet Fold Wert ist etwas grenzwertig (du spielst tendentiell zuviel weiter) und ich denke hier sollest du knappe Calls mal durchsprechen im HBF zb.


      Dein Flop C/R Wert ist "katastrophal" - du scheinst bei einem C/R eigentlich immer die Nuts oder eine Hand nahe der Nuts zu haben. Gegen Fische ist das okay, aber wie willst du damit gegen Spieler die diese Stats sehen gewinnen? Auch hier ist deine Range wahrscheinlich zu tight.

      Deine Fold to Contibetwerte sind etwas grenzwertig - allerdings ist die Samplesize auch extrem klein und es kann sein, dass du ziemlich viel Glück mit deinen Pocketpairs hattest (ich dene das sind die Hände, die du primär überhaupt callst) und am Flop häufig genug getroffen hast, um dann große Pötte zu spielen.
    • Brutha2k
      Brutha2k
      Bronze
      Dabei seit: 12.05.2011 Beiträge: 378
      Thx Ghost, du bist der Beste :heart:

      Zum 3betten hab ich aber ne Frage:
      Ob ich 3betten kann, hängt ja nicht nur von meiner Hand, sondern auch entscheidend von der Position des Gegners ab, da seine Range ja immer schwächer wird. (88 reicht auf keinen Fall aus, um UTG zu 3betten, aber durchaus für CO - theoretisch).

      Bleiben wir bei den 88ern, das ist so ne typische Hand, die ich am Button callen würde, aber im SB 3betten.

      BU: Ich kann IP spielen und tendenziell hat Villain zB aus MP tatsächlich ne Hand, so dass ich beim Treffen des Sets auch Chancen hab, dass ein nennenswerter Pot zustande kommt.

      SB: Nen Steal auf Setvalue callen mit 88 bringts nich. Erstens muss ich dann OOP spielen und wenn ich treffe, werde ich durch die eher schwache Range von Villain zu selten ausbezahlt. Wär darum ne typische Hand, die ich 3betten würde. Erzeugt viel Foldequity und bei Calls hat Villain auch ne Hand, so dass mein Set eher ausbezahlt wird.

      Naja, und das sind eben die Blätter, die dafür sorgen, dass mein 3bet-Wert in den Blinds höher ist als im CO oder BU...

      Wo hapert meine Logik? :D
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      An der Auswahl der Hände die du für die 3-Bet nehmen willst. 88, T9s, QJs, AJs sind alles Hände, die Implied Odds wollen in den meisten Fällen.

      Deine 3-Bet Strategie sollte von folgenden Faktoren abhängen:

      - Positionen (je besser deine Position ist, desto eher kannst du den Gegner angreifen)

      - der gegnerischen Openraisingrange (je stärker diese Range ist, desto seltener willst du angreifen - d.h. eine MP oder CO Openraisingrange zu 3-betten ist immer sinnvoller als eine UTG Openraisingrange zu 3-betten in vielen Fälle)

      - die gegnerische Konterstrategie

      i) er folded vor allem -> du nimmst weiterhin sehr starke Hände wie (z.b. QQ, AK oder was auch immer du nimmst um Prefop All In zu gehen) und nimmst jetzt Hände dazu, die irgendwie schön aussehen, aber zu schwach sind um zu callen. Z.b. 45s oder 69s oder K2s. Durch die Polarisierung deiner 3-Bet Range hast du immer die beste Hand (QQ+,AK) oder hast wenigstens noch ein bisschen Potential ohne unbedingt total dominiert zu sein.

      Worauf du hier achten musst ist, dass du ein gesundes Verhältnis zwischen Value und Bluffs einhälst -> du willst nicht 10x bluffen und nur einmal value 3-betten, sondern als Ausgangspunkt willst du in einem 1:1 Verhältnis valuebetten:bluffen und je nach Gegner und Situation passt du dieses Verhältnis dann an. (QQ+, AK sind 16 + 18 = 34 Kombinationen, also hast du im Ausgangspunkt 34 Bluffkombos)

      ii) er called vor allem -> in solchen Situationen erweiterst du deine Value 3-Bet Range massiv und hast plötzlich auch so Hände wie AJ, KQ, ATs etc. in der 3-Bet Range, wei die gegnerische Konterstrategie daraus besteht zu callen mit Händen wie QTo.

      Eine gute Faustregel bezüglich der Pocketpairs: Sobald dein Gegner Hände called, die du mit deinem Pocketpair dominierst (z.b. hast du hast 88 und der Gegner called A8 oder eine Hand wie 89s der 65s), dann kannst du auch diese 3-betten.

      iii) er reraist vor allem -> jetzt willst du nur noch eine Range 3-betten, die häufig genug gegen seine All Ins standhalten kann. Da ich z.b. mit KJs nicht Preflop All in gehen möchte, nehme ich eher Hände die dies können. (z.b. ATs+, 77+, KQs oder sowas z.b.)

      Ein guter Einstieg ist es hier übrigens einfach mal in einer Session bewusst einen bestimmten Gegner öfter zu 3-betten (am besten sitzt man direkt neben ihm und hat Position) und schaut sich nach der Session ma ganz genau an wie er reagiert und ob unsere 3-Bet Adapation korrekt war etc.

      QUOTE]Nen Steal auf Setvalue callen mit 88 bringts nich[/QUOTE]

      Das liegt daran, dass du dir keine Gedanken machst wie du Pötte Postflop gewinnst, sondern die ganze Entscheidung auf das Preflopspiel reduzieren willst.

      Überleg mal du 3-bettest 88 und spielst dann deine Standardline "Fold" auf die 4-bet. Leider erkennst du gar nicht, dass du einen Gegner der Kategorie i) oder iii) hast und gegen Gegner i) eine Chance verpasst Postflop Geld zu gewinnen und gegen Gegner iii) zu tight foldest.

      Verpasste Chancen und zu tighte Folds sind große Fehler, auch wenn man das nicht merkt (man verliert schliesslich nicht aktiv Geld gefühlt)
    • Brutha2k
      Brutha2k
      Bronze
      Dabei seit: 12.05.2011 Beiträge: 378
      super Erklärung, thx.
      Werde das mal, wie du vorgeschlagen hast, ganz bewusst testen :)