Personal Story: Die Suche nach der Leidenschaft

    • muehlenzwick
      muehlenzwick
      Bronze
      Dabei seit: 16.01.2011 Beiträge: 227
      Heey,

      Irgendwie würde ich gerne mal eine Diskussion darüber starten, warum manche Leute einfach so viel Sachen immer so schnell wieder aufgeben, bzw. das Neue immer interessanter ist, als das was man eigentlich grade Lernen will.

      Ich selbst habe damit mein ganzes leben irgendwie schon Probleme.

      Hier kommt meine persönliche Story, wer kein Bock hat, die zu lesen, einfach runterscrollen. ;)

      Bei mir persönlich ist es z.B so, dass ich schon mein ganzes Leben eigentlich auf der Suche nach etwas bin was ich zumindest besser als der Durchschnitt kann. Das ging früher mit Fußball los, wo ich wirklich sehr viel Talent für hatte. Ich habe ich glaub mit 5 oder 6 angefangen und dann aber mit ca. 12 aufgehört. Warum? Ich hatte irgendwie keine Lust mehr. Das war zumindest damals meine Begründung. Wie genau der Grund war, kann ich heute nicht mehr sagen, aber was mich an der Sache fasziniert ist:
      Ich glaube es war der einzige Sport, in dem ich nie versucht habe, besser zu sein als andere. Also grundsätzlich schon, (klar, man spielt ja um zu gewinnen), aber ich habe nie irgendwie aktiv versucht, immer an der Tabellenspitze zu sein. Und in genau diesem Sport war ich sehr erfolgreich (obv mit meiner Mannschaft). Und wenn ich mich recht entsinne, habe ich kurz bevor ich aufgehört hab Fußball zu spielen auch Interesse an Tabellenpositionen und so n Kram. Ich hab irgendwie den Verdacht, dass das meine Leidenschaft für Fußball gekillt hat.

      Ich habe danach viele andere Sachen ausprobiert, unter anderem Jiu-Jitsu (Selbstverteidigung, ähnlich Judo). Da war ich dann auch recht erfolgreich, war innerhalb weniger Monate genauso gut wie andere, die das seit 1-2 Jahren gemacht haben. Doch dann, nach ca. 2 Jahren hatte ich auch dazu keine Lust mehr.

      In meiner Jugend war ich der typische Online Zocker. Hab mit 13 oder 14 angefangen Call of Duty zu zocken ( :heart: :heart: :heart:) . Habe dann nach ewiger Zeit auch recht weit oben in der Competition gezockt. Das ganze hat sich eigentlich erst verabschiedet, als ich meine Ausbildung angefangen habe, weil keine Zeit mehr.

      Relativ zeitgleich habe ich dann auch mit Skateboarden angefangen und auch zeitgleich wieder aufgehört (jedenfalls regelmäßig). Fahre zwischendurch immer noch, aber früher war es halt 6x die Woche und heutzutage ist es nur noch 1x im Monat höchstens (im sommer vielleicht noch n bisschen mehr). Skateboarden war glaub ich auch eine der Sportarten, für die ich die meiste Leidenschaft hatte. Wie gesagt, wir waren 6-7 Tage die Woche skateboarden. Schule aus, und ab zum boarden. Ich glaube das ich damals auch daran so viel Spass daran gehabt habe, weil es zu ungezwungen war. Man musste sich nicht an irgendwelche Regeln halten oder hatte jemanden, der dir gesagt hat, was du jetzt zu tun hast. Das war das geilste daran. Und die "Community". Ich habe dort einfach Freunde fürs Leben gefunden. Ich glaube das war auch ein Punkt, warum ich das so lange gemacht hab.

      Mit ca. 17 oder so habe ich auch noch angefangen Gitarre zu spielen. Das wollte ich schon ewig und nachdem sich n Kollege vom Skaten auch eine gekauft hat, haben wir dann regelmäßig zusammen gespielt. Ohne ihn, hätte ich wahrscheinlich recht schnell wieder aufgehört. Er hat mich oft dazu motiviert weiter zu spielen. Bin/war allerdings nie sehr gut darin. Ich kann halt so Standardlieder spielen. Alle möglichen Akkorde inkl. Barre Akkorde und habs halt solide drauf, aber bin nie wirklich gut geworden. Regt mich auch total auf, weil ichs eigentlich soooo gerne richtig können würde und jedesmal wenn ich auf Youtube mir ansehe wie Igor Presyakov mit seine Gitarre alleine quasi eine ganze Band spielt, krieg ich fast n Orgasmus. Aber wenn ich dann versuche (auch nur etwas einfaches) zu lernen, bin ich schnell frustriert, wenn es nicht funktioniert.

      Poker ist so ein Ding, was ich vor ca. 1 Jahre angefangen habe. Das ganze kam eher zufällig und ist witzigerweise etwas, dass ich frühe gehasst habe. Als damals dieser Poker-boom kam, saßen alle meine Kollegen immer irgendwo und haben gepokert. Und ich hatte da nie Bock zu. Und jetzt bin ich der größte Poker-Nerd von allen. Weis auch nich woher dieser Umschwung kam, ... obwohl, wenn ich mal so überlege, lag es glaub ich daran, dass ich mitbekommen habe, dass man damit Geld verdienen kann.
      Kollege hat mir halt erzählt, dass man hier free 50$ dollar bekommt und daraufhin war ich Feuer und Flamme dafür. Komischerweise bleibe ich immernoch bei der Sache, obwohl ich bis auf ca. 1,5k live-cashes beim cashgame, (die ich mitlerweile wieder verbraten hab :D ), noch nie was gerissen hab. Is glaub ich dieser irre Suchtfaktor, aufgrund der Glücksspielkomponente.

      Weiterhin habe ich zwischendurch noch gefühlt 1000 andere Sachen ausprobiert, die mir jetzt alle gar nicht mehr einfallen.



      Mich würde interessieren, ob ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt oder ob ihr zu diesen Leuten gehört, die schon immer wussten, was sie machen wollten und da schon seit Ewigkeiten dabei sind und sowas.
      Interessant ist auch die Frage, ob man in den Sachen erfolgreich sein muss, um langfristig dabei zu bleiben.
      Oder ob man halt eher dabei bleibt, wenn man dafür wirklich n Talent hat.

      Vielleicht habt ihr ja auch Ideen, wie man länger bei der Sache bleibt oder was für Vorraussetzungen dafür nötig sind.

      grüße, mühlenzwick. :)
  • 7 Antworten
    • Duo41
      Duo41
      Bronze
      Dabei seit: 01.11.2010 Beiträge: 2.863
      Is glaub ich dieser irre Suchtfaktor, aufgrund der Glücksspielkomponente.


      Wenn das bei dir wirklich der Fall ist, solltest du dir Sorgen machen.

      Gruß
    • derf0s
      derf0s
      Bronze
      Dabei seit: 08.11.2008 Beiträge: 14.898
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    • NYCityboy
      NYCityboy
      Bronze
      Dabei seit: 31.01.2011 Beiträge: 3.587
      Original von Duo41
      Is glaub ich dieser irre Suchtfaktor, aufgrund der Glücksspielkomponente.


      Wenn das bei dir wirklich der Fall ist, solltest du dir Sorgen machen.

      Gruß
      Finde das nicht....sofern er nicht Geld verbrät, das er nicht besitzt oder sich in andere Schwierigkeiten begibt, um spielen zu können, ist das ein völlig normales Hobby. Hier leben doch andere in viel größerer Abhängigkeit vom Pokern weil sie damit ihren Lebensunterhalt verdienen, da fällt doch sowas wie bei ihm gar nicht auf.

      Jedenfalls finde ich das sehr interessant...mir geht es ähnlich wie dir, ich habe schon soviele Dinge angefangen und wieder aufgegeben und teilweise weiß ich bis heute nicht warum. In manchen Dingen war ich gut, in anderen schlechter, aber irgendwann hat einfach der Reiz nachgelassen. Ich schätze, verschiedene Faktoren müssen einfach aufeinander treffen damit man etwas auch wirklich durchzieht. Ich bin jetzt kein Psychologe, aber denke das lässt sich gut in intrinsischer (und extrinsischer Motivation abbilden. Schau dir mal den Teil bei Wiki dazu an, das ist echt interessant: http://de.wikipedia.org/wiki/Motivation#Quellen_der_intrinsischen_und_extrinsischen_Motivation

      Dazu würde ich dir auch diesen Artikel empfehlen, zugegebenermaßen etwas lang, aber doch sehr, sehr aufschlussreich: http://zenhabits.net/the-ultimate-guide-to-motivation-how-to-achieve-any-goal/

      Ich habe mir für das Jahr einige Dinge vorgenommen und versuche, nach diesem Muster vorzugehen. Ich hoffe, ich schaff das dann auch :)

      Viele Grüße
    • NiceToMeetYou
      NiceToMeetYou
      Bronze
      Dabei seit: 01.07.2007 Beiträge: 5.833
      Bei mir ist es auch so, dass ich öfter mal was anfange und vieles nicht zuende bringe. Ich glaub eher, dass es verschiedene Typen gibt, die Spezialisten und die Allrounder. Spezialisten hängen sich in eine Sache intensiv rein, Allrounder interessieren sich immer wieder für was neues. Beide Typen sind für die Gesellschaft wichtig.

      Hast du denn, wenn du aufgehört hast etwas zu machen, direkt was anderes angefangen? So ist es bei mir oft, ich finde einfach etwas, was mich mehr interessiert, also hör ich mit dem alten auf und fang was neues an. Mich hat das auch lange gestört aber inzwischen seh ich das nicht mehr so negativ, dafür kann ich halt vieles einigermaßen gut bzw. weiß über vieles einigermaßen bescheid, bin aber in nichts spezialisiert. Ist doch toll wenn man vielseitig ist, alles perfekt können geht halt nicht ;)

      Vielleicht ist es auch, weil man sich in eine Sache anfangs sehr reinsteigert (wie du auch schreibst, 6x/Woche und so), aber eben eigentlich nicht so der Spezialisierungs-Typ ist, dann hat man es halt nach einer Weile einfach über und braucht was anderes. Ein Ansatz wäre also vielleicht, es bei etwas neuem nicht gleich so sehr zu übertreiben, um sich die Freude daran zu erhalten.
    • michimanni
      michimanni
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 65.192
      Hallo muehlenzwick,

      ich habe deinen Thread mal in das dafür vorgesehene Forum verschoben :)

      Ich sehe die Sache so: Man bleibt langfristig an einer Sache nur dann dran, wenn man a) eine gewisse Leidenschaft und b) einen gewissen Erfolg hat.
      Ich kenne z.B. einige ehemalige Pokerspieler, für die pokern früher extrem profitabel war und es heute nicht nicht mehr ist. Wer Poker aus Leidenschaft spielt, macht weiter und wird bemüht sein sich zu verbessern. Wer Poker lediglich spielt um damit monetären Erfolg zu genießen, der wird an der Stelle aufhören, wo besagter Erfolg nicht mehr vorhanden ist.
      So oder ähnlich verhält es sich meiner Erfahrung nach meistens, wobei Leidenschaft und Erfolg natürlich äußerst subjektive Größen sind.

      Ich wünsche dir, muehlenzwick, auf jeden Fall ein gewisses Durchhaltevermögen und vor allem, dass du das im Leben findest, was es dir wert ist, von dir nicht aufgegeben zu werden :)


      Gruß,
      michimanni
    • NYCityboy
      NYCityboy
      Bronze
      Dabei seit: 31.01.2011 Beiträge: 3.587
      Sorry, aber ich finde nicht dass der Thread in diese Subkategorie gehört...es hat ja nichts mit Poker zu tun oder Gegnersychologie zu tun... vor allem schaut hier doch eh kaum einer rein weshalb eine Diskussion hier kaum entstehen wird. Ich finde das Thema echt interessant und vielleicht haben ja andere gute Tipps, aber die Halbwertszeit von diesem Thread wird wohl aufgrund der geringen Aktivität von Usern in einigen Tagen erreicht sein.
    • muehlenzwick
      muehlenzwick
      Bronze
      Dabei seit: 16.01.2011 Beiträge: 227
      @Duo41:

      Hm, ich glaube du überschätzt diese Aussage ein wenig und bist dir wahrscheinlich nicht bewusst, dass 99,9% der Leute hier diesem Suchtfaktor mehr oder weniger passiv ausgesetzt sind.

      Aber das ist hier nicht das thema. Habe mir allerdings nochmal etwas zu Spielsucht durchgelesen und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich nicht spielsüchtig bin. (wobei das natürlich jeder spielsüchtige sagt^^).

      @derf0s:

      keine Ahnung, was du mir damit sagen willst. Vielleicht das gleiche wie Duo41? dann siehe oben.^^

      @NYCityboy:

      Das mit der intrinsischen und extrinschen Motivation hab ich auch schon mal gelesen. Sehe das Prinzip auch als realistisch an, also kann mir gut vorstellen, dass es wirklich so ist.
      Kann mich aber bei den Sachen irgendwie nur schwer einordnen.

      Beim Pokern würd ich schon sagen, dass es bisher größtenteils eine extrinsische, in meinem Fall monetäre Motivation (yeaaaaah, damit kann man moneeeyyys verdienen!) ist.

      Ich spiele auch so gerne Poker, bisher ist das bei mir wohl glaub ich dadurch zurückgerückt, weil ich sehr davon geblendet war, möglichst schnell Kohle zu verdienen damit. (Was obv nicht geklappt hat)

      Mitlerweile versuche ich das ganze lockerer zu sehen, einfach ein bisschen zu spielen, mich nicht zu sehr um Limits und Hourly zu scheren und das ganze mehr als ein Hobby zu sehen und dabei mein Spiel zu verbessern.

      Hab für diese Erkenntnis leider so ziemlich genau ein Jahr gebraucht. Aber besser spät als nie.

      @NiceToMeetYou:

      Kann ich mich gar nich so genau mehr dran erinnern, ob ich direkt immer was neues angefangen habe. Wahrscheinlich wars mal so, mal so.

      Das mit dem Reinsteigern ist glaub ich echt so ne Sache, die ganz schön wichtig ist. Ich hab auch immer das Gefühl gehabt, dass bei mir die Motivationskurve zu steil anläuft und dann seeehr abflacht, wenn sich der gewünschte Erfolg, gepaart bei zu hohen Erwartungen nicht so schnell einstellt, wie ich das möchte. Und das funktioniert bei meinen Erwartungen an mich dann halt nie.

      Sehr hilfreich ist da übringens der 2. Link von NYCityboy. Da gehts auch darum, dass man mit etwas erst verspätet startet, obwohl man es eigentlich schon jetzt möchte und dann auch nur ganz kurz das macht.

      @michimanni:

      Ja wahrscheinlich ist es das sogar. Diese 2 Dinge braucht man wohl. Ob es sich wirklich nur darauf reduzieren lässt, ist die Frage.

      Danke für deine motivierenden Worte :)

      @NYCityboy nochmal:

      Naja, die Frequenz mit der ein Forum besucht wird, kann halt nicht als Kriterium dafür dienen, wo ein Thread gepostet wird.


      Grüße,
      mühle