Gegnern hand-ranges geben

    • AgentCitrus
      AgentCitrus
      Bronze
      Dabei seit: 04.01.2012 Beiträge: 61
      Habe jetzt etwas über 20000 Hände FL gespielt ausschließlich auf 2/4 und 5/10c und will jetzt damit anfangen meinen Gegnern hand-ranges zu geben, da ich mich häufig dabei beobachte call-downs zu machen, obwohl ich am Showdown deutlich die beste Hand habe.

      Dazu meine Frage wie sieht das praktisch umgesetzt aus ?
      Von den 20000+ Händen habe ich nur etwa 8000 im Elephant, da ich vorher ne andere Trial-Version hatte.

      Ab wie vielen gegnerischen Händen machen Ranges Sinn (500?/1000?).

      Praktisch will ich das Ganze so umsetzen das ich die bekannten Hände der Gegner der jeweiligen Position zuordne und somit dann ja die Range für die entsprechende Position habe.
      Dabei sind dann natürlich die Aktionen der anderen Spieler am Tisch nicht berücksichtigt (viele Limper davor/raise mit mehreren Coldcallern etc.). Ist meine Umsetzung deswegen zu einfach gedacht, obwohl das schon nen Haufen Arbeit ist ???

      Berücksichtige ich das Tischverhalten habe ich aber für jeden Fall wahrscheinlich nur ne extrem geringe Anzahl an Händen, was die Aussagekraft der hand-range nicht gerade hoch erscheinen lässt.

      Freue mich über hilfreiche Ratschläge, Tools die die Arbeit reduzieren können oder Verweise hier im Forum falls ich doch nicht der erste sein sollte der da Fragebedarf hat.

      Danke schon mal im Voraus.
  • 4 Antworten
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.516
      Gegnerische Ranges gut einschätzen zu können ist die hohe Kunst im Poker. Damit kannst du dich in deiner ganzen restlichen Pokerkarriere beschäftigen. Das Prinzip klingt ganz einfach: du versuchst, dem Gegner eine preflop Range zu geben und engst die dann auf Grund der gegnerischen ab dem Flop weiter ein. Die Umsetzung ist aber nicht ganz so einfach.

      Dir helfen dabei die Statistiken und Reads über das gegnerische Spiel. Reads sind wertvoller, weil sie spezifischer sind und weil man mit ihnen schneller zu guten Einschätzungen kommen kann als mit Statistiken. Die meisten Statistiken werden erst nach mehreren 100 Händen zuverlässig. Auch dann geben sie oft nur ungefähre Anhaltspunkte. Dein Ziel ist, herauszufinden, welche Linien der Gegner mit welchen Händen spielt. Dabei hilft dir der Vergleich mit den Standardlinien. Die zeigen, welche Linien für welche Hände profitabel sind. Viele Gegner werden daher diese Linien in ihr Spiel integrieren. Unterschiede fallen dir bei Showdowns und im Lauf der Zeit über die Statistiken auf.

      Mit dem Sammeln von Reads kannst du schon mit der ersten gespielten Hand des Gegners anfangen. Du kannst das Spiel der Gegner beobachten, auch wenn du gerade nicht in der Hand bist und früher oder später wirst du Showdowns sehen. Siehst du Abweichungen von den Standardlinien, notierst du sie dir. Je öfter der Gegner eine bestimmte Linie mit der gleichen Art von Hand spielt, desto zuverlässiger wird der Read.

      Eine Einführung bieten die die Handreading-Strategieartikel in der Silber- und Goldsektion.

      Eine andere Möglichkeit, das Einschätzen von Ranges zu üben besteht in der Teilnahme in den Handbewertungsforen. Du kannst selbst Analysen erstellen und die mit den Analysen der anderen Poster und des Handbewerters vergleichen. Du findest dabei Erklärungen, wie die anderen vorgehen und wie sie auf ihre Ranges kommen.
    • Magic85
      Magic85
      Bronze
      Dabei seit: 14.04.2006 Beiträge: 1.276
      Mir hat damals (2008), als ich noch sehr viel mehr gepokert habe, Pokerstove oder jetzt Equilab sehr weitergeholfen.
      Im Elelphant HUD hast du ja meist eine Prozentzahl zu stehen und diese kannst du ja dann einfach im Equilab eingeben und erhälst dann die Range. Das diese Range nicht 100%ig richtig ist sollte dir klar sein, aber du hast dann in etwa eine Vorstellung darüber was ein PFR-Wert von 6% bedeutet.
      Je mehr man damit arbeitet oder übt, desto klarer werden dir die Ranges und am Flop bzw. Turn grenzt man diese dann immer weiter ein, wie cjheigl, schon sagte.
    • AgentCitrus
      AgentCitrus
      Bronze
      Dabei seit: 04.01.2012 Beiträge: 61
      Danke euch beiden für die guten Antworten.

      @cjheigl
      Reads habe ich bisher hauptsächlich an den Tischen genutzt, da bei den niedrigeren Limits die Wahrscheinlichkeit den Showdown zu sehen recht groß ist, auch wenn man selber ausgestiegen ist.
      Wobei die meisten Gegner aber noch nie was von Standard-Linies gehört haben und die Reads sich somit eher darauf beschränken ob jemand Draws aggressiv oder nicht spielt, wie hohe Flopaction zu bewerten ist oder ob beispielsweise Aces gelimpt werden.
      Auch die Information mit welchen Händen der Gegner raised gibt mir zumindest die Information ob der Gegner jemals ein Starthand-Chart angesehen hat.

      Ich dachte nur das die Reads allein nicht ausreichen könnten und hatte mich deshalb entschlossen Ranges zu erstellen. Wenn du aber sagst, dass die Reads im Prinzip wertvoller sind werde ich mich mehr darauf konzentrieren und versuchen mehr Infos zu sammeln. Ranges hebe ich mir dann für "denkende" Gegner auf.

      @Magic85
      Danke für den Tipp mit Equilab und Pokerstove, da ich bis jetzt mit der prozentualen Preflop-Range der Gegner aus dem Elephant nicht viel anfangen konnte, das ist auf jeden Fall eine große Hilfe.
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.516
      Die Reads helfen dir, Ranges für die Gegner zu finden. Wenn du weisst, dass ein Spieler Draws aggressiv spielt, dann befinden sich Draws in seiner Range, wenn er bettet oder raist. Made Hände vermutlich auch. Dann schaut man sich das Board an und die Prefloprange und schliesst daraus, wie häufig er eine made Hand hat und wie oft einen Draw.

      Oder wenn ein Gegner check/call Flop donk Turn spielt und dann immer top Paar oder besser zeigt, dann kennst du seine Range, wenn er den Turn donkt. Es ist ausserdem wahrscheinlich dass er nicht so oft top Paar hat, wenn er nicht donkt.

      Auf diese Weise kommt man mit Reads zu Ranges bzw. kann man die Ranges verfeinern, die sich aus den Statistiken ergeben.