Mühsam ernährt sich das Eichhorn ...

    • cincinpif
      cincinpif
      Bronze
      Dabei seit: 01.07.2005 Beiträge: 76
      Hi zusammen,

      ich muß mich auch mal wieder richtig ausheulen. Im Moment ist mir wirklich danach. ;(
      Spiele jetzt seit ca. einen halben Jahr Poker und habe es in dieser Zeit immerhin geschafft mit einen Starteinsatz von 100 $ (habe direkt bei PP angefangen und PS umgangen) eine Bankroll von knapp 1000 $ (zu mindestens bis vor ein paar Tagen -> Limit 1/2 Stand Sonntag 986 $, stand nach vier Tagen üblem Downswing 697 $, also rund 150 BB den Bach runter) zu erspielen.

      In dieser Zeit habe ich schon ein paar üble Downswings erlebt, seit Sonntag quält mich wieder einer ganz übel.
      Ich erkenne mittlerweilen recht schnell, das sich ein solcher eingestellt hat; die Bad Beats häufen sich (Flushs verlieren öfter als üblich gegen Full House, Straßen gegen Flushs usw.), die Overcards treffen am Flop kaum noch und und man sieht es ja auch in den Statistiken (Poker Office) daß das Glück einen zur Zeit verlassen hat.

      Das wäre ja auch alles nicht so schlimm, da der Erfolg ja langfristig ausgelegt ist, aber trotzdem ist es zum Haare raufen, ich war gerade dabei mit die Bankroll für ein höheres Limit zu erspielen. Ich konnte die Ziellinie schon sehen und Peng -> ein übler Downswing. :( (heul)

      Das schlimme ist, das man da einfach nichts machen kann, in dieser Phase verliert man auf jeden Fall (auch wenn man sich auf den Kopf stellt), die Kunst ist es in diesre Zeit möglichst wenig zu verlieren.
      Was aber gar nicht so einfach ist, weil so manch einer irgend wann anfängt zu Tilten und dadurch mehr Geld verliert als es normalerweise der Fall gewesen wäre, wenn man diszipliniert seinen Stiefel heruntergespielt hätte.

      Das schlimme ist, (mir gehts auf jeden Fall so) das ich in den Downswings, die sich ja meistens nur ein paar Tage hinziehen, soviel Geld verliere wie ich vorher in einigen Wochen zusammengespielt habe.

      Das ist es was Downswings so frustrierend macht. Langfristig kommt man zwar weiter, aber kurzfristig erlebt man immer wieder herbe Rückschläge, die das Vorwärtskommen erheblich mühselig machen und einem den Arbeitsertrag eines deutlich längeren Zeitraums berauben.

      Ich verliere in Downswings meistens mehr als nötig (das sehe ich wenn ich die Spiele in denen ich verliere noch mal nachspiele), da ich ab einem bestimmten Punkt ungeduldig werde und heißlaufe; ich schätze das geht dem ein oder anderen auch so. Da werden dann Karten am Flop gespielt, die ich sonst folde oder sich auf Raise-Wars eingelassen weil ich nicht zum zigten mal hintereinander meine Premiumscards wegschmeissen will, obwohl ich weiß das ich auf verlorenem Posten stehe. Diese Verhalten ist zwar menschlich und nachzuvollziehen, kostet aber eine Menge Kies.

      Man muß genauso diszipliniert (leichter gesagt als getan) weiterspielen wie sonst auch, aber das fällt im Abschwung einfach schwer, ich kann da ein Lied von singen.
      Da ist mein mittlerweilen fünfter längerere Downswing, aber einer der bisher ärgerlichsten, weil ich kurz vor einem Limitwechsel stand.

      Also liebe Poker-Freunde ich leide mit jedem mit, der sich zur Zeit in einem solchen befindet und hoffe das ich auch ein wenig Anteilnahme bekomme.

      Laßt die Köpfe nicht hängen.

      Gruß

      Cincinatti Piff
  • 1 Antwort
    • cincinpif
      cincinpif
      Bronze
      Dabei seit: 01.07.2005 Beiträge: 76
      Fairerweise muß ich natürlich zugeben, das ich auch schon an manchem Abenden mehr als 50 BB Gewinn gemacht habe. Solche Ereignisse verdrängt man natürlich schnell und schreibt es dem eigenen Können zugute, obwohl man natürlich gehäuft gute Pocketcards bekommen hat und überdurchschnittlich oft am Flop was traff.
      In solchen Phasen spielt es sich natürlich einfach, man muß nur schauen das man möglichst viel Ertrag, aus diesem glücklichen Umstand, herausholt.

      Aber so arbeitet das menschliche Gehirn wohl, Selbstverständliches wird verdrängt und das was einen emotional am meisten mitnimmt, behält man im Gedächtnis.

      Was einen erfolglosen von einem erfolgreichen Pokerspieler umterscheidet, ist meiner Meinung nach, der Umgang mit den negativen (egal ob lang oder kurz)
      Phasen.

      Man gewinnt ja nur selten Pots (im Vergleich zu den insgesamt gespielten Händen), die Kunst ist es also, möglichst wenig zu verlieren.
      Einen erfolgreichen Pokerspieler zeichnet also die Fähigkeit aus, seine Hand jederzeit ohne Schwierigkeiten wegschmeissen zu können, wenn die Situation es erfordert und das ist wirklich schwierig zu lernen und ein sehr langwieriger Prozess. Wer schmeißt schon gerne seine American Airlines (AA) am Flop weg? Ein gewinnorientierter Spieler muß das ohne mit der Wimper zu zucken können, wenn die Situation es erfordert.

      Gruß

      CinCinPif