Conti-Bet-Counter

    • BelArk
      BelArk
      Bronze
      Dabei seit: 13.08.2006 Beiträge: 47
      Hey, hab mal ne Frage zur Contibet als Bluff.
      Bei den Strategie-Artikeln wird erklärt, dass man ne Contibet auslassen sollte, wenn das Board nichtssagend und drawlastig ist. Wenn bei einem Board, an dem also gar nichts repräsentiert werden kann, sollte eine Contibet ein Fehler sein.

      Nun mal folgendes Beispiel:



      ----------
      NL2
      Hero (2$) 55 CU
      Villain (2$) MID

      Villain bets 8 cent
      Hero calls 8cent
      Rest folds.


      Flop
      34s 8off

      Pot 19cent
      Villain raises 16cent
      Hero calls

      Turn
      9off

      Villain checks
      Hero raises Pot
      ------

      Meine Überlegung dabei ist einfach, dass in mehr Fällen Highcards gespielt werden als Paare. Hier wäre sone 0815 Contibet vom Gegner, wobei nichts repräsentiert werden kann und ich als Limper tendenziell eher drawlastige Hände spiele (oder zumindest das eher dem Image entspricht). Klar steh ich in soner Situation gegen Overpairs ziemlich blöd da, aber lohnt es sich sonst, oder hab ich einen Denkfehler?
  • 6 Antworten
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Ist korrekt, du musst nur aufpassen das du nicht "ohne irgendwas bluffst". Wenn du anfängst Boards anzugreifen auf denen der Gegner nicht viel hat und zuoft bluffst, dann wird er dagegen anspielen (zumindest theoretisch) und auch für den Fall das du gegen Made Hands spielst brauchst du Potequity.

      So ist es z.b. sinnvoller mit KQs mit der suit der 8off am Flop zu C/Raisen als mit KQo. Wichtig bei solchen Spielzügen ist, dass du erkennst wann es genug ist -> es bringt z.b. wenig einen Multibarrelbluff durchzuprügeln, wenn dann am Turn der Flushdraw liegt, aber dein Gegner seine Overpairs zu selten wegwirft und du zuwenig Foldequity hast. Kompliziertere Multibarrelbluffs funktionieren besser gegen Gegner, die Handreading beherrschen und nicht vor allem ihre Hände stumpf runterspielen.
    • laurasstern8
      laurasstern8
      Bronze
      Dabei seit: 06.01.2011 Beiträge: 1.047
      Die Überlegungen sind alle gut, aber vergiss das auf NL2, vergiss es ! :D

      Da denken 99% der Leute nicht über deine Hand nach, sondern spielen nur ihre eigene. Da funktionieren Bluffs fast nie.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Original von laurasstern8
      Die Überlegungen sind alle gut, aber vergiss das auf NL2, vergiss es ! :D

      Da denken 99% der Leute nicht über deine Hand nach, sondern spielen nur ihre eigene. Da funktionieren Bluffs fast nie.
      Grade dann funktionieren Bluffs gut auf Boards auf denen deine Gegner nicht so oft was halten ;)
    • BelArk
      BelArk
      Bronze
      Dabei seit: 13.08.2006 Beiträge: 47
      Aber sowas höre ich oft, dass auf meiner aktuellen Blindstufe (also ganz unten - NL2) viele Aktionen einfach nicht drin sind, weil die so schlecht spielen.

      Im Moment rätsel ich da, wie das Spiel dann funktionieren soll.

      Früher ging ich dabei rein vom mathematischen Konzept aus, d.h. bei richtigem Spiel wird sich das Gesetz der großen Zahlen bemerkbar machen.

      Hab dann etwas weiter gelesen in der Theorie und bin nun beim Punkt, dass das erst genannte zwar stimmt, aber durch Selection und Spielerwissen die Gegner festgenagelt werden können, die einem helfen. Und ums auf die Blindstufe zu verlagern - unten sind mehr LAGs und passive Spieler, oben eher TAGs und Maniacs.

      Was meint ihr dazu? Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich dazu neige, die Spieler auf NL2 zu überschätzen. :D
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Du musst dir Poker wie eine Waage vorstellen auf der sich dein Gegengewicht ständig verändert. Es gibt nicht DIE Strategie, um Poker zu schlagen, sondern ein sehr sinnvoller Ansatz ist meiner Meinung nach zu versuchen den Gegner zu verstehen.

      Die Strategie der Anfängersektion funktioniert unter bestimmten Grundannahmen. Ich denke dich wichtigsten sind

      i) das am Tisch mehr als 6 Spieler sitzen
      ii) mind. ein großer Fisch
      iii) deine Gegner relativ passiv sind

      Wenn alle 3 Annahmen erfüllt sind, dann ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass du mit der starren Anfängerstrategie einen Gewinn erwirtschaftest (der nicht der höchstmögliche ist).

      Welche Aktionen "drin" sind und was du dir "erlauben" kannst, hängt davon ab wie dein Gegner auf dich reagiert. Nur weil jemand 50/10 spielst heisst das nicht automatisch das er nicht nachdenkt; nur weil jemand 12/10 spielt heisst das nicht automatisch das er nachdenkt.
      Poker ist ein sehr individuelles Spiel und du musst individuelle Schwachpunkte deiner Gegner finden und Wege entwickeln diese Schwachpunkte anzugreifen - dadurch gewinnst du Geld und nicht durch einen Startinghandchart und drei simple Postflopartikel.

      Es gibt heutzutage immer noch sehr wenige Quellen darüber, wie man Fische eigentlich richtig krass exploitet - d.h. wie man ihnen möglichst effizient möglichst schnell möglichst viel Geld abknöpft. Damit man aber überhaupt in der Lage ist Schwachpunkte im gegnerischen Spiel zu finden und Konterstrategien entwicklen kann, muss man überhaupt erstmal lernen welche Abweichungen vom "Optimum" Angriffspunkte erzeugen.

      In einem ersten Schritt konzentriert man sich darauf, dass man erstmal sein eigenes Spiel zu verstehen lernt und d.h. nicht den SHC auswendig zu können, sondern versteht WARUM man bestimmte Handgruppen überhaupt in welcher Position spielt.

      In einem zweiten Schritt fängt man an Schwachpunkte bei den ganz schwachen Spielern zu suchen. Das sind in der Regel Spieler die zuviele Hände spielen, wenig bluffen und vor allem mit grenzwertigen Händen viel viel zu oft callen. Solche Spieler kannst du von oben bis unten manipulieren, weil du vollkommen von irgendwelchen vorgefertigten Strategien abweichen kannst und immer den Spielzug machen kannst, der den meisten Gewinn verspricht. Du musst gegen einen solchen Spieler nicht das A98r Board mit QJ 2/3 Potsize cbetten, denn dieser Spieler wird auf diesem Flop nicht oft genug folden ->

      22+,A2s+,K2s+,Q2s+,J2s+,T6s+,96s+,86s+,75s+,64s+,54s,43s,A2o+,K8o+,Q8o+,J7o+,T7o+,97o+,87o

      so eine Range, die bei loosen und passiven Spielern sehr wahrscheinlich ist hat auf diesem Board in rund 60% der Fälle etwas getroffen auf dem Board

      +,JTo,J7o,T7o,AhAs,AhAc,AsAc,AhKd,AhKs,AhKc,AsKd,AsKh,AsKc,AcKd,AcKh,AcKs,AhQd,AhQs,AhQc,AsQd,AsQh,AsQc,AcQd,AcQh,AcQs,AhJd,AhJs,AhJc,AsJd,AsJh,AsJc,AcJd,AcJh,AcJs,AhTd,AhTs,AhTc,AsTd,AsTh,AsTc,AcTd,AcTh,AcTs,Ah9d,Ah9s,Ah9c,As9d,As9c,Ac9d,Ac9s,Ah8d,Ah8c,As8d,As8h,As8c,Ac8d,Ac8h,Ah7d,Ah7s,Ah7c,As7d,As7h,As7c,Ac7d,Ac7h,Ac7s,Ah6d,Ah6s,Ah6c,As6d,As6h,As6c,Ac6d,Ac6h,Ac6s,Ah5d,Ah5s,Ah5c,As5d,As5h,As5c,Ac5d,Ac5h,Ac5s,Ah4d,Ah4s,Ah4c,As4d,As4h,As4c,Ac4d,Ac4h,Ac4s,Ah3d,Ah3s,Ah3c,As3d,As3h,As3c,Ac3d,Ac3h,Ac3s,Ah2d,Ah2s,Ah2c,As2d,As2h,As2c,Ac2d,Ac2h,Ac2s,AhKh,AsKs,AcKc,Kd9s,Kd9c,Kh9d,Kh9s,Kh9c,Ks9d,Ks9c,Kc9d,Kc9s,Kd8h,Kd8c,Kh8d,Kh8c,Ks8d,Ks8h,Ks8c,Kc8d,Kc8h,AhQh,AsQs,AcQc,Qd9s,Qd9c,Qh9d,Qh9s,Qh9c,Qs9d,Qs9c,Qc9d,Qc9s,Qd8h,Qd8c,Qh8d,Qh8c,Qs8d,Qs8h,Qs8c,Qc8d,Qc8h,AhJh,AsJs,AcJc,Jd9s,Jd9c,Jh9d,Jh9s,Jh9c,Js9d,Js9c,Jc9d,Jc9s,Jd8h,Jd8c,Jh8d,Jh8c,Js8d,Js8h,Js8c,Jc8d,Jc8h,AhTh,AsTs,AcTc,Td9s,Td9c,Th9d,Th9s,Th9c,Ts9d,Ts9c,Tc9d,Tc9s,Td8h,Td8c,Th8d,Th8c,Ts8d,Ts8h,Ts8c,Tc8d,Tc8h,As9s,Ac9c,Kd9d,Ks9s,Kc9c,Qd9d,Qs9s,Qc9c,Jd9d,Js9s,Jc9c,Td9d,Ts9s,Tc9c,9d9s,9d9c,9s9c,9d8h,9d8c,9s8d,9s8h,9s8c,9c8d,9c8h,9d7h,9d7s,9d7c,9s7d,9s7h,9s7c,9c7d,9c7h,9c7s,Ah8h,Ac8c,Kd8d,Kh8h,Kc8c,Qd8d,Qh8h,Qc8c,Jd8d,Jh8h,Jc8c,Td8d,Th8h,Tc8c,9d8d,9c8c,8d8h,8d8c,8h8c,8d7h,8d7s,8d7c,8h7d,8h7s,8h7c,8c7d,8c7h,8c7s,Ah7h,As7s,Ac7c,9d7d,9s7s,9c7c,8d7d,8h7h,8c7c,Ah6h,As6s,Ac6c,9d6d,9s6s,9c6c,8d6d,8h6h,8c6c,Ah5h,As5s,Ac5c,Ah4h,As4s,Ac4c,Ah3h,As3s,Ac3c,Ah2h,As2s,Ac2c.

      Noch wilder wird es, wenn der Flop einen Flushdraw erlaubt, weil der Gegner dann noch seltener folded.

      Du musst lernen Abstand davon zu nehmen eine "perfekte" Strategie zu finden, sondern deine Strategie an deine Gegner anzupassen.

      Mir ist vollkommen bewusst, dass es schwierig ist auf NL2 sehr genaue Informationen über den Gegner zu bekommen, da der Spielerpool sehr groß ist und man viele Spieler nie wieder sieht und die Mitspieler sehr schnell wechseln. In so einem Fall ist es extrem wichtig, dass du lernst schnelle Kategorisierungen vorzunehmen und sehr schnell anfängst gröbere Leaks anzugreifen. Häufig haben viele Spieler auf deinem Limit die gleichen Leaks (meistens callen sie zuviel und die richtige Adaption dagegen ist weniger zu bluffen, mehr Hände In position gegen sie zu spielen und relativ dünn zu valuebetten)
    • BelArk
      BelArk
      Bronze
      Dabei seit: 13.08.2006 Beiträge: 47
      Cool, vielen Dank für den Input!

      Dies muss ich aber erstmal sacken lassen, um alle Aspekte gut zu begreifen. :D