Verfilmungsvertrag

    • emetic
      emetic
      Bronze
      Dabei seit: 09.10.2007 Beiträge: 1.247
      Hallo,

      ich weiß nicht, inwiefern man da überhaupt allgemein-gültige Aussagen treffen kann und entsprechend weiß ich nicht, wie sinnvoll diese Fragestellung an dieser Stelle hier ist, aber man kanns ja mal versuchen.

      Im Rahmen meines Studiums steht in diesem Semester eine Studioproduktion an. Dafür wollen wir einen bestehenden Comicstrip verfilmen (Stop Motion). Mit dem Zeichner haben wir natürlich bereits Kontakt aufgenommen; der ist auch nicht abgeneigt, mag aber alles rechtliche schriftlich geregelt haben, ehe es grünes Licht gibt - ist ja klar und auch durchaus in unserem Interesse.
      Unsere FH ist an Unfähigkeit kaum zu überbieten und bietet uns bisher keinerlei Hilfe was den Vertrag angeht. Und wir sind etwas... ähm... aufgeschmissen.

      Ich glaube der Comiczeichner könnte schon relativ unkompliziert sein, trotzdem muss man ja alle Eventualitäten abdecken.
      Wichtig wäre eben wann und wo wir es zeigen dürfen. Was mit Filmfestivals ist, eventuellen Preisgeldern, und und und...

      Generell haben wir keinerlei kommerzielle Absichten. Das einzige was wir gerne machen würden, ist die Teilnahme an Filmwettbewerben, das Zeigen innerhalb eines FH-Events und schließlich das Hochladen auf youtube/vimeo/o.Ä.

      Las jetzt allerlei Seiten durch und kam drauf, dass man wohl eine Gewinnbeteiligung aushandeln wird. Was sind denn da realistische Zahlen? 10-15%?

      Oder hat gar jemand nen "Template" für so einen Vertrag?
      Oder einfach generell Ahnung und Lust sich da mal für ein paar Fragen zur Verfügung zu stellen?

      Dankeschön schonmal.
  • 4 Antworten
    • pg89
      pg89
      Bronze
      Dabei seit: 05.04.2008 Beiträge: 6.002
      Für sowas würde ich mir einen anwalt suchen. Solch ein vertrag ist halt für beide seiten nicht ganz ohne und soo teuer wird es jetzt denke ich auch nicht werden.
    • alaris
      alaris
      Bronze
      Dabei seit: 07.09.2006 Beiträge: 9.558
      Ne Rechteabtretung sollte reichen und für das finanzielle sollte man u.U. einen Rückstellungsvertrag machen, obwohl ich nicht davon ausgehe das es überhaupt was für Studentenproduktionen zu holen gibt.. ;)
    • Pokersaft
      Pokersaft
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 02.03.2006 Beiträge: 25.217
      auf jeden Fall ne Klausel reinschreiben, die auch euch etwas honoeriert sollte der Film krass erfolgreich sein.
    • wonm123
      wonm123
      Bronze
      Dabei seit: 12.07.2005 Beiträge: 1.154
      Ist relativ einfach.... solange der Film nicht Megamäßig finanziell erfolgreich wird.

      Einfach in den Vertrag rein, was wichtig ist, worauf jede Seite wert legt, und gut ist. Da braucht man keinen Anwaltlichen Vertrag. (meine Meinung)

      Erst wenns finanziell ein Erfolg wird, sind die Schwierigkeiten da.

      Das von hier zu beurteilen ist sicherlich schwer. Ich hab mein Drehbuch (lang, lang ist es her) als Option nach Ösiland verkauft.
      Hab für die Option 250,-DM (umgrechnet) bekommen und sollte DM X für den Fall der Produktion bekommen.
      Und das könnt auch ihr machen.

      Wer ist Autor, wer zeigt den Film, wo wird der Film gezeigt, gibt es Einschränkungen (z.B. NICHT auf Youtube), wie lange darf der Film von euch öffentlich gezeigt werden, in welchen Ländern, wann ist der fertige Film abzuliefern, wer kann und darf Änderungen am Drehbuch vornehmen, ist eine Namensnennung am Anfang oder am Ende des Films vorgesehen....usw.

      Und dann die Bezahlung.
      Bekommt der Zeichner schon jetzt was, wie hoch ist der Zeichner am finanziellen Erfolg beteiligt, sind spätere Änderung des Film mit der ausgemachten Vergütung abgegolten, wer hält die Rechte nach der Uraufführung für weitere Veröffentlichungen, wer ist Produzent... usw.

      Es ist, wie gesagt relativ einfach, wenns um ein "mach mal" geht. Schwierig wirds, wenn Geld fließen soll.
      Da geht es wirklich darum, wer Produzent ist, heißt, wer zahlt am Anfang.

      In der Regel ist es so, dass Autoren einen festen Betrag bekommen. Alternativ gibt es aber auch die Umsatzbeteiligung.
      Die würde ich als Autor auch annehmen, wenn tatsächlich der Bruttoumsatz als Maßgabe stehen würde.

      Wieviel? Tja...

      Nehmen wir an, der Film wird ein voller, deutscher Erfolg und lockt 6.000.000 Kinobesucher. Bleibt in etwa ein Bruttoumsatz von 50%x6Miox7,5€ Kinokarte von 22.500.000 (wenn ich mich nicht verrechet habe) übrig.
      Davon 0,1% für den Autor macht 22.500€
      Der Rest belibt in der Regel innerhalb der Produktionsfirma. Hinzu kommen noch die Rechte an TV, Internet, eventuell Musik.

      Fazit, wenn kein Geld fließt, kein Geld damit verdient wird, isses egal. Dann müssen nur die ersten von mir genannten Punkte im Vertrag stehen.
      Wenn Geld fließt.... wo und wie viel ist zu erwarten? Und davon einen Teil an den Zeichner. Ist er auch Drehbuchautor, dann noch mal einen Teil. Setzt er sein eigenes Geld ein, noch mal einen Teil.

      Ist viel zum Lesen, ich weis. Ich hab ein Buch mit dem Titel "Filmrecht" (ISBN 978-3-937841-64-9) 3.te Auflage. Davon würd ich mich auch trennen, wenn du Interesse hast.

      Kurze Anmerkung: dies stellt keine Rechtberatung oder so was dar, sondern ist nur meine eigene Meinung dazu. (ordnung muss ja sein)

      Gruß, Sven