Poker Dissertation (Jus/Jura)

    • i3betLight
      i3betLight
      Bronze
      Dabei seit: 05.01.2008 Beiträge: 982
      Liebe ps.de Community,

      Ich bin jetzt Mag. iur. (abgeschlossenes Studium der Rechtswissenschaften), möchte aber gleich jetzt im Anschluss das Doktorat anhängen.

      Ich habe nächsten Dienstag ein Gespräch zur Dissertationsvereinbarung und mein Hauptthemenvorschlag wäre "Rechtliche Aspekte des Online-Poker in Europa". Dazu muss ich jetzt ein Exposé verfassen um die inhaltliche Ausrichtung meiner Arbeit darzulegen.

      Ich habe schon eine ungefähre Struktur im Kopf, würde euch aber bitten mir mitzuteilen, was ihr gerne in so einer Arbeit behandelt haben wollt, da ich vorhabe die Dissertation auch als Buch aufzulegen. Ein paar wichtige Punkte:

      - Steuerliche Aspekte werden, wenn überhaupt, nur am Rande behandelt.
      - Der Hauptaspekt liegt auf einer gesamteuropäischen Betrachtung.
  • 7 Antworten
    • wimmi10
      wimmi10
      Bronze
      Dabei seit: 20.04.2006 Beiträge: 1.542
      Original von i3betLight
      Liebe ps.de Community,

      Ich bin jetzt Mag. iur. (abgeschlossenes Studium der Rechtswissenschaften), möchte aber gleich jetzt im Anschluss das Doktorat anhängen.

      Ich habe nächsten Dienstag ein Gespräch zur Dissertationsvereinbarung und mein Hauptthemenvorschlag wäre "Rechtliche Aspekte des Online-Poker in Europa". Dazu muss ich jetzt ein Exposé verfassen um die inhaltliche Ausrichtung meiner Arbeit darzulegen.

      Ich habe schon eine ungefähre Struktur im Kopf, würde euch aber bitten mir mitzuteilen, was ihr gerne in so einer Arbeit behandelt haben wollt, da ich vorhabe die Dissertation auch als Buch aufzulegen. Ein paar wichtige Punkte:

      - Steuerliche Aspekte werden, wenn überhaupt, nur am Rande behandelt.
      - Der Hauptaspekt liegt auf einer gesamteuropäischen Betrachtung.
      Gratuliere! Aber ist das Thema für eine Diss nicht zu schwammig, da die Rechtssprechung dazu noch zu jung ist, bzw. es keine einheitliche gibt. Hinzu kommt, dass es ein sehr dynamisches Thema ist und es in den nächsten 2 Jahren ev. zu Veränderungen kommt, die einige deiner Thesen noch vor der Verteidigung obsolet machen.

      Aber man könnte ja auch in Richtung Konsensfindung der Rechtssprechung am Beispiel Online-Poker gehen. Jedenfalls würdest dir bei uns etwas zur Begründung der wissenschaftlichen Relevanz einfallen lassen müssen.

      Mich würde interessieren: Die Umsetzung von europäischen Richtlinien und die Geltung der Dienstleistungsfreiheit bzw. Markteintrittsbarrieren in Bezug auf Glücksspielmonopole am Beispiel von Ländern wie Italien bzw. Frankreich.

      Wünsch dir, dass es durchgeht!
    • Lickwick
      Lickwick
      Bronze
      Dabei seit: 26.02.2012 Beiträge: 322
      In einer gesamteuropäischen Betrachtung würde ich (auch) analysieren, welche Länder den Berufs- und semiprofessionellen Spielern den aus ihrer Sicht angenehmsten rechtlichen Rahmen bieten und durchaus auch den Schlenker machen zu betrachten, ob es (deshalb) eine Ausreisebewegung dieser Gruppe gibt - z.B. nach Gibraltar.

      Soziale Folgen der internationalen Rechtsetzung - nicht der Kern, den Du beleuchten möchtest, aber doktorabel. Außerdem willst Du ja wissen, was Du schreiben musst, damit wir hier das Buch kaufen ;)

      Dazu muss natürlich eine Vor-Ort-Recherche erfolgen, bestimmt lassen sich die Chefs von PS von Dir dazu interviewen :f_biggrin:
    • Andi197612
      Andi197612
      Bronze
      Dabei seit: 30.07.2006 Beiträge: 357
      Wo schreibst du deine Diss und bei wem?

      Würde den Themenbereich erweitern auf rechtliche Aspekte des Online Glücksspiels in Europa und dem Bereich Poker, vor allem unter dem Blickwinkel der durchaus noch kontroversiell geführten Einordnung Glückspiel ja/nein, einen größeren Stellenwert in der Diss widmen. Wichtig ist nur, dass du das Thema rechtlich von allen Seiten betrachtest und entsprechende Schlüsse ableitest und nicht vorweg aufgrund deines eigenen Hobbys eine vorgefasste Meinung versuchst unbedingt zu rechtfertigen - diesem Fehler wäre ich beinahe selbst verfallen - im Ergebnis legte ich in meiner Diss einen 180 Grad Schwenk hin zu meiner im Vorfeld bestandenen rechtlichen Meinung.

      und bitte nicht falsch verstehen aber soziale Folgen haben in einer Jura-Diss nichts verloren genauso wenig wie der Hinweis auf Interviews und der gleichen
    • lolyourmama
      lolyourmama
      Bronze
      Dabei seit: 11.07.2009 Beiträge: 4.464
      nice, would read

      auch rechtlich spannendes thema, vor allem da du da noch einiges selber "gestalten kannst"

      kein ref? ;)
    • i3betLight
      i3betLight
      Bronze
      Dabei seit: 05.01.2008 Beiträge: 982
      Original von wimmi10

      Gratuliere! Aber ist das Thema für eine Diss nicht zu schwammig, da die Rechtssprechung dazu noch zu jung ist, bzw. es keine einheitliche gibt. Hinzu kommt, dass es ein sehr dynamisches Thema ist und es in den nächsten 2 Jahren ev. zu Veränderungen kommt, die einige deiner Thesen noch vor der Verteidigung obsolet machen.
      Wenn es nach dem geht dürfte niemand in Steuerrecht dissen :D

      Original von wimmi10

      Aber man könnte ja auch in Richtung Konsensfindung der Rechtssprechung am Beispiel Online-Poker gehen. Jedenfalls würdest dir bei uns etwas zur Begründung der wissenschaftlichen Relevanz einfallen lassen müssen.

      Mich würde interessieren: Die Umsetzung von europäischen Richtlinien und die Geltung der Dienstleistungsfreiheit bzw. Markteintrittsbarrieren in Bezug auf Glücksspielmonopole am Beispiel von Ländern wie Italien bzw. Frankreich.
      Das wird natürlich alles erwähnt, einfach als Ableitung des gesamten Glücksspielmarktes hin zu einem spezifischen Teil desselben (argumentum a maiori ad minus). Wobei man erwähnen muss, dass es in diesem Bereich ja schon sehr gute Literatur gibt.

      Original von Lickwick

      In einer gesamteuropäischen Betrachtung würde ich (auch) analysieren, welche Länder den Berufs- und semiprofessionellen Spielern den aus ihrer Sicht angenehmsten rechtlichen Rahmen bieten und durchaus auch den Schlenker machen zu betrachten, ob es (deshalb) eine Ausreisebewegung dieser Gruppe gibt - z.B. nach Gibraltar.
      Offshore-Lizenzen werden natürlich erwähnt, das ist dem Thema, will man realitätsnah bleiben, wohl immanent. Jedoch eher aus Anbieter- als aus Spielersicht, da der "rechtliche Rahmen", wie du so schön sagst in vielen europäischen Staaten vom jeweiligen Einkommenssteuergesetz abhängt, deren Behandlung wohl über das Ziel hinaus schießen würde. Das heißt natürlich nicht, dass es nicht Erwähnung finden kann, jedoch darf man sich keine Steuerbibel erwarten, maßgeschneidert für professionelle Pokerspieler, auch wenn dies vll. eine Marktlücke darstellt ;)

      Original von Lickwick

      Dazu muss natürlich eine Vor-Ort-Recherche erfolgen, bestimmt lassen sich die Chefs von PS von Dir dazu interviewen :f_biggrin:
      Ich habe mir tatsächlich überlegt bei ps.de in Gibraltar vll. mal ein Monat zu arbeiten. Genaueres wird sich ab Ostern bzw Sommer zeigen. Ich hätte auch die Möglichkeit bei bwin/party anzufangen, aber wie gesagt, mal sehen, was das nächste Jahr so bringt.

      Original von Andi197612

      Wo schreibst du deine Diss und bei wem?
      Prof. Zankl an der Uni-Wien wenns gut läuft.

      Original von Andi197612

      Würde den Themenbereich erweitern auf rechtliche Aspekte des Online Glücksspiels in Europa und dem Bereich Poker, vor allem unter dem Blickwinkel der durchaus noch kontroversiell geführten Einordnung Glückspiel ja/nein, einen größeren Stellenwert in der Diss widmen. Wichtig ist nur, dass du das Thema rechtlich von allen Seiten betrachtest und entsprechende Schlüsse ableitest und nicht vorweg aufgrund deines eigenen Hobbys eine vorgefasste Meinung versuchst unbedingt zu rechtfertigen - diesem Fehler wäre ich beinahe selbst verfallen - im Ergebnis legte ich in meiner Diss einen 180 Grad Schwenk hin zu meiner im Vorfeld bestandenen rechtlichen Meinung.
      Naja, ich denke doch, dass mein Thema weit genug ist. Wenn ich es wirklich auf Online-Glücksspeil erweitern würde, so müsste ich wohl Abstriche bei der Tiefe der Materie machen, was mir widerstrebt. Wie/Wo/Wann hast du gedisst, wenn man fragen darf?

      =====================================================

      Ich hatte mein Gespräch letzten Dienstag und der Prof meinte "zu 99%" würde er meine Dissertationsbetreuung übernehmen. Also sieht es schonmal ganz gut aus, eine fixe Zusage soll ich dann so um Ostern herum bekommen. Dann wird man weitersehen. Im Mai arbeite ich in einer großen WiKa, den Sommer bin ich auf Reisen und danach wird man sich etwas überlegen müssen (ps.de, bwin/party, WiKa, etc.) Hier ein Exzerpt meines Exposés:

      1. Geschichtliche Entwicklung
      Der weite Weg von staatlichen Monopolen, hin zu einem liberaleren Glücksspielmarkt und den ersten Online-Casinos.

      2. Europarechtliche Grundsätze
      Die Qualifizierung des Glücksspiels als Korrespondenz-Dienstleistung und damit zusammenhängende europarechtliche Vorgaben.

      3. Soll/Ist-Zustand auf nationaler Ebene
      → Österreich: win2day.at
      → Deutschland: Glücksspielvertrag der Bundesländer
      → Frankreich/Italien: Abschottung durch Lizensierung
      → Belgien: Lizensierung ohne Abschottung
      → …

      4. Der Einfluss von Offshore-Lizenzen auf den europäischen Markt

      5. Steuerliche Aspekte
      Sowohl auf Anbieter- als auch Spielerseite.

      6. Zahlungsdienstleister in Verbindung mit Online-Poker
      Untersuchung der Zahlungsströme zu und von Pokerseiten.

      7. Die Gewährleistung von Verbraucherschutz
      Behandlung unterschiedlicher nationaler Alters- und Verbraucherschutzvorgaben.
    • Mountainman
      Mountainman
      Global
      Dabei seit: 04.07.2006 Beiträge: 2.411
      wow, sicherlich ein schwieriges Thema
      -> würde es sehr gerne lesen wenn es fertig ist...
    • Andi197612
      Andi197612
      Bronze
      Dabei seit: 30.07.2006 Beiträge: 357
      Denke vom Umfang her solltest du keine Probleme haben um eine entsprechende Diss zu verfassen - und Zankl ist ja einer der neuen Medien sehr offen gegenüber steht - keine Ahnung wie er zu Poker steht aber alles in allem sicherlich eine gute Wahl.
      Meine Diss liegt im übrigen schon ein paar Jahre zurück und Betreuer war damals Prof Hauer/Linz

      Behandelst du auch die Fragestellung wie sich beispielsweise die quasi Monopolstellung in Österreich auf den einzelnen Verbraucher auswirkt - insbesondere Fragestellungen wie Durchsetzung von Rechten einzelner gegenüber Anbietern ohne Lizenz oder schadenersatzrechtliche bzw. bereicherungsrechtliche Ansprüche gegenüber Zahlungsdienstleister udgl.