Redline: Non-Showdown-Winnigs

    • Lesotho
      Lesotho
      Bronze
      Dabei seit: 08.02.2011 Beiträge: 428
      Hallo also ich nutze seit kurzem den Holdem Manager, und beim Betrachten meiner Graphen ist mir aufgefallen, dass ich bei den Non-Showdown-Winnings extrem im Minus bin.

      Ich meine schon öfter gehört zu haben, dass das ein bekanntes Problem ist, aber ist das normal?

      Was kann man denn machen um auch mit den Non-Showdown-Winnings im Plus zu sein, also gibt es klassiche Fehler, die sehr oft gemacht werden? Irgendwelche Tipps?
  • 27 Antworten
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Ich beschreib mal kurz was meine Erfahrung ist mit fallenden Non-SD Winnings. Non-SD Winnings fallen meiner Erfahrung nach in drei Szenarien:

      1. alle Gegner am Tisch sind sehr gut

      2. viele Gegner am Tisch sind sehr passiv und showdownlastig

      3. der Willen Hände nicht gewinnen zu wollen, sondern Verluste minimieren zu wollen auf Kosten potenzieller Gewinne


      => der dritte Punkt ist im Prinzip der Punkt an dem ich ansetzen würde, denn ich beobachte in Coachings häufig, dass Spieler Entscheidungen an einer Straße treffen ohne potenzielle Auswirkungen der nächsten Straße zu berücksichtigen.

      Mal ein ganz simples Beispiel: Ich sage dir jetzt, dass es profitabel ist mit A4s im BigBlind zu callen, wenn einer vor dir aus einer Stealposition erhöht. So jetzt callst du das und stehst da am Flop und hast bereits 2BB investiert. Jetzt fängt es schon an und wirst da stehen und solltest dich fragen: Was zum Teufel erzählt der denn da überhaupt und warum ist der Call mit A4s da profitabel? Ich hab doch keinen Plan was ich machen soll und C/Foldest, wenn du nicht grade eine sehr starke Hand triffst.
      Und das ist das grundlegende Problem, dass du im Prinzip auf JEDE Hand übertragen kannst. Die meisten Spieler haben nie erkannt, dass NLHoldem ein Spiel ist in dem es nicht darum geht die Nuts zu treffen und volles Rohr Auszahlung zu bekommen, sondern ein Spiel in dem es darum geht zu erkennen, dass der Gegner genausooft nichts hat wie man selber und in solchen Fällen ÖFTER zu gewinnen als der Gegner.

      Stell dir mal vor dein Gegner würde Preflop nur AA weiterspielen. Was würdest du den ganzen Tag lang tun? Genau du würdest JEDE Hand raisen, weil dein Gegner Asse nur in 6/1300 Fällen bekommt (hab die genaue Zahl nicht im Kopf, aber irgendwas um den Dreh wird es sein) und in 1286/1300 Fällen folded was irgendwas um die 99% sind. D.h. du würdest in 99% der Fälle die Blinds gewinnen und was steigt? Ups die Non-SD Winnings steigen.

      Holdem ist ein Spiel das im Prinzip darum geht, dass du Geld in Situationen gewinnst in denen du eigentlich kein Geld gewinnen dürfest. Einmal bedeutet das, dass du in den Fällen in denen beide eine Made Hand treffen DU mehr Geld gewinnst als dein Gegner von dir und in den Fällen in denen beide keine (starke) Made Hand haben, du im Schnitt mehr gewinnst als dein Gegner. Was die meisten Spieler probieren ist es im letzteren Fall so ein bisschen mehr zu gewinnen als der Gegner, aber sie fangen viel zu früh an den Stopschalter umzulegen.
      Frag dich z.b. selber mal wann du das letzte mal deinem Gegner drei Barrels vor die Nase gesetzt hast mit einer richtig starken Hand und wie oft du tatsächlich ausgezahlt wurdest. Frag dich dann mal wie oft du deinem Gegner drei Barrels ohne die starke Hand vor die Nase gesetzt hast. Ich denke die Antwort kann ich dir auch geben -> du wirst nicht so oft ausgezahlt wie du dir eigentlich vorstellst und du bluffst nichtmal halb so oft wie du eigentlich glaubst.
      Hände GEWINNEN zu wollen ist der ganze Schlüssel überhaupt im Poker zu gewinnen.

      So jetzt gibt es Konditionen in denen kann man gewinnen, auch wenn die Non-SD Winnings fallen. Das ist der Fall, wenn man gegen Callingstations spielst, denn wenn diese aktiv werden, dann muss man Hände, die gegen ihre Range theoretisch am Showdown gewinnen KONNTE auch VOR dem Showdown mal aufgeben. Da diese Spieler auch relativ schlecht zu bluffen sind, muss man gezwungenermaßen in vielen Situationen auch aufgeben, WENN man schon etwas Geld investiert hat.
      Auch wenn du sehr gute Spieler hast, dann werden die erkannt haben, dass du entweder zuviel bluffst (und dich runtercallen) und/oder das du zuviel bluffst (und dich daraufhin zurückbluffen). In beiden Fällen wirst du häufig tendenziell fallende Non-SD Winnings haben.

      Im Prinzip sind fallende Non-SD Winnings ein Indikator dafür, dass du entweder an zu toughen Tischen spielst (bzw. die falschen Hände gegen die falschen Gegner), an superweichen Tischen oder dir nicht ausreichend darüber Gedanken machst WIE du deine Hände gewinnst.
    • eslchr1s
      eslchr1s
      Bronze
      Dabei seit: 20.12.2009 Beiträge: 5.162
      sehr guter post!
    • sp1der111
      sp1der111
      Bronze
      Dabei seit: 18.08.2006 Beiträge: 1.426
      Original von Ghostmaster
      So jetzt gibt es Konditionen in denen kann man gewinnen, auch wenn die Non-SD Winnings fallen. Das ist der Fall, wenn man gegen Callingstations spielst, denn wenn diese aktiv werden, dann muss man Hände, die gegen ihre Range theoretisch am Showdown gewinnen KONNTE auch VOR dem Showdown mal aufgeben. Da diese Spieler auch relativ schlecht zu bluffen sind, muss man gezwungenermaßen in vielen Situationen auch aufgeben, WENN man schon etwas Geld investiert hat.
      Auch wenn du sehr gute Spieler hast, dann werden die erkannt haben, dass du entweder zuviel bluffst (und dich runtercallen) und/oder das du zuviel bluffst (und dich daraufhin zurückbluffen). In beiden Fällen wirst du häufig tendenziell fallende Non-SD Winnings haben.

      Im Prinzip sind fallende Non-SD Winnings ein Indikator dafür, dass du entweder an zu toughen Tischen spielst (bzw. die falschen Hände gegen die falschen Gegner), an superweichen Tischen oder dir nicht ausreichend darüber Gedanken machst WIE du deine Hände gewinnst.
      Wirklich guter Post, aber habe ein großes Veto.

      Du schreibst so, als würde man mit fallenden NSDW nicht die gleiche Winrate haben können, wie mit BE NSDW oder steigenden. Das sehe ich generell anders, da man einfach einen anderen Spielstil aufweist und definitiv nicht (gibt natürlich Ausnahmen, wo Regs mit negativen NSDW gut exploitet werden können) exploitable ist, wenn die NSDW fallen.

      Habe natürlich nur meinen eigenen Graphen als Referenz, wo ich eine gute Winrate mit negativen NSDW habe, aber kann mich noch an KTU's (erstes?) Video erinnern, wo er seine Winrate mit der Winrate eines Freundes vergleicht, der einen komplett anderen Style spielt.

      Nichtsdestotrotz gebe ich dir Recht, dass als Mittelwert die Spieler mit nicht krass negativen NSDW wahrscheinlich bessere Winrates aufweisen :)
    • Lesotho
      Lesotho
      Bronze
      Dabei seit: 08.02.2011 Beiträge: 428
      wenn man fallende NSD-Winnings hat und das ändern möchte, wäre die korrekte Adaption also quasi mehr bluffen.

      Macht das auch schon auf den niedrigsten Limits (NL5-Nl10), die ich zur Zeit spiele, Sinn? Dort kann man ja auch locker mit einfachem straight-forward Spiel gewinnen, sollte man da schon anfangen mehr zu floaten, zu raisen und zu bluffdonkbetten, wo die Gegner auf diesen Limits doch sehr callfreudig sind?
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Was ist denn "einfaches straight-forward Spiel"?
    • Lesotho
      Lesotho
      Bronze
      Dabei seit: 08.02.2011 Beiträge: 428
      naja das total simple ABC-Poker, vor dem Flop tight, in LP aufloosen, die Valuehände durchbetten und in ausgesuchten Spots mal (Semi)bluffen. Mit dem Verständnis der grundlegenden Spielprinzipien sollte man die von mir angesprochenen Limits schlagen.

      Durch dieses ABC-Poker ist es doch aber vorprogrammiert, dass die NSD-Winnings im Minus sind, da einfach nicht viele Bluffs im Spiel integriert sind, hauptsächlich auch deshalb weil man auf NL5-10 einfach zu viele Calls kriegt.

      Meine Frage ist jetzt halt, macht es Sinn sich schon auf diesen Limits gezielt mit den NSD-Winnings auseinaderzusetzen oder sollte man damit erst mal warten bis man solide auf NL25-50 spielt, da es dort andernfalls von den Regs exploitet wird, was auf z.B. NL5 wohl kaum der Fall ist
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Durch dieses ABC-Poker ist es doch aber vorprogrammiert, dass die NSD-Winnings im Minus sind, da einfach nicht viele Bluffs im Spiel integriert sind, hauptsächlich auch deshalb weil man auf NL5-10 einfach zu viele Calls kriegt.


      Schau mal in deine Datenbank und guck dir die Situationen an in denen du Preflop, am Flop, am Turn und am River gesetzt hast und in wieviel % der Fälle du am River tatsächlich den Call bekommen hast.

      Dann schau mal in deine Datenbank und schau dir mal an wie oft du tatsächlich in so einer Situation geblufft hast. Ich befürchte fast, dass du überhaupt nicht bluffst.


      Meine Frage ist jetzt halt, macht es Sinn sich schon auf diesen Limits gezielt mit den NSD-Winnings auseinaderzusetzen oder sollte man damit erst mal warten bis man solide auf NL25-50 spielt, da es dort andernfalls von den Regs exploitet wird, was auf z.B. NL5 wohl kaum der Fall ist


      Die NSD-Winnings sind nicht das zentrale Problem, sondern der Mangel an Spielverständnis und der Willen Hände (auch marginale) gewinnen zu wollen. Es MÜSSEN nicht viele Bluffs in deinem Spiel sein, aber du musst lernen Situationen zu finden in denen du Hände gewinnen kannst - jedesmal wenn du eine Hand am Showdown oder vor dem Showdown gewinnst, dann ist das GUT für dich, weil du Geld gewinnst.

      Dein "ABC Ansatz" wird vermutlich so aussehen: Du openraist Preflop deine relativ tighte Range (ich vermute das du MAXIMAL 16/12 spielst), machst deine "Standard"-Cbet am Flop und wenn du nicht Toppair oder besser hast, dann ist die Hand für dich gelaufen. Vermutlich cbettest du in rund 70 - 90% am Flop, aber nur noch 25 - 35% am Turn. Alleine solche unüberlegten Cbets kosten dich langfristig unglaublich viel Geld, weil du Geld in den Pot schmeisst ohne die Folgen zu bedenken.

      Es geht darum vor jeder Investition einen direkten Plan zu haben WARUM diese Investition mehr einbringt als der riskierte Betrag. Was glaubst du denn ist der Hauptgrund warum die meisten Pokerspieler nicht gewinnen? Es ist genau das -> es werden irrsinnig viele Spielzüge gemacht ohne zu hinterfragen oder verstanden haben WARUM damit Geld gewonnen werden kann.

      Ich wette fast, dass du gegen sehr loose Spieler auf Axxr Boards zu 100% cbettest? Hast du dir schonmal Gedanken gemacht, dass das vielleicht gegen einen Fisch nicht profitabel sein könnte? Ich weise nur mal darauf hin, dass Axo und Axs irrsinnig viele Handkombinationen ausmachen ;)

      Diese Sachen sind der Knackpunkt -> überlegen WIE man Hände gewinnt und wenn man zu dem Schluss kommt, dass man nicht oft genug gewinnt, dann investiert man nichts.

      Ein weiterer Punkt ist, dass du bereits erkannt hast, dass deine Gegner zuviel callen. Wann callen sie zuviel? Preflop, am Flop und manchmal am Turn. Was macht aber dein Gegner, wenn sein Gutshot am River verpasst oder sein Flushdraw nicht ankommt oder sein Bottompair + Straightdraw am River nicht ankommt oder er 3rd Pair am River hält, aber gleichzeitig eine sehr gefährliche Karte kam? Guck dir deine Datenbank und deine Valuehände und schau dir mal ganz genau an wie SELTEN in solchen Situationen dein Gegner am Showdown war. Ich sag ja gar nicht, dass du wild rumbluffen sollst, sondern das du dir mal bewusst machst, dass es extrem selten ist, dass deine wirklich starken Hände volle Auszahlung bekommen. Es ist einfach das typische selektive Denken: Ich hab ne starke Hand, die Callingstation wird mich schon auszahlen. Ach er folded, dann hat er wohl diesmal nix gehabt. Ich hab ne schwache Hand und die Callingstation scheint auch nicht allzuviel zu haben, aber er called sowieso - ach ich geb trotzdem auf.

      Du musst anfangen zu lernen deine Fisch nicht als ein Gesamtkonzept Fisch zu betrachten, sondern jeden Fisch einzeln kennenzulernen. Nur weil jemand 50% seiner Hände Preflop called und nur 5% raist, heisst das noch lange nicht, dass er Postflop passiv ist. Nur weil jemand 16/12 spielt, heisst das noch lange nicht, dass er überhaupt eine Idee von Postfloppoker hat.

      Edit: Ich schreib gleich ncoh einen Absatz, aber muss grad schnell was erledigen.

      Edit2: Was hat das alles mit den Non-SD Winnings zu tun? Es ist nicht zwangsläufig notwendig positive Non-SD Winnings zu haben. Prinzipiell gibt es fast keinen Spieler der positive SD und positive Non-SD Winnings gleichzeitig hat, aber das Ziel sollte sein zumindest eine der Linien in Richtung neutralen Bereich zu bewegen, während die andere positiv ist.

      Ich bin mir völlig im klaren darüber, dass es grade als Anfänger und in den Microlimits wahrscheinlich nur sehr schwierig umzusetzen ist, aber eine Minimierung der Non-SD Verluste bedeutet gleichzeitig fast immer eine Erhöhung des effektiven Gewinns. Und die Non-SD Verluste minimierst du auf die genannten Arten und Weisen -> aktiver um Pötte kämpfen, WENN du Geld investierst und weniger Geld investieren, wenn du nicht aktiv um Pötte kämpfst. Es bringt nix A5s gegen die Callingstation auf dem QT7hh Board zu cbetten, wenn du kein bisschen vom Board getroffen hast. Es bringt nix mit JJ das AK8hh Board gegen die Callingstation zu cbetten, wenn sie nicht oft genug aufgrund der Boardstruktur folded.
      Versuch zwei Dinge zu üben:

      1. den Gegner auf eine Range setzen

      2. diese Range anzugreifen, wenn du einen Schwachpunkt vermutest
    • jigger1977
      jigger1977
      Bronze
      Dabei seit: 21.09.2009 Beiträge: 1.471
      Wow, danke Ghostmaster für deine tollen Ausführungen!
    • AskMyDiaRy
      AskMyDiaRy
      Silber
      Dabei seit: 02.01.2007 Beiträge: 1.750
      Original von jigger1977
      Wow, danke Ghostmaster für deine tollen Ausführungen!
      #

      Sehr gute Posts hier, obwohl das Thema ja gefühlt fast jede Woche wieder auftaucht!
    • Lesotho
      Lesotho
      Bronze
      Dabei seit: 08.02.2011 Beiträge: 428
      Dein "ABC Ansatz" wird vermutlich so aussehen: Du openraist Preflop deine relativ tighte Range (ich vermute das du MAXIMAL 16/12 spielst), machst deine "Standard"-Cbet am Flop und wenn du nicht Toppair oder besser hast, dann ist die Hand für dich gelaufen. Vermutlich cbettest du in rund 70 - 90% am Flop, aber nur noch 25 - 35% am Turn.


      Ich wette fast, dass du gegen sehr loose Spieler auf Axxr Boards zu 100% cbettest?


      wtf you red my soul!?

      Also das oben ist zwar ganz stark zusammengefasst aber so in etwa sieht mein "Auto-Pilot"-Modus aus.

      Vielen Dank für die Ausführungen, werde versuchen das jetzt in mein Spiel zu integrieren. Natürlich setz ich V in jeder Hand auf eine Range, aber werde da ab jetzt viel mehr Überlegungen reinstecken.
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von Lesotho
      Dein "ABC Ansatz" wird vermutlich so aussehen: Du openraist Preflop deine relativ tighte Range (ich vermute das du MAXIMAL 16/12 spielst), machst deine "Standard"-Cbet am Flop und wenn du nicht Toppair oder besser hast, dann ist die Hand für dich gelaufen. Vermutlich cbettest du in rund 70 - 90% am Flop, aber nur noch 25 - 35% am Turn.


      Ich wette fast, dass du gegen sehr loose Spieler auf Axxr Boards zu 100% cbettest?


      wtf you red my soul!?

      Also das oben ist zwar ganz stark zusammengefasst aber so in etwa sieht mein "Auto-Pilot"-Modus aus.

      Vielen Dank für die Ausführungen, werde versuchen das jetzt in mein Spiel zu integrieren. Natürlich setz ich V in jeder Hand auf eine Range, aber werde da ab jetzt viel mehr Überlegungen reinstecken.
      Gerade Villains Range oder der Gameplan werden auf späteren Streets immer wichtiger.

      Wenn Villain Preflop 40% seiner Hände spielt, kannst du am Flop natürlich Ranges annehmen...aber die sind dermaßen weit dass es wenig Sinn macht.

      Da nützt es nichts im nachhinein zu equilieren und die Cbet als "knappe Valuebet" einzustufen.

      Die Range-Analysen werden erst später richtig interessant, wenn du wirklich Handgruppen eingrenzen kannst.

      Ghostmaster hat das ja alles super zusammengefasst, nur die Umsetzung ist eben nicht so einfach.

      Es wäre schonmal gut am Flop nicht nur zu überlegen ob man eine 2nd Barrel setzen kann, sondern ob man evtl. auch am River einen großen Erfolg erzielen kann.

      Und gerade Gegner die am Flop und Turn nichts folden, aber auf die 3rd Barrel am River 80% folden (etwas überspitzt) ist es besser 3mal zu barreln anstatt gar nicht (meistens wird gesagt "er foldet eh nichts am Flop", besser wäre aber "spätestens am River kriege ich den Hund raus..." :D ).
    • Simschi
      Simschi
      Bronze
      Dabei seit: 15.07.2006 Beiträge: 858
      Mein Hauptproblem bei dem ganzen ist immer die, ich nenn sie jetzt mal Overplay Falle.
      Betten? Ich darf doch keinen Value liegen lassen, vs Potcontrol, den Asse sind nunmal auch nur ein Paar.
      Ausserdem beißt sich das ganze mit meinem über Jahre gereiften Spielstil.
      Wenn ich mein Spiel spiele, bin ich eher auf der Nittigen Seite, aber es funktioniert.
      Wenn man mehr Potcontrolled schwinden zwar die Non Showdown Winnings, dafür kassiert man so manche Bluffbet mehr vom Gegner, und verliert auch nur das minumum, wenn TPTKzb mal beat sind.
      KTU hat in einem seiner Abschied vom Chartpoker Videos mal einen Spieler vorgestellt, den er den Supernit nannte :D
      Also es scheint so, das auch dieser Ansatz profitabel sein kann.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Das Problem ist nicht dein nittiges Spiel, sondern das du deine Gegner nicht richtig manipulierst mit deinem nittigen Spiel.
      Egal was du am Pokertisch machst, deine Gegner werden irgendeine Wahrnehmung davon haben und auf dich reagieren. Deine Aufgabe muss es am Tisch zwei Sachen herauszufinden

      1. wie denken deine Gegner grundsätzlich über das Spiel nach

      2. wie denken deine Gegner über dein Spiel nach


      Punkt 1 ist grundsätzlich immer notwendig herauszufinden bzw. kann auch mit dem Handreading verglichen werden. Es geht darum, dass du Schwachstellen im Spiel des Gegners entdeckst und nicht stumpf dem Gegner DEIN Spiel aufzwingst. Grade in niedrigen Limits funktioniert das nicht, weil aufgrund von Punkt 2 viele Gegner nicht in der Lage sind auch nur Ansatzweise Handreading zu betreiben. Sie sehen vielleicht, dass du auf einem Txxr Board im 3-Bet Pot entweder Overpairs oder AK hälst, aber realisieren nicht den relativen Zusammenhang zwischen deiner gesamten Range und ihren Händen. In diesem Moment heisst es für dich -> Anpassen an IHR Spiel und nicht erwarten, dass sie sich an DEIN Spiel anpassen.

      Je besser deine Gegner werden, desto stärker denken sie über dich nach. An diesem Punkt beginnt das Levelinggame und darauf will ich auch nicht weiter eingehen, weil ich meistens einfach den Resetknopf drücke und auf den 2 Basisleveln agiere und es häufig passiert, dass der Gegner sich anfängt zu leveln. Es ist zwar häufig nicht gewinnmaximierend, aber funktioniert immerhin so gut, dass ich nicht verliere.
      Ein zentrales Problem vieler Nits ist, dass sie wissen, dass sie Nits sind und der Gegner weiss das sie Nits sind, aber sie ihr Image nicht manipulieren. Wenn du selber gegen eine Nit spielst, dann machst du was wenn sie 3-Bettet? Korrekt du foldest. Wenn du selber gegen eine Nit spielst, dann machst du was wenn sie ihre 2nd Barrel rausschiesst? Korrekt du foldest. Wenn die Nits dieser Welt vermutlich auch nur einen Hauch mehr bluffen würden, dann würde es mich nicht wundern, wenn mind. 25% ihre Winrate verdoppelt. Wird aber nicht passieren, da ein Bluff ja Geld kostet und gegen ihr Nitmindset ist ;)
    • CryingAce
      CryingAce
      Bronze
      Dabei seit: 18.03.2010 Beiträge: 989
      Ergo ,meist als Nit spielen und innerhalb der Session ´ne 5 min. Lag Einlage bringen ;-)
    • Guennilicous
      Guennilicous
      Black
      Dabei seit: 16.09.2006 Beiträge: 7.810
      Ghostmaster - serious content since 2006.

      Sehr, sehr gute Posts.
    • chrsbckr75
      chrsbckr75
      Bronze
      Dabei seit: 15.02.2007 Beiträge: 3.693
      "My" 2 cents:


      1. Bzgl. NonSD Winnings: Ich würde auch mal empfehlen sich den Graphen ohne die eigenen BlindFOlds anzuschauen. Ich glaube, da bekommt man einen objektiveren Eindruck, ob man eher Villains exploited (pouncing, cf. ExploitingRegulars) oder, ob man zu ABC spielt. (2+2 Thread oder hier irgendwo mal genannt)

      2. Mehr Bluffen ist ohne weitere Anpassung Mist--> SpewMonkey (TheThinRedLine-Video).
      Eher das Konzept Equity+FoldEquity= Agression (cf. EasyGame) plus Konzepte aus Ghostmaster's posts anwenden. Dazu ein wenig Balancing (3rd barrels mit Nuts und Top of busted draw Range (cf. Ghostmaster und KTU content))


      3. Potcontrol nicht übermäßig im Sinne des "Potkleinhaltens" interpretieren und totreiten. Ich kenne das von mir selbst. Kaum den Artikel gelesen, schon habe ich auf jedem dry board als PFA behindgechecked ohne auf Villain's Tendenzen etc zu achten.
      Lieber dünn valuebetten mit b/f und auch mal eine kontrollierte Aufgabe gegen gewisse Villains und board-rundowns (c/f).


      4. Für Reads: Klappt der Bluff nicht (Villain called mit Bluffcatcher)--->Note "value betten". Werden die vbets nicht gecalled ----> Note "öfters bluffen"
      Und dann weiter mit Kind Herdplattenprinzip (KTU und Referenzen in seinen Vids)
    • Simschi
      Simschi
      Bronze
      Dabei seit: 15.07.2006 Beiträge: 858
      Ich hab schon bluff 4 bets, 3 Barrel Bluffs, Floats usw in meinem Spiel, so is es jetzt auch wieder nicht.
    • CryingAce
      CryingAce
      Bronze
      Dabei seit: 18.03.2010 Beiträge: 989
      Magst ´n SS posten ?
    • Simschi
      Simschi
      Bronze
      Dabei seit: 15.07.2006 Beiträge: 858
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