drawlastige flops: conti gegen unknown?

    • Ruslan89
      Ruslan89
      Bronze
      Dabei seit: 10.01.2008 Beiträge: 707
      Bsp.1:

      Hero CO, raise XX,
      BB (unknown)call

      board1:
      J :spade: T :spade: 9 :heart:

      oder

      board2:
      6 :spade: 5 :spade: 4 :heart:


      BB check, Hero ?


      Frage1:

      Mit welchen Haenden sollte ich so ein board gegen unknown ip cbetten? Also was sollte ich min. haben, TPTK auf board 1 und ein overpair 88+ auf board 2? Lohn sich auch sowas wie z.B. A :spade: 5 :heart: mit einem backdoorflushdraw zu betten oder ein middle pair?






      Bsp.2:

      Hero CO, raise XX,
      BU (unknown)call

      board1:
      J :spade: T :spade: 9 :heart:

      oder

      board2:
      6 :spade: 5 :spade: 4 :heart:


      Hero ?


      Frage2:

      Und womit oop? Die Range muss natuerlich staerker sein als ip, aber wie schwach darf sie nun sein?
  • 4 Antworten
    • eslchr1s
      eslchr1s
      Bronze
      Dabei seit: 20.12.2009 Beiträge: 5.162
      würde beide boards sowohl ip als auch oop gegen unknown nur mit equity cbetten, also board 1zB mit 2 overcards, einer overcard und backdoorflushdraw, openenders usw.. würde 66 auf board 1 aber immer c/f spielen.

      das 2te board würde ich öfter cbetten, da wir a) öfter overcards haben und bei nem call noch equity haben und b) nicht ganz so oft gehittet wird wie board 1.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Boardstrukturen, die sehr stark koordiniert sind (JT9, T98, QT9) treffen fast jede Callingrange irgendwie. Je tiefer die Boardstruktur koordiniert ist, desto schwieriger wird es sie zu treffen, ausser die gesamte Coldcallingrange ist sehr weit.

      Naturgemäß ist die Foldequity auf solchen Boardstrukturen gering, weil sie vielen Händen die Möglichkeit geben sich auf die ein oder andere Art zu verbessern und gleichzeitg auch dir die Möglichkeit geben viele Semibluffs zu machen.

      D.h. gleichzeitig, dass du sehr wenige pure Bluffs machen möchtest, die nur auf Foldequity aufbauen. Das Stichwort ist dabei direkte Potequity -> wenn du Flushdraws und Straightdraws bluffst und eine Made Hands Valuebettest, dann willst du optimalerweise nicht noch irgendwelchen Trash bluffen. Einerseits werden deine Gegner eh oft callen, weil sie selber irgendwas haben und andererseits wird deine Blufffrequenz im Verhältnis zu deiner Valuebetfrequenz zu hoch.

      Wenn du mit Backdoordraws bluffst, dann würde ich empfehlen, dass du mehrere Backdoordraws gleichzeitig hast und das du einen sehr starken Bluffplan mitbringst. Wenn du z.b. auf dem JTss9h Board mit AhQh bluffcbettest, dann solltest du in der Lage sein

      a) jedes Heart am Turn zu betten

      b) optimalerweise auch andere Draws die in deiner Range sein könnten zu bluffbetten

      Auf der anderen Boardstruktur solltest du vorrangig Hände für deine Bets nutzen, die entweder direkte Boardequity haben oder deren Karten sich nicht mit der Callingrange deines Gegners total schneiden. T9cc wäre z.b. eine sehr schlechte Hand für eine Bluffbet auf Boardstruktur 2.

      Ich denke persönlich das es sehr wichtig ist auf solchen Boardstrukturen

      a) weniger zu cbetten

      b) dafür sehr häufig den 3-Barrelbluff auspacken zu können, weil du einfach so oft gecalled wirst und dann am Turn oder River nicht den Fuß vom Gas nehmen kannst, weil du einfach selber oft nix hast.
    • Ruslan89
      Ruslan89
      Bronze
      Dabei seit: 10.01.2008 Beiträge: 707
      Original von Ruslan89
      Bsp.1:

      Hero CO, raise XX,
      BB (unknown)call

      board1:
      J :spade: T :spade: 9 :heart:

      oder

      board2:
      6 :spade: 5 :spade: 4 :heart:


      BB check, Hero cbet 2/3 PS, Villain raise 3x




      Bsp.2:

      Hero CO, raise XX,
      BU (unknown)call

      board1:
      J :spade: T :spade: 9 :heart:

      oder

      board2:
      6 :spade: 5 :spade: 4 :heart:


      Hero cbet 2/3 PS, Villan raise 3x
      Ich hab die Beispiele mal so angepasst, dass Heros conti ge(check)raised wird.

      Die Frage, wie spiele ich in den jeweiligen Situationen?
      Gut von TPTK oder Overpair kleiner TT wuerde ich mich auf board 2 schnell verabschieden. Aber wie spiele ich mit einem starken OP oder set?
      IP kann ich mir vorstellen nur zu callen, da Villan auch mal ein TP, Draw (ab und zu vielleicht auch mal einen sehr schwachen draw) da raisen kann und auf ein ship sich von der Hand noch loest. So kann er am Turn noch mal bluffen.
      OPP sehe ich diesen Spielraum nicht. Set sollte ich noch guten gewissens reinstellen koennen, aber wie sieht es mit TPTK/OP aus?
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Die Stärke deiner Hand ist immer relativ zur Handrange deines Gegners. Ich nehme Board 1 mal als Arbeitsgrundlage:

      1. dein Gegner

      Wie ist die Grundeinstellung deines Gegners? Ist er in der Lage schlechtere Made Hands zu C/Raisen und wie hoch ist der Anteil an starken/mittelstarken/schwachen Draws in seiner C/R Range?

      Wenn du AJ hast und dein Gegner in der Lage ist mit KJ zu C/Raisen, dann hast du meistens schon einen guten Anhaltspunkt, dass du weiterspielen kannst.

      Genauso, wenn er Hände wie 5s6s oder 9d7d auf solchen Boards C/Raisen kann.

      Kurz und knapp -> je schwächer die C/R Range relativ gegen deine Hand ist, desto eher solltest du weiterspielen.

      Was du dich selber fragen musst: Wie ist die durchschnittliche C/R Frequenz deiner Gegner auf deinem Limit? Ich vermute fast, dass sie im mittleren EINSTELLIGEN Bereich ist und jetzt kannst du mal google anwerfen und schauen wie oft dein Gegner überhaupt eine starke Hand auf Boards trifft und du wirst dich wundern, dass es in ungefähr 5% (schlag mich jetzt tot mit dem Wert, kann auch etwas höher sein) sein wird und überraschenderweise werden die wenigsten Gegner deutlich mehr als 5% in den Microlimits haben.

      Genau das ist auch der Grund warum die Line B/F so häufig empfohlen wird.

      2. Die Wahrnehmung deines Gegners

      Deine Gegner sind keine Roboter, sondern werden auch dich irgendwie wahrnehmen. Im Falle eines unbekannten Gegners ist dieses Problem zwar etwas zu vernachlässigen, aber es gibt schliesslich Statsminer. Wenn du merkst, dass ein Gegner auffällige Lines gegen dich spielt, die sonst kaum gespielt werden, dann ist es sehr wohl möglich, dass er dich gezielt angreift. Z.b. kannst du gegen diese 20 Tablerregs, die sich immer innerhalb von Sekundenbruchteilen entscheiden, wenn sie keine gute Hand haben, ziemlich interessente Sachen machen. Schonmal ein Axxr Board als Bluff C/Raist? Diese Spieler sind die perfekten Kandidaten, weil sie ausser Ax und Sets alles folden werden und gar nicht weiter drüber nachdenken.

      Natürlich eignen sich für Bluffraises tatsächlich Boards besser auf denen man etwas repräsentieren kann. So ist es in der Tat deutlich schwieriger auf JT9ss gegenzuspielen als auf Axxr, da selbst die Semibluffingrange des Gegners sehr weit und auch relativ stark sein kann und es schwierig ist herauszufinden welche Turnkarten gut sind und welche nicht.

      (aus dem Grund würde ich häufig auf solchen Boards auch nicht so lange rumfackeln -> wenn du Made Hands hast, die verwundbar sind auf solchen Boards und eine sehr frühe Entscheidung treffen).