Komme nicht weiter

    • azadon
      azadon
      Bronze
      Dabei seit: 21.08.2010 Beiträge: 197
      Ich machs kurz:
      Ich hab dieses Jahr angefangen ernsthaft Poker zu spielen.
      Dabei habe ich mich an die MSS rangewagt, weil ich ein paar SSS Vorkenntnisse hatte.

      Auf Partypoker "durchgestartet", nachdem ich mir auf Everestpoker eine HM2 Lizenz freigespielt hatte und dort auch die ersten Winnings erzielt habe.

      Nun auf Partypoker NL4 gestartet, auf NL10 aufgestiegen, nach einigen Schwierigkeiten NL10 auch recht solide geschlagen und NL25 angefangen. NL25 auch auf die ersten 7000 Hände richtig gut gerunnt und die ersten Shots auf NL50 gespielt, die auch positiv verliefen.

      Seit 3 Tagen allerdings gibts nur noch aufn Sack.
      Ich habe nichts an meinem Playstyle geändert, kassiere jedoch richtig, egal was ich mache.
      Verliere ohne übertreiben zu wollen jeden Flip und krieg schon heftige Suckouts.
      Weiß nicht mehr, was ich an meinem Playstyle ändern soll, damit sich das ganze wieder ins positive wendet.
      Habe weitestgehend recht nittig gespielt, weil ich gemerkt habe, dass die Leute einfach nicht adapten und man so mit Betsizes gegen Fische z.B. schon groß Isolieren kann, weil eh wenig gefoldet wird.

      Allerdings treffen sie ihre spekulativen Hände und das Geld verbrennt einfach nur so.
      Um ein Beispiel zu nennen:

      Hand converted with online PokerStrategy.com hand converter:

      Hand abspielen

      $0.1/$0.25 No-Limit Hold'em (8 handed)

      Known players:
      UTG2 (Hero):
      $11.00
      MP1:
      $20.09
      MP2:
      $25.58
      MP3:
      $26.30
      CO:
      $25.00
      BU:
      $26.01
      SB:
      $39.78
      BB:
      $37.83


      Preflop: Hero is UTG2 with K, A.
      CO posts deadblind, Hero raises to $1.25, 3 folds, CO calls $1.00, 3 folds, 2 folds, BB folds.

      Flop: ($2.85) K, A, 5 (2 players)
      Hero bets $2.00, CO raises to $4.00, Hero raises to $9.75, CO calls $5.75.

      Turn: ($22.35) 2 (2 players)


      River: ($22.35) 7 (2 players)


      Final Pot: $22.35.
      Results follow:

      Hero shows two pairs, aces and kings(K A).
      CO shows three of a kind, fives(5 5).

      CO wins with three of a kind, fives(5 5).



      so in dem Stil gehts die letzten 3 Tage dauerhaft.

      Bankroll ist von 570$ auf grandiose 370$ oder so geschrumpft und solangsam bin ich schon bissl auf scared, weil ich jedesmal das Gefühl habe, dass ich beat bin, egal, wie stark meine Hand ist.

      Das führt dann auch dazu, dass die Valuebets am River bissl zögerlicher kommen und ich somit auch weniger Value aus gewonnenen Händen extrahiere.

      Gibt es einen "varianzärmeren" Style, als den, den ich spiele?

      Meine Ranges würde ich so grob auf 8-10% aus UTG, 10-15% aus MP, gute 20% vom CO, 30-40% vom BU und rund 30% vom SB einschätzen.

      Steale je nach Gegner enorm viel oder auch mal nur sehr wenig, da ich schon recht viele Hände von vielen Leuten habe.

      Habe mittlerweile auch viele SC aus MP / CO openraised, aber konnte da noch nicht so richtig Winnings mit einfahren.

      Irgendwie immer das Gefühl, dass ich zu light Broke gehe TPTK, Top Two Pair, also auf die letzten 3 Tage gesehen, weil mir gefühlt Villain immer die Nuts zeigt :(
  • 13 Antworten
    • vegetto313
      vegetto313
      Bronze
      Dabei seit: 21.06.2007 Beiträge: 1.381
      Hm mir scheint, dass der Thread besser in der Sorgenhotline aufgehoben ist ;)

      Zu deinem "Problem" an sich :

      Auch wenn sichs nach "3 Euro ins Phrasenschwein" anhört - aber sowas passiert halt einfach beim Pokern.

      Es gab schon Tage, an denen ich mit MSS an Shorthanded Tischen ~2/3 meiner BR geschrotet hab (mit 20 Stacks BRM). Da gehts dann manchmal Fahrstuhlmässig durch die Limits sowohl von Oben nach Unten als auch umgekehrt.

      Diesen Monat laufe ich ~25 Stacks unter EV (und es gibt Leute, denen gehts noch schlechter) - ist in meinem Fall nicht so tragisch weil ich atm Micros spiele und die Gegner schlecht genug sind, dass ich trotzdem gute Gewinne einfahre. Auf z.b. NL50 oder höher siehts dann aber schon anders aus und so ein Down kann richtig hart werden.

      Hierzu passt z.b. auch die Alex Fergusson Challenge von vor paar Jahren (von 0$ auf 10k zu kommen). Er war da zwischenzeitlich auf NL50 und musste im Laufe von paar Wochen trotz recht konservativem BRM wieder bis auf NL10 absteigen - und der hat definitiv diese Limits DEUTLICH geschlagen. Die Varianz ist einfach ein so großer (und häufig unterschätzter) Faktor im Poker.

      Du musst dich einfach davon lösen, deinen Spielerfolg an deiner BR zu messen. Ich weiß das ist schwer, aber auf Dauer führt an der Erkenntniss kein Weg vorbei - das Spiel macht dich sonst früher oder später einfach fertig.

      Wenn du merkst, dass dein Spiel beeinflusst wird (z.b. in solchen Spots wie du hast AK Flop kommt K72r Turn Q River 7 - du bettest gegen nen super Fisch Flop und Turn und checkst dann den River behind) , dann steig einfach ein Limit ab. Bist du in dem Beispiel am River "scared" auf NL50, ist es (noch) nicht das richtige Limit für dich bzw "das Geld" spielt einfach noch eine zu große Rolle für dich - auf NL2 würdest du sicher ohne mit der Wimper zu zucken den River Valueshoven.

      Die Hand die du gepostet hast - dich schlagen exakt 5 Kartenkombinationen im ganzen Deck (3x55 1xAA 1xKK). Glaubst du er macht das NIE mit irgendwas anderem? QcJc JcTc AcXc spielt er immer so wenn er reasonable ist und das sind alleine schon deutlich mehr Kombos als die 5 Nutkombos. Dann die 4 verbleibenden AK Kombos mit denen du splittest. Wie spielt er AQ AJ AT? Ist natürlich Fischspezifisch, aber ich sehe soviele Freizeitspieler einfach any Ace + x so spielen, als hätten sie 55 - weil TopPair ist Nuts.

      Achso und wenn du "varianzärmer" spielen willst, ist das fast gleichbedeutend mit "schlechter" spielen.
    • FiftyFifty
      FiftyFifty
      Black
      Dabei seit: 29.05.2007 Beiträge: 931
      Original von vegetto313
      ...sowas passiert halt einfach beim Pokern.

      Die Varianz ist einfach ein so großer (und häufig unterschätzter) Faktor im Poker.

      Du musst dich einfach davon lösen, deinen Spielerfolg an deiner BR zu messen. Ich weiß das ist schwer, aber auf Dauer führt an der Erkenntniss kein Weg vorbei - das Spiel macht dich sonst früher oder später einfach fertig.

      Achso und wenn du "varianzärmer" spielen willst, ist das fast gleichbedeutend mit "schlechter" spielen.
      Viele wahre Dinge! Die solltest du verinnerlichen.

      Ergänzend dazu, weil du die SSS-Vorkenntnisse erwähnt hast. Die Varianz bei der MSS ist nochmal über 50% stärker (std-abweichung in bb). Je eher man also lernt damit umzugehen und sich auf die Dinge zu konzentrieren die man beeinflussen kann (Handanzahl und Entscheidungen), umso leichter wirds. Zugegebenermaßen einfacher gesagt als getan :)
    • azadon
      azadon
      Bronze
      Dabei seit: 21.08.2010 Beiträge: 197
      Das ist das mit Abstand beste, was ich bisher gelesen habe Vegetto. Auch das mit der Challenge gibt mir wieder bissl selbstvertrauen in mein Spiel.

      Im Nachhinein ärgert mich es jetzt nen bisschen, dass ich noch so "lange" weiter NL25 und NL50 gespielt habe, weil ich dadurch zuviel Geld verloren habe, aber immerhin weiß ich jetzt, wie ich weitermachen muss. Absteigen auf NL10 und nen dickeres BRM fahren. 100 Stacks vom Standardlimit und ab 50Stacks nächstes Limit shotten oder so, damit ich länger in der comfort-zone spielen kann und kein Value am River liegen lasse ;)

      Habt mir echt riesig weitergeholfen, danke <3
    • vegetto313
      vegetto313
      Bronze
      Dabei seit: 21.06.2007 Beiträge: 1.381
      Original von FiftyFifty
      Die Varianz bei der MSS ist nochmal über 50% stärker (std-abweichung in bb).
      Hast du diesbezüglich exakte Zahlen?

      Habe bis vor kurzem Elephant benutzt, da gabs den Stat nicht und in der PT4 BEta finde ich den gerade nicht.

      Ich weiß nur, dass ich früher als BSSler StdDeviation von ~90bb/100 Hände hatte. Was sind so die konkreten Zahlen als Cap Spieler bzw als MSSler?
    • FiftyFifty
      FiftyFifty
      Black
      Dabei seit: 29.05.2007 Beiträge: 931
      Original von vegetto313
      Original von FiftyFifty
      Die Varianz bei der MSS ist nochmal über 50% stärker (std-abweichung in bb).
      Hast du diesbezüglich exakte Zahlen?

      Habe bis vor kurzem Elephant benutzt, da gabs den Stat nicht und in der PT4 BEta finde ich den gerade nicht.

      Ich weiß nur, dass ich früher als BSSler StdDeviation von ~90bb/100 Hände hatte. Was sind so die konkreten Zahlen als Cap Spieler bzw als MSSler?
      SSS ist immer so um die 40bb/100 Hände gewesen
      MSS so um die 60bb/100

      Wichtig ist auch noch, dass sich die Varianz in $ deutlich unterscheiden kann, wenn man verschiedene Limits mixt. Da muss man dann schnell nochmal 10-20bb/100 drauf rechnen. Je nachdem wie stark man mixt.
    • Starfighter99
      Starfighter99
      Gold
      Dabei seit: 04.04.2011 Beiträge: 4.199
      Mit 570$ NL50 ist aber auch risky.

      Das reicht doch nicht mal wirklich für NL 25.
    • azadon
      azadon
      Bronze
      Dabei seit: 21.08.2010 Beiträge: 197
      Original von Starfighter99
      Mit 570$ NL50 ist aber auch risky.

      Das reicht doch nicht mal wirklich für NL 25.
      57stacks nl 25 bzw 28 1/2 nl50 ist schon machbar, nur kann bei bissl pech schon in die hose gehen wie man sieht ;) ich werds in zukunft wohl auch konservativer angehen, so um die 80-100 stacks aufn "stammlimit" und erst ab 35-50stacks bissl mixen
    • vegetto313
      vegetto313
      Bronze
      Dabei seit: 21.06.2007 Beiträge: 1.381
      Sie es nicht als "in die Hose gehen" an.

      Es wird irgendwann definitiv passieren, dass du 1 oder 2 Limits absteigen musst- da führt kein Weg dran vorbei - egal wie konservativ dein BRM ist (wenn du jetzt net gerade so ein 100 Stacks BRM auf NL5 praktizierst)

      Übrigens ist ein deutlich tighteres BRM nicht immer gut für Jeden. Mir hats z.b. geholfen, dass ich einfach ein noch "aggressiveres" BRM betrieb, so dass ich ich quasi dauernd mit fast meiner gesamten Bankroll an den Tischen sitze. Das hat den Vorteil, dass es dich irgendwann abhärtet gegen Downswings. Es passiert quasi wöchentlich, dass man mal 2-3 Limits absteigen muss - irgendwann ist das nur noch wayne ;) .

      Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Wichtig ist wie du ja auch festgestellt hast, dass du dich "wohlfühlst" beim Spielen. Wenn du das Gefühl hast "OMG ich verliere $$$" läuft definitiv was falsch und man muss sich dann fragen, wie man das abstellen kann (dieses Gefühl ist evolutionär bedingt und es wird erstmal immer aufkommen wenn man Hände und damit $$$ verliert). Gibt wie gesagt verschiedene Wege das in den Griff zu bekommen, jeder muss für sich den Besten finden.
    • ToniCash
      ToniCash
      Bronze
      Dabei seit: 01.11.2006 Beiträge: 2.121
      von mir mal als anmerkung, du kannst nicht 7000 hände auf einem limit spielen und dann nur, weil es gut läuft, gleich auf das nächste limit springen. du solltet dich strikt an das bankrollmanagment halten und wen du aufsteigen willst, lieber noch 10 stacks mehr als es ohnehin schon sein sollten.

      wenn du aufsteigst, kann es immer möglich sein, das du direkt ein paar stacks verlierst und dann müsstest du sofort wieder absteigen.

      ich bin aktuell mit ca. 25.000 händen auf nl 25 und es dauert sich noch so um die 100.000 hände oder mehr, bis ich aufsteigen kann, mal so zum vergleich.
    • lkbizzo
      lkbizzo
      Bronze
      Dabei seit: 28.11.2006 Beiträge: 636
      Meine bescheidene Meinung: Eigentlich ist es ja völlig egal, was du für eine BRM fährst. Du musst dich nur strikt daran halten und dabei wohl fühlen.

      Trotzdem denke ich nicht, dass es der richtige Weg ist, wenn du nach 7k hands auf NL25 schon auf NL50 shottest.

      Ich selbst handhabe es so (nachdem ich kürzlich wieder neu auf NL5 angefangen habe), dass ich bis NL25 mit einem 25 Stacks BRM fahre, egal nach wievielen Händen ich es erreicht habe. Ab NL25 mache ich dann mit 40-50 Stacks weiter und steige erst nach mindestens 50k hands auf.
    • azadon
      azadon
      Bronze
      Dabei seit: 21.08.2010 Beiträge: 197
      Original von ToniCash
      von mir mal als anmerkung, du kannst nicht 7000 hände auf einem limit spielen und dann nur, weil es gut läuft, gleich auf das nächste limit springen. du solltet dich strikt an das bankrollmanagment halten und wen du aufsteigen willst, lieber noch 10 stacks mehr als es ohnehin schon sein sollten.

      wenn du aufsteigst, kann es immer möglich sein, das du direkt ein paar stacks verlierst und dann müsstest du sofort wieder absteigen.

      ich bin aktuell mit ca. 25.000 händen auf nl 25 und es dauert sich noch so um die 100.000 hände oder mehr, bis ich aufsteigen kann, mal so zum vergleich.
      ich hatte 28stacks für nl50, sind 56 stacks nl25.
      wenn ich bis auf 12,5 stack auf nl droppen sollte, dann sind das immernoch 25stacks nl25, mit denen man noch nl25 spielen kann und nich gleich nl10
      also nur, weil man "nen paar stacks verliert" muss man nich gleich wieder absteigen :o
      wobei nen "paar stacks" bei mir 5-10 sind.
    • ToniCash
      ToniCash
      Bronze
      Dabei seit: 01.11.2006 Beiträge: 2.121
      naja, 25 stacks für nl25 ist schon sehr wenig, man sollte schon das doppelte haben ;)
    • vegetto313
      vegetto313
      Bronze
      Dabei seit: 21.06.2007 Beiträge: 1.381
      Man "sollte" ist eher subjektiv. Wenn man z.b. nur 12 Tische spielt kann man auch 15 Stacks BRM spielen und bei 2 verlorenen Stacks direkt aussitzen und ein Limit absteigen.

      Für einige mag das gehen, für andere ist das nahezu der Supergau - das führt nämlich dazu, dass es Tage gibt, an denen man z.b. 2-3 Limits absteigen muss wenn man 5k-10k Hände pro Tag spielt.

      Sprich, jede(r) muss für sich selbst rausfinden, welches BRM ihm/ihr am besten liegt.