Problem: Moneyscared

    • Plexico
      Plexico
      Bronze
      Dabei seit: 06.03.2012 Beiträge: 50
      Hallo allerseits,

      der Titel sollte schon auf die Problematik hinweisen: Ich glaube, dass ich an ziemlicher Moneyscared-ness leide.

      Ich habe in meiner letzten Session wieder gemerkt, dass ich einfach zu sehr unter Strom stehe, wenn es an die Tische geht. Ich hatte jetzt einige Tage nicht gepokert, was das Problem vielleicht noch verstärkt hat.

      Ich kann mich einfach nicht von meinem Geld lösen. Es sind nur 25$ die ich vor einem Monat eingezahlt hatte (kein optimales BRM, aber davon wusste ich damals noch nichts), aber ich ich fiebre mit, als ginge es um meine Lebensversicherung, die ich da "verspiele". Und das auf NL2.

      Wann immer es um einen größeren Pot geht, pumpt mein Herz wie wild und in meinem Kopf wird es nebulös. Die Sekunden für die Entscheidung scheinen in Windeseile herunterzuticken und Aktionen wähle ich nichtmehr rational erklärbar aus.

      Da glaube ich dann, auf nem Q,6,4 Rainbow-flop oop auch schonmal, dass ich mit meinem KK's immernoch gut bin, obwohl der Villain Preflop einen Raise+Call ge3bettet hat und auch auf dem Flop noch durchgeballert hat.

      Ich glaube beinahe, dass ich vielleicht sogar eine generelle Konfliktscheue habe, ohne mich jetzt komplett lächerlich zu machen. Das ging mir schon in früheren Jahren so, wenn es darum ging, spiele wie BF oder Warcraft 3 online zu spielen. Da ging mir auch immer das Herz wie verrückt.

      Wäre über hilfreiche Ansätze sehr dankbar!

      Viele Grüße,
      Plexico
  • 3 Antworten
    • wespetrev
      wespetrev
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2008 Beiträge: 2.384
      Hallo Plexico,

      das Bangen und Hoffen im Verlauf einer Hand ist der Kick, der für viele den Reiz des Spiels ausmacht. Ich kann aber gut nachfühlen, dass das einem auch zu viel werden kann.

      Nun sind $25 nicht die Welt. Es stellt sich halt die Frage, als was Du diesen Einsatz betrachtest. Wenn es für Dich Geld ist, das Du wie Dagobert Duck um jeden Cent verteidigen willst, dann ist Poker vielleicht nicht das richtige für Dich.

      Beim Poker geht es nicht so sehr um den Ausgang einer einzelnen Hand. Ob der Gegner seinen Draw am River trifft oder nicht, kannst Du ja nicht beeinflussen. Du kannst nur so spielen, dass Dein Gegner einen spieltechnischen Fehler macht, wenn er es darauf ankommen lässt. Erst aus der großen Masse solcher Hände kommt Dein Gewinn. Bei jeder einzelnen kannst Du Geld verlieren.

      Es wäre also günstiger, wenn Du die $25 als Lehrgeld ansiehst, das Du investiertst, um die Grundlagen des Spiels zu lernen.

      Wie Du aber auch selbst sagst, ist es zu wenig, um selbst auf NL $2 ein solides Bankroll-Management zu fahren. Eine Wirkung der zu geringen Bankroll ist eben auch die Angst, die Du beschreibst.

      Vielleicht fühlst Du Dich in einer anderen Spielvariante wohler. Weil ich damals als Anfänger eben nicht immer um einen 100 bb-Stack zittern wollte, habe ich mit FL begonnen. Das spiele ich immer noch sehr gerne. Da investierst Du in eine einzelne Hand einen überschaubaren Betrag und kannst schon von Anfang an auch Deine Postflop Skills trainieren.

      Auch SNG, bei denen Du jeweils Dein Buy-In investierst, sind eine Alternative.

      Gruß

      wespetrev
    • freshu92
      freshu92
      Bronze
      Dabei seit: 23.02.2012 Beiträge: 35
      Also mir ging es Anfangs ganz genauso. Das ganze hat sich dann aber nach ein paar tausend Händen gelegt. Versuche einfach die richtigen Entscheidungen zu treffen und bewerte dein Spiel danach, ob du richtig entschieden hast. Falls dir im nachhinein Hände unklar sein sollten gibt es ja noch die Handbewertungen. Ich meine klar sind Suckouts blöd, aber die jucken mich nicht mehr, wenn ich weiß das ich die richtige Entscheidung getroffen habe. Das Geld ist mittlerweile für mich Nebensache. Mir geht es nur noch darum die richtige Entscheidung zu treffen und mein Spiel zu perfektionieren. Achte da jetzt seit einer Woche intensiv drauf und habe nur winning Sessions.

      http://de.pokerstrategy.com/video/23828/

      Noch ein Video zum Thema :) Hoffe irgendwie geholfen zu haben
    • Plexico
      Plexico
      Bronze
      Dabei seit: 06.03.2012 Beiträge: 50
      Vielen Dank schonmal und danke fürs Video (leider aber Silber :( )

      Es ist halt schwer zu erklären. Ich hatte die Tage sogar eine Hand, wo ich beinahe WUSSTE, was der Gegner hat und trotzdem wie in Trance auf bezahlen geklickt habe. Lief mit TTs gegen QQs. Und ich erinnere mich noch am River, wie ich mir gedacht hab: "Hm also so wie er spielt, kann er keine Aces oder Kings haben, A/K-Pair gibts auf dem Board nicht...also vielleicht Jacks? Naja was solls *seine Riverbet bezahl* - *verlier* - "WTF! Ich habs doch gewusst, warum hab ich bezahlt?!"

      Mein Problem ist echt, in einer wichtigen Hand "Im Hier und Jetzt" zu bleiben, und nicht in Trance irgendwelche "Instinkt"-Entscheidungen zu treffen.