Fullring Aufstieg NL25 Fragen

    • BierKrieger
      BierKrieger
      Bronze
      Dabei seit: 25.09.2011 Beiträge: 118
      Hallo,

      i hab jetzt 46k Hände Bss Fullring mit 14/12.5 Stats und einer einer WR von 4,7 bb/100 gespielt und möchte jetzt gerne aufsteigen, dazu hab i ein paar Fragen:

      - inwiefern sagen diese 46k Hände etwas über meine tatsächliche Winrate aus?

      - meine "standard" Openraises waren bisher 3.5 bb Early, 3 bb Middle und 2.5 bb in den restlichen Positionen. Ist es sinnvoll diese aufgrund des kleineren SB bei NL 25 dementsprechend auf 3.4 bb, 2.8 bb und 2.4 anzupassen?

      - gibt es große Unterschiede bezüglich der allg. Spielerstärke bzw. Spielgewohnheiten zwischen NL 25 und NL 10 ?
  • 6 Antworten
    • HistoInst
      HistoInst
      Bronze
      Dabei seit: 29.03.2007 Beiträge: 789
      Hallo Bierkrieger,

      (1) Nein, sagt leider noch nicht viel über die tatsächliche Winrate aus. Wahrscheinlich ist, dass du das Limit geschlagen hast, aber die tatsächliche Winrate zu ermitteln, ist m.E. fast nicht möglich. Du müsstest so viele Hände auf einem Limit spielen, um eine genügend grosse Sample Size zusammen zu haben, so dass sich die Games bereits wieder verändert haben (und somit die Winrate), wenn du die Anzahl Hände gespielt hast... Hauptsache Winrate > 0 :D

      Hier noch ein Link zu einem Varianz-Simulator, wo Du verschiedene Szenarien für Anzahl Hände, Winrate, Standardabweichung und Anzahl Versuche ausprobieren kannst. Eine sehr nützliche Veranschaulichung von Varianz und Sample Size meines Erachtens.

      http://www.evplusplus.com/poker_tools/variance_simulator/

      (2) Hmm, das eine oder andere nimmt sich nicht viel würde ich mal so sagen.

      (3) Keine Ahnung bei diesen Stakes, aber gilt wohl das selbe wie bei jedem Limitaufstieg: Etwas weniger Fische, etwas mehr Regs, die etwas aggressiver sind und Postflop etwas besser spielen.

      Viel Glück!
    • xfidlx
      xfidlx
      Bronze
      Dabei seit: 27.10.2007 Beiträge: 279
      hey bierkrieger,

      14/12,5 stats sind ganz souverän, damit kannst du nl25 auf jeden fall schlagen, für nl50 solltest du dann wohl etwas looser werden (17/14).

      46k hände ist doch schon ganz ordentlich, und auch 4,7bb/100 sind gut.

      ich würde dir empfehlen deine openraising size immer gleich groß zu halten, egal von welcher position und mit welcher hand - ich z.b. openraise immer 3bb + 1bb pro limper.

      als ich aufgestiegen bin auf nl25 ist mir aufgefallen, dass auf es auf diesem limit wesentlich mehr 3bets gibt. damit musst du klarkommen und evtl auch ab und an mal eine 4bet einstreuen - was man auf nl10 eig nur for value machen muss. ansonsten gibts auch auf nl25 noch extrem viele fishe, die anscheinend einfach ihr geld loswerden wollen. das limit ist also definitiv mit abc poker zu schlagen.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Leg den Varianzsimulator an die Seite, die Ergebnisse daraus basieren auf einer Grundannahme, die meiner Meinung so nicht haltbar ist und daher unrealistisch nach unten verzerrt. (die Normalverteilungsannahme der ganzen Geschichte um genau zu sein)

      - inwiefern sagen diese 46k Hände etwas über meine tatsächliche Winrate aus?


      Nicht viel. Die Daten sagen nur was darüber aus, wie du in den letzten 46k Händen abgeschlossen hast und lassen keine direkte Prognose für die Zukunft zu. Die Wahrscheinlichkeit, dass du auch in Zukunft gewinnst auf NL10 ist definitiv hoch, aber dadurch nicht gesichert. Statistische Daten können im Prinzip nur etwas über die Vergangenheit aussagen und nicht die Zukunft vorraussagen.

      - meine "standard" Openraises waren bisher 3.5 bb Early, 3 bb Middle und 2.5 bb in den restlichen Positionen. Ist es sinnvoll diese aufgrund des kleineren SB bei NL 25 dementsprechend auf 3.4 bb, 2.8 bb und 2.4 anzupassen?


      Ich verfolge eine ähnliche Betsizingstrategie, wenn ich nicht grade ein Betskript verwende (das immer auf 2,89BB openraist :p). Ich würde allerdings im SB (schlechteste Position) größer raisen (vergleichbar mit UTG), da du den Positionsnachteil durch einen schlechteren Preis für deinen Gegner ausgleichen musst.

      - gibt es große Unterschiede bezüglich der allg. Spielerstärke bzw. Spielgewohnheiten zwischen NL 25 und NL 10 ?


      Die meisten sehr schlechten Spieler sind immer noch genauso schlecht wie in den Microlimits. Deine regulären Gegner werden etwas stärker und etwas aggressiver. (das ist bei jedem Limitaufstieg so) Du solltest also zusehen, dass du neben der Verbesserung deiner Valuelines und Blufflines auch anfängst auf sehr grobe Schwächen in deinem Spiel einzugehen - denn je besser deine Gegner werden, desto wahrscheinlicher werden sie diese Schwächen angreifen. D.h. wenn du irgendwas schon weisst, was in deinem Spiel sehr angreifbar ist, dann find heraus wie du es los wirst ;)
    • BierKrieger
      BierKrieger
      Bronze
      Dabei seit: 25.09.2011 Beiträge: 118
      danke euch drei für eure ausführlichen Antworten :)

      @xfidlx: in jeder Position und gegen jeden Gegner gleich hoch zu raisen gefällt mir nicht so gut, da ich ja positionsbedingt sehr unterschiedliche durchschl. Handstärken habe und es einen großen Unterschied macht ob ich jetzt z.B. 12 % openraise mit 4 bb oder eben 40 % mit 4 bb.

      Am liebsten würde ich natürlich immer 4 mit AA und nur 2 mit A2s openraisen, aber das dann zum balancen - z.b. durch jedes 4. mal einfach die Raisegrößen zu vertauschen - zwar theoretisch ziemlich cool wäre, praktisch allerdings viel zu unpraktikabel ist. Deshalb möchte ich wenigstens meine Raisehöhe an die durschl. Handstärke anpassen.

      @Ghostmaster: Groß aus dem sb zu raisen find ich in der Hinsicht nicht gut, dass ich eigenltich keinen guten Grund sehe mit schwachen Händen einen großen Pot ohne Position zu spielen.
      Da raise ich lieber sehr viel und dafür klein, um oft günstig die Blinds preflop zu kassieren, was ja bei nur 2.5 bb Openraise nur in 4 von 7 Fällen klappen muss um sich sofort zu rentieren. Dementsprechend hau ich natürlich relativ wenige Contibets am Flop raus.
      Und selbst wenn jemand merkt was ich da treibe ist halt die Frage wie gut gefällt es demjenigen mehr als 43 % seiner Hände im BB gegen mich zu spielen?

      Mehrere Sachen in meinem Spiel sind aufjedenfall sehr angreifbar und wenn ich diese versuchen los zu werden, dann stellt sich mir die Frage womit ich dann Geld machen soll, wenns nicht damit sich angreifbar zu machen im Austausch meinen Gegner zu Fehlern bringen?
    • xfidlx
      xfidlx
      Bronze
      Dabei seit: 27.10.2007 Beiträge: 279
      @xfidlx: in jeder Position und gegen jeden Gegner gleich hoch zu raisen gefällt mir nicht so gut, da ich ja positionsbedingt sehr unterschiedliche durchschl. Handstärken habe und es einen großen Unterschied macht ob ich jetzt z.B. 12 % openraise mit 4 bb oder eben 40 % mit 4 bb.

      es ist halt einfach maximales balancing, wenn man aus jeder position gleichgroß openraist.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937

      @Ghostmaster: Groß aus dem sb zu raisen find ich in der Hinsicht nicht gut, dass ich eigenltich keinen guten Grund sehe mit schwachen Händen einen großen Pot ohne Position zu spielen.
      Da raise ich lieber sehr viel und dafür klein, um oft günstig die Blinds preflop zu kassieren, was ja bei nur 2.5 bb Openraise nur in 4 von 7 Fällen klappen muss um sich sofort zu rentieren. Dementsprechend hau ich natürlich relativ wenige Contibets am Flop raus.
      Und selbst wenn jemand merkt was ich da treibe ist halt die Frage wie gut gefällt es demjenigen mehr als 43 % seiner Hände im BB gegen mich zu spielen?
      Ich denke dir ist nicht bewusst wie groß der Nachteil im SB ist. Wenn du das erstemal an jemanden gerätst, der 43% seiner Hände called oder reraist und am Flop so in rund 10% der Fälle den Fold hinlegt, dann weisst du wieso kleine Openraises und zu loose Raises im SB ein großes Problem sind.
      Ich bin mir völlig im klaren darüber, dass viel zu viele Spieler viel zu viel in den Blinds folden und du möglicherweise mit diesem Ansatz wegkommst. Du solltest dir aber durchaus über die Gefahren bewusst sein.


      Mehrere Sachen in meinem Spiel sind aufjedenfall sehr angreifbar und wenn ich diese versuchen los zu werden, dann stellt sich mir die Frage womit ich dann Geld machen soll, wenns nicht damit sich angreifbar zu machen im Austausch meinen Gegner zu Fehlern bringen?
      Solange deine Gegner deine Lücken im Spiel nicht angreifen, ist das schon okay. Mein Spiel gegen einen sehr schlechten Spieler birgt zig Angriffsmöglichkeiten - die meisten schlechten Spieler erkennen aber nichtmal einen Bruchteil davon, geschweige denn greiffen diese Lücken an. Je weiter du in den Limits aufsteigst, desto weniger Fische wird es aber geben und die Gegner werden im Schnitt besser und greifen auch Lücken in deinem Spiel an. Es ist wichtig, dass du diese Lücken kennst und möglichst wenig erstmal gegen diese Spieler verlierst - ansonsten gibst du deine Gewinne gegen die Fische an die anderen Regs relativ schnell wieder ab.

      @xfildx: 4BB Openraises im BU mit 50% Range und einem aktiven 3-Better in den Blinds ist beinahe eine Garantie viel Geld zu verblasen. Optimalerweise ist die Openraisingsize eine Funktion in Abhängigkeit der Position UND der Range, die in dieser Position erhöht wird.

      Weite und schwache Range = kleine Raises

      Enge und starke RAnge = große Raises

      schlechte Position = große Raises

      gute Position = kleine Raises

      Offensichtlich gibt es eine Verbindung zwischen den Positionen und der Range in diesen Positionen -> gute Positionen = weite Range; schlechte Positionen = enge Range