Schuldfähigkeit in der Rechtsprechung

    • jukeboxheroo
      jukeboxheroo
      Bronze
      Dabei seit: 31.01.2007 Beiträge: 3.184
      Hallo. Wenn jemand einen ermordet, wird ja immer geguckt, ob der auch schuldfähig ist.


      Heisst schuldfähigkeit, dass man zum Zeitpunkt der Tat sich des Unrechts über diese Tat bewusst gewesen sein musste ?

      Bei der Frage eines Unrechts: gilt hier die gesellschaftliche Norm oder das was sich im Kopf des Täters abspielt ?

      Also konkret: Genügt es, dass der Täter weiss, das seine Tat unter Strafe steht oder muss er auch eine Einsicht in das Unrecht seiner Tat haben ?

      Am anschaulichten könnt Ihr mir das ja am besten damit erklären, was sich zum Beispiel Herr B. aus N. bei seiner Tat gedacht haben könnte und welche Schlussfolgerungen hier für die schuldfähigkeit/schuldunfähigkeit ergeben.
  • 3 Antworten
    • lori
      lori
      Bronze
      Dabei seit: 12.05.2005 Beiträge: 1.175
      wen hast du abgemurkst,und vor allem weshalb?
    • jukeboxheroo
      jukeboxheroo
      Bronze
      Dabei seit: 31.01.2007 Beiträge: 3.184
      löl, eigentlich verfolgte ich grade den Prozess in Norwegen und da dies dort wohl eine zentrale Rolle spielt, interessiert mich das.

      Ich habe versucht mich im Netz darüber schlau zu machen und mir kommt es so vor als sei jeder Schuldunfähig, dem die Verwerflickeit seiner Tat nicht bewusst ist. Das wiederkomm kam mir bissle komisch vor
    • Tezet
      Tezet
      Bronze
      Dabei seit: 18.07.2006 Beiträge: 2.428
      Hmm.. das lässt sich plastisch schwer erklären.

      Die Schuldunfähigkeit, die bei Breivik eine Rolle spielt, entspräche §20 StGB, würde der Fall in Deutschland handeln. Dieser sagt:

      Ohne Schuld handelt, wer bei Begehung der Tat wegen einer krankhaften seelischen Störung, wegen einer tiefgreifenden Bewußtseinsstörung oder wegen Schwachsinns oder einer schweren anderen seelischen Abartigkeit unfähig ist, das Unrecht der Tat einzusehen oder nach dieser Einsicht zu handeln.
      Es handelt sich damit um eine Sonderform des Verbotsirrtums nach §17 I StGB. Dabei entspricht der Begriff der Unrechtseinsicht im §20 dem der Verbotskenntnis im §17. Es wird dabei so argumentiert, dass die seelische Störung dazu führt, dass der Täter keine Verbotskenntnis "entwickeln" kann.